17. November 2006
Prosecco in der Dose ... einfach irre!
So zumindest der Werbespruch beim Rich Prosecco mit Paris Hilton.
Bei dieser Werbekampagne kann man einiges lernen. Da ist vermutlich an alles gedacht worden. Am meisten Spass düfte wohl das Promotionfahrzeug machen. Hummer und noch einmal Hummer und dabei habe ich den am liebsten wo ein Champagner dazu gut schmeckt oder ein trockener Weisswein.
Ein Wein aus einer Dose. Aus einer Alu-Dose. Nehmen wir das Resultat vorne weg. Die Werbung gefällt mir besser als der Vino Frizzante aus der Dose. 10,5% Alkohol reicht nicht für einen Spumante. Und wer weiss schon, dass Prosecco eine Traubensorte ist. Übrigens, die Information über den italienischen Wein aus dem Vertriebsland Österreich ist super - da dürfen andere Länder noch einiges dazu lernen. Diese Länder haben Spitzenweine - wenn auch nicht ganz alle - aber die alten Zeiten sind vorbei, als man nach dem Unterschied fragte. Wer sich an die grossen Weinskandale erinnert, weiss, dass Österreicher frostsicher und Italiener todsicher waren. Entschuldigen sie meinen heutigen Sarkasmus, aber liegt sehr wahrscheinlich an der Wirkung der Degustation.
Vermutlich hat mir mein Weinhändler eine Fälschung verkauft, denn meine Degustationsnotizen stimmen nicht ganz mit der Werbung überein.
Ohr (Schmunzeln erlaubt): das «pfff» ist fast nicht hörbar - ich degustiere ihn eh nicht eiskalt, also müsste man etwas hören ...
Auge: normalerweise schaut man gegen das Licht, der leichten Färbung wegen musste ich Schatten aufsuchen - man erlebt alles irgendwann zum ersten mal. Schweizer Weisswein hat leider oft mehr Blässchen. Früher war das noch ein Qualitätsbeweis, wenn der Waadtländer im Glas einen Stern bildete. Über Gläser könnte ich auch einmal etwas schreiben, da gibt es einige börsenkotierte Unternehmen und einige haben Erfahrungen mit Venture Capital machen müssen.
Nase: Der erste Eindruck soll massgebend sein. Da ist keiner. Beim zweiten stellt man doch eine feine Nase nach leicht säulichem Weisswein fest - ich hätte vermutlich Chasselat geraten. Zum «Auge» müsste ich noch etwas nachtragen. Paris Hilton ist auf der pfandfreien Büchse nirgends ersichtlich. Vielleicht kann man sich nicht so richtig mit diesem Getränk identifizieren, denn bei einer visuellen Bewertung erhält Frau Hilton garantiert mehr Punkte.
Gaumen: Da gibt es erst einmal ein echtes Problem. Der mitgelieferte dicke Trinkhalm von rund 20 cm ist weder genussmässig noch ethisch eine Meisterleistung. Ich degustiere, konservativ wie ich bin,im INAO-Glas - hier reicht dieses vollkommen aus. Der Wein schmeckt nach Alu. Wenn sie auf Feinheiten achten, dann kaufen sie auch nicht jedes Glas der von Ernesto Pauli empfohlenen Glasbläsereien - da kann es andere Geschmack beeinflussende Metalle drin haben. Blei! Beide sind äusserst ungesund. Der Wein ist trocken. Zumindest nach den vorgeschriebenen Regeln. Für mich ist er leicht süss und deshalb mit Halm getrunken sehr gefährlich. Um beim Blei zu bleiben, den können sie echt «löten» wie es im hochdeutschen Schluckspechte zu tun pflegen.
Abgang: hoffentlich ist das für sie nicht Fach-Chinesisch, aber im Gegensatz zum getrunken haben in diesem Land Weine einen. Was bleibt, ist eine lang anhaltende Säure im Gaumen. Nebst der goldenen Büchse der erste schöne Eindruck.
Das Aussergewöhnliche interessiert mich immer, auch wenn das Urteil vernichtend ausfällt. Aber im Gegensatz zu drei Party erfahrenen, modernen Drinks nicht abgeneigten Youngsters die eine zweite Büchse degustieren, darf ich meinen Kommentar noch veröffentlichen.
Es hat Spass gemacht. Degustieren sie auch mal eine Dose. Der Preis auf eine 75cl Flasche hochgerechnet beträgt «bescheidene» CHF 18.375. Da wirkt ein Beaujolais Nouveau von Georges Duboeuf mit seinem fast herrlich schönen Kaliumpermanganat-Rot-Violett richtig bullish. Mein Sohn meint: «Ist der Prosecco von Nestlé?» Nein. Und hier mein Aktientipp. Wenn sie ein Produkt kennen, dass sich, egal wie es schmeckt, in Massen verkaufen lässt, so müsste man die Aktie kaufen.

.. ulkige Gewächse ...

