Laudatio anlässlich Verleihung des prix libref. an Gret Haller

Laudatio für Gret Haller anlässlich der Verleihung des prix libref. gehalten von Prof. Dr. Reiner Anselm, geschäftsführender Direktor des ZRWP das Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) der Universitäten Basel, Lausanne, Luzern und Zürich sowie des Collegium Helveticum.

(Wiedergabe des Beitrages bei libref.)

"Soll denn der Knoten der Geschichte so auseinandergehen: das Christentum mit der Barbarei, die Wissenschaft mit dem Unglauben?" In dieser Frage, die der Berliner Theologe Friedrich Schleiermacher in einem Brief an seinen Freund Friedrich Lücke formulierte, bündelt sich knapp und präzise das Programm liberaler Theologie - zumindest dann, wenn man diese Frage als eine rhetorische Frage begreift. Natürlich möchte Schleiermacher einen Weg finden, der das Zusammenbestehen von (moderner) Wissenschaft und (überliefertem) Christentum möglich macht. Dazu gilt es, so seine Überzeugung, zuvörderst in Kirche und Theologie der gewachsenen Sensibilität für die Autonomie des Einzelnen Rechnung zu tragen. Nur wenn auch die Praxis der christlichen Kirchen der Forderung Kants, derzufolge das "Ich denke", alle meine Vorstellungen begleiten können müsse, Rechnung trage, nur dann sei ein solches Zusammenbestehen denkbar.

Das bedeutet zunächst, den Einzelnen und seinen Glauben, seine persönliche Beziehung zu Gott, in den Mittelpunkt des theologischen Denkens zu rücken. Diese Umstellung, die später von Karl Barth zu Unrecht als der titanenhafte Versuch des Menschen, sich über Gott zu erheben, gedeutet wird, ist die zeit- und sachgemäße Interpretation der reformatorischen Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein aus Glauben. Keine andere Instanz, auch keine Institution und erst recht kein Handeln kann zwischen Gott und Mensch treten. Allein der höchstpersönliche Glaube kann das Verhältnis zu Gott begründen - besser noch: Im individuellen Glauben bildet sich die Beziehung des Einzelnen zu Gott ab. Dies ist keinem anderen zugänglich, niemand kann darüber wachen oder urteilen. Wie ursprünglich bei den Reformatoren festgehalten, kommen Kirche und dem Predigtamt nur eine unterstützende, anbahnende Funktion für den persönlichen Glauben zu. Dass und wie sich die Gottesbeziehung aber gestaltet, ist allein dem persönlichen Verhältnis zwischen Gott und einem Einzelnen vorbehalten.

Vor diesem Hintergrund erscheint es aus heutiger Sicht nur konsequent, dass sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts Vereinigungen bildeten, die die liberale Überzeugung auch in den Staatsverfassungen vertreten sehen wollten. Selbstverständlich aber war es nicht, da parallel zu der Entstehung des modernen Europa und der Etablierung liberale Gedankenmuster in der Wissenschaft und der Gesellschaft sich auch ausgesprochen restaurative Züge in den Kirchen Europas zu regen begannen. Hier sah man in dem Aufstieg des Individuums, das auch die großen ökonomischen Veränderungen und Fortschritte, aber auch die sozialen Notlagen der ersten industriellen Revolution hervorbrachte, eine Gefahr für das Gemeinwesen. Darum waren diese Kräfte darum bemüht, die neu gewonnenen Freiheiten des Einzelnen wieder rückgängig zu machen.

Es gehört zu den besonderen Verdiensten der schweizerischen Vereinigung für das freie Christentum, dass es ihr gelang, bei der Neugestaltung der Bundesverfassung von 1874 einen Artikel über die Religionsfreiheit einzuschreiben. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für die Etablierung des Menschenrechtsgedankens in der modernen Schweiz gelegt, auch wenn man aus heutiger Sicht sagen muss, dass die Akzeptanz dieses Artikels wohl eher aus dem Wunsch, die Macht der katholischen Kirche zu begrenzen denn aus einer modernen

Für die Vordenker des liberalen Christentums stand dabei außer Zweifel, dass dieses Recht auf Religionsfreiheit nicht den Rückzug in eine individualistische Auffassung des Christentums sein könnte. Vielmehr war man davon überzeugt, dass gerade ein selbst und frei gewähltes, eben nicht durch die kirchlichen Autoritäten aufgenötigtes Christentum eine besonders tragfähige Grundlage für einen aus christlicher Motivation begründeten Dienst am Nächsten darstellt. Freies Christentum, liberale Gesinnung und Hinwendung zum Nächsten schließen sich also nicht aus, sondern bedingen einander. Dementsprechend ist Freiheit in der liberalen Theologie und im freiheitlichen Protestantismus auch nie nur als eine Freiheit von, sondern immer auch als eine Freiheit zu verstanden worden. Hier nimmt die liberale Tradition die Grundfigur Immanuel Kants auf, dessen Ethik der Autonomie eben die Verbindung von individueller Freiheit und Überzeugung und Orientierung am Nächsten, am Gemeinwohl vor Augen hatte. In keiner Figur wird diese Verbindung deutlicher als bei Albert Schweitzer, dem großen liberalen Universalgelehrten und Vorbild für sozial-caritatives Handeln. Seine Leitformel, ich bin Leben, das leben will inmitten von Leben, das leben will, bringt den Zusammenhang von individueller Freiheit und Orientierung am Nächsten deutlich zum Ausdruck, wobei Schweitzer den Nächsten auch in der nicht-menschlichen Natur sehen wollte. Dem Bemühen, beides, eigene Freiheit und Dienstbarkeit am Nächsten zusammenzubringen, galt Schweitzers ganzes Engagement.

