Assessment-Center - gut oder schlecht für die Börse?

Die Börse zeigt, dass Konzerne mit der Auswahl des Kaders nicht immer eine glückliche Hand haben. Gibt es Wechsel, heisst dies nicht, dass es in Zukunft besser gehen wird.

Der Personalblogger wird sicher mein Thema noch ausführlicher aufgreifen. Er schreibt ja auch über die Nanotechnologie, zumindest dass diese in Fribourg ausgebaut werden kann und über die Schwarz Arbeit. Über diese sind sich vermutlich alle im HRM einig: die schadet nur. Ja das Personalblog wenn es mit der Zeit gehen möchte, müsste es Human Resource Management Blog heissen - vielleicht liegt das an den HMR. Ein Heilmittel gegen Schwarz Arbeit gibt es nicht und ich denke, volkswirtschaftlich gesehen ist die eher positiv zu bewerten. Administrative Kosten entfallen, beide Seiten fahren finanziell besser. Nur Vätterchen Staat erhält nichts, aber dieser handelt nicht immer kostenbewusst. Der Auftragnehmer ist zudem versicherungsmässig nicht so gut abgesichert, kann aber mit dem eingesparten Geld mit allergrösster Wahrscheinlich eine bessere Performance erzielen. Wie? Das erfahren jeweils meine Kunden - oder die, die es noch werden möchten.

Nicht dass ich Schwarz Arbeit empfehle, aber es gibt meistens zwei unterschiedliche Betrachtungsweisen. Auch an der Börse ist es dienlich, wenn man einen Titel kaufen will, dass man sich mal in die Haut des Verkäufers zu stellen versucht. Wenn sie in ihrem bisherigen Leben mehrere Jahre auch die Funktion eines Personalchefs erfüllt haben, schauen sie bei einem Aktienkauf zwangsläufig auf die Personalauswahl. Ein Unternehmen ist im Grunde nur den Ertrag aus einer Liquidation wert, falls es nicht über Personal und Produkte verfügt. Und je besser die beiden sind, desto mehr wert ist ein Unternehmen.

Assessment Center werden auch unterschiedlich gewürdigt. Die Managerseminare sind mit Feuer und Flamme dafür. Genau aus diesem Grunde wurden sie auch eingeführt. Aber nicht in den 70-iger Jahren wie diese schreiben, sondern in den Nachkriegsjahren des 1. Weltkrieges um Mitarbeiter für den Geheimdienst in Deutschland aus zu lesen. Ob 80 Jahre später immer nur Leute gesucht werden müssen, die sich durchsetzen können und meist begnadete Redner sind, ist fraglich . Ich hatte gestern das «Vergnügen» zwei Banker an einem Vortrag zu erleben. Der eine schüchtern, musste alles ablesen aber hat sogar dem Techniker zum 78 Geburtstag gratuliert und ihm für seine Arbeit gedankt. Der andere der echte Zu-Vielredner, alles in der Vermögensverwaltung ist für uns kein Problem, ach ja das ist halt einfach so und wir haben ihnen die Produkte, die für sie alles auf einfachste wissenschaftliche Art lösen. Trudi Gerster erzählt ähnlich, aber interessanter und ehrlicher gemeint. Ihre Sympahtie können sie selbst zu ordnen.

Einer hat sicher schon Assessment Seminare hinter sich und gut abgeschnitten. Der andere käme bei Intelligenz-Tests oder herkömmlichen Test besser weg. Der Vielredner, der sicher für die Bank Bomben-Umsätze generiert und allenfalls kurzfrisig den Aktienkurs nach oben bewegen könnte, kennt garantiert mein Finanzblog. Es waren einige ganz spezielle Sachen im Referat erwähnt die man bei mir schon lesen konnte. Ich komme dann später einmal auf das Irrationale beim Martischen 6-Eck darauf zurück.