... die Analyse ist nicht immer einfach. Und da kommt mir wieder der Melonengeschmack in den Sinn. Diese sind auch Kürbisgewächse, genau gleich wie die Gurken. Diese mir unbekannte Pflanze ist auf meinem Kompost errungen. Was könnte das sein? Vermutlich handelt es sich hier nicht um eine Igelgurke. Diese ist übrigens giftig. Giftige Stoffe kann es auch im Wein haben und deshalb sind Deklarationen von Zusatzstoffen eine Hilfe zumindest für Leute, die schnell Kopfweh kriegen. Die ab 2007 in der Schweiz erlaubten Eichenspäne sind dagegen noch harmlos - aber mit einem Sieb können sie diesen Geschmack nicht herausfiltern. Na dann Prost auf die weinseelige Zukunft! Einfach irre ... passen sie auf, wenn sie auf der Pirsch sind.
Bei dieser Werbekampagne kann man einiges lernen. Da ist vermutlich an alles gedacht worden. Am meisten Spass düfte wohl das Promotionfahrzeug machen. Hummer und noch einmal Hummer und dabei habe ich den am liebsten wo ein Champagner dazu gut schmeckt oder ein trockener Weisswein.
Ein Wein aus einer Dose. Aus einer Alu-Dose. Nehmen wir das Resultat vorne weg. Die Werbung gefällt mir besser als der Vino Frizzante aus der Dose. 10,5% Alkohol reicht nicht für einen Spumante. Und wer weiss schon, dass Prosecco eine Traubensorte ist. Übrigens, die Information über den italienischen Wein aus dem Vertriebsland Österreich ist super - da dürfen andere Länder noch einiges dazu lernen. Diese Länder haben Spitzenweine - wenn auch nicht ganz alle - aber die alten Zeiten sind vorbei, als man nach dem Unterschied fragte. Wer sich an die grossen Weinskandale erinnert, weiss, dass Österreicher frostsicher und Italiener todsicher waren. Entschuldigen sie meinen heutigen Sarkasmus, aber liegt sehr wahrscheinlich an der Wirkung der Degustation.
Vermutlich hat mir mein Weinhändler eine Fälschung verkauft, denn meine Degustationsnotizen stimmen nicht ganz mit der Werbung überein.
Ohr (Schmunzeln erlaubt): das «pfff» ist fast nicht hörbar - ich degustiere ihn eh nicht eiskalt, also müsste man etwas hören ...
Auge: normalerweise schaut man gegen das Licht, der leichten Färbung wegen musste ich Schatten aufsuchen - man erlebt alles irgendwann zum ersten mal. Schweizer Weisswein hat leider oft mehr Blässchen. Früher war das noch ein Qualitätsbeweis, wenn der Waadtländer im Glas einen Stern bildete. Über Gläser könnte ich auch einmal etwas schreiben, da gibt es einige börsenkotierte Unternehmen und einige haben Erfahrungen mit Venture Capital machen müssen.
Nase: Der erste Eindruck soll massgebend sein. Da ist keiner. Beim zweiten stellt man doch eine feine Nase nach leicht säulichem Weisswein fest - ich hätte vermutlich Chasselat geraten. Zum «Auge» müsste ich noch etwas nachtragen. Paris Hilton ist auf der pfandfreien Büchse nirgends ersichtlich. Vielleicht kann man sich nicht so richtig mit diesem Getränk identifizieren, denn bei einer visuellen Bewertung erhält Frau Hilton garantiert mehr Punkte.
Gaumen: Da gibt es erst einmal ein echtes Problem. Der mitgelieferte dicke Trinkhalm von rund 20 cm ist weder genussmässig noch ethisch eine Meisterleistung. Ich degustiere, konservativ wie ich bin,im INAO-Glas - hier reicht dieses vollkommen aus. Der Wein schmeckt nach Alu. Wenn sie auf Feinheiten achten, dann kaufen sie auch nicht jedes Glas der von Ernesto Pauli empfohlenen Glasbläsereien - da kann es andere Geschmack beeinflussende Metalle drin haben. Blei! Beide sind äusserst ungesund. Der Wein ist trocken. Zumindest nach den vorgeschriebenen Regeln. Für mich ist er leicht süss und deshalb mit Halm getrunken sehr gefährlich. Um beim Blei zu bleiben, den können sie echt «löten» wie es im hochdeutschen Schluckspechte zu tun pflegen.
Abgang: hoffentlich ist das für sie nicht Fach-Chinesisch, aber im Gegensatz zum getrunken haben in diesem Land Weine einen. Was bleibt, ist eine lang anhaltende Säure im Gaumen. Nebst der goldenen Büchse der erste schöne Eindruck.
Das Aussergewöhnliche interessiert mich immer, auch wenn das Urteil vernichtend ausfällt. Aber im Gegensatz zu drei Party erfahrenen, modernen Drinks nicht abgeneigten Youngsters die eine zweite Büchse degustieren, darf ich meinen Kommentar noch veröffentlichen.
Es hat Spass gemacht. Degustieren sie auch mal eine Dose. Der Preis auf eine 75cl Flasche hochgerechnet beträgt «bescheidene» CHF 18.375. Da wirkt ein Beaujolais Nouveau von Georges Duboeuf mit seinem fast herrlich schönen Kaliumpermanganat-Rot-Violett richtig bullish. Mein Sohn meint: «Ist der Prosecco von Nestlé?» Nein. Und hier mein Aktientipp. Wenn sie ein Produkt kennen, dass sich, egal wie es schmeckt, in Massen verkaufen lässt, so müsste man die Aktie kaufen.

.. ulkige Gewächse ...

... die Analyse ist nicht immer einfach. Und da kommt mir wieder der Melonengeschmack in den Sinn. Diese sind auch Kürbisgewächse, genau gleich wie die Gurken. Diese mir unbekannte Pflanze ist auf meinem Kompost errungen. Was könnte das sein? Vermutlich handelt es sich hier nicht um eine Igelgurke. Diese ist übrigens giftig. Giftige Stoffe kann es auch im Wein haben und deshalb sind Deklarationen von Zusatzstoffen eine Hilfe zumindest für Leute, die schnell Kopfweh kriegen. Die ab 2007 in der Schweiz erlaubten Eichenspäne sind dagegen noch harmlos - aber mit einem Sieb können sie diesen Geschmack nicht herausfiltern. Na dann Prost auf die weinseelige Zukunft! Einfach irre ... passen sie auf, wenn sie auf der Pirsch sind.




Kommentare
Wer an diesem Venture Capital interessiert ist, kann sich auch bei mir melden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Atropin