Die Verbindung von individueller Freiheit und Orientierung am Nächsten, am Gemeinwohl, das auch und gerade das Recht der Schwächeren mit einbezieht, ist nach den grausamen Erfahrungen des 2. Weltkriegs zum Inbegriff der Menschenrechtstradition geworden. Die Eckdaten der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Proklamierung unverbrüchlicher Rechte des Einzelnen, die auch den Schutz der Glaubens- und Gewissensfreiheit einschließen, ist längst Allgemeingut geworden. Aber die Frage, wie die Balance zwischen Freiheitsrechten des Einzelnen und der Orientierung am Nächsten und am Gemeinwohl gehalten werden kann, bleibt nach wie vor eine große Aufgabe. Sie ist eng verbunden mit der Frage, ob eigentlich das Konzept der modernen Menschenrechte denkbar ist ohne das Verbindende Band einer gemeinsamen Religion bzw. einer Weltanschauung. Denn gerade der Toleranzartikel der Bundesverfassung von 1874 hat natürlich keineswegs eine mulitreligiöse Gesellschaft vor Augen sondern denkt und argumentiert von einer gemeinsamen Religion her, dem Christentum nämlich.

In der jüngeren Vergangenheit nun mehren sich die Stimmen, die die auf die besondere Bedeutung der Religion für die Vermittlung von gesellschaftlichen Normen und Werten hinweisen. Nur die Religion, so heißt es nun, könne diejenigen Wertvorstellungen vermitteln, auf die auch ein moderner Staat angewiesen sei, wollte er nicht einem schrankenlosen Individualismus verfallen. Häufig wird dabei auf das berühmte Zitat von Ernst-Wolfgang Böckenförde verwiesen, demzufolge der moderne, freiheitliche Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann. Diese Einschätzung ist aber nur zum Teil korrekt. Denn dies gilt nur für Religionen, die sich selbst dem Prozess vernünftiger Reflexion unterziehen. Jürgen Habermas hat in seiner berühmten Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2001 auf diesen Sacherverhalt hingewiesen.

Der Kampf um die Etablierung der Glaubens- und Gewissensfreiheit mag Geschichte sein. Das im Hintergrund stehende Bestreben, die Kompatibilität von Glauben und Vernunft zu erreichen und das Christentum nicht auf Autorität, sondern auf einer der Vernunft des einsichtig zu machenden Lehre zu begründen, ist aber bleibend aktuell. Dementsprechend stellt sich die Frage nach der Thematisierung der Religion im modernen Verfassungsstaat heute nachdrücklich anders als vor gut 130 Jahren. Die Freiheit für ein selbstbestimmtes, vernünftig reflektiertes Christentum muss nicht mehr vom Staat erkämpft werden, vielmehr ist der Staat darauf hinzuweisen, dass er allen Religionen, die er dulden kann und möchte, im Interesse des gemeinsamen, konstruktiven Zusammenlebens eine vernünftige Selbstreflexion aufdrängt. Im Blick auf das Verständnis der Menschenrechte bedeutet dies, dass das Recht auf Religionsfreiheit nicht gegen den Staat verstanden werden kann, als vorstaatliches Recht, so wie es in der US-amerikanischen Tradition der Fall ist. Vielmehr gilt es, die Religionsfreiheit als ein vom Staat verliehenes und im Gegenüber zum Staat ausgebildetes Recht zu verstehen, bei der der Staat sich aus der kontroversen Frage nach der Wahrheit zurückzieht, dafür aber den Religionen eben die geschilderte Selbstreflexion aufnötigt. Um als Religion anerkannt zu werden, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Eben dies ist die europäische Linie der Religionspolitik, und eben hier hat Gret Haller, die erste Preisträgerin des prix libref. Wichtige Vorarbeiten geleitet, und zwar sowohl in ihrem Buch "Politik der Götter" von 2005, aber auch in der Studie "The limits of atlanticism" . Vor allem aber hat sie mit ihrem Referat und ihrer kritisch-konstruktiven Präsenz bei der Synode in Bivio 2007 dem Schweizerischen Verein für freies Christentum libref. Die entscheidenden Anstöße und Impulse gegeben, um seine Arbeit in dem genannten Sinne, im Blick auf eine Ergänzung der geltenden Bundesverfassung um einen Religionsartikel, der die Religionsfreiheit anerkennt und gleichzeitig aber den Religionen Angebote und Auflagen macht für die Durchführung und Wahrnehmung einer "vernünftigen Selbstreflexion". Darum wird sie mit dem ersten prix libref. ausgezeichnet."

Reiner Anselm


Reiner Anselm

Prof. Dr. Reiner Anselm ...

Reiner Anselm und Gret Haller

... die Preisträgerin Dr. Dr. h.c. Gret Haller ...

Susanne Leuzinger-Naef

... Dr. Susanne Leuzinger-Naef (Vizepräsidentin des Bundesgerichts) hielt die Würdigung von Gret Haller ...

Stephan Marti und Gret Haller


... Bahn frei zum Rednerpult, denn der administrative oder finanzielle Akt gingen eben über die Bühne ...

Vor einem Jahr bei libref.erschienen:
Bruno's letzte Reise - Glaube, Hoffnung, Liebe

Vor zwei Jahren bei libref. erschienen:
Höchstgeschwindigkeit

Vor drei Jahren bei libref. erschienen:
Bravo, WEF - die gleichen Gäste

Zusammenstellung und Fotos (bis auf die letzte, die stammt von Jean-Claude Cantieni): Stephan Marti - Finanzblog




Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Milliardenbetrug - wie ist so etwas möglich? - der erste Beitrag der Reihe "Geld und Finanzen - leicht erklärt"

Vor zwei Jahren erschienen:
Blitzlehrgang für Finanz-Zeitungslese

Vor drei Jahren erschienen:
vom Leben und vom Tod ... meine Wünsche



Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER - unabhängig, langfristig, gewinnorientiert. Vielleicht überlegen sie sich gerade heute einen Einstieg, dann melden sie sich unverbindlich bei mir.

Der Finanzblogger sagt "adieu" ...

... aber nur als Blogger des Kirchgemeindeverband des Kantons Bern.

Knapp 200 Beiträge in knapp zwei ein Halb Jahren. Es hat Spass gemacht und hoffentlich einige zum mitdenken angeregt. Reformiert, Römisch-katholisch und Christkatholisch, alle vereint, miteinander, so sollte es auch andern Orts sein. Ja, vielleicht kommt einmal sogar etwas multikantonales ... aber meine Vorstandstätigkeit ist vorbei, denn ein Aargauer soll nicht den Bernern dreinreden. Das ist auch richtig so, obschon ich vermutlich immer ein bisschen Berner bleiben werde und für "Notfälle" kennt ihr die Telefonnummer und sogar die Vorwahl bleibt. "Mit etwas Wehmut ...", so beginnt ein Brief, der mich sehr freut ... von Hansruedi Spichiger.