Wenn sie mehr über die Auswirkungen, Kostenfolgen und die schlechte Treffer-Rate von Assessment Centers lesen wollen, dann kaufen sie sich bild der wissenschaft - «Stress für nix! Zweifel am Assessment-Center.» Der Artikel wird vermutlich im März gratis aufgeschaltet. Der Artikel ist für Deutschland geschrieben, dürfte meiner Ansicht nach aber auch bei vielen Firmen der Schweiz seine Gültigkeit haben. Wer gerne viel liest (378 Seiten), dem kann geholfen werden. «Evaluation der Eignungsdiagnostik bei der Personalauswahl von Unternehmensberatern» von Tobias Plate.

Das Buch wäre etwas für die Festtage, werden da doch eine ganze Menge Leute börsenkotierter Firmen vermutlich freigestellte Zeit geniessen. Übrigens, ein guter Draht in eine Personalabteilung ist meist mehr wert, als einer in die Finanzabteilung. Finanzleute wissen meist, dass sie nichts berichten dürfen, ansonsten sie von der Börse gemahnt werden. Noch etwas Wichtiges. Es spielt selten eine Rolle wer geht. Das hat zwei Betrachtungsseiten. Interessant ist zu wissen, wieso sie gehen. Den Spatzen auf der Dachrinne zuhören kann amüsant sein.

Spatzen

... der Sperling (Spatz) ist überall an zu treffen, wird aber nicht von allen bemerkt ...

Jaeger antwortet Blocher - Musik in meinen Ohren!

An der Börse gibt es immer zwei Tatsachen - einer kauft, der andere verkauft! Bei der Beurteilung der Gesamtwirtschaft sollte es aber nicht immer zwei Meinungen geben. Und wenn, dann ist es gut, dass Leute wie der Wirtschaftsexperte Franz Jaeger, dies kund tun.


«"Das ist Schwarzmalerei"

Wirtschaftsexperte Franz Jaeger kritisiert Bundesrat Blocher für dessen Aussagen zur künftigen Wirtschaftslage hart: Er sollte besser Zuversicht ausstrahlen, als sich in Prognosen wagen, von denen er zu wenig verstehe.

Die US-Immobilienkrise zieht immer weitere Kreise. Nun muss auch Swiss Re Millionen abschreiben. Steuern wir auf eine Rezession zu, wie dies Bundesrat Christoph Blocher am Wochenende sagte?

Franz Jaeger: Nein. Ich stelle zwar ... » - wer das Finanzblog regelmässig liest, wird eigentlich nichts Neues erfahren. Lesen sie gerade deshalb weiter - eine schöne Bestätigung ...

... es sei denn, sie malen auch schwarz - aber da wissen wir ja: Sie können mit Schwarzmalen keine Sicherheit schaffen.

Das Referat vor zwei Jahren dürfte sich heute recht gut bestätigt haben. Oder möchten sie noch lesen, was ich über die Rezession geschrieben habe? Im letzten der drei Artikel ist die Deflation erwähnt und da wir spätestens seit gestern wissen, dass die Amerikaner anders und zu schnell drehen, wird vermutlich demnächst wieder mehr Schlagzeilen mit der Deflation gemacht (ohne Berücksichtigung von Japan - 17 heute). Wenn wir in Bern ins Rutschen kommen, nehmen wir Zahnräder zu Hilfe und in New York hilft man sich mit der deflationären Betrachtung einzelner Branchen, wie hier die Finanzbranche. Wenn sie investieren wollen, dann lieber in Branchen, die eine echte Wertschöfpung haben oder via einen aus der Finanzbranche, der manchmal über selbige schmunzelt.

«Dubai-City» will hoch hinauf - Babylon lässt grüssen

Über Dubai habe ich schon mehrmals geschrieben und die Bilder im Mehr-Jahresraffer von Dubai-Stadt ...

... aus dem neuen Newsletter der der Geldwelt sind eindrücklich. Ob solche Extrem-Bauphasen längerfristig verkraftbar sind, wird erst die Geschichte zeigen. Stadtentwicklungen, beonders mit Hochhäusern, sind faszinierend. Der neue Stadtteil, der vor rund 40 Jahren in Bern-West zum Boden heraus gestampft wurde, hat ähnlich viele Einwohner, wie eine Kleinstadt. Dubai hat rund einen Fünftel der Einwohner der Schweiz - zumindest war dieses letztes Jahr noch so.

