17. August 2006
Computergesteuerte Fonds erobern den Markt
«Quantitativer Investmentansatz soll "Risiko Mensch" ausschalten. Der Erfolg hängt allerdings vom Analysemodell und der Marktlage ab.»
Für Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren unabhängigen Vermögensverwalter - der Bankberater wird (darf?) keine finden.
Gab es nicht einmal einen Crash und nach diesem wurden automatisch vom Computer generierte Stopp loss Aufträge verboten? Wir vergessen schnell und wenn alle das gleiche tun wollen, kommt es meistens nicht gut heraus. Handel lebt vom Kauf und Verkauf. Das ist bei der Börse gleich und wenn eine Seite mehr handeln möchte, dann boomt die Börse - oder dann gibt es einen Crash.
Dann können wir zumal hoffen, dass nicht alle auf die gleiche Software zurück greifen, nach den gleichen Kennzahlen arbeiten und den gleichen Anlagestrategien vorgehen. Sonst dürfte es um einige Aktientitel ein Gedränge geben. Zuerst nach oben - und dann nach unten. Im obigen Link sind 50 Prozent Eigenkapitalquote verlangt. Hier geht man auf Sicherheit. In unserer Branche sind 30 Prozent üblich und in der Praxis geht man oft darunter.
Gerade hier könnte ein Computer Vorteile haben - der denkt, wenn überhaupt, immer gleich. Aber zuvor hat der Mensch gedacht und manchmal auch an Fehler. Über Softwarefehler werden sie täglich neue Meldungen finden, wenn sie googeln. Irgendwie würde man jetzt mit einem Kunstgriff "alt gedrückt und drei Zahlen eingeben" das TM Trade Mark Zeichen finden.
Lassen sie aber mal seine Softwareidee schützen! Das geht nicht. Ein Programm können sie schützen, nicht aber vereinfacht gesagt wenn einer selbst ein Programm schreibt. Das dürfte heissen, dass in Zukunft noch viel mehr Banken und Fondsanbieter solche Programme schreiben werden, denn mit diesen kann man zum Vorteil selbiger Häuser auch gleich viele Analysten einsparen, Kosten senken, Gewinne erhöhen - die Welt sieht dann alles ähnlich ...
... aber man könnte Nebenwerte kaufen, denn davon gibt es zu wenige als dass sie grosse Asset-Pool anfassen ...
... aber dann muss man ein spezielles Wissen haben, denn hier reichen meist Analysezahlen nicht mehr aus ...
... der selbständige Vermögensverwalter wird durch computergesteuerte Fonds nicht abgeschafft - vermutlich tritt das Gegenteil ein ...
Nachtrag: Computer gesteuerte Fonds heissen auch «Quant-Fonds»
In die «Welt.de» gefunden:
«Computergesteuerte Fonds sind die neuen Hoffnungsträger der Investmentbranche. Während bei institutionellen Kunden die so genannten quantitativen Analysemodelle schon lange en vogue sind, erobert die Fondsklasse nun auch die private Anlegerschaft.
von Beatrix Fricke und Holger Zschäpitz ... weiter zum Artikel ...»
Für Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren unabhängigen Vermögensverwalter - der Bankberater wird (darf?) keine finden.
Gab es nicht einmal einen Crash und nach diesem wurden automatisch vom Computer generierte Stopp loss Aufträge verboten? Wir vergessen schnell und wenn alle das gleiche tun wollen, kommt es meistens nicht gut heraus. Handel lebt vom Kauf und Verkauf. Das ist bei der Börse gleich und wenn eine Seite mehr handeln möchte, dann boomt die Börse - oder dann gibt es einen Crash.
Dann können wir zumal hoffen, dass nicht alle auf die gleiche Software zurück greifen, nach den gleichen Kennzahlen arbeiten und den gleichen Anlagestrategien vorgehen. Sonst dürfte es um einige Aktientitel ein Gedränge geben. Zuerst nach oben - und dann nach unten. Im obigen Link sind 50 Prozent Eigenkapitalquote verlangt. Hier geht man auf Sicherheit. In unserer Branche sind 30 Prozent üblich und in der Praxis geht man oft darunter.
Gerade hier könnte ein Computer Vorteile haben - der denkt, wenn überhaupt, immer gleich. Aber zuvor hat der Mensch gedacht und manchmal auch an Fehler. Über Softwarefehler werden sie täglich neue Meldungen finden, wenn sie googeln. Irgendwie würde man jetzt mit einem Kunstgriff "alt gedrückt und drei Zahlen eingeben" das TM Trade Mark Zeichen finden.
Lassen sie aber mal seine Softwareidee schützen! Das geht nicht. Ein Programm können sie schützen, nicht aber vereinfacht gesagt wenn einer selbst ein Programm schreibt. Das dürfte heissen, dass in Zukunft noch viel mehr Banken und Fondsanbieter solche Programme schreiben werden, denn mit diesen kann man zum Vorteil selbiger Häuser auch gleich viele Analysten einsparen, Kosten senken, Gewinne erhöhen - die Welt sieht dann alles ähnlich ...
... aber man könnte Nebenwerte kaufen, denn davon gibt es zu wenige als dass sie grosse Asset-Pool anfassen ...
... aber dann muss man ein spezielles Wissen haben, denn hier reichen meist Analysezahlen nicht mehr aus ...
... der selbständige Vermögensverwalter wird durch computergesteuerte Fonds nicht abgeschafft - vermutlich tritt das Gegenteil ein ...
Nachtrag: Computer gesteuerte Fonds heissen auch «Quant-Fonds»




Kommentare
Bei letzterem denke ich, können automatische Systeme für eine limitierte Allokation durchaus sinnvoll sein. Doch auch hier ist Fachwissen gefragt, um das richtige "low-volatility" Vehikel zu selektionieren...
Der Trend, den die Welt beschreibt geht aber weiter - die suchen Titel aus, die gekauft werden sollen. Und das ist - Mathe in Ehren - nicht ganz so einfach. Da bin ich sicherlich nicht der Einzige, der sich darüber schon oft den Kopf wund studiert hat ...
So richtig gefährlich wird es mit diesen automatischen Dingern v.a. wenn sie hohe Leverages eingehen. Das war 1987 so, mit den Lombardkrediten, das war mit LTCM wieder der Fall und jetzt scheinen die Hebel auch wieder zu steigen.
Nun zu der Computertechnik. Die stand im 87 noch auf recht wackligen Beinen. Der IMP PC war gerade mal rund 6 Jahre alt und bei den Grosssystem wurde so langsam Cobol abgelöst. Im CAD-Sektor hatte es Prime eben geschafft, einen virtuellen Kletterer rund um eine Brücke laufen zu lassen (Geländer hoch, Geländer runter, unten kopfüber die Brück gequert und bis zum Anfangspunkt) - Dauer der Berechnungen 1 Arbeitstag. Und meiner Erinnerung nach hatten die Banken vor allem im administrativen Bereich zu kämpfen - überhaupt mal feststellen zu können, wer jetzt verkauft hatte. Dieses Problem gab es zum Teil zwei jahre später auch noch - tagfertig war damals noch nicht immer möglich.
Bei Wikipedia habe ich etwas Ähnliches gefunden: http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzer_Montag .
Macht Spass, in alten Erinnerungen zu kramen - aber ich muss jetz noch was arbeiten. Bis zur nächsten Diskussion