Die Zeiten ändern - trotzdem Stillstand und Schwindel (2)

... ganz so neu ist die Idee mit der Ethik doch nicht ...


... aber es dürfte noch im Schneckentempo vor sich gehen. Tönt aber schon gut. Genau wie Polo Hofer zwei Tage zuvor in Oberhofen, wenn er vom Meitli am Schnäggerain singt und der Berg und Talsänger Tinu Heiniger zum 875-igsten Geburtstag über den Eiger. Es ist kein Schwindel,für den Preis einer Flasche Wein an ein Bomben-Konzert. Und Polo Oberhofer speist zuvor am Tisch hinter uns und neben uns die Fassbauer aus Berneck. Die Zeit steht still. Martin Luther kommt mir in Erinnerung: „Wer nicht liebt Wein, Weib, Gesang, der bleibt ein Narr sein Leben lang“. Patente Sache. Ja, da war Büne Huber mit Patent Ochsner vor einigen Tagen in Basel. Die drei Hendiadyoine sind ganz anders gelagert - hopfiger, kratziger und lauter. Ändu reisst einige in den Bann. Auf der einen Seite steht die Zeit still, auf der andern rennt sie davn. Mit der Ethik, vor allem der Scheinethik wird es wohl gleich sein.

Da darf doch Zürich nicht fehlen. Einer hat Solarlampenfieber. Echt? Bundesrat Moritz Leuenberger kann dies aber gekonnt überspielen. Oder sieht er etwa mein Schild (auch das wandelt sich im Laufe der Zeit) und erinnert sich an das Adventskalender oder gar an die Energiesparlampe von Osram. Ein Jahr ist es her, Osram Schweiz hat die Lampe noch immer nicht getestet. Stillstand! Oder gar Schwindel? Eine Frage an der Ethikveranstaltung bezog sich auf Korruption, Bestechung, Schmiergelder. Nicht dass ich so etwas machen würde, aber Osram ist eine Tochter von Siemens ... und da darf man doch einige Gedanken aufkommen lassen.


Blogger und Bodyguard

... Blogger unter sich ... nur einer bloggt nicht, der würde abblocken, der freundlich lächelnde Bodyguard ...

Moritz Leuenberger

... und sein Chef, Bundesrat Moritz Leuenberger. Dieses Foto ist nicht schlecht, aber noch mehr freut sich der "bloggende Fotograf", dass er es auf die Hälfte der Leser des bekanntesten Bloggers der Schweiz bringt.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
2 Staatsmänner - 2 Länder - 2 Energietaktiken - 2 teure Leuchten ... - kaum zu glauben - über 1 Jahr ist vergangen (und die Energiesparlampe sollte gemäss Garantieversprechen immer noch leuchten, auch wenn sie dauernd angestellt gewesen wäre - ergäbe knappe 9000 Stunden)

Vor zwei Jahren erschienen:
Politisches Desinteresse oder Alles klar?

Vor drei Jahren erschienen:
Bilaterale - Kurzanweisung und neutrale Info


Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER - unabhängig, langfristig

Die Schockoladen und die Schattenseiten unseres Planeten

Punkt schreibt diesmal über eine Kugel - den Planeten Erde.

Heuer ist das Internationale Jahr des Planeten - entschuldigen sie bitte, aber mit dieser Veranstaltung habe ich Mühe. Es sollte immer so sein. Vermutlich wäre es sogar sinnvoller, einmal «2000 Jahre Sonntag» zu feiern. Schauen sie nur einmal das erste Ziel an: Reduzierung der Risiken für die Gesellschaft durch natürliche und menschlich verursachte Katastrophen! Der Satz dürfte von einem PR-Menschen stammen. Die Chinesen und Burmesen finden dieses Ziel vermutlich als etwas zu spät angepackt. China sprach von 10'000 Toten bei einem Erdbeben, das 500'000 Häuser zerstört haben soll. Nun sind es schon 40'000. Eine ungefähre richtige Zahl werden wir nie erfahren - die Informationspolitik der Chinesen hat eine eigene PR-Ausrichtung.