Ansonsten findet das Jahr 2009 wie erwartet statt und wird auch seine Höhepunkte haben. Gleich am ersten Tag des Jahres wird vom Münster Bern eine Uraufführung für sieben Glocken von Daniel Glaus zu hören sein. An Themen wird es nicht fehlen und ich bin auf die Nachfolge gespannt. Vorübergehend wird allenfalls Frau Vogel vom Sekretariat sich zu Worte melden.

So viele Weihnachts-, Neujahrskarten , Anrufe und E-Mails habe ich noch nie erhalten. 2008 war für viele ein bewegendes Jahr und nun darf ich eine Antwort auf meine Wünsche wieder geben, von einem, der sich die Mühe genommen hat, einige Jahrzehnte Revue zu passieren:

Lieber Stephan
Herzlichen Dank für deine Gedanken zum vergangenen Jahr und zum bevorstehenden Jahreswechsel.

Politik
Auch ich bin neugierig, was die politischen Veränderungen in der Schweiz und in den USA in Zukunft bringen werden. Noch vor 20 Jahren war ich selbst aktives SVP-Mitglied; doch inzwischen muss ich mich fast schämen, jemals eine solche Partei unterstützt zu haben. Sicher: die SVP hat da und dort einiges ins Rollen gebracht; doch die Umgangsformen und die selbst gewählte Oppositionsrolle passen einfach nicht in die politische Landschaft der Schweiz. Da wäre etwas mehr "miteinander" statt "gegeneinander" eher am Platz.

Börse
Wer hätte das vor zwei Jahren gedacht, dass die UBS-Aktie für unter Fr. 15.- zu kaufen ist? Aber eben, auch hier gilt die Regel: wer hoch hinaus will, muss damit rechnen, tief zu fallen. Was mich in den letzten Jahren oft geärgert hat: da verdienen sich einige resp. viele Personen eine goldene Nase (Banken, Pharma, Nahrung, Versicherungen etc.) - und wer bezahlt das? Wir alle! Doch jedesmal wenn ich so etwas in die Diskussionsrunde eingebracht habe, wurde ich damit gebremst, das seien private Gesellschaften und der Lohn sei eine interne Angelegenheit und diese Leute seien ihr Geld wert! Wie viel sie ihr Geld wert waren, haben wir nun alle selbst sehen können - und wieder einmal mehr: wir Konsumenten und Steuerzahler bezahlen ihre Zeche!
Kirche
Ich weiss nicht, was du mit der Berner Kirche für Erfahrungen gemacht hast; doch grundsätzlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass die "obere" Führung schon in Ordnung ist; doch das "Bodenpersonal" versagt oft. Obschon ich selbst weder gefirmt noch konfirmiert wurde und eine Kirche nur an bestimmten Anlässen von innen sehe (Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen, Konzerte etc.) bezeichne ich mich selbst als "religiöser" Mensch; denn ich glaube an eine "höhere Macht" und "Führung" und versuche mein Leben gerecht zu leben (z.B. nach den zehn Geboten). Nur der regelmässige Kirchgang und die Mitgliedschaft in einer Kirche ist für mich nicht genügend, wenn das Leben vor und nach der Kirche in eine andere Richtung zeigt. Wir haben Bekannte, die sich kürzlich an eine christliche Organisation angeschlossen haben; doch wenn ich höre und sehe, wie sie von "Ungläubigen" reden (und damit meinen sie alle, die nicht ihrer Organisation angehören - also auch alle Reformierten und Katholiken) und wie die Organisation ihre Mitglieder mit eigenen Veranstaltungen (Ferien, Wochenende etc.) in ihre Richtung leiten resp. "Gehirnwäsche" betreiben, dann stellt es mir die Nackenhaare und ich muss für mich nur eins sagen: Hände weg! Da sind für mich diejenigen Personen wertvoller resp. glaubwürdiger, die sagen, dass alle Religionen auf dieser Welt das gleiche Fundament und den gleichen Gott haben - die Religionen daraus entstanden je nach Jahrhundert und geographischer Lage einfach etwas unterschiedlich.

Familie
Schade, dass ihr euch nach fast 30 Jahren getrennt habt; doch wie du schreibst: es liegt leider im Trend. Drei von meinen Brüdern sind auch schon geschieden und zwei haben wieder geheiratet und im Bekanntenkreis erleben wir auch immer wieder das Gleiche. Auch wir hatten vor ca. 7 Jahren eine tiefgreifende Krise (ich war kurz davor, auszuziehen); doch zusammen konnten wir das Steuer kurz vor dem Aufprall herum reissen und glauben wieder an eine gemeinsame Zukunft. Dieses Jahr hat auch in dieser Sparte Veränderungen gebracht: Mitte Jahr sind wir Grosseltern geworden (jetzt darf auch ich neben der Grossmutter ins Bett). Unsere Tochter (schon seit einigen Jahren verheiratet) hat einen gesunden Sohn geboren.
Wenn ich so auf mein Leben zurück schaue, dann fallen mir jedoch noch weitere Stichworte ein, die zu meiner jetzigen Lage passen:

