Der prix libref. geht an Peter Bichsel

"Was, scho wieder e Pris" - das war die erste Reaktion auf einen Telefonanruf vor Monaten. Er hat ihn verdient. Am 25. Oktober findet in Erlenbach ZH das Fest statt.

Original bei www.libref.ch

Vor über 20 Monaten wurde im Blog spekuliert. Das erste mal wurde konkret nach möglichen Preisträgern gesucht, die liberales, progressives christliches Gedankengut leben oder mitteilen. Mitte Jahr wurde libref. konkreter - der Hinweis mit der Cervelat.

Herzlich willkommen "Von der Freiheit im Denken bis zum Trotz im Glauben":

Peter Bichsel 1
Peter Bichsel 2
Peter Bichsel 3
Peter Bichsel 4

Flyer Preisverleihung Peter Bichsel prix libref.ch (gleiches Fenster)


Unsere Veranstaltung wurde gleichzeitig in zwei Veranstaltungsreihen plaziert:

-Zürich liest

- KulturKircheErlenbachKUNST

Wir freuen uns auf Peter Bichsel.

Krieg und Geld

Geld regiert die Welt - Ethik und der Wandel der heutigen Zeit.


Im Zeitpunkt gefunden: "Krieg und Geld." Die Schweiz wird auch erwähnt. Positiv im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg. Wenn sie den interessanten Artikel lesen, wissen auch sie warum.

Die Volkswirtschaftslehre, die Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung und das Geldsystem sind nicht exakte Wissenschaften. Manchmal wissen wir nicht einmal im Nachhinein, was wirklich falsch gelaufen ist. Und spätestens wenn man den Artikel der Wirtschaftswoche über "Der Kapitalismus droht unterzugehen" lesen, vermutet man, dass auf der Welt nicht alles rund läuft.

Beide Artikel stellen Meinungen dar. Darüber nachdenken ist aber alles andere als verboten.

"Daten" sind ein Menschenrecht

Daten werden heute zu Hauff produziert. Die analoge Zeit ist vorbei, heute wird digital gespeichert ... so ziemlich alles, was möglich ist. Der Umgang mit Daten lässt in der heutigen Zeit zu wünschen übrig.

In letzter Zeit sind viele Berichte über Daten geschrieben worden. Meist über Daten, die von "Subjekten" gespeichert werden, die eigentlich aufhorchen lassen. Microsoft überlässt der USA sogar die verschlüsselten E-Mail-Daten - auf Wunsch der NSA - des amerikanischen Geheimdienstes. Wenn kein Missbrauch, sondern nur Staatsschutz betrieben wird, ist dies gar nachvollziehbar.

Nur, die E-Mail-Daten werden noch von anderen Stellen abgezapft. Linkedin, wo 225 Mio Fach- und Führungskräfte verlinkt sein sollen, hat mir doch Bekannte vorgeschlagen, die sie nur aus dem E-Mail-Verkehr kennen kann. Bei mir geschehen, mit amerikanischen Bekannten, mit denen ich seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Das ist kein Zufall, denn es existieren auf dieser Plattform keine Daten, die uns nur in irgendeiner Weise verbinden könnten. Da erstaunt einem im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gar nichts mehr. Angezapft ist, so vermute ich, vermutlich nicht nur das transatlantische Glasfaserkabel durch das Spionage-U-Boot USS Jimmy Carter.

Manchmal wäre man selbst froh, solche Suchmaschinen auf dem eigenen System anwenden zu können. Wer von uns hat nicht schon Dateien, Bilder und ähnliches gesucht ... nicht oft, aber manchmal zum verzweifeln. Sogar der NSA scheint es so zu gehen, wie eben "Die Welt" schreibt.

Da erstaunt es nicht, dass ab und zu jemand seinem ethischen Gewissen Luft machen muss. Zuletzt Edward Snowden, ein preisgekrönter Whistleblower. Warum ist dieser Link in Wikipedia "https" gesichert? Andere nicht, wie zum Beispiel Rudolf Hafner. Wieso wurde er mir noch nie von Feissspuck oder Xing vorgeschlagen? Keine Ahnung, ob er sich dort verlinken lässt, aber den würde ich kennen.

Xing muss entweder ganz clevere Algorithmen einsetzen, oder ...? Zufall dass ein Vater eines Kontaktes vorgeschlagen wurde? Mit diesem hatte ich auch vor Jahren E-Mail-Kontakt. Es gibt eine Gemeinsamkeit - aber die ist nicht vermerkt. Und es gibt noch andere Väter und Mütter in dieser Durchschnittsstadt, von Söhnen und Töchtern mit denen ich verlinkt bin. Da kam aber noch nie eine Empfehlung. Dabei geht Xing doch so sorgsam und offiziell mit Daten um. Irgendwo in den AGB war vor Jahren mal vermutlich ein total versteckter Hinweis, dass sich die Dauer des Abos verlängert und die Kreditkarte immer wieder neu belastet wird. Und wer jeweils eine Rechnung möchte, muss wissen, dass dies erst möglich ist, nachdem diese im eigenen Profil freigeschaltet wurde.

Eine Junior Managerin von Xing, nimmt sich doch die Mühe, mir zu erklären, dass dies ganz normal sei, rechtlich absolut in Ordnung und ethisch zweifelsfrei. Wäre doch mal interessant, was das Wiki dazu schreibt: "Überraschende Allgemeine Geschäftsbedingungen, mit denen der andere Vertragsteil nach den Umständen nicht zu rechnen braucht, werden nicht Vertragsbestandteil, § 305c Abs. 1 BGB." Mein Tipp: Bei solchen Firmen keine Kreditkarten mehr einsetzten und Deutsche sollen auf das Sepa-Lastschriftverfahren beharren - na ja, in Deutschland wird eh das Chaos für den Zahlungsverkehr prognostiziert. Für die IBAN-Umstellung wird es nicht so einfach sein, auf Daten zuzugreifen.

Die einen filtern aus grossen Datenbeständen raus, was "fragwürdig" ist und die andern können ihre Daten nicht richtig filtern. Datensalat pur. Und dann gibt es noch die Daten, die uns vorenthalten werden. Einige Beispiele gefällig?

Александр Константинович Никитин - ein besonderer Whistleblower - hätte vor Jahren in Bern sein sollen. Nicht nur, dass die in Mühleberg angeblich nie gewusst haben, wo für den Notfall eine zweite Möglichkeit für Kühlwasser vorhanden ist, sondern die lassen auch noch Cäsium in die Aare. Kein Wunder, dass das sogar dem Spiegel einen Beitrag wert war. Vermutlich kommt im Unterrhein nichts mehr an ... die Verheimlichung ist aber für unsere Behörden typisch. Es gäbe zumindest in diesem Kanton ein Informationsgesetz. Zumindest können unterdrückte Meldungen nicht falsch interpretiert werden. Vielleicht sollte im Bereich Kernenergie so langsam ein Umdenken stattfinden. Wer den neuesten Artikel über die Schweizer Keller-Atomreaktoren liest, stellt fest, dass es fünf an der Zahl gab. Ich habe nur von drei gewusst - sehr wahrscheinlich wurden die drei am PSI jeweils als ein Standort deklariert. Mit Lucens zusammen ergibt dies 11 (elf) Kernkraftwerke in der Schweiz. Wer hat es gewusst?