Es war vor 25 Jahren so als die ersten Hinrichtungen von den Chinesen verschwiegen wurden. Damals wurden wir als Touristen in Datong aufgehalten als wir einer grossen Menschenmasse folgten. Wir hatten keine Ahnung wohin diese Chinesen gingen. Da es aber genügend Studenten gab die Englisch konnten, haben wir von diesen Hinrichtungen erfahren. Sie wurden hingerichtet wegen kleineren Diebstählen. Man wollte ein Exempel setzen. Ich habe damals mit einigen Journalisten in der Schweiz diskutiert. Keiner wollte die Meldung bringen. Und heute nimmt man Warnungen die im Internet standen und auf das Erdbeben aufmerksam machten vom Netz. In Burma lässt man nicht einmal Hilfstruppen aus dem Ausland zu - aber wir feiern das Jahr des Planeten.

Hoffen wir, dass der doch noch einige Jahrzehnte für uns erträglich weiter durchs Weltall fliegt. Und heute ist jeder noch so kleine Finanzberater ein Spezialist für Umweltfragen. Überall werden Umwelt-, Bio-, Öko- und ethische Anlagen nur so empfohlen. Im Prinzip ist dies gut, die Leute denken vielleicht wirklich mal über unseren Planeten nach. Aber aufgepasst, das könnte zum Hype führen, zum Ökobubble wie damals die Titel der Nasdac und dem neuen Markt. Angeblich stecken wir in der Finanzkrise und wenn ich Kundendepots anschaue, so sind die zur Zeit bei entsprechend ökologisch verdrahteten Kunden schon wieder höher, als Ende letzten Jahres. Beim SMI fehlen in etwa noch 10 Prozent.

Nicht das ich gegen Umwelt bin. Im Gegenteil. Bei der Credit Suisse wollte ich eine Diplomarbeit über die Einführung von ökologischen Fonds schreiben. Sie kam nicht zustande, weil eine Einzelarbeit nicht möglich war und sich keiner an einer solchen Arbeit beteiligen wollte. Ein Dozent hat mir damals gesagt, dass er jetzt die Welt nicht mehr begreiffe. Mit Umweltaktien habe ich für meine Kunden viel Geld verdient - und werde es weiterhin machen. Nur wenn man in der Masse ist, muss man immer schauen, dass man einen Türplatz hat um rechtzeitig und sicher abspringen zu können.

Und bedenken sie immer eines - Umweltvorhaben gelingen meist nur, wenn der Staat, die Politik mitmischt. Freiwillig funktioniert es nur, wenn ein Unternehmen Geld einsparen kann.

Lesen sie mehr über unseren Planten im Punktmagazin. Es macht Spass. Einiges haben sie vermutlich noch nicht gewusst.

Wenn die Zeit reicht, werde ich auf den Montag noch etwas zu den angetönten Erhöhungen des globalen Wohlhabens schreiben. Und wer mich privat gut genug kennt, weiss, dass ich heute selbst einmal am Planeten drehen werde - Richtung Sonnseite.

Martisches 6-Eck

... Marti + Partner - der Zeit immer etwas voraus - zum Wohl des Kunden - und nicht erst seit 99 ...


Vor einem Jahr erschienen: Rauchen, die Bibel und die kommende Prohibition

Vor zwei Jahren erschienen: Hochbegabte

Vor drei Jahren erschienen: Armut in der Schweiz


Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER - eigenständig, unabhängig, langfristig

«Ökologie ist neue Religion»

Trends erkennen ist für die langfristige Vermögensanlage sehr zweckdienlich. Ökologie und alternative Energien resp. Energie-Effizienz hängen stark zusammen. Bewusst habe ich im Dezember dieses Thema forciert - einige hat es überstrapaziert. Und doch ist es schön, dass der nachstehende Artikel eben von so einem Strapazierten gemailt wurde. Dass Ökologie zu einer Religion wird, wage ich stark zu bezweifeln - aber zum Glauben dürfte es für einige doch werden ...

«Second-Life, Kochshows und iPhones – darum kam im Jahr 2007 kaum einer herum. Doch es ging nicht nur um Spaß und Konsum: Die Ökowelle hat mit Macht Deutschland erreicht. Glaubt man Trendforscher Matthias Horx, wird kommendes Jahr daraus sogar eine Weltrettungs-Religion ... weiter bei Welt.de ...»