Konstanz
Du weisst ja noch von früher: ich wurde in eine Familie geboren, die sich stetig wandelte. Geboren in Genf, hatte ich meine Kindheit im Limmatdorf Oetwil, besuchte die Primarschule in Worb und die Sekundarschule in Bümpliz. Während der Lehre wohnten wir wiederum in Worb und Anfang Tech wohnten meine Eltern in Riedbach. Wenn ich jetzt zurückschaue, dann habe ich (neben unserer Ehe) in folgenden Sparten eigene Rekorde gebrochen: seit über 16 Jahren wohnen wir hier in Bern-Bethlehem in einer einfachen 4-Zimmer-Wohnung und sind zufrieden, unser letztes Auto begleitete uns über 14 Jahre und 200'000 km lang, nächstes Jahr feiere ich mein 10-jähriges Jubiläum bei der kantonalen Verwaltung und mein Motorrad ist auch schon über 6 Jahre alt. Klar, wenn ich alle Jahre zusammenzähle, die ich im Büro an der Brünnenstrasse fast am gleichen Arbeitsplatz verbracht habe (4 Jahre Lehre, fast 1 Jahr danach, 4 1/2 Jahre als angestellter Architekt und 8 Jahre als Teilhaber) dann sind dies eindeutig mehr als 10 Jahre; jedoch in unterschiedlichen Funktionen. Konstanz sehe ich aber auch im "roten Faden", der mich durch mein Leben begleitet (und damit wäre ich wieder bei der "Führung" unter dem Stichwort "Kirche"): ohne meinen damaligen Lehrmeister und späteren Geschäftspartner hätte ich nicht diese Anstellung beim Kanton, die ich jetzt inne habe (und mit der ich glücklich bin). Die Weichen für heute haben sich für mich somit schon 1971 gestellt! Bümpliz und Bethlehem gehören mitunter auch zur Konstanz: schon vor meiner Geburt wohnten meine Eltern hier in Bümpliz und wenn ich alle Jahre zusammenzähle, in denen ich hier gearbeitet resp. gewohnt habe, dann komme ich gut und gerne auf 35 Jahre.

Entschleunigung
In der Zeit, wo sich die Welt immer schneller dreht, alles immer schneller verarbeitet werden muss und niemand mehr Zeit haben will, habe ich mir zum Ziel gesetzt, diesem Trend entschieden entgegen zu treten. Da wir oft zu Fuss unterwegs sind (wandern), haben wir uns schon vor einigen Jahren ein Halbtaxabo zugelegt. Im Frühling 2008 haben wir dann aufs GA gewechselt und geniessen seither die Freiheiten im ÖV. Nach 2-jähriger Vorbereitungszeit haben wir uns im September 2008 von unserem Auto getrennt und uns der roten Flotte von Mobility angeschlossen. Ich bin der Meinung: es geht auch so. Zudem geniesse ich es, wenn mein Terminkalender nicht immer randvoll ist; d.h. wenn ich meinem Gegenüber ruhig sagen kann: ja, ich habe Zeit für dich. Dass ich meinen Arbeitsweg zu Fuss machen kann (8 Minuten) ist natürlich auch ein wesentlicher Vorteil.

Viel Text - viele Gedanken - und hoffentlich viel Energie, den Alltag auch nächstes Jahr wieder anzupacken und sinnvoll zu gestalten.

Wir wünschen dir frohe Festtage und alles Gute zum Jahreswechsel
Martin und Familie

Danke Tinu und allen Lesern wünsche auch ich viel Energie - packen wir es an, das 2009, es gibt noch viel zu tun und es wird garantiert ein spannendes Jahr. und viel einfacher haben es die jenigen, die langfristig denken.

Bürgermeister besucht in Pakistan christliche Kirche

"In muslimischen Gebieten gibt es keine christlichen Kirchen und bei uns sollen Minarette errichtet werden!" Ein oft gehörter Satz im 2008 ... aber jetzt ist der Börsencrash und der drohende Konjunktureinbruch wichtiger geworden ... und dann sollten sich in letzter Minute noch Geschenke finden lassen. Wir schlagen ihnen zwei vor, die ganz sicher Freude bereiten.

1. Geschenkidee - Kinder unterstützen, die in sicherheitspolitisch, militärisch nicht ganz einfachen Gebieten leben, zum überwiegenden Teil christlich sind, mit Muslimen normal zusammen leben, garantiert nicht "ver-missioniert" werden, sondern denen man zweifache Wärme bieten will - menschlich und kW-mässig - LivingEducation, 5400 Baden, PC 60-223344-6

2. Geschenkidee: Das Goldlos - 2008 100%ige Trefferquote - liebe Iris, du erstaunst selbst den Finanzblogger - ein Weihnachtsgeschenk für meine Kinder und vielleicht kann auch der eine oder andere Kunde davon profitieren. Ja zwischen Himmel und Erde scheint es noch andere Sachen zu geben als derivative Produkte wie GRAPS, GREPS oder GROPS oder wie dieser Zauber heissen mag - ziehen sie die Sterne zu Hilfe oder den GRIPS vor ... und füllen sie schon jetzt zu Gunsten LivingEducation einen Einzahlungsschein über 10% aus und legen den in den Terminator vom nächsten Dezember... sie werden an uns denken und sie werden Ende 2009 wieder von uns hören - knalllhart anders, als in der knallweichen normalen Finanzwelt ...

Astro-Börse

... und wenn sie denken, ich sei jetzt übergeschnappt, so schauen sie sich einmal ihre Minusperformance von 2008 an. Ich denke, ich kann heute meinen Kunden immer noch in die Augen schauen.



Es gibt sie, die christlichen Kirchen. Nur fehlt ein grosser Kirchturm. Wieso? Weil kein Geld vorhanden ist ...

Kirche Pakistan 1

... dafür haben sie grosse Minarette ...

Moschee in Pakistan

... oder auch nicht. Im Adventskalender sind die beiden Gotteshäuser so abgebildet, dass ein Grössenvergleich möglich ist. Lassen sie sich überraschen ... und versuchen sie, einige Vorurteile ab zu bauen. Der Unterschied in Zürich ist wesentlich grösser ... aber auch nicht so, wie ich die Kirche Balgrist und das Minarett absichtlich aufgenommen habe ...

Kirchenleiter und Bürgermeister

... der christliche Kirchenleiter sieht für mich fast aus wie ein Muslim und der Muslim erinnert mich stark an einen Schweizer-Bürger aus dem gleichen Kanton, einem Motorradfahrer und Hochschuldozenten. Zumindest diese Foto hat Yahya nicht selbst geschossen, der so nebenbei Schulleiter und Bürgermeister in Pakistan ist … und die christlichen Frauen tragen auch ein Kopftuch aus Erfurcht gegenüber Gott. Wenn aus der Bibel vorgelesen wird, gesungen wird, ist ein Kopftuch absolutes Muss, egal ob Christ oder Muslim, das ist die Tradition und hat nichts mit Glauben zu tun ....