Kürzlich hat mir jemand gesagt: "Die UdSSR ist tot - es lebe die Schweiz, England und die USA. Daten sind ein Menschenrecht, steht irgendwo in den aufgeführten Links - oder war es im GDImpuls 1/2013 mit dem Thema "*Big Data Dada". Sehr lesenswert. Man muss nicht immer nur über die USA jammern. Lesen sie mal unten "vor 8 Jahren erschienen" - eine Träne ist der Hewlett-Packard HP-12C schon wert. Über dreissig Jahre hat dieser Taschenrechner gedient, jetzt gibt die Anzeige den Geist auf. Und wer mich kennt, dieses Ding war immer ohne Schutz in meinem Rucksack, meinem Business-Case, unterwegs. Hat hunderttausende von Kilometern hinter sich. Das war noch Qualität. Der hat's den Menschen Recht getan.

Daten und Menschenrecht, da müsste man sich mal einsetzen. Ich könnte sogar. Das Thema müsste in die Nations Unies eingebracht werden, an die Assemblée générale beim Conseil des droits de l'homme. Gar nicht so abwegig, denn bis am Freitag hätte ich noch das Recht, dort 60 Sekunden zu sprechen. Mehr dazu zu gegebener Zeit auf www.libref.ch. Ein klein bisschen stolz bin ich schon, denn dort an den Verhandlungen zu weilen - im Plenarsaal - ist nicht alltäglich. Und am Ende der Session noch ein Gespräch mit Hans Ziegler. Vielleicht hat Jean Ziegler wirklich das Finanzblog gelesen?

Nations Unies

Datenschutz hin oder her, die entzifferbare Karte gehört einem, der im Internet auch schon anzutreffen war.

Und wenn wir schon in Genf sind, da hätte ich eine Idee, wie man mit Daten wirklich mal was Gutes anstellen könnte. 2,5 Milliarden vergessene Pensionskassengelder liegen in der Schweiz. Um diese zu erhalten, muss man selbst aktiv werden und suchen. Es ginge auch viel einfacher. Den grössten Teil des Vermögens würde man garantiert aufgrund der AHV-Nummern, zumindest mit dem Namen und dem Geburtsdatum, finden. Einige Probleme gäbe es schon. Zum Beispiel mit Müller Markus I und Müller Markus II - beide haben den gleichen Namen, das gleiche Geburtsdatum, die gleiche AHV-Nummer und teilen sich zusammen mit fünf anderen Motorfahrer-Rekruten den Schlafraum, ein Luftschutzzimmer in Landquart. Zufall? Nein, Datenpfusch vom Feinsten.

Der Umgang mit Daten wird sich in den nächsten Jahren ganz gewaltig ändern müssen. Ganz alles lassen sich die Leute nicht mehr gefallen. Und da kommt mir noch in den Sinn, dass ich auf der Gemeinde Jod-Pillen organisieren muss. Das ist garantiert kein Zufall, da hat man in Japan vermutlich Daten abgehorcht.


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Aktuell beim befreundeten Personalblog: "Peak Oil ist später - Grundwasser in Gefahr?"



Vor einem Jahr im Finanzblog:
"Reben im Wandel - AOP Duché d’Uzès "

Vor 2 Jahren erschienen:
USD, EUR, CHF oder Credits - welche Währung hat Zukunft?

Vor 3 Jahren erschienen:
Rappaz, der "kleine" Mahatma Gandhi?

Vor 4 Jahren erschienen:
Die notwendige schöpferische Pause

Vor 5 Jahren erschienen:
Die Kunst, wie man Änderungen feststellt

Vor 6 Jahren erschienen:
«Dr. Doom rät jetzt zum Ausstieg aus Aktien»

Vor 7 Jahren erschienen:
... erst 500 Tage und etwas über Rechnen - vom Umgang mit Daten ... und heute trage ich meinen einten HP 12C zu Grabe ... über 30-jährig ... Grund genug mal über die"30th Anniversary Edition" zu sinieren

Vor 8 Jahren erschienen:
Hayek und von Hayek



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Lass dir Zeit zum Leben

Heute habe ich einen Brief von einer Pflegerin erhalten, die mich vor gut zwei Jahren betreut hat ... den will ich euch nicht vorenthalten. Dies als Beispiel dafür, wie sich das Schweizer Pflegepersonal um ihre Patienten kümmert. Dieser Brief bewegt - vermutlich nicht nur mich.

"An Herrn Marti

Sie werden sicher überrascht sein, dass ich ihnen schreibe. Ich weiss nicht ob sie sich noch daran errinnern, als sie sehr krank waren und im Haus 7 auf der Station 711 lagen. Ich arbeite dort und manchmal überkommt es mich, dass ich gerne nachfrage, wie es diesen Menschen so ergeht. Wie er sich erholt hat und wie er sein Leben jetzt verbringt.

Nicht dass sie jetzt meinen, was das soll. Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, das überhaupt nicht.

Ich begleite oftmals Patienten in schwierigen Situationen und wenn es ihnen besser geht, hört man selten was. Ich fand es damals, als sie frisch aus der Reha kamen und sie auf unsere Abteilung kamen um hallo zu sagen, hat mich gefreut. Ich hoffe, es geht ihnen gut und sehe wenn ich öfters zu meiner Mutter fahre, dass die Schmitte, ihr Domizil, schon sehr schön Gestalt annimmt, was man von aussen sehen kann.

Ich hab sie immer sehr bewundert, oder anders gesagt, hre Kraft und Ausdauer zur Genesung hat mich sehr beeindruckt. Ich wünsche ihnen weiterhin alles Gute.

Ich bin nicht so gut im Schreiben, doch ich schreibe von Herzen. Und eben, möchte ihnen nicht zu nahe treten. Nur fragen, wie es ihnen geht, das fragt eine Person, der es sehr wichtig ist, wie es ihren Mitmenschen geht.

Es grüsst sie freundlich Frau H-S

Pflegeassistentin auf 711

vielleicht erinner sie sich. Alles Gute auch ihrer Partnerin"

Und ob ich mich erinnere. Das Moblog im Finanzblog zeigt ja immer noch die Spitalbank vor dem Haus Nr. 7 - das Bild ist nur alleine für mich. Es gibt mir eine Art Kraft. Ich konnte es ja damals nicht einmal selbst fotografieren. Meine Partnerin hat es geschossen. Wurde von den Pflegerinnen und Pflegern in den Rollstuhl gehievt, angebunden und herumgestossen ... nach Monaten wieder für kurze Zeit draussen, an der Sonne. Das vergesst man nicht.