Gigantismus durchs Band. Dubai besteht fast nur aus Wüste und einige wenige Prozent sind durch die Stadt Dubai überbaut. 99 Prozent der Bevölkerung lebt in Dubai-Stadt. Das müsste man sich einmal ansehen Vielleicht auch einen Chart (2 Jahre nehmen) - der scheint den Wolkenkratzern nach zu eifern. Aber wie das so ist, manchem wird es da oben, wen er sich rumschaut, etwas mulmig im Magen. Und wenn man älter wird, verträgt man vielleicht auch nicht mehr so viel - oder man ist klüger geworden. Heute würde ich auch nicht mehr im 14. Stock von einem Balkon zum andern rüber klettern, nur um in die Wohnung zu kommen. Hat nur funktioniert, wenn die Balkontüre offen war. Ja es gab eine Zeit, wo nicht alle Kinder einen eigenen Schlüssel hatten - oder immer mit in die Schule nahmen. Und Baustellen hatten etwas abenteuerliches - die waren nie verschlossen. Nur der Baustellenlift. Man kletterte freiwillig zu Fuss in den 20. Stock oder höher, bis aufs Dach.

Dubai heisst Treffpunkt. Das islamische (Sunniten) Land Dubai hat prozentual in etwa gleich viele Christen, wie wir Muslime in der Schweiz haben. Und Dubai-City hat eine Gemeinsamkeit mit Langenthal - eine Sikh-Gurudwara (oder Gurdwarasahib), die einzige in den Vereinigten Arabischen Emiraten, resp. in Europa. Dubai, ein gemässigtes, aufstrebendes Land und Bundesrat Merz hätte seine Freude an diesem Steuerparadies. Geldinstitute und Erölgesellschaften zahlen Ertragssteuern - die andern sind für 50 Jahre von diesen Steuern befreit.

Bauboom heisst oft auch schnell Geld verdienen, lausige Ausführung von Arbeiten, Garantieschäden und Langzeitschäden, die nicht mehr durch Garantien gedeckt sind ...


... es ist besser, man würde auf Qualität achten. Das ist dann die andere Seite des Lebens und schlimm wenn solche gefordert werden. Die Brücke war im Bau. Den Beitrag habe ich zufälligerweise letzten Donnerstag geschrieben - als diese Meldung noch nicht bekannt war. Es ist wie an der Börse, man muss leider immer beide Seiten anschauen. Und über Bauqualitäten - auch in der Schweiz - habe ich schon einige Male geschrieben.

Der Gorilla - besser als die meisten Anlageberater

Börsenspiele haben eine magische Kraft. Messen sie sich einmal gegenüber den Börsenempfehlungen eines Gorillias - catch the Monkey - bei sharewise.

«sharewise: Neues Finanzportal sorgt erstmals für Anleger-Transparenz bei Aktien.» Dieser Satz ist garantiert nicht von mir, denn hier ist ein Wort zu viel und eins zu wenig. «Erstmals»? Und das, nachdem es seit über 600 Jahren Börsen gibt! «Vielleicht» oder ein ähnliches Wort müsste noch in den Satz. Eine echte Anleger-Transparenz wird auch diese Plattform nie erreichen können. Das nur mal als Warnung, denn auf dieser Plattform kann jeder seine Meinung kundtun. Ob er etwas davon versteht, gar Profi ist (und auch wir liegen des öfters falsch - aber das Gesamtresultat ist massgebend) oder irgend einen Titel pushen möchte. Nicht blind den Vorschlägen Achtung schenken ...

... aber zum lernen, spielen und um andere Meinungen ein zu holen, eine wunderschöne Börsenplattform - eine Aktiencommunity. Sie können auch ihre Meinung einbringen. Ich bleibe bei meinem Finanzblog. Hier schreibe ich, was für mich Sache ist. Sharewise kann jedem etwas bringen. Der Auftritt ist wirklich nicht nur für Schimpansen oder Gorillas gedacht. Aber messen sie sich mal gegen einen Affen, der Darts spielt. Der Wirtschaftsprofessor Burton Gordon Malkiel stellt fest, dass Affen besser als der Standard & Poor's 500 abschneiden ...