... aber Bio, Öko soll nicht zum Aberglauben werden. Bisher musste ich die Leute immer darauf aufmerksam machen, dass man nicht nur das magische Dreieck beachten muss - auch ökologische und ethische Gedanken sind in den Anlageentscheid mit ein zu beziehen. Aber bitte, wenn sie nun voll auf Ökologie abfahren wollen, behalten sie bitte Rendite, Risiko und Liquidität auch im Auge. Alles muss berücksichtigt werden ...

Martisches 6-Eck

... schauen sie sich bei Welt.de auch die Bilder an - zumindest das erste müsste ihnen auffallen. Wenn sie Fragen haben - Allgemeines beantworten wir im Kommentar - Persönliches am besten Kontaktaufnahme via E-Mail

Der hybride Kunde - Teil 1 - ethische Discountwolke

Rauchen tötet - Rauchen kann tödlich sein - rauchen lässt ihre Haut altern. Das tut sie übrigens auch sonst. Auf allen Raucherzeugnissen muss eine Warnung sein. Wirklich auf allen? Und gibt es bei Raucherwaren nicht einige für den Kunden frappante Unterschiede? Vier an der Suisse Tabac - dem Genuss erlegen, einige Fragen zum Marketing einer «verhassten» Branche» und dass wir Konsumenten mal hüst und mal hott sind - hybrid so zusagen ...

Ethik kann man weder messen noch befehlen - Ethik ist eine Einstellungssache. Jeder hat ein ethisches Gefühl, aber leider manchmal ein extrem lausiges. Zwei Beispiele gefällig? George Bush stellt anhand des neuen Videos der Al Qaida fest, «in was für einer gefährlichen Welt wir leben». Vermutlich hat er meinen Beitrag vor zwei Jahren gelesen: Bush - weder Busch noch Baum. Gefährlich ja, aber vermutlich denkt er nicht ans rauchen. Meine differenzierten Einstellungen zum Rauchen habt ihr vielleicht schon vor gut zwei Jahren gelesen - geändert hat sich nichts und das Autofahren ist immer noch gefährlich. Noch während des schreiben des Beitrages ruft der Personalblogger an - unverschuldeter Totalschaden auf der österreichischen Autobahn. Baustelle, Lastwagen - zum Glück keine Verletzten.

Osama Bin Laden neuestes Video scheint es auch in mindestens zwei unterschiedlichen Varianten zu geben. 8760 Videos können sie anschauen - und man weiss nicht, wo sein Laden ist. Man denkt wieder einmal an 9/11 zurück. Auch ohne Rauchen wäre die Welt schon gefährlich genug. Dies ist keine Warnung, dies ist eine ganz einseitige Feststellung.

Die Welt kann nämlich ganz schön sein - inkl. Rauchen. Und abschreckende Werbung muss nicht sein. Auf einer Einzelverpackung für eine Cigarre steht keine. Im Gegenteil: «Einzigartig, for the fine art of smoking (2x) oder Limited edition, hand made, Reserva, gar XO». Aber ob man sich auf Werbung immer verlassen kann - XO eXtra Old ist Auslegungssache und Geschmacksache ...

Bosner Cigars

... die Zigarren-Messe scheint zu gefallen. Wie an andern Ausstellungen, die meisten Damen sind hübsch. An einem Ort der Kommentar - «Fragen sie meinen Chef» oder «Keine Ahnung, ich arbeite sonst nicht für dieses Unternehmen». Frau Loskutnikov (Bild) von Bossner gibt über alles Auskunft, nur was den Generalimporteur anbelangt, ist seine Sache, er kenne die länderspezifischen Gegebenheiten. Sie weiss Bescheid, erzählt auch über Schokolade, Cognac. Lesen sie die Geschichte ihres Vaters (Bossner anklicken). Lesen sie am Schluss über Sponsoring - das Wichtigste: Krankenhäuser, Altersheime, Internate, Schulen. Etisch gesehen hat Rauchen oft zwei Seiten ...

... wechseln wir zu einem andern Stand - dort rühmt man sich auch um eine russische Geschichte - Davidoff himself hat mir damals eine Cigarre geschenkt - Bossner auch. Die bleiben in Erinnerung - das ist Werbung. Die «Puro Robusto - Capa Dominicana» gibt es nicht - eine andere übrigens auch nicht. Die Robusto ist so robust, dass sie noch gar keiner geraucht hat - die gebe es erst in zwei Monaten. Dafür könnten wir Cigaretten kaufen ...