... und wie sieht es in der Schweiz aus. Die bekannteste Koordinate ist Bethlehem oder ist es nun Bern Brünnen? Ja, Ted Scapa sagt: "Mit der Zeit wird sicher noch behauptet, Jesus sei in Westside geboren ...!" ... wer es vergessen hat, Scapa kennen wir bereits von der Briefmarke mit der Doppelprägung ... und eine Doppelprägung erhält auch Le Protestant - eine Schweizer Reformierte Zeitung fusioniert mit den Franzosen - that's the way id should done ...

Westside

... Schnee ist hellblau ... legen sie einmal ein weisses Blatt hinein ... auf alle Fälle, der Besucherandrang ist noch nicht so gross ...

Brünnen

... der war in meiner Disco grösser ... aber nun ist die Autobahn dort ... und im Hintergrund wohnt Dänu, der meinen Briefkasten bauen sollte ... ein heiliger Briefkasten aus Bethlehem, nein wenn alles klappt, etwas aus Südostasien ...

Krippe in Bethlehem

... aber noch steht die Krippe leer. Heute Abend wird sich vermutlich etwas ändern ... auf alle Fälle wünschen Yahya und Stephan einen schönen heiligen Abend ... und morgen geht es weiter zum letzten Fensterchen ... einem rauchenden und manchmal mit gefrorenen Bildern.

Stal und Jesus


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Liebe Leser, wenn sie etwas zu sagen haben, so können sie ihren eigenen Blogbeitrag im Adventskalender gleichzeitig auf mehreren Blogs erscheinen lassen - immer vorausgesetzt, im 2009 gehen uns die Ideen nicht aus und helfen mit Ideen mit - heuer sind wir ausgebucht - danke allen, die mitgeholfen haben und den zig-tausend Clicks, die uns motivieren, zu schreiben, Bilder zu schiessen ... um den Adventskalender zu ermöglichen.

Zusammenstellung und Koordination: Stephan Marti - Finanzblog - welche Fotos von Yahyq aus Pakistan kommen, können sie selbst erraten

Die Zukunft des Kapitalismus (2. Teil)

Der Kapitalismus hat entdeckt, dass die Ethik nicht zu vernachlässigen ist ... entschuldigung: "wäre" ...

... in Teil 1 sind10 Thesen vorgestellt worden ...

... und in der Wirtschaftswoche steht das

Dossier - Zukunft des Kapitalismus zum lesen bereit.

Zwei Sachen sollten sie beachten:

1. der kleinste Beitrag im Adventskalender ist mit Abstand der beste und braucht am meisten Zeit um vollständig gelesen zu werden und

2. wenn sich die Politik nicht einschaltet und bestimmt, wird alles beim Alten bleiben, denn der grösste Teil der betroffenen Finanzleute an der Spitze werden in der Branche bleiben und ihr Verhalten nicht um 180 Grad ändern können und die meisten Finanzleute unterhalb der Spitze werden weiterhin derivative Produkte verkaufen und das nächste Chaos mit verursachen!

Irgendwie gab es in den letzten Jahren und Monaten viel mehr Heuschrecken!


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Zusammenstellung, Fotos und Koordination: Stephan Marti - Finanzblog

"Kirchgemeinderäte erhalten mehr Gewicht

In den reformierten Kirchgemeinden der Kantone Bern, Jura und Solothurn erhält das Organ des Kirchgemeinderates mehr Gewicht.


So soll künftig die Gesamtverantwortung für die Leitung beim Kirchgemeinderat liegen. Pfarrer und andere kirchliche Mitarbeitende erhalten ein Anhörungs- und Antragsrecht.
Nach wie vor zentral sein soll aber das Zusammenwirken von Kirchgemeinderat, Pfarrern und anderen kirchlichen Mitarbeitenden, betonte Synodalrat Stefan Ramseier am Mittwoch anlässlich der Wintersynode des Kirchenparlaments in Bern. Daran wolle man nicht rütteln ... lesen sie weiter in der Bernerzeitung ... "


Zu diesem Thema werden wir nicht gross diskutieren, nur einmal so viel, ganz so neu ist die Thematik nicht. Im Adventskalender sehen sie eine PowerPointFolie die vor vier Jahren Rechtskraft erlangte. Das entsprechende Reglement ist unter den Arbeitshilfen des Kirchgemeindeverbandes aufgeschaltet.


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Veränderter Arbeitsmarkt

von Herbert Odermatt - Personalblog


 


Arbeiten oder noch besser: Leistung erbringen ist der Hauch des Überlebens. Es sichert Einkommen, beschäftigt, schafft Raum für Gesellschaftliches und Kulturelles, gibt Selbstbestätigung und schafft Selbstvertrauen.


Heut' zu Tage ist es oft schwierig, die passende Tätigkeit oder überhaupt eine Arbeit zu finden (bekommen tut man eh nichts!). Massenentlassungen grosser Unternehmen gehören mittlerweilen zu oft gehörten, gelegentlich täglichen Meldungen.


Die von Experten angekündigte Rezession verheisst nichts Gutes. Firmen bauen vorsorglich Jobs ab oder sie ersetzen frei werdende Stellen nicht. Grants für Forschung und Entwicklung werden nicht mehr oder nur noch in geringem Mass finanziert. Der Zerfall des Ölpreises um fast zwei Drittel seit Mitte Jahr deutet auf den klaren Absturz der Weltkonjunktur hin. Wer etwas dunkler bis schwarz sieht, vermag gar eine Deflation zu erkennen.


Die Arbeitslosigkeit kann jeden Menschen treffen. Selbst hoch qualifizierte Berufsleute fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz nicht mehr vor Kündigungen sicher. Das ist eine neue Qualität. Eine Arbeits- oder Joblosigkeit bedeutet nicht mehr Schandfleck im Reinheft oder Hinweis auf persönliches Unvermögen. Vorübergehende oder auch längerfristige Arbeitsuche und Neuorientierung sind salonfähig geworden - gehören quasi zur Laufbahn. Bei schwankender Konjunktur ist es für Unternehmen notwendig, ihren Personalbestand den Umständen anpassen zu können. Die Freistellung dient dem eigenen Überleben. Qualifizierte Jobs können wie andere in Frage gestellt werden. Daraus entwickeln sich vermehrt "Bogen- oder Patchwork-Karrieren". Man ist genötigt, zwei oder drei Jobs nebeneinander, jeweils mit einem reduzierten Pensum anzunehmen. Ein Vorteil dieses Berufslebens: Für Abwechslung ist gesorgt! Das bisherige Berufsverständnis, wonach eine Ausbildung für ein Leben ausreicht, gilt nicht mehr.