... und nun ist auch zu begreifen, warum die Masse Index-Funds und Index-Zertifikate kaufen. Sie wollen doch zumindest durchschnittlich abschneiden. Ich will mehr und meistens schaffen wir dies auch. Aber nicht kurzfristig. Und wissen sie, warum ich eigentlich nie an Börsenspielen teilnehme. Dass man sich blamieren könnte ist nicht so schlimm. Viel schwieriger zu verdauen ist, wenn man fiktives Geld einsetzt, einen stolzen Gewinn macht, aber der auch nur fiktiv ist. Hätte man doch wirklich diesen Titel gekauft ...

... oder wie die Lehrtochter einmal im richtigen Zeitpunkt verkauft. Sie hat bei mir Rat eingeholt - gilt auch für sie. Da alle Lehrlinge im gleichen Lehrjahr in der Branchenkunde mitgespielt haben, wurde eine aggressive Anlagestrategie ausgewählt. Entweder man ist das Schlusslicht oder mischt vorne mit. Sie wurde Erste. Noch während des dreimonatigen Spiels wurden die Regeln geändert. Man resp. Frau durfte keine Optionen und Pennystocks mehr handeln. Der Spielleiter hat mit später einmal gesagt: «Das hätte ich ja eigentlich von Anfang an regeln müssen. Du hast mich ja auch teilweise ausgebildet.» Dann viel Spass beim Spiel ...

... und falls sie keine Idee haben, nehmen sie was ganz Verrücktes, zum Beispiel MXEH. Bitte beachten sie, dass das keine Aktienempfehlung ist, solche mache ich im Blog nie und beachten sie das Risiko, denn wie selten gibt es Aktien, wo wirklich gespielt wird und eines müssen sie sich klar sein, die Leute der Max Holding können kämpfen und mit Max Fighters ganz hart zuschlagen. Echt martialisch, genau «MARTIAL ART X-TREME» wie im Header zu lesen ist. Sogar mit Mini-Blog, aber da schaff ich den genauen Link nicht, da kann mir vielleicht auch noch jemand beibringen, wie man einen solchen schnell kopieren kann. Mal schauen ob einer dies liest - sagen wir dem einfach mal Huber, fast so häufig wie Marti - dann finden sie in Zukunft ein Blog mehr in meiner Blogroll. Echt martialisch wie wir vor langem geschrieben haben und wenn sie ihr Risikoprofil anschauen wollen, dann nehmen sie das martische 6-Eck oder in diesem Fall eher das martialische 6-Eck.

Nehmen sie auf alle Fälle nicht immer alles tierisch Ernst, sondern haben Spass an Anderem, an Ausgefallenem, es darf auch mal Sackstark sein, man oder frau muss einfach immer überdurchschnittlich bleiben ...

Gorilla

... und weil er so schön ist, gleich noch einmal. Er studiert übrigens das Anlegerverhalten der Leute im San Diego Zoo, exakt dem Wild Animal Park - genannt the WAP - das nur des Protokolls wegen. Bei Visipix hat es noch ein anderes Tier, welches eher für schlechte Anlagen zuständig sein soll, wenn man sich etwas rumhört ...

Carry Trades - der Finanztrick, der eigentlich nicht funktionieren kann

Carry Trades - der sichere Geldverdienst. Nun fängt es langsam an, um zu kippen ...

... viele wollten immer hoch hinaus - in den Weltraum hat dies das erste mal genau heute vor 65 Jahren eine Rakete geschafft. Das Schicksal der meisten Raketen - sie verglühen oder fliegen im Nichts herum. Genau wie Carry Trades. Zins und Währungsdifferenzen gehen im Einzelgeschäft auf - nicht immer. Aber in der Gesamtheit alles Bewegungen ist es ein Nullsummen-Spiel. Schlimmer noch, es werden Löhne, meist hohe Löhne bezahlt, damit sich Finanzleute, Investment-Banker mit Luft beschäftigen und je höher sie fliegen, desto dünner wird die Luft.