Zigaretten

... etwas unscharf. Es ist vielleicht auch besser, die Marge betrage 68 Prozent. Nicht schlecht. Rechnen sie mal nach ... fast 75 Prozent - für den Käufer eine echte Discountwolke. Falls die an einem Ort ohne und am andern mit MwSt rechnen, sind es noch 72,5% - aber die Mehrwertsteuer erstaunt mich auf dieser Ausstellung schon lange nicht mehr. Alles hat zwei Seiten, die der Kunde laufend verdauen muss, ja zum Teil sogar selbst wählt - der hybride Kunde eben ...

Aficionado

... und es gibt ihn noch, den anderen, Faden graden (jetzt wird er lachen), der Aficionado, wie er leibt und lebt, hier von seinem Solothurner Nebel leicht umwoben. An was denkt er wohl? An Bossner oder an den, der ihm Maria angedreht hat ...

... demnächst mehr - und wer nicht warten möchte schaut beim anderen «Aficionado der Zweite» oder «Aficionado der Jüngere» vorbei - bei Premium von The Cigar Blog ...

Krass Grass

... und überlegt sich, wieso auf dieser Büchse kein Warnkleber sein muss, echt grass ...

Ethik - haben sie die Note 2 oder 5,5 verdient?

Ethik ist nicht messbar! Liquidität ist dagegen viel einfacher - ich will z.B. immer CHF 100'000 flüssig haben. Ethik ist eine persönliche sehr differenzierte Ansichtsart.

Und da haben wir schon das erste ethische Problem. Ist es ethisch CHF 100'000 flüssig auf dem Konto zu haben. Ist das für die allermeisten Menschen auf dieser Welt nicht eine unheimlich grosse Summe, die sie niemals haben werden? Und für andere, die wenigstens, ist dies ein Pappenstiel. Sind wir doch schon froh, wenn wir viele «pappus» ums Haus haben - die Chröttäpöschä, oder Chrottepösche (ä und e beliebig ersetzbar) mini Söiblume oder die Häliblume meiner Frau - der Löwenzahn.

... richtig ... vieles ist schwer zu interpretieren und besonders die Ethik deutet jeder anders und ich kann mit vielen unterschiedlichen Anschauungen leben - aber sie müssen (sollten) eine Linie haben. Deshalb habe ich ja den Punkt Ethik auch im martischen 6-Eck. Gestern gab es von Dailytalk – hier schreibt übrigens auch Karl Marx persönlich – einen guten Kommentar, den ich in etwas abgeänderter Form wiedergebe. Und meine persönliche Ethik geht auch weit aus einander. Gestern war Kirchenarbeit angesagt und am Abend gab es von Aficionado eine Cohiba Edicion Limitada 2004 und vom Personalblogger ein Hasli Bier.

Das martische 6-Eck funktioniert aber äusserst selten, wenn man fragen würde: «Wie sieht bei ihnen der Anspruch an die Ethik aus?» Einfacher ist es, ganz verschiedene Fragen zu stellen und dann die Antworten zu interpretieren. Ich muss meinen eigenen Massstab haben, damit ich die Leute auch einteilen kann.

Es ist nicht möglich, die Kunden oder zukünftigen Kunden entscheiden zu lassen. «Welche Zahl, welche Note geben sie sich in der Ethik bei einer Skala von 1 bis 6?»

Ich vergebe keine Noten und entscheide nicht wer die bessere Ethik hat. Ich will wissen, was diese Menschen unter Ethik verstehen, was akzeptabel ist und wo ich nie für sie Geld investieren soll.

Aus diesem Grunde sind meine bisherigen Bewertungsschemas im Sand verlaufen. Liquidität ist, wie wir oben gesehen haben, relativ einfach zu bemessen. Das Risiko und die Rendite macht es schon um einiges komplizierter. Es ist heute möglich, dies mit einer Prozentzahl auszudrücken. Es wird mir aber nie möglich sein, meinen Kunden eine Rendite zu garantieren – da spielt eben auch das Risiko stark hinein. Von der Wahrscheinlichkeitsrechnung her könnte es sein, dass ich in Zukunft wieder meistens den Index schlagen werde – es gibt keine Garantie darauf. Aber hoffen tue ich dies insgeheim schon, denn es ist ja meine Verdienstquelle.