Den Zeiten eines geregelten Arbeitsverhältnisses folgen vermehrt wichtig werdende Umorientierung und Weiterbildung mit zwischenzeitlicher Arbeits- oder Joblosigkeit und Suche nach Neuem. Long life learning wird gefordert.



Zwar wächst die Zahl neuer Berufsbilder. Das bietet neue Chancen. Möglichkeiten in bisher nicht geahnten Bereichen. Ergo soll man offen für Neues sein. Der Informationsbeschaffung kommt ein besonderer Stellenwert zu. Aber wer schon von der Existenzangst gejagt wird, sich im Job zu 120 Prozent engagiert, findet kaum Zeit und Energie, um dauernd nach Neuem zu suchen. Die Anforderungen steigen: Flexibilität (bezüglich Tätigkeit) und Mobilität (Ortdsunabhängigkeit) sind gefragt. Wer dem genügt, sieht sich mit Wohnungsnot oder unbezahlbaren Wohnungen konfrontiert oder er verbraucht wertvolle Zeit für das Pendeln. Dann ist schnell die Frage des Alters im Vordergrund. Man redet zwar viel von den sogenannten "50+". Un man weist auf New Economy hin, wo grosse Erfahrung und Seniorität gefragt sein sollen. Die Realität siht oft ganz anders aus!


Aus der Sicht der Arbeitgeber werden auch Anforderungen an die Sozial- und Kommunikationskompetenz gestellt und man erwartet Teamfähigkeit sowie Sinn für interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dabei wird übersehen, dass Pflicht- und Akzeptanzwerte abnehmen, während Selbstentfaltungswerte zunehmen werden. Gelegentlich hat man den Eindruck, dass man die Arbeitnehmenden noch betrachtet wie zur Zeit von Henry Ford 1 oder nach der Theorie X nach Mc Gregor. Dabei hat längst ein grosser Wertewandel stattgefunden, der aber oft nicht wahrgenommen wird.


Bis 1968 galt: Aussenorientierung. Das Selbst passt sich an (Gebote, Verbote; Rangordnung, Konventionen, Institutionen; Pflichterfüllung und Anpassungsfähigkeit; Tugenhaftigkeit und Verzicht). Folge: Selbst-Kontrolle


Bis etwa den 80er wurde eine Innenorientierung ausgemacht. Das Selbst emanzipiert sich (Erweiterung der Optionsspielräume; Enttraditionalisierung und Individualisierung; Emanzipation; Autonomie; Individualismus; Genuss, Erlebnis, Wellness). Folge: Selbst-Verwirklichung.


Ab etwa den 80er wird eine Innen-/Aussenorientierung wahrgenommen. Neue Vermittlung zwischen Selbst und Umwelt (steigende Wertigkeit persönlicher Ressourcen,; neus Sozialbewusstsein; Leitbilder wie Balance, Stimmigkeit, Souveränität, Synergie, „Third Way“). Folge: Selbst-Management
(Quelle: Rainer Keupp, Future Values)


Die Steuerung der Migration durch den Staat bringt eigenartige Entwicklungen: Eine Zeit lang konnten nicht genug Einwanderer aus dem ehemaligen Yugoslawien angesugt werden. Mit den Auswirkungen ist man heute konfrontiert. Nun hat die Richtung umgeschlagen. Die Migranten kommen aus Deutschland. Die Auswirkungen werden wir später zu spüren bekommen.


Allein Im Kanton Zürich, hat sich die Zahl deutscher Staatsbürger, wie die neuesten Zahlen zeigen, explosionsartig gesteigert: 14'322 Zuzüger alleine in der Zeitspanne von August 2007 bis August 2008. 66'112 Deutsche wohnen zurzeit im Kanton Zürich – ein Resultat der vollständigen Personenfreizügigkeit. Das hat Auswirkungen auf den Wohnungs- und auf den Arbeitsmarkt. Falls wegen der Finanzkrise eine Wirtschaftskrise mit vermehrten Arbeitslosen entsteht, wird sich das ebenfalls auswirken. Ob ein arbeitsloser Deutscher zurück kehrt und dort von Hartz IV lebt ist kaum realistisch, denn hier bekommt er mehr Arbeitslosengeld. Denn das Recht darauf hhat er. Vielleicht gibts auch dafür noch einen Steinbrück'schen Peitschenhieb.


So oder anders. Wer sich verändern will oder muss, dem bleibt die eigene Initiative nicht erspart. Wer sucht, der findet... Es kann gut sein, dass Ausdauer, Mut und Beharrlichkeit auf die Probe gestellt werden. Und: Wo eine Wille ist, gibt es einen Weg!


 



 

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Umerziehung und Tugend-Terror

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Weltweit kein Ende in Sicht

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Es ist tatsächlich passiert. Gesetzeswütige haben einen Gesetzesvorstoß eingereicht, welcher den Restaurants und Speise-Etablissements mit fünf oder mehr Sitzplätzen verbietet, Nahrung an Dicke zu verkaufen. Die Gesetzesvorlage 282 wurde vom ehemaligen Pharmazeutikvertreter der Firma DuPont-Merk, W. T. Mayhall Jr. initiiert und mit der Unterstützung des Geschäftsmannes Bobby Shows und des Apothekers John Reed eingebracht; Alles puritanische Republikaner aus dem tiefen Süden der USA, die, ihrem Alter nach zu urteilen, wohl noch die ehemaligen Baumwollplantagen mit ihren Sklaven vor Augen haben.

Sollte jemand in dem fettleibigen Staat Mississippi leben und über einen teuer angefutterten Body Maß Index von 30 oder mehr verfügen, wird ihm der Service in einem Restaurant bald verwehrt sein.

Die Vorlage verlangt sogar, daß Speiserestaurant-Inhaber eine BMI-Kartei all ihrer Gäste führen und ein Plakat an die Eingangstüre hängen müssen, welches die Definition von »Fettleibigkeit« und die Voraussetzungen für eine Service-Verweigerung erklären.