Meines Wissens hat dies die Deutsche Bank in diesem Sommer als Erste festgestellt und vor der zunehmend dünner werden Luft gewarnt. Kurz danach hat sie Fehlkalkulationen in den USA verkündet. Entschuldigen sie liebe Leser, aber solche Artikel werden meist von internen Bankkontrollern und der PR-Abteilung angeregt. Der CEO muss dann meist ausbaden was der Verwaltungsrat beschlossen hat. Dies ist dann wiederum eine gute Gelegenheit die faulen Eier in den Büchern abzuschreiben - meist nicht auf Null, denn vielleicht bringen die einen oder andern Positionen wieder einmal einen schönen Gewinn ein. Meistens sind die Auswirkungen kurzfristig gar nicht so schlimm. Vielleicht müsste man wieder einmal etwas über Charts schreiben. Langsam werden die Zeiten mit den sich überhäufenden Ereignissen zur Alltäglichkeit und dann spielen Charts vermehrt wieder ein brauchbares Instrument - in unsicheren Situation halten sie lieber die Hände davon. Es sei denn, sie betreiben es im ganz kurzfristigen Bereich (am besten intra day) und sind spezialisiert. Versuchen sie es einmal anhand der UBS. Irgendwie kommt mir da der heutige Tag in den Sinn. Besonders Deutschland - hier ist heute alles beflaggt - Tag der Deutschen Einheit.

Im Punktmagazin (Seite 14) steht ein interessanter Artikel über «Carry Trades: Leihe billiges Geld, lege es höher an und kassiere»

Die Frage ist noch, wieso kippt dann ein Carry Trade System so schnell um. Nehmen wir wieder unseren Busfahrer der 4000 USD verdient und gleich viel für die Hypothek zahlen muss. Das Haus steht sicherlich noch, aber der Busfahrer wird sich eine etwas billigere Bleibe vermutlich auf Sozialkosten gesucht haben. Nun ist die Frage, wenn beissen die Hunde. Denjenigen der das Haus belehnt hat oder derjenige aus Deutschland der einen Teil dieser Hypotheken übernommen hat oder die Schweizer Bank die wiederum einen Handel mit den Deutschen gemacht hat. Eigentlich sollte ich stolz sein, dass sich mein Musterbeispiel über die Monate so zuträgt - USD in Euro und Euro in CHF. Vielleicht geht das Spiel mit dem Yen noch weiter. Übrigens, da konnte man wirklich Geld verdienen, mit Yen gegen das Englische Pfund zum Beispiel. Falls ein Einziger die Marge, die Zinsdifferenz einsacken konnte, hatte er eine entsprechende Entschädigung, für das Risiko, das er eingegangen ist - der mögliche Währungsverlust und vor allem, die Möglichkeit, dass der Engländer zahlungsunfähig wurde.

Beim Busfahrer gab es vielleicht 3 Prozent Marge zu verdienen (seien wir mal etwas grosszügig). Und drei wollen Geld verdienen - einer in USD, einer in EUR und einer in CHF. Nehmen wir mal an, die teilen sich die Marge - jeder erhält der Einfachheit halber ein Prozent. Wenn es eine Ausfallwahrscheinlichkeit von einem Prozent gibt und das wird vielleicht der Realität im US Hypothekenmarkt vor einigen Jahren entsprochen haben, dann gibt dies unweigerlich ein Problem. 99 bezahlen ein Prozent und der Busfahrer wird mal mit 100 Prozent sofort negativ zu Last fallen. Und keiner weiss wie viele Prozent das Haus das einmal dem Busfahrer gehörte bei einer Liquidation einbringen wird. Wenn sie nun bedenken, dass Löhne und andere Kosten anfallen, dann sieht man - einige erst im nachhinein - das da vermutlich nicht die erhoffte Gewinnspanne darin liegt. Und die Währungsdifferenz tendiert eben in der Gesamtheit theoretisch gegen Null. Volkswirtschaftlich gesehen. Betriebswirtschaftlich wird es unter Null sein, denn hier gibt es An- und Verkaufspreise. Manchmal kleine Unterschiebe, aber von was müssen Löhne bezahlt werden und Gewinn möchte man ja auch machen.