Es ist vielleicht eine Frage der Zeit, bis sich in der Betriebswirtschaft eine Systematik herausfinden lässt, die den jeweiligen persönlichen Standpunkt der Ökologie in einer Zahl ausdrücken lässt. Die Ethik ist wesentlich vielschichtiger und mit mathematischen Systemen noch weniger skalierbar als die Ökologie. Wenn jemand gegenteiliger Meinung ist, ich bin an solchen System mehr als nur interessiert.

Bitte entschuldigt, wenn die Kommentare zur Zeit zuerst freigestellt werden müssen. Sex ist, wie der Kommentar, der diesen Beitrag ausgelöst hat, schön – zumindest für viele – aber 2000 Trackbacks über Porno ist ethisch hier fehl am Platz und deshalb werden Trackbacks in Zukunft nicht mehr zugelassen.

Martisches 6-Eck

Adventskalender - 15. Tag - Saudi-Arabien - السعودية

Saudi-Arabien - schon die Schrift zeigt, dass wir hier von einer andern Kultur sprechen.

Ferdinand Magellan: Auf der einen Seite ein hoch modernes Land und auf der andern Seite mit einer Denkweise wie wir sie zu Zeiten meiner ersten Weltumrundung kannten. Wir wollen dies nicht als «Gut oder Böse» werten. Es ist einfach anders. Man muss einander respektieren und darf einander schätzen. Es gibt Ausnahmen, aber die gibt es überall und bei jedem Glauben.

Stephan Marti-Landolt: Zwei kleine Erlebnisse. Ich entschuldige mich für das schlechte Wetter, für die sintflutartigen Regenfälle. «Das finde ich toll, so etwas kennen wir nicht. Wir haben immer nur schönes Wetter! Ein einmaliges Erlebnis, von dem ich noch oft erzählen werde.» Schnee hat ihm nicht imponiert - das kann man künstlich in Hallen machen. Und der Andere: «Auf diese Bank komme ich nicht, ich brauche einen Palast, einen repräsentativen Sitz!»

Ferdinand: Aber ihre Denkweise hat dir bei der Entwicklung des Martischen 6-Ecks geholfen. Du hast schon vor Jahren Ökologie und Ethik als zwei Paar Stiefel angeschaut ...

sml: ... das kommt in Saudi-Arabien nicht von ungefähr. Die Ökologie hat einen ganz anderen Stellenwert, als bei uns. Erdöl hat das Vermögen des Landes gebracht. Saudi-Arabien ist weltweit Nr. 1 im Ölgeschäft. Deshalb kommt niemanden in den Sinn, solche Aktien zu meiden. Und auf der andern Seite lebt man mit dem Wassermangel - grüne Wiesen gehören nicht zum Alltag, denn das Wasser gewinnt man mit Meerwasser-Entsalzungsanlagen.

Ferdinand: Aber grüne Rasen hat man für das Fussballspiel. Für diese Sportart herrscht eine grosse Begeisterung in Saudi-Arabien. Vielleicht kommt dies davon, dass Fussball erlaubt ist und es auf der andern Seite keine Kinos und Discotheken gibt. Kommt noch dazu, dass sich Frauen in Saudi-Arabien anders verhalten müssen als bei uns. Einem Fussballspiel im Stadion dürfen sie nicht beiwohnen.

sml: Ganz so tabu ist dies heute auch nicht mehr. Im Vorfeld zur Fussball-WM erreichten die Schweden, dass ihre weiblichen Fan-Clubmitglieder, die nach Riad gereist waren, zum Spiel Zugang erhielten. Frauen und die Menschenrechte allgemein, werden anders ausgelegt, als bei uns. Die Todesstrafe wird öffentlich vollzogen und kann von der geschädigten Partei aufgehoben werden. Dieses ethische Empfinden muss man bei Kunden zuerst herausfinden, denn Ethik bedeutet für Jedermann etwas ganz anderes.