Verantwortlich für die Einhaltung und Durchsetzung des Gesetzes ist das Staatsdepartement für Gesundheit, welches zur Durchsetzung die Erlaubnis erhält, Gewerbelizenzen von Speise-Etablissements zu widerrufen, sollten diese das Gesetz brechen.

Obwohl W. T. Mayhall nicht damit rechnet, daß das Gesetz tatsächlich durchkommt, ist es ihm sehr ernst damit. Er ist beunruhigt über das »ernsthafte Problem von Fettleibigkeit und über die daraus resultierenden Kosten für das Gesundheitssystem«.


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MISSISSIPPI LEGISLATURE
2008 Regular Session
To: Public Health and Human Services; Judiciary B
By: Representatives Mayhall, Read, Shows

Prohibition - HOUSE BILL NO. 282

An act to prohibit certain food establishments from serving food to any person who is obese, based on criteria prescribed by the state department of health; to direct the department to prepare written materials that describe and explain the criteria for determining whether a person is obese and to provide those materials to the food establishments; to direct the department to monitor the food establishments for compliance with the provisions of this act; and for related purposes. Be it enacted by the legislature of the state of Mississippi:


SECTION 1 (1) The provisions of this section shall apply to any food establishment that is required to obtain a permit from the State Department of Health under Section 41-3-15(4)(f), that operates primarily in an enclosed facility and that has five (5) or more seats for customers.

(2) Any food establishment to which this section applies shall not be allowed to serve food to any person who is obese, based on criteria prescribed by the State Department of Health after consultation with the Mississippi Council on Obesity Prevention and Management established under Section 41-101-1 or its successor. The State Department of Health shall prepare written materials that describe and explain the criteria for determining whether a person is obese, and shall provide those materials to all food establishments to which this section applies. A food establishment shall be entitled to rely on the criteria for obesity in those written materials when determining whether or not it is allowed to serve food to any person.

(3) The State Department of Health shall monitor the food establishments to which this section applies for compliance with the provisions of this section, and may revoke the permit of any food establishment that repeatedly violates the provisions of this section.


SECTION 2 This act shall take effect and be in force from and after July 1, 2008.
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Die Zeit ist nun für alle Amerikaner gekommen, welche ihre Freiheit, zu essen, zu sehen, zu atmen und ihr Leben so zu leben, wie sie es für richtig finden, sich zu vereinen und zu erheben. Wenn Amerika diesem Wahnsinn keinen Einhalt gebietet, schwappt die ganze Scheiße über den Teich zu uns. Bereits zehn Gesetze in Richtung Diskriminierung Dicker gibt es in Großbritannien und das Rauchverbot zwingt die Feinschmecker Frankreichs in den Hamburger- oder Sandwich-Laden. Das schlecken auch die australischen Werbeverbote nicht weg. Neuseeländer lassen keinen Dicken mehr ihre Grenze passieren und es könnte ein teures Unterfangen für Auswanderungswillige mit einem Bauchumfang von mehr als 108 cm werden, wenn diese mit dem nächsten Flieger wieder zurückfliegen müssen. Auch ein zu großer Busen kann zum Hindernis werden, wenn man in Christchurch ein Casino besucht. Da nützt auch die teuerste Garderobe nichts. Vielleicht sollte man sicherheitshalber die Sachlage im Casino in Christchurch nochmals mit Bundeskanzlerin Angela Dorothea Merkel in ihrem Abendkleid testen.



Die Welt verändert sich an allen Ecken und Enden zunehmend in eine lustlose, puritanische Hölle und das Machtstreben gewinnt die Oberhand.

related link

Gefundenes Fressen

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Carolus Magnus




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Liebe Leser, wenn sie etwas zu sagen helfen, so können sie ihren eigenen Blogbeitrag im Adventskalender gleichzeitig auf mehreren Blogs erscheinen lassen. Zur aktuellen Liste und bisher erschienene Beiträge.

Zusammenstellung, Fotos und Koordination: Stephan Marti - Finanzblog

"Zur Lage der Nation" - 1

Ach ja, fast hätt ich es vergessen, Wir stecken ja in der Finanzkrise. Und wieso werden denn immer noch Aktien gekauft. Weil einige zur Zeit günsigt zu kaufen sind ... aber vielleicht werden sie noch etwas billiger. Einige Stimmen ...

"Finanzkrise: Französische Bischöfe fordern Umdenken

Die französische Bischofskonferenz hat als Konsequenz der Finanzkrise aufgerufen, den eigenen Lebensstil und das Verhältnis zum Geld zu überdenken. Nötig sei, das Streben nach maximaler Rendite in Frage zu stellen, heisst es in einer heute in Paris veröffentlichten Erklärung der Bischofskonferenz ... lesen sie weiter bei ref.ch ... "


... wer mehr wissen will, was die Bischöffe gesagt haben, schaut ins Kreuz ...

... und das nächste mal lassen wir einen inkognito sprechen ... das E-Mail liegt bereit ... und viele Details haben sie ja schon lange vor der Finanzkrise im Finanzblog gelesen. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich, dass nicht mehr Menschen zum Finanzgott gekürt werden wollen.




Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Die Krause Glucke und Anforderungen an den Wirtschaftsstandort

Vor zwei Jahren erschienen:
Tabak auf den Azoren

Vor drei Jahren erschienen:
Reit-Investitionen und Reit-Immobilien - Investoren gesucht - soll ich nächste Woche wirklich wieder einmal reiten gehen?




Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER - unabhängig, langfristig, gewinnorientiert

Die Zeiten ändern - trotzdem Stillstand und Schwindel (1)

Ethische Überlegungen werden an der Börse zunehmen. Zwangsläufig, denn Geld verdienen ist nichts Schlechtes und weniger verlieren schon gar nicht ...

... entschuldigen sie bitte, dass ich mich wiederhole, aber was ich am Sonntag geschrieben habe, erwähnt die Wissenschaft am Montag-Abend. "Mit Anstand zum Erfolg" hat gezeigt, dass sich heute viele für Ethik interessieren. Es soll der nächste Hype werden. Der Professor sagt es. Mit seinem Chef darf ich beim Apéro diskutieren - und nicht zu vergessen, auch mit First. Echt der heisst wie der Berg von dem man die schönste Aussicht auf den Eiger hat. Der Hype kommt nicht zur Sprache, aber es ist doch schön, was damit gemeint ist.