Der Brief berührt mich. Tränen kollern und der Kaminfeger reinigt zur gleichen Zeit meinen Chemineeofen. Er hat seinen Rücken mir zugewandt. Kaminfeger bringen Glück und trotzdem ist es einmal bei jedem zu Ende. Bei einem später, beim andern früher. Der Chef des Kaminfegers wird es mir nicht übel nehmen - er heisst Segessemann - der Sensemann. Weiss auf dem schwarzen Kaminfegerkombi.

Segessemann

Der Tod. Nicht jeder Vermögensverwalter kann mit seinen Kunden über diesen diskutieren - und trotzdem wäre es wichtig. Wenn es im Leben einmal hiess "It´s not your Time", fällt einem dies noch viel leichter. Ja Tränen sollen eigentlich nicht erst kommen, wenn jemand stirbt. Lasst doch mal eine Freudenträne raus, wenn jemand noch - oder eben "wieder" - lebt.

Stephansplatz

Diesen Monat schon zum zweiten mal. Beim Anzünden einer Kerze. Eine Aerztin hat zu meiner schlimmsten Zeit im Stephans Dom in Wien eine Kerze für mich angezündet. Sie kannte mich damals noch nicht persönlich, nur meine Partnerin. Die Kerze hat auch geholfen. Ich hab schon hunderte verschiedener Kirchen von innen gesehen. Das war die erste Kerze dieser Art, die ich in einer Kirche angezündet habe.

Kerzen im Dom

Verzeiht mir, ich habe trotz Hinweis fotografiert - die links oben ist "meine" - geschenkt hat sie mir meine Freundin. Danke noch an alle. Auf dem Abreisszettel stand:

"Wenn es dein Wille ist, dann befreie mich aus dieser Not. Lass mich wissen, dass du stärker bist als alle Not."

Dach vom Stephans Dom

... und so geht es mir heute, um auf die Frage im Brief zurückzukommen. 7 x 7 x 7 Stufen, schnell "durchgezogen". Klatschnass, aber voller Freude und immer noch den Blickwinkel für das ganz-anders. Auf 711 war ich schon dreimal nach wieder erlangter Freiheit. Ich komme wieder ... vielleicht morgen in vierzehn Tagen.



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Aktuell beim befreundeten Personalblog: "Schweizerischer werden"


Vor einem Jahr im Finanzblog:
"Der Finanzblogger auf Reisen - 1. Teil"


Vor 2 Jahren erschienen:
Noah-Effekt


Vor 3 Jahren erschienen:
Börsenastrologie und Astrozyt


Vor 4 Jahren erschienen:
China, Indien und die Bananrepublik USA


Vor 5 Jahren erschienen:
Ökologische Bericht-Erstattung ...


Vor 6 Jahren erschienen:
Unterschied Nanobeschichtung und Asbestbeschichtung



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Wein8 - Xmas, das Kaufrauschfest

In einem Liedel, singt Lidl, kommt der Adventskalender im Oktober in die Gestelle. Die Zeit der Besinnung, nicht des Rausches.

EUR 250 wollen die Deutschen für Weihnachtsgeschenke ausgeben. Toll. Früher wurde gebastelt. Das ist Ehrerbietung und Zeitaufwand. Ich verschenke dieses Jahr Früchte. Kaki und Kiwi - selbst gezogen von der Steckpflanze bis zum Baum oder dem umrankten Kunstbau ...

Kakikunst

... geschnitten und gelesen von meiner Partnerin ...

Kiwigeschenk

... eingepackt wie bei Christo ...

Kiwi

... bio und ein herrlicher Genuss. Wie beim Apfel kann man die Schale mitessen oder Marmelade, Torte, Mousse ...

Versuchen sie etwas persönliches, individuelles zu schenken. Gehören sie zu denen, die in den Laden gehen und nicht wissen, was sie als Geschenk kaufen sollen. Der neueste Renner in Frankreich sind Weihnachtsecken. Hier erhalten sie Ideen. Technisches, Schockolade, Kosmetik, DVD und selten Blue Rays an einem Haufen. Das ist für Mutter, das für Vater, die Tochter ... Ideen und eines brauchen sie nicht: Liebe. Nur Geld. Nur Geld, das Thema das den Finanzblogger durchs Jahr begleitet. Schenken sie von Herzen. Es wird nicht so schnell wieder vergessen.

Weihnachten. Mehrzahl? Wieso nicht Weihnacht oder eben Wein8 oder Xmas. Weihnacht ist ein Roman von Karl May und seinem Freund Lachner. Schenken sie das Buch von meinem Freund Lackner, Stefan - Notturno. Eine spannende Geschichte um Venture Capital. Aus der Finanzwelt gegriffen, ein Biotech-Triller. Geschrieben von einem Finanzfachmann. Karl May schreibt vom Fellhändler Hiller - mein Buch wird vom Fellhändler Rama, seinen Erbschaftsratten und vom letzten Geschenk handeln, das ein Mensch geben kann: das Erbe.

Ich habe noch zwei Geschenke, die an Wein8en erinnern. Eine Flasche XO Armangnac . Gebrannter Wein - achten - nicht zuviel auf einmal nehmen, geniessen, sonst sehen sie plötzlich ...

Jeanjean

... doppelt, unscharf und stehen quer in der Landschaft. Das vermeiden wir an Weihnachten. Wer die Flaschen erhält? Jean. Wie im letzten Adventskalender versprochen, die Reise zu zweit war nicht mehr möglich. Vielleicht wären einige besinnliche Minuten an Weihnachten angebrachter, als die Erlebnisse von den bevorstehenden Kaufräuschen. Und wenn sie keine Ideen haben, dann schenken sie doch etwas Brauchbares ... vielleicht eine Steuer in die 3. Säule.

Nano und Gigas - da scheiden sich die Geister

Nano, begeistert und doch hat man zumindest Respekt. umwelt widmet das neueste Heft der Nanotechnologie. Und eine Giga-Idee für die neuen Schweizer Bundesräte Simonetta Somaruga und Johann N. Schneider-Ammann.


Auf der einen Seite gehört die Schweiz in dieser Technologie zur Weltspitze und auf der anderen Seite hat man immer noch Bedenken. Es gibt Gesundheitsrisiken. Was passiert, wenn Nanoteilchen in Zellen eindringen. Entschuldigen sie bitte, das stammt nicht aus einem Science Fiction Roman - das sind Tatsachen (Seite 25 in umwelt).

Wir wissen nicht einmal, wo überall Nanoteilchen enthalten sind. Vermutlich auch schon im Wein, denn "Hefe kommt aus dem Nano-Labor". Noch lange nicht jede Hefe. Das ist einerseits ein Trost und andererseits wissen wir ja nicht, welcher Wein so gekeltert wurde. Es gibt meines Wissens ausser in der Kosmetik noch keine Deklarationspflicht.

Es gibt auch Unternehmen, die machen das freiwillig. Coop hat eine Nanoprodukteliste und Nanogrundsätze. Zudem steht bei praktisch allen Produkten das Wort Nano im Namen. Es dient ja als Verkaufsargument.