Ferdinand: Dies ist der grosse Vorteil wenn man nach deinem Martischen 6-Eck vorgeht. Man kommt auf die persönlichen Ansprüche der Ethik zu sprechen. Es ist kein Problem, Titel zu meiden, die mit Alkohol, Schweinefleisch, Glücksspiel oder Tabak zu tun haben. Dies entspricht der Denkweise des Islamic Banking.

sml: Wichtig ist noch das Zinsverbot, auf welches man beim Punkt «Rendite» zu sprechen kommt. Nicht jeder legt dies genau gleich aus. Mit Direktanlagen ist es meist einfacher solche Einschränkungen zu beachten, als wenn Fonds gekauft werden. Aber es gibt einige wenige Fonds, die speziell auf diese Kundschaft ausgerichtet ist.

Ferdinand: Wenn sie Interesse an einer Vermögensverwaltung haben, hier ist die entsprechende Anlaufstelle. Auf zwei Artikel möchten wir sie noch aufmerksam machen, die im Zusammenhang mit in Saudi-Arabien geförderten Rohstoffen stehen:


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Swiss Bird Index

Den Swiss Bird Index brauchen sie nicht stündlich an zu schauen. Der Umweltschutz wirft aber börsenmässig doch einige Fragen auf.

Ökologie ist für mich eine wichtige Frage beim Kauf von Aktien. Die Ansichten über den Umweltschutz können sehr verschieden sein und deshalb muss ich einigermassen wissen, welche Einstellung mein Kunde zu diesem Thema hat.

Ich wiederhole mich zum x-ten mal:

«Ökologie hat am meisten Erfolg, wenn es über das Portemonnaie (Geldbörse) geht. Entweder kann man damit zum Beispiel an der Börse Geld verdienen, mit verkauften Produkten oder aber man kann als Unternehmen Geld einsparen.»

«50 000 Arten und wir» unterscheidet die neueste Ausgabe von Umwelt des BAFU - und «wir» unterscheiden uns oft auch noch selbst und es gibt selbst Menschen, die annehmen, dass es unter seinesgleichen auch Vögel hat.

Nicht nur die Vögel müssen aufpassen, dass im Vogelfutter keine Ambrosia-Samen sein dürfen (Seite 17). Dieses aufrechte Traubenkraut ist importiert, invasiv, neophyt, neozoen und erosiv. Zudem allergen und das interessiert mich als Allergiker. Nur eben, wer liesst eigentlich Umwelt? Der Sprache und der Bilder nach vermutlich mehrheitlich Naturwissenschaftler. Otto Normalverbraucher will wissen, wie die Pflanze aussieht. Man versucht, verschiedene Leser an zu sprechen. Diejenigen, die nur die Bildtitel lesen und die Fachleute. Wer sich die Mühe nimmt, kann im Internet die verwiesenen Bilder suchen und hoffen, dass er nächstes Jahr nicht die Tomaten ausreist.

Zugegeben, das ist etwas übertrieben, aber in diesem interessanten Heft sollten vermehrt Leute aus der Wirtschaft zu Wort kommen. Zugegeben, es steht auf Seite 44ff etwas über DePuy Ace GmbH in Le Locle, die Metallteile bakteriell reinigt. Nur eben, diese Firma gehört der amerikanischen Johnson+Johnson und ist im Geschäftsbericht 2005 nicht einmal vermerkt. Hier können einige wissenschaftliche Angestellte Lohn verdienen. Anders sieht es aus, wenn Weleda eine geschützte Pflanze in der Schweiz sammeln kann - 100 kg Lungenflechte pro Jahr - zum Schutz der Pflanze (Seite 38f). Nun ist wieder der Botaniker gefragt - ist dies isländisch Moos oder spielen da Lateinisch und Deutsch wieder einen Strich durch die Rechnung? Wenn es klappt braucht auf alle Fälle das Hustensirup-Kraut nicht mehr aus dem ungeschützten Frankreich importiert zu werden.