Carry trades können Spass machen, Gewinn bringend sein, aber man muss sich des Risikos bewusst sein - und das wird so alle Jahrzehnte wiederkehrend vergessen. Da hilft auch die Methode der Risikostreuung (Fonds etc.) nicht viel - es ist nur eine Frage der Marge - und des Zeitpunkts - und oft des Glücks.

«Finanzprofis warnen vor neuer Kredit-Klemme»

Einen zugestellten Artikel von Aficionado möchte ich euch nicht vor enthalten. Irgend wie erinnert er an das Kreditdebakel das vor rund zwei Dezennien in der Schweiz seinen Anfang ...

... und erst mit der Liquidation der Dezennium Finanz AG Ende 2002, rund ein Jahrzehnt nach der Übernahme der faulen Kredite der Berner Kantonalbank, sein Ende nahm.

«Milliardenmarkt Schuldpapiere von Anna Seith

Den hypernervösen Finanzmärkten droht ein neuer, gefährlicher Engpass: In dieser Woche müssen Schuldverschreibungen über 130 Milliarden Dollar erneuert werden - doch der Markt dafür ist wie tot. Die Angst wächst, dass wieder Banken in die Existenzkrise schlittern ... weiter in SPIEGELONLINE ...»


Bei der Kantonalbank von Bern, wie sie damals noch hiess, gingen 3 Milliarden verloren. Heute hat der Kanton Bern nicht ganz eine Million Einwohner. Das heisst, für jeden Einwohner gab es mehr als CHF 3000 Schulden. Das ist eine hohe Zahl, aber zwingt keine der führenden Volkswirtschaften in die Knie.

In den USA sind jetzt 130 Milliarden USD gefährdet. Die USA hat etwas mehr als 300 Millionen Einwohner - das ergibt pro Person rund CHF 500. Sorry, liebe Leser, die Finanzbranche hat nicht nur ein Problem, die Finanzbranche ist ein Problem. Hier tummeln sich 10'000ende, die kein Verhältnis mehr zur Realität haben. Ich hab es Ende August schon einmal geschrieben - 3000 CHF gefährdete Kredite je Kopf - kein Klacks, aber dies hat rein gar nichts mit Weltuntergang zu tun.

Und wenn sie jetzt diese Zahl nehmen und überlegen, dass es auch andere Länder betrifft, die den Amerikanern Geld geliehen haben, wird die Zahl noch kleiner - und wenn sie die Inflation anschauen, dann entsprechen die CHF 3000 der Berner heute etwas mehr. Wer wie die «echten Finanzprofis» genau auf eine Kommastelle rechnen will, der findet in meiner Blogroll den Teuerungsrechner unter Finanzsuche/-hilfen ...

... und wenn sie lieber wissen möchten, was wir im Kanton Bern so für Probleme haben, dann schauen sie mal beim Kirchgemeindeverband vorbei - übrigens testhalber mit dem neuen Signet ...

«Wenn ein Ei 150 Milliarden kostet

Die Hyperinflation ist an sich überhaupt nicht gut - aber ein ganz interessantes Thema.

«Ende 1993 kostete in Serbien ein Kilogramm Speck 20 Billionen Dinare, in Ungarn wurde 1946 mit dem Szazmilljo B.-Pengö (100 000 000 000 000 000 000 Pengö) der höchste Notenwert aller Zeiten benutzt, und während der Französischen Revolution musste um sein Leben fürchten, wer die zunehmend wertlosen „Assignaten“ nicht akzeptierte. Die Geschichte der Hyperinflation steckt voller Tragik ... weiter im Bulletin der Credit Suisse ... »

Wer Briefmarken sammelt, ist bestimmt in Deutschland schon auf dieses Thema gestossen und irgend einmal wird man wohl auch in der Volkswirtschaftslehre auf dieses Thema gestossen sein - hier eine umfangreiche Seite von Stephan Wottreng

«Analysten warnen vor Privat Equity für Private»

«Wer jetzt noch auf Private-Equity-Fonds setzt, könnte viel Geld verlieren. Diesen Schluss lässt eine Studie der Ratingagentur Scope zu ...