Wissen die auch immer, ob Nanopartikel in einem Produkt sind ... oder wird es vielleicht teilweise sogar verheimlicht. Zum Beispiel Bambusfasern für die Kleiderproduktion können, auch wenn sie ökologisch mit allen erdenklichen Sigeln versehen sind, mit Nanoteilchen verbessert worden sein. Migros und Coop sollen aber Abnehmer bei Litrax sein ... man möchte ja Investoren gewinnen. Die Werbetrommel wird sogar im Beobachter geschlagen. Der Finanzblogger hat gewagt einen Kommentar zu schreiben. Der Beobachter scheint nur zu beobachten ... früher war das mal ein Blatt bei dem Konsumentenschützer ihre Freude hatten.

Und eben diese wurde gestern in der Schweiz zur Bundesrätin gewählt. Übernimmt Simonetta Somaruga das UVEK - Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation von Moritz Leuenberger? Und übernimmt Johann N. Schneider-Ammann das Finanzdepartement? Wir werden es früh genug erfahren und wünschen den beiden Gewählten viel Glück und Spass. Und die Schweizer wünschen sich vermutlich alle das Gleiche - eine neue Bundesrätin und ein neuer Bundesrat, die eine eigene Meinung haben. Das ist nicht immer einfach. Man eckt vor allem bei Chefbeamten an, die jeweils "ihr Kind" im Bundesrat vom Departementsvorsteher durchgeboxt haben wollen. Chefbeamte in Ehren, aber ihr habt das Volk und nicht die Beamten zu vertreten.

Harte Worte? Bei Leibe nicht, als ehemaliger "Politideologe" der FDP der Stadt Langenthal, darf, ja muss ich mir das anmassen. Es muss einfach einmal geschrieben sein. Also Kopf hoch und bleibt hart im Nehmen. Im neuen Jahrtausend konnte das bisher ein einziger Bundesrat von sich sagen - Christoph Blocher. Übernehmt diese eine gute Eigenschaft von ihm. Der Bundesrat braucht einen kleineren bis vielleicht sogar mittleren Paradigmenwechsel. Ihr könnt dazu beitragen.

Bis wir Gewissheit haben, dass Nanoteilchen unschädlich sind oder eben doch nicht, werden noch etliche Bundesratswahlen stattfinden. Die ersten in einem Jahr. Ob die Teilchen freisetzbar oder gebunden sind, spielt eine zweitrangige Rolle, zumindest bei der Nanotechnologie. Gebundene können durch Abrieb freigesetzt werden oder wie beim Bambus-Leibchen, ganz einfach abbrechen. Wünschen wir uns doch Bundesräte, die Gigas (Gigant, Riese) sind und die unterschiedlichen Meinungen der verschiedenen Departemente über Nano (Zwerg) in brauchbare Leitlinien umwandeln. Nicht nur in der Bundesverwaltung scheiden sich die Geister über die Nanotechnologie, sondern wie das Bambus-Beispiel aufzeigt, auch zwischen der Ethik und der Ökologie - und das sollte uns nachdenklich stimmen.

Bambuserie

Erfreuen wir uns lieber einmal an der Pflanze ...in zwei Wochen werde ich wieder durch diese Bambuswälder schlendern. Nicht in Asien, in Südfrankreich, in der Bambouseraie oder auf Deutsch Bambuserie im Kanton Anduze. Und ihr könnt jetzt selbst ausrechnen, über wie viele Politiker im Departement Gard mit 46 Kantonen sich die Geister scheiden können. Oder heisst es gar Kantöne? Da haben es die Franzosen einmal einfacher - cantons - aber es gibt über 4000.


Aktuell beim befreundeten Personalblog: "Dè Naawè"- ein Beitrag der mit dem Spassminister anfängt ...


Vor einem Jahr im Finanzblog:
"Sendepause"

Vor zwei Jahren erschienen:
Supercalifragilisticexpialidocious - Bank- und Wirtschaftskrisen

Vor drei Jahren erschienen:
Nationalrat J.N. Schneider: KMU sind Adler, keine Muscheln Vorahnung oder Zufall?

Vor vier Jahren erschienen:
Swiss Bird Index

Vor fünf Jahren erschienen:
Personenfreizügigkeit - Nachhaltigkeit - rote FDP-Ballone vor dem Bundeshaus



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Rappaz, der "kleine" Mahatma Gandhi?

Liberal sein bedeutet verschiedene Meinungen akzeptieren, andere Blickwinkel haben. Und das nun seit über fünf Jahren auf dem Blog von libref. Liberal sein beüben wir gleich am Beispiel des Walliser Hanfbauern der seinen Hungerstreik abgebrochen hat.

Der Originalbeitrag ist bei libref. zu finden, hat aber auch gesellschaftliche Überlegungen, die die heutige Zeit beeinflussen und vielleicht mal das Kaufverhalten mancher Konsumenten tangieren wird ... frei nach dem Motto: "legalize Himbeereis".

von Jean-Claude Cantieni:

"Bernard Rappaz hat seinen Protest erfolgreich abgeschlossen, er kommt unter Hausarrest. Ist er "in welchem Sinne" ein Protestant? Ist der Hungerstreik gar ein legales Mittel der Selbsthilfe, so wie der Streik als solcher für ein Kollektiv - je unter liberalem Vorzeichen anerkannt ist?

Der Fall ist nicht nach einer Art Rationalisierungsguillotine unter einen Paragraphen zu subsumieren, zwangsernähren heisst Körperverletzung, Tod heisst Verletzen von Fürsorgepflicht, Garantenstellung des Staates im Srafvollzuge, und der Fall Rappaz erinnert so daran, wie die Philosophin Jeanne Hersch auf die positive Seite von Lücken verwies, welche die Chance einer revolutionären Individuation in sich birgt, weshalb der Staat dafür verantwortlich ist, dass sie als solche offen bleiben, während der Ruf nach einer gar gesamtschweizerischen Regel über den föderativen Bau der Schweiz hinaus ertönt. (Summum ius summa iniuria.)

Wichtig wird sein, dass der Fall so aus der Idee des Rechts, des Vorrangs der Freiheit zu reglieren ist. Der verstorbne Rechtsphilosoph J. Rawls würde von einem Fairplay sprechen, das ein Rückversetzen in einen Urzustand der Gleichheit als Denkfigur gebietet, in welchem wir hinter einem Schleier des Nichtwissens , der (allzu) persönliche Momente des Falles verbirgt, zu entscheiden haben. So bleibt zu fragen, wie der Fall Rappaz ins kulturelle Gedächtnis des Landes einzugehn hat, und dieses Gedächtnis ist glaublich in ganz Europa noch davon geprägt, dass der Staat sich nicht zum Richter übers Leben (Menschenrechtsdeklarationen nach dem Holocaust), sei’s durch Tun oder sei’s auch Unterlassen erhebt. Rappaz seinerseits kann sich darüber hinwegsetzen wollen, d.h. er wird sein Weiterleben im Lichte dieser europäischen Geschichte zu erleiden haben. Sein personaler und augenblicklicher Widerstand, dahinter Interessen stehn, hat auf den seitens des Staates zu stossen, welch Letzterer ein kollektives Gedächtnis verkörpert, darin Rappaz sich als integriert zu verstehn hat. Aufmerksamkeit (auf die Geschichte) kommt v o r Interessiertheit zumal in unserer Nonstop-Zeit, die nach Aufmerksamkeit absorbierenden Sensationen giert. Medien insbesondere nehmen am Los des Betroffnen kaum wahren Anteil nehmen. Wie viele Menschen hat der Blick gnadenlos infolge Verkehrtheit zwischen Aufmerksamkeit im Sinne eines kulturellen kollektiven Gedächtnisses und lediglicher Interessiertheit deloyal vorgeführt...