Umgekehrt ist viel schwieriger, aus der geschützten Schweiz etwas nach Frankreich zu exportieren. Aber da haben wir den amtlich verordneten Heimatschutz, der eigentlich gar keiner ist und dem man einmal auf dem politischen Weg etwas nach gehen müsste. Hier treibt der Bund ein schlechtes Spiel auf Kosten der Bürger. Ein Teil, der offizielle, ist auf Seite 47 nach zu lesen. «Der vorgezogene Entsorgungsbeitrag für Batterien beträgt CHF 3.20 pro Kilo.» Das ist ja nicht viel - aber in Frankreich ist man 4 mal billiger und dies erst noch bei einer Schweizer Firma - Citron. Leute des Kaders haben vor vielen Jahren einmal die Batrec zum laufen gebracht, nachdem dies dem Mitsubishicorp nicht gelungen war. Da freue ich mich wenigstens über die Durchsichtigkeit meines Objektives von Mutsubishi.com, was bei Mitsubishi und im Bundesbern, wo Citron kotiert ist, nicht immer der Fall zu sein scheint.

Zum einen sind die Behörden jetzt aber in Flims und da gibt es auch technische Probleme und metallene schräge Vögel (die eigentlich keine sind - keine Links gefunden - BZ S. 2). Und zum Andern hat es vielleicht auch den Coop und die Migros, die sich mit der Umwelt auseinander setzen ...

Flims

... hier in Flims-Waldhaus dürfte es noch Vogelgezwitscher geben, aber am Welttiertag vermutlich keine Wale, die ich in diesen Tagen dann zu jagen versuche - aber digital, falls mir die Batterien nicht zu teuer werden. Obiges Bild habe ich nicht selbst geschossen, aber auf dem Atlantik könnten meine noch stärker verwackelt werden ...

«Menschen sind nun halt mal so»

Das Irrationale, die Vorlieben, die als letzter Punkt im Martischen 6-Eck betrachtet werden, können ins Auge gehen.

Über Börsenpsychologie, ein Gebiet, das von Anleger- und Vermögensverwalter-Seite zu wenig beachtet wird, handelt der Artikel von Karsten Stumm im Manager-Magazin.de:
«Menschen sind nun mal so» - ein Interview mit Joachim Goldberg:

«Die Börse zieht manche Anleger geradezu magisch an, manche Fallen allerdings offenbar auch. Joachim Goldberg sagt im Gespräch mit manager-magazin.de, warum Anleger schnell zu selbstsicher werden und warum es immer Bubbles und Crashes geben wird ... weiter ... »

(Druckvariante erscheint am Bildschirm - ganzer Text, aber werbefrei. So kommen sie um die Möglichkeit herum, ihre eigene Gier gleich an Ort und Stelle aus zu testen)

Sie haben keine Vorlieben? Sind vorurteilsfrei? Handeln nie irrational? Analysen können auch aus der falschen Sichtweise getätigt werden - irrational. Menschen sind nun halt mal so.

martisches 6-Eck

11. Fenster - relative Briefmarken

Briefmarken sind für einige noch eine Vorliebe, die leider langsam am aussterben ist.

Stephan Marti-Landolt: Sonntag, alle rennen ihrem Hobby, ihrer Freizeitbeschäftigung nach und ich schreibe am Computer wieder einmal etwas über das zu suchende Ding.

Alfred Einstein: «Aber eine gewisse Hass-Vorliebe hast du schon für die Tastatur und geniesst dazwischen die Sauna. Hättest du nicht zur Predigt gehen müssen.»

sml: Das ist ein Nebenamt und eigentlich müssen die Pfarrleute so attraktive Predigten abhalten, dass in der Kirche die Plätze reserviert werden müssen. Dafür gehe ich heute Nachmittag zur Famille Romand.

1-Stein: Dann wird der eben draussen in der Kälte abgekühlte Kopf wieder heiss - Franz - lieber Du als ich. Dabei hättest du doch an die Briefmarkenbörse gehen können.»

sml: Heute habe ich keine Lust auf mein Hobby - es ist sowieso ein Run auf «deine Briefmarken». Einstein hier und Einstein da. Und wer nicht gerne Mathe büffelt, kann dies mit Briefmarken viel spannender und abwechslungsreicher machen.

1-Stein: Und dann gibt es welche, die gehen heute Skilaufen oder wie ihr sagt, Skifahren. Das war nichts für mich - viel zu gefährlich. Was ich liebte, könnt ihr im Test selbst raussuchen.»

sml: Das war dein Geschenk zum 50. Geburtstag. Heute schenken wir einen Tag snowboarden.