... lesen sie weiter bei Financial Times Deutschland ...».
Danke dem Aficionado für diesen Link. Er kennt sich nicht nur bei Cigarren aus, sondern auch bei Finanzen und zusammen haben wir einige Erfahrung mit Private Equity. Nicht erst seit zwei drei Jahren, wesentlich länger. Und deshalb können wir uns vielleicht auch mal eine gute Cigarre gönnen. Bei Privat Equity, bei Venture Capital gilt es Eines zu wissen - nicht jedes Projekt gelingt. Einige werden schief laufen. Das Gesamtresultat muss stimmen und wenn man den ersten Reinfall hatte, nicht aufgeben, nicht entmutigen lassen, weiterfahren. Vorausgesetzt man ist entsprechend risikofähig.

Es gab bei der Private Equity Phase anfangs dieses Jahrtausends gegenüber heute einen grossen Unterschied. Damals waren viele Projekte günstig - heute sind praktisch alle teuer um nicht zu sagen, überbezahlt. Aber ich denke, wir sind noch nicht in der Boomphase, es scheint mir noch zu ruhig zu sein.

Weinfonds - zum Dritten - nur was für Spieler

Risiko und Rendite haben gewisse Abhängigkeiten und man muss nur ein gut klingendes Produkt in einen Fonds integrieren und schon weiss man, was mit dieser Warnung gemeint ist - Weinfonds machen Schlagzeilen.

Manchmal sind wir betriebsblind und sehen gar nicht, dass es Investments gibt, die plötzlich boomen und wie Pilze aus dem Boden schiessen, von denen früher keiner gesprochen hat. Venture Capital, Private Equitiy, Rohstoffe all das sind Gebiete, die heute fast gang und gäbe sind, aber vor 10 oder 15 Jahren nur einem kleineren Teil der Anlegergilde bekannt war. Wenn nicht der Aficionado, meine Ansprechperson für Cigarren-Fragen aller Art, zwei mal mit einem Artikel über Weinfonds aufgetaucht wäre, hätte wir den Weinboom praktisch verschlafen.

Bevor sie in Weinfonds zuschlagen, lesen sie doch noch schnell, was ich schon so alles zwischen den Zeilen geschrieben habe. Nicht das alles schlecht sein müsste und keine Rendite erwirtschaften wird - aber dem Risiko ist Beachtung zu schenken. In dieser Beziehung gibt es Expertenmeinungen, die zumindest vor einem Investment gelesen werden müssten. Und wer die Finger eh von Fonds dieser Art lässt, findet aber viele Hinweise, die es auch bei anderen Fonds zu beachten gibt: Personen die in irgend einer Form mithelfen, Kostendetails ...

- der Drink Tank - 10 Beiträge und was für welche

- WeInvestment - mit der Rendite des Weininvestments

- Planet-Bordeaux

Das talk about Wein möchte ich ihnen nicht vorenthalten - hier treffen zum Teil obige Weinprofis auch auf Amateure. Ganz interessant - aber Zeit müssen sie haben. Und zum Schluss noch die Home Page von Mario Scheuermann - Best of Wine. Lesen sie einmal das Interview und sie sehen selbst, wie mancher Weinfonds eigentlich eine gute Investitionsmöglichkeit im Auge hat, wenn nicht die kleinen verzwickten Details wären ... aber sie dürfen sich ruhig die andere Seite auch anschauen - Rare-Wine-Pool - versuchen sie doch mals das Beteiligungsangebot als pdf herunter zu laden und was sehen sie: ein total weisses Blatt ...

Wie weiter mit Börse, Abfall ...

Der Abfallsektor macht zur Zeit genau gleich zu schaffen wie die Börse - viele sind unsicher und man weiss nicht so recht, was die Zukunft bringen wird.