Wir haben Listen von Menschenrechten, doch sie verraten (nach U, Eco), dass die Idee des Rechts (seit dem Naturrecht?) im Verwissenschaftlichen des Rechten abhanden kam, sich, so die hier vertretene These, ins kulturelle Gedächtnis flüchtete, um dort womöglich einen Anschluss an die seither strapazierte Tradition aufzubauen. Die Strapaz ist eine umgreifende: Michel Foucault argumentiert mit dem Verschieben einer einstigen Ars amandi zur aktuellen scientia sexualis mit all ihren aufdringlichen Interessiertheiten anstelle von Aufmerksamkeit zumal in den Medien unter im Übrigen gleichen Verhältnissen.

Halten wir Freiräume, u.a. für den dornenvollen Hungerstreik, offen.

Besten Gruss,

Jean-Claude"

von Stephan Marti (meine Beiträge zum Thema Hunger):

Lecoin, Teufel und Mahatma Gandhi sind die bekannten Hungerstreikenden die Erfolg hatten und was mir wichtig erscheint, überlebt haben. Rappaz hat meiner Meinung nach bis heute keinen echten Erfolg. Den hat er erst, wenn der Hanf zumindest in der Schweiz legalisiert wird. Darüber liesse sich aus liberaler Sicht auch wieder tagelang philosophieren. Ich habe meine Meinung, bin bekennender Genussraucher in unserer heutigen Raucher hassenden (oder gar diskriminierenden) Zeit. Raucher verpönen und Rappaz schönigen. Da habe ich ein echtes gesellschaftliches Problem. Das ist inkonsequent destotrotz Hanf heute nur als Droge umstritten ist, die vielen anderen Vorteile die Hanf hat, kennen die wenigsten Leute. Der Hinweis hier im Wikipedia ist zurecht angebracht. Hanf hat viel mehr sehr gute Einsatzmöglichkeiten.

Wer aber Hanfsüchtige, Nikotinsüchtige und meinetwegen auch Genussraucher ablehnt, hat zumindest mal eine eigene Meinung und nimmt sich vermutlich zu Herzen, was überall auf den Packungen steht. Rauchen ist an öffentlichen Orten vermutlich europaweit verboten ... da frage ich mich, wieso in der BernerZeitung die Schlagzeile "Villiger erwartet Rekordabsatz von einer Milliarde Glimmstängel" steht? Und wen wunderts, dass Aficionado noch mehr weiss ... Hans ich freue mich auf was Raketen ähnliches zum 1. August. Süchtige und Geniesser, die man philosophisch vermutlich auch zu einer Gattung der Süchtigen zählen könnte, sind anscheinend nach nicht im Rückgang. Ein ganzheitliches Verbot wäre fehlt am Platz, denn was verboten ist, macht man umso intensiver. Die Prohibition lässt grüssen. Hier noch ein aktueller Tipp von Obi - unter drei Litern besteht keine Meldepflicht. Den letzten Satz sollten sie lesen: Destillieren ist ein Hobby - kein Verbrechen.

Trinken, ja das müssen auch Hungerstreikende. Die einen freiwillig, die andern unter Zwang. Und da sind wir Liberalen eben echt liberal. Im Gegensatz zu unserem Präsidenten verachte ich Hungerstreikende. Mein Körper hat selbst über fünf Monate einen Hungerstreik durchgemacht. Aber bitte beachten sie das Wichtigste. Meiner war ganz sicher nicht freiwillig, er war gesundheitlich bedingt. Es ist ein schreckliches Gefühl, wenn ihnen die Aufnahme von Nahrung widerstrebt. Und noch extrem viel schlimmer ist es, wenn man Hunger und keine Nahrungsmittel hat. Alle drei Sekunden stibt ein Mensch an Hunger. Meine Hochachtung hat Rappaz auf keinen Fall. Das Finanzielle wollen wir gar nicht gross erwähnen - Rappaz' Hausarrest kostet den Steuerzahler CHF 2400 täglich. Das ist wesentlich mehr, als ein Aufenthalt in der Intensivstation.

Wie viele gute und mutige Schreiberlinge gibt es die auch Erfolg hatten? Hunderte, Tausende ... ? Und nur drei bekannte Hungerstreikende. Mahatma Ghandi - ein begnadeter Schriftsteller. Über Louis Lecoin und seine Namensspielerei "Lutz - die Ecke" gäbe es auch noch einige Gedanken zur Resistance zu äussern. Albert Camus schrieb für ihn - er erhielt den Nobelpreis für Literatur. Der kürzlich verstorbene Fritz Teufel schrieb z.B. "Märchen aus der Spassgerilja" - von Gerruilla (sp,e)/Guerilla (d) gesprochen eher Geria (betontes und langes "i"). Ganze drei, die Erfolg hatten und nur einen, der den meisten bekannt sein dürfte - Rappaz wird nicht darunter gehören. Dies meine Einschätzung zur heutigen Zeit, obschon Hanf, Marihuana, Haschisch, Cannabis alltägliche Wörter geworden sind. Lasst es besser sein, es gibt genügend andere endogene Drogen, nach innen wirkend, die Spassmachen ... nicht nur Kaffee.

Hier noch eine extremere Meinung: "Rappaz ist ein feiger, hinterhältiger Verbrecher"

Schleifscheibe aus Hanf

Die Schleifscheibe aus Hanf, sinnigerweise von der Firma Eisenblätter, war schon im Gespräch mit Albert Einstein.


Vor einem Jahr:
Sendepause

Vor zwei Jahren erschienen:
http://libref.kaywa.ch/200808

Vor drei Jahren erschienen:
Le Temple

Vor vier Jahren erschienen:
Kabarett um Minarett

Vor fünf Jahren erschienen:
Rückkehr des Religiösen


© libref - Text und Foto: Stephan Marti - Finanzblog

Kirche und Wirtschaft

Kirche und Wirtschaft ist ein vieldiskutiertes Thema. Abhängigkeiten gibt es einige. In der heutigen Zeit eines längerfristigen gesellschaftlichen Umbruchs wäre die Stabilität der Kirche gefragt. Hier zwei Beispiele, die vielleicht in die Geschichte eingehen. In der Schweiz wechselt das Präsidium des "evangelischen Kirchenbischofs" und "der katastrophale Crash einer Kirchen-Sparkasse", der CajaSur - der Caja de Ahorros y Monte de Piedad de Córdoba hat schon Aufsehen erregt.