1-Stein: «Ja bravo, samt Eisenbahnfahrt. Ab heute fahren doch einige weniger mit der SBB - weil sie nicht mehr rauchen dürfen. Die Annahme, dass die jetzt schneller fahren können ist nicht relativ - die ist negativ. Höllische Verspätungen von annähernd einer halben Stunde schon kurz nach 6 Uhr morgens - hochgerechnet dürfte das bis Ende Jahr rund drei Tage ergeben. Aber nur 4.36 Prozent aller Züge kommen mit einer Verspätung von mehr als fünf Minuten an. Rechne mal aus, wie viele Millionen Passagiere dies pro Jahr betrifft.«

sml: Das ist alles relativ, die Lichtgeschwindigkeit spielt hier keine Rolle, wir haben jetzt (Ende 2005) genau ein Jahr Erfahrung mit der Bahn 2000. Zudem, um noch einmal auf die Briefmarken zurückzukommen, dem «Ding» ist eine relative Ähnlichkeit nicht abzusprechen.

1-Stein: «Du magst wie ich auch das Aussergewöhnliche, aber einen mit Lichtgeschwindigkeit beförderten Brief hast du noch nicht - der würde relativ länglich aussehen.»

Einstein

... eine süsse, «echt gelaufene» Überraschung im Adventskalender

Gen-Tech-Moratorium - so verschieden kann Ökologie sein

Die Abstimmung über das Gen-Moratorium scheidet die Geister. Aber aus ökologischen Gründen können sie pro oder contra sein - je nachdem, aus welchem Blickwinkel sie es anschauen. Das Martische 6-Eck trägt dem Rechnung - ich will wissen, wie viel Ökologie es für den Anlage-Kunden sein muss, für andere sein darf.

Greenpeace erklärt die Gen-Technik und Novartis erklärt die Gen-Technik. Zugegeben, dass sind zwei Extreme. Aber die meisten Anleger haben eine eigene Meinung gebildet, oder wollen sich eine bilden und sind vermutlich zwischen diesen beiden Positionen angesiedelt.

Stellen sie sich eine Skala von Null bis 100 Prozent vor! Sind sie jetzt für 100 Prozent gentech-frei oder 100 Prozent «gentech-besetzt»? Wobei zu sagen ist, dass letzter vermutlich nie gelingen wird, weil immer natürliche Gene (in der Überzahl) vorhanden sein werden. Es wird garantiert auch nie so schlimm, wie der Greenpeace-Film dies «schmackhaft» machen will - oder eben nicht. Es ist wie bei der Abstimmung: Wer dagegen ist, muss dafür sein und wer dafür ist muss dagegen sein. Oder anders gesagt, wer sich eher als Greenpeace-Tipp versteht, empfehle ich ein JA einzulegen und der Novartis-Tipp muss das Moratorium ablehnen und ein NEIN einlegen.

Meine Kunden kenne ich recht gut und weiss, welche ökologischen Ansichten sie haben. Bei der Gen-Technologie kann ich höchstens Vermutungen anstellen. Man ist ja selbst einmal etwas mehr und einmal etwas weniger «gen-ethisch» belastet. Aus der Bernerzeitung noch zwei unterschiedliche Ansichten - die Bio-Bäuerin und der Nobelpreisträger Werner Arber. Wer hat jetzt Recht - oder wer hat wo Recht?

Bei jedem Kunden muss man herausfinden, ob für ihn Gebiete ausgeschlossen sind und eine Negativliste (z.B. Kernkraft, Erdöl ...) berücksichtigt werden muss, oder ob die «best in class» Strategie ausreicht. «Gegen den Umweltschutz ist niemand!» Ein Spruch, den ich nie vergessen werde. Er stammt von einem Fachrat anlässlich seines Einführungsreferats zum Nachdiplom-Studium «Wirtschafts- und Umweltmanagement». Oder anders gesagt, zumindest etwas Umwelt im Depot, schadet keinem - und etwas mehr hat sich langfristig immer besser gerechnet.

Gentechnisch hat jeder seinen eigenen Standpunkt. Wenn der wirklich so harmlos ist, könnte man ja auch ein NEIN einlegen. Meiner liegt in Lindau - am Schlagzeilen machenden Bodensee und ist mit dem Standpunkt meiner Frau auch nicht immer identisch - aber wir stammen gen-technisch ja auch nicht aus dem gleichen Zweig.

6-Eck
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