"Hype" heisst auf Deutsch "Schwindel". Ergo ist "Ethik" ein "Schwindel".

Oder anders gesagt, steigen sie rechtzeit ein und dann wieder rechtzeitig aus - oder lassen es dann liegen.


Falls sie oben im zweiten Link das Referat und den Text nicht gefunden habe, ergeht es ihnen wie mir - Server nicht gefunden. Aber es muss ihn geben, denn in Google ist zu lesen: "WBCB-Herbstanlass: Wirtschaft und Ethik: Mit Anstand zum Erfolg?"15.09.2008 ... Dezember 2007, nahmen rund 120 Personen am Herbstanlass des WBCB statt". Es waren eher doppelt so viele Zuhörer anwesend, dafür sollte man (auch bei frau) Einiges des Gesagten wieder vergessen. Verwechselt wird ökonomisch mit ethisch und dass man beides gleichsetzen kann, da sind wir noch lange nicht soweit. Vom Stillstand bricht man zum Hype auf ...


martisches 6-Eck

... ganz so neu ist die Idee mit der Ethik doch nicht ...


Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
«Gewinne machen mit Edeltropfen»

Vor zwei Jahren erschienen:
«EU will Zinssteuern aus Asien»

Vor drei Jahren erschienen:
Vom Pech, heute Amerikaner zu sein!


Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER - unabhängig, langfristig

El Tucan - die Win-Win-Situation «made in Switzerland»

Peter Höltschi von El Tucan aus Arch ist ein nachahmens wertes Beispiel für «best practice» im ethischen Bereich des Handels.

Über El Tucan habe ich schon berichtet. Kurz, als Vorspann. Nicht weil es zertifiziert wurde. Auch nicht, weil es sich unter seinen Decken gut schlafen lässt. Erfahrungen mit Hängematten habe ich schon früher gesammelt. Im Dschungel des mexikanischen Yucatan und in der Schweiz auf selbst importieren aus Guatemala. Für mich war es ein Zusatzverdienst während des Studiums. Höltschi macht das beruflich. Und ethisch wirklich wertvoll und deshalb lassen wir es in unserem Netzwerk auf mehreren Blogs erscheinen. Das ist wesentlich mehr als ein Schulbeispiel für gelebte Ethik ... lassen wir doch den Inhaber selbst zu Wort kommen. Dafür ein herzliches Dankeschön! Wir gratulieren der Unternehmung zur Zertifizierung und wünschen allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg.


Ein weiterer Beitrag über «Geld und Finanzen - leicht erklärt» - eine Idee von Tari Eledhwen aus Solothurn
... übrigens, die schönste moderne Brücke führt aus diesem Kanton nach Arch

«El Tucan erhält Zertifizierung der Internationalen Fair Trade Association (IFAT)


Als drittes schweizerisches Fair Trade Unternehmen erhält die El Tucan GmbH von der Internationalen Fair Trade Vereinigung (IFAT) die Zertifizierung als ausgewiesene Fair Trade Organisation.

El Tucan, ein kleines Unternehmen aus Arch, arbeitet seit 19 Jahren in enger Verbindung mit Produzenten in Mittel und Südamerika.

Diese Erfolgsgeschichte nahm ihren Anfang, als der Gründer von El Tucan, Peter Höltschi, sich 1989 in Guatemala auf die Suche nach den Produzenten eines Ledergurtes mit indianischem Stoffbezug machte. Eine mehrtägige Odyssee führte ihn in die abgelegensten Orte des guatemaltekischen Hochlandes und in die schwüle Hitze des Zuckerrohrgürtels an der Pazifikküste. Die damals geknüpften Beziehungen verbanden erstmals unterschiedlichste Produzenten mit dem Endverkäufer. Mit der Stoffbandweberin Rosa Ajpacaja und dem Sattler Julio Armas knüpfte El Tucan ein Netzwerk aus Kunsthandwerkern, welches Heute, fast 20 Jahre später, allein in Guatemala 30 Kunsthandwerker umfasst. Von der Kinderlatzhose zur Frauenblusen, vom Dekorationsartikel zur Hängematten, eine riesige Palette an Produkten die auf Schweizer Märkten, in ausgesuchten Geschäften und via Internetshop www.eltucan.ch angeboten werden

Die direkte Zusammenarbeit und die Umgehung der Zwischenhändler, garantieren hohe Wertschöpfung für die Produzenten und den Ursprungsort, sowie qualitativ hoch stehendes Kunsthandwerk für die Kunden für El Tucan.

Eine Win-Win Situation, die selbst in Südmexiko Aufmerksamkeit erregt hat.

Seit 2004 baut Peter Höltschi in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Sekretariats für soziale Entwicklung des Bundesstaates Yukatan in den ärmsten Gemeinden Frauengruppen auf und verbindet diese zu einem regionalen Netzwerk. Kleine Gruppen bilden die Zellen zu einem dynamischen, grossen Unternehmen, aus dem in Zukunft Hängematten in die ganze Welt vertrieben werden.

Das langjährige Knowhow von El Tucan als Endverkäufer in der Schweiz und die in Guatemala gemachten Erfahrungen verleihen dem Projekt eine einmalige Dynamik. Dies animiert verschiedene Gemeinden Yukatans wie auch die staatliche mexikanische Kommission für indianischen Fortschritt, zur Unterstützung des Projektes.

Ein Schweizer Kleinstunternehmen schafft somit die Grundlage zur nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung in Gebieten, welche zu den ärmsten der nördlichen Hemisphäre gehören.

2 Arbeitsstellen in der Schweiz verbessern die Lebensgrundlage von mehr als hundert KunsthandwerkerInnen in Mittel und Südamerika und ihren Familien.

Das ist Fair Trade, das ist El Tucan.»

Peter Höltschi

Storch

Ein Tukan? Nein, aber dieser Storch verlässt eben die Gemeinde Arch (Bern) Richtung Flugplatz Grenchen (Solothurn).


Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Tscharnergut - ein Quartier und ein Wein

Vor zwei Jahren erschienen:
Wein als Anlageobjekt

Vor drei Jahren erschienen:
Zinsen bleiben sehr tief - wie lange?


Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER - unabhängig, langfristig
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