Der grösste Einfluss bei der CajaSur hat das Domkapitel, das leitende Gremium der katholischen Bischofskirche. Wer lieber auf Deutsch lesen will, Google sei Dank. Mit etwas Fantasie doch gut verständlich zu lesen ... sie hätten ja mit Domkapitel auch Domkapital übersetzen können. Irgendwie kommt mir die Geschichte bekannt vor. War da nicht einmal der Pate III. Der Godfather handelt um die Banco Ambrosiano.

Aber begeben wir uns nicht zu weit in Teufels Küche. Schauen wir lieber, was in der Schweiz für kirchliche Änderungen eintreffen werden. Das Original des Folgenden Textes habe ich für libref. geschrieben.

Ob liberale Kirche oder liberale Politik. Wir Liberalen in der Schweiz machen einen Fehler. Wir machen uns nicht bemerkbar und wir vernetzen uns nicht. Die Kirche gehört zu unserer Kultur und wird den heutigen allgegenwärtigen Wandel von Gesellschaft und teils auch Wirtschaft mitbestimmen. Wir drücken David A. Weiss für das Ratspräsidium des SEK die Daumen - die Vernunft der modernen Mitte soll gewinnen und die Zukunft bestimmen.


"Kirchenbund (SeK)/ Thomas Wipf, Präsident
des Evangelischen Kirchenbunds, tritt zurück. Folgt
nun ein Berner? Ein Romand? Oder eine Frau? ... weiterlesen bei reformiert ...

Ein Berner? Wir hätten uns gefreut, das wäre Balsam für die Kirche, nur kandidiert in drei Wochen nicht der liberale Andreas Zeller.

Zugegeben, Bern ist der wichtigste Part in der Schweiz, was die Reformierten anbelangt. In den vergangenen Jahren habe ich als "ehemaliger" Berner einiges mitbekommen, aber eines dürfen wir nicht vergessen:

"Der grösste Teil der Schweizer Reformierten ist liberal ... nimmt die Kirche mit einem weinenden und einem lachenden Auge zur Kenntnis, nimmt nicht aktiv teil ... und ist eben doch so liberal und mit unserer christlichen Kultur verbunden, dass er weiterhin seinen Obolus bezahlt ... freiwillig!"

Das Präsidium des SEK, des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes ist neu zu besetzen. Evangelisch? Oder doch eher Reformiert oder gar Protestantisch. Ein theologischer Zankapfel oder eher ein philosophischer Standpunkt? Das SEK soll nicht evangelikal sein und nicht protestieren. Es sei denn, es wäre ein Romand, un protestant. Aber das SEK darf reformieren.

Liebe Berner, seit 24 Jahren hattet ihr das Präsidium des SEK nicht mehr. Kirchengeschichtlich dürfte euch das Beharren auf dieses Amt vielleicht noch einmal überraschen. Im Interview gibt sich Gottfried Locher ganz locker:

"Frage 5: Was machen Sie mit einem Bischofshut?
Locher: Ich warte, bis endlich wieder der 1. April da ist, setze den Hut dann auf, mache ein Foto und schicke es der «Reformierten Presse». Dann ziehe ich den Hut wieder aus und schenke ihn jemandem, dem er passt."

Gibt es bald reformierte Bischöfe? Wenn es nach Gottfried W. Locher ginge, ja.

Er ist Leiter Aussenbeziehungen des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), sitzt somit in der obersten Kirchenleitung und hat in einem Interview in der "reformierten Presse" seine Idee der Bischöfe erläutert" ...wer neben dem Bild der Reformierten Presse weiterlesen und denken möchte ... bitte sehr ...

Bei der Wahl ums SEK-Präsidium geht es nicht nur um persönliche Fähigkeiten. Hier wird Locher einen Trumpf spielen können. Aber es braucht mehrere. Es braucht eine brauchbare kirchliche Leitschnur. Ein Bischof der die Mitra nur am 1. April aufsetzen will, weiss dass diese eigentlich Strinbinde bedeutet - nicht Augenbinde.

Der dritte Kandidat, Didier Halter aus Sitten ist für mich der "Unbekannte". Ich kann nicht alle Leute kennen. Vielleicht schreibt jemand anderes über ihn. Sitten, der Hauptort des Kantons Wallis ist Bischofssitz. Ein echter, ein katholischer. Und wenn ich mich nicht täusche, spreche ich in Sitten nur Französisch und so ist mir der Name als "Sion" besser bekannnt. Und die Deutsch sprechenden sagen eh "Sittu", was dem Berndeutschen sehr nahe liegt - zum Beispiel Huttu, wo ich selbst mal gearbeitet und gelebt habe.

Liebe Berner, die Üsserschwitz, so wird im Wallis der restliche Teil des Landes ausserhalb ihres Kantons genannt, hat noch einen weiteren Kandidaten. Einen Innerschweizer aus Luzern und wer die Geschichte etwas kennt, der müsste wissen, dass ein "ausgewanderter" Aargauer eigentlich ein Berner ist.

David A. Weiss scheint deshalb nicht nur regional ausgewogen zu sein, auch die Zürcher wissen dies und beschreiben deine Vorzüge klipp und klar. Bis jetzt habe ich nur über einen einzigen angeblichen Nachteil gelesen. Weiss sei zu alt. Ich fühle mich auch gleich angesprochen, da wir vermutlich den gleichen Jahrgang haben. Da bleiben noch zehn Jahre Zeit, um die Kultur der Schweiz mit zu gestalten. Und das nächstemal darfst du uns ruhig informieren. Ja so sind wir Liberalen, man liest die Zeitung und ist halt so informiert. Ich hoffe, dass ich dir an unserer nächsten jährlichen Sitzung im März rückwirkend gratulieren kann.

David A. Weiss
David A. Weiss ist Stiftungsrat der Lang-Stiftung und damit libref. engstens verbunden (Foto gefunden als "zvg")




Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
"Kein Grund zur Depression"

Vor zwei Jahren erschienen:
«Die USA sind kein Vorbild»

Vor drei Jahren erschienen:
Stag - Spekulant oder Triumph

Vor vier Jahren erschienen:
Gold auf 8000 USD 1 UZ

Vor fünf Jahren erschienen:
EURalisierung gestoppt?



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Kuschen oder Vorteil für den seriösen langfristigen Anleger?

Praktisch zum fünfjährigen Bestehen des Finanzblogs kommt aus den USA eine der vermutlich spannendsten Entscheidungen im Finanzsektor in all diesen Jahren. Die USA führt eine Transaktionsgebühr von 30 Prozent ein - oder die Bankinstitute legen die Daten der Steuerpflichtigen der USA offen. Da rückt der bevorstehende Atomwaffenangriff der Taliban auf die Schweiz direkt in den Hintergrund.

Die NZZ Online berichtet "Weltweites Entsetzen über US-Steuergesetz". Zur Zeit gibt es praktisch keine Mitteilungen, geschweige denn Meinungen im Netz, was von der neuen amerikanischen Gesetzgebung zu halten ist. Die Finanzkreise werden vom weltweiten Entsetzen sprechen ... besonders diejenigen, die unversteuerte amerikanische Kundengelder haben.

Ethisch gesehen, dürfte dies eine Kampfansage an Schwarzgelder sein. Aber es ist zur Zeit nicht möglich, genaue Auswirkungen aufzuzeigen, denn es sind viel zu wenig Informationen im Netz vorhanden. Also gilt es einige Überlegungen, die im Hinterkopf ablaufen sollen, mit einzubeziehen wenn wir in den nächsten Stunden, Tagen mehr Informationen zum neuen Steuergesetz erhalten, das der Präsident Obama garantiert unterschreiben wird.

Hier einige Fragen:
  • Wird der Druck wirklich so gross sein, die Kunden offen zu legen um den Zusatzaufwand in der Wertschriften-Administration zu vermeiden? Werden es nicht die ehrlichen Kunden sein, die ein Institut dazu drängen werden?
  • Wer wird die Entscheidungen treffen - die Wertschriftenhäuser oder die einzelnen Länder? In der Schweiz ist dies eine Entscheidung des Volkes, resp. der von ihr gewählten Vertretern!
  • Mit welchen Mitteln kann die USA sein Gesetz wirklich in die Tat umsetzen oder werden vermehrt Wertschriftentransaktionen ausserhalb der überprüfbaren Bereiche ablaufen?
  • Steckt bei der nicht amerikanischen Seite wirklich ein immenser administrativer Aufwand? Ein zusätzlicher zweckbestimmter Abzug auf einer Wertschriftenabrechnung scheint mir kein Problem zu sein. Wer das nicht mit relativ kleinem Aufwand bewerkstelligen kann, der sollte das ja nie öffentlich mitteilen. Sonst müsste der Finanzblogger etwas zum Nachdenken über die Software-(Un)-Lösung dieses Unternehmens schreiben. Ein Software-GAU dürfte bei einigen Konzernen heute schon in der Unternehmensleitung zum Gespräch stehen.
  • Hätte der seriöse langfristige Anleger nicht einen immensen Vorteil, wenn viele Spekulationsgeschäfte wegfallen würden?
  • Könnte es nicht sein, dass gerade für den ernsthaften Anleger amerikanische Aktien wieder attraktiv würden, weil die fundamentalen Werte plötzlich wieder mehr zählen würden?

Fragen über Fragen. Es werden sich wieder viele Politiker und Unternehmer zu Wort melden, die von Finanzen nicht echt viel verstehen. Es kommende spannende Zeiten.

Ja so spannend, dass die Welt vielleicht sogar vergisst, dass unser ranghöchster Offizier sagte: "Achtung, eine A-Bombe! Armeechef warnt vor Nuklearangriff in der Schweiz." Ja Blattmann wird seinem Namen gerecht, der Mann nimmt kein Blatt vor den Mund und zeigt auch auf, welche Risiken wir von unseren Nachbarn zu befürchten haben. Ja Blattmann sollte sich entschuldigen. Nur eines ist sicher. Er hätte mich nicht wie einer seiner Vorgänger (der Zumi) wegen meiner Äusserungen in eine spezielle Einheit umgeteilt. Andererseits habe ich etwas mehr Mühe mit Reaktionen, die seitens Gaddafi gemacht werden. Danke Amerika, du nimmst die Schweiz wieder etwas zum Rampenlicht heraus.

Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
"So durchschauen sie ihren Finanzberater"

Vor zwei Jahren erschienen:
3 Jahre Jubiläum und Dollar unter 1 CHF?

Vor drei Jahren erschienen:
Hedge-Fonds übernehmen kriselnde US-Immobilien

Vor vier Jahren erschienen:
75 Jahre elektrische Rasur

Vor fünf Jahren erschienen:
Tag des Waldes und Precious Woods

http://finanzblog.kaywa.com/admin/posts/?ID=1194&view=


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Geschätzter Goldpreis: 817,80 Euro

...eine clevere Art, Werbung zu betreiben ...

Laudatio anlässlich Verleihung des prix libref. an Gret Haller

Laudatio für Gret Haller anlässlich der Verleihung des prix libref. gehalten von Prof. Dr. Reiner Anselm, geschäftsführender Direktor des ZRWP das Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) der Universitäten Basel, Lausanne, Luzern und Zürich sowie des Collegium Helveticum.

(Wiedergabe des Beitrages bei libref.)

"Soll denn der Knoten der Geschichte so auseinandergehen: das Christentum mit der Barbarei, die Wissenschaft mit dem Unglauben?" In dieser Frage, die der Berliner Theologe Friedrich Schleiermacher in einem Brief an seinen Freund Friedrich Lücke formulierte, bündelt sich knapp und präzise das Programm liberaler Theologie - zumindest dann, wenn man diese Frage als eine rhetorische Frage begreift. Natürlich möchte Schleiermacher einen Weg finden, der das Zusammenbestehen von (moderner) Wissenschaft und (überliefertem) Christentum möglich macht. Dazu gilt es, so seine Überzeugung, zuvörderst in Kirche und Theologie der gewachsenen Sensibilität für die Autonomie des Einzelnen Rechnung zu tragen. Nur wenn auch die Praxis der christlichen Kirchen der Forderung Kants, derzufolge das "Ich denke", alle meine Vorstellungen begleiten können müsse, Rechnung trage, nur dann sei ein solches Zusammenbestehen denkbar.

Das bedeutet zunächst, den Einzelnen und seinen Glauben, seine persönliche Beziehung zu Gott, in den Mittelpunkt des theologischen Denkens zu rücken. Diese Umstellung, die später von Karl Barth zu Unrecht als der titanenhafte Versuch des Menschen, sich über Gott zu erheben, gedeutet wird, ist die zeit- und sachgemäße Interpretation der reformatorischen Lehre von der Rechtfertigung des Sünders allein aus Glauben. Keine andere Instanz, auch keine Institution und erst recht kein Handeln kann zwischen Gott und Mensch treten. Allein der höchstpersönliche Glaube kann das Verhältnis zu Gott begründen - besser noch: Im individuellen Glauben bildet sich die Beziehung des Einzelnen zu Gott ab. Dies ist keinem anderen zugänglich, niemand kann darüber wachen oder urteilen. Wie ursprünglich bei den Reformatoren festgehalten, kommen Kirche und dem Predigtamt nur eine unterstützende, anbahnende Funktion für den persönlichen Glauben zu. Dass und wie sich die Gottesbeziehung aber gestaltet, ist allein dem persönlichen Verhältnis zwischen Gott und einem Einzelnen vorbehalten.

Vor diesem Hintergrund erscheint es aus heutiger Sicht nur konsequent, dass sich um die Mitte des 19. Jahrhunderts Vereinigungen bildeten, die die liberale Überzeugung auch in den Staatsverfassungen vertreten sehen wollten. Selbstverständlich aber war es nicht, da parallel zu der Entstehung des modernen Europa und der Etablierung liberale Gedankenmuster in der Wissenschaft und der Gesellschaft sich auch ausgesprochen restaurative Züge in den Kirchen Europas zu regen begannen. Hier sah man in dem Aufstieg des Individuums, das auch die großen ökonomischen Veränderungen und Fortschritte, aber auch die sozialen Notlagen der ersten industriellen Revolution hervorbrachte, eine Gefahr für das Gemeinwesen. Darum waren diese Kräfte darum bemüht, die neu gewonnenen Freiheiten des Einzelnen wieder rückgängig zu machen.

Es gehört zu den besonderen Verdiensten der schweizerischen Vereinigung für das freie Christentum, dass es ihr gelang, bei der Neugestaltung der Bundesverfassung von 1874 einen Artikel über die Religionsfreiheit einzuschreiben. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für die Etablierung des Menschenrechtsgedankens in der modernen Schweiz gelegt, auch wenn man aus heutiger Sicht sagen muss, dass die Akzeptanz dieses Artikels wohl eher aus dem Wunsch, die Macht der katholischen Kirche zu begrenzen denn aus einer modernen

Für die Vordenker des liberalen Christentums stand dabei außer Zweifel, dass dieses Recht auf Religionsfreiheit nicht den Rückzug in eine individualistische Auffassung des Christentums sein könnte. Vielmehr war man davon überzeugt, dass gerade ein selbst und frei gewähltes, eben nicht durch die kirchlichen Autoritäten aufgenötigtes Christentum eine besonders tragfähige Grundlage für einen aus christlicher Motivation begründeten Dienst am Nächsten darstellt. Freies Christentum, liberale Gesinnung und Hinwendung zum Nächsten schließen sich also nicht aus, sondern bedingen einander. Dementsprechend ist Freiheit in der liberalen Theologie und im freiheitlichen Protestantismus auch nie nur als eine Freiheit von, sondern immer auch als eine Freiheit zu verstanden worden. Hier nimmt die liberale Tradition die Grundfigur Immanuel Kants auf, dessen Ethik der Autonomie eben die Verbindung von individueller Freiheit und Überzeugung und Orientierung am Nächsten, am Gemeinwohl vor Augen hatte. In keiner Figur wird diese Verbindung deutlicher als bei Albert Schweitzer, dem großen liberalen Universalgelehrten und Vorbild für sozial-caritatives Handeln. Seine Leitformel, ich bin Leben, das leben will inmitten von Leben, das leben will, bringt den Zusammenhang von individueller Freiheit und Orientierung am Nächsten deutlich zum Ausdruck, wobei Schweitzer den Nächsten auch in der nicht-menschlichen Natur sehen wollte. Dem Bemühen, beides, eigene Freiheit und Dienstbarkeit am Nächsten zusammenzubringen, galt Schweitzers ganzes Engagement.

Die Verbindung von individueller Freiheit und Orientierung am Nächsten, am Gemeinwohl, das auch und gerade das Recht der Schwächeren mit einbezieht, ist nach den grausamen Erfahrungen des 2. Weltkriegs zum Inbegriff der Menschenrechtstradition geworden. Die Eckdaten der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Proklamierung unverbrüchlicher Rechte des Einzelnen, die auch den Schutz der Glaubens- und Gewissensfreiheit einschließen, ist längst Allgemeingut geworden. Aber die Frage, wie die Balance zwischen Freiheitsrechten des Einzelnen und der Orientierung am Nächsten und am Gemeinwohl gehalten werden kann, bleibt nach wie vor eine große Aufgabe. Sie ist eng verbunden mit der Frage, ob eigentlich das Konzept der modernen Menschenrechte denkbar ist ohne das Verbindende Band einer gemeinsamen Religion bzw. einer Weltanschauung. Denn gerade der Toleranzartikel der Bundesverfassung von 1874 hat natürlich keineswegs eine mulitreligiöse Gesellschaft vor Augen sondern denkt und argumentiert von einer gemeinsamen Religion her, dem Christentum nämlich.

In der jüngeren Vergangenheit nun mehren sich die Stimmen, die die auf die besondere Bedeutung der Religion für die Vermittlung von gesellschaftlichen Normen und Werten hinweisen. Nur die Religion, so heißt es nun, könne diejenigen Wertvorstellungen vermitteln, auf die auch ein moderner Staat angewiesen sei, wollte er nicht einem schrankenlosen Individualismus verfallen. Häufig wird dabei auf das berühmte Zitat von Ernst-Wolfgang Böckenförde verwiesen, demzufolge der moderne, freiheitliche Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann. Diese Einschätzung ist aber nur zum Teil korrekt. Denn dies gilt nur für Religionen, die sich selbst dem Prozess vernünftiger Reflexion unterziehen. Jürgen Habermas hat in seiner berühmten Rede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2001 auf diesen Sacherverhalt hingewiesen.

Der Kampf um die Etablierung der Glaubens- und Gewissensfreiheit mag Geschichte sein. Das im Hintergrund stehende Bestreben, die Kompatibilität von Glauben und Vernunft zu erreichen und das Christentum nicht auf Autorität, sondern auf einer der Vernunft des einsichtig zu machenden Lehre zu begründen, ist aber bleibend aktuell. Dementsprechend stellt sich die Frage nach der Thematisierung der Religion im modernen Verfassungsstaat heute nachdrücklich anders als vor gut 130 Jahren. Die Freiheit für ein selbstbestimmtes, vernünftig reflektiertes Christentum muss nicht mehr vom Staat erkämpft werden, vielmehr ist der Staat darauf hinzuweisen, dass er allen Religionen, die er dulden kann und möchte, im Interesse des gemeinsamen, konstruktiven Zusammenlebens eine vernünftige Selbstreflexion aufdrängt. Im Blick auf das Verständnis der Menschenrechte bedeutet dies, dass das Recht auf Religionsfreiheit nicht gegen den Staat verstanden werden kann, als vorstaatliches Recht, so wie es in der US-amerikanischen Tradition der Fall ist. Vielmehr gilt es, die Religionsfreiheit als ein vom Staat verliehenes und im Gegenüber zum Staat ausgebildetes Recht zu verstehen, bei der der Staat sich aus der kontroversen Frage nach der Wahrheit zurückzieht, dafür aber den Religionen eben die geschilderte Selbstreflexion aufnötigt. Um als Religion anerkannt zu werden, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Eben dies ist die europäische Linie der Religionspolitik, und eben hier hat Gret Haller, die erste Preisträgerin des prix libref. Wichtige Vorarbeiten geleitet, und zwar sowohl in ihrem Buch "Politik der Götter" von 2005, aber auch in der Studie "The limits of atlanticism" . Vor allem aber hat sie mit ihrem Referat und ihrer kritisch-konstruktiven Präsenz bei der Synode in Bivio 2007 dem Schweizerischen Verein für freies Christentum libref. Die entscheidenden Anstöße und