Normalerweise ist Abfall kein grosses Thema. Man und Frau produziert und entsorgt solchen mehr oder hoffentlich weniger sorglos. Citron verbrennt Abfall, Metall haltigen und übrig bleiben, wie ich damals schrieb, Rohstoffe. Um einen erregen sich jetzt die Gemüter. Die Schlacke, das was übrig bleibt und noch heute mehr oder meist weniger kontrolliert entsorgt wird. «Abfälle würden ins Meer geworfen», das werfen ungenannt bleiben wollende Experten der Citron vor. Solche Experten haben nur Vermutungen, sonst könnten sie unter Offenlegung ihres Namens zu ihren Erkenntnissen stehen. Zudem denke ich, dass die Mannschaft von Citron so viel Verstand hat, ungesetzliche Aktionen zu unterlassen. Wenn dies auskäme, würden die Börsenkurse stürzen und das ist sicher nicht in ihrem eigenen Interesse.

Die Börsenkurse von Citron sind aber arg gestürzt. Letztes Jahr habe ich jemanden geraten, mindestens einen Drittel seines Bestandes zu verkaufen. Das war bei CHF 615 - Ausgabepreis war CHF 175. Er hat sie immer noch, alle. Vermutlich müsste man sie behalten, denn die Idee von Citron ist immer noch einmalig. Expertenstreit hin oder her. Die Schlacke wird ja auch als Baustoff für Strassen zum Beispiel eingesetzt. Und dass es da auch noch schädliche Stoffe drin haben könnte, dürfte auch Nichtexperten einleuchten. Die Frage ist nur, wie weit sind diese Stoffe eingebunden und verdichtet. Je höheren Temperaturen sie ausgesetzt waren, desto kleiner und unschädlicher dürfte der Abfallberg wohl sein. Geld regiert die Welt und das Wort Abfallskandal wird wohl jeder schon gehört haben. Für mich ist die Frage, ob die nicht genannten Experten vielleicht sogar bei der Konkurrenz auf der Lohnliste stehen.

Auch die Behörden haben es nicht immer einfach. Geschweige denn die Bauherrschaft. Soll diese nun Kanton oder Bund glauben oder spielt sie allenfalls beide gegen einander aus. Auch wenn die BLS Alptransit sich wehrt und vielleicht gar gegen keine Gesetze verstossen hat, so kann sie sich nicht rühmen, immer ein umweltfreundliches Unternehmen zu sein. Das haben Grossbaustellen so an sich und vieles ist (heute noch) nicht zu vermeiden oder allenfalls mit sehr hohen Kosten. Zumindest einen grossen Unterschied gibt es zwischen BLS und Citron - End of Pipe und Begin of Pipe (Seite 35 resp. 31). Die BLS hat es einfacher, die kann ihre eigene Röhre von beiden Seiten anschauen - aber manchmal nur einspurig.

Mit Tunnelbau und Abfall lässt sich Geld verdienen oder an der Börse auch verlieren. Börsencrash in China, Kurse weltweit im Keller - wenn alles steigt und steigt, muss man sich nicht wundern, wenn mal etwas fällt. Und wenn sie seit gestern schlecht geschlafen haben, weil ihre Aktien gesunken sind, dann sollten sie vielleicht den Kontakt zu mir suchen, denn ich habe mindestens die stärkeren Nerven und manchmal hat man ja schon etwas über China und Co. lesen können. Schwein haben, ist auch wichtig. Ob an der Börse oder mit Abfall ist es ähnlich - wir wissen es nicht zum Voraus, wir sind erst im Nachhinein schlauer. Panik ist von mir aus noch nicht angesagt und gleich alles in Obligationen wechseln, wie heute an mehreren Orten geraten wird, da hätte ich andere Ideen. Ungemütlich dürfte es erst werden, wenn die Chinesen oder die Amerikaner ... aber zumindest ein «Experte hält Bush nicht für Abenteurer» und ich vermute, dass Mister President in seinen bisherigen Jahren doch etwas gelehrnt hat..

Also lassen wir es draussen regnen und stürmen, es kommen vermutlich wieder bessere Tage und manchmal muss man halt eine gewisse Zeit lang in eine saure Citrone beissen.

Kies BLS Alptransit

... hier geht es um viel Kies - Mitholz (BLS Alptransit Baustelle - Juni 2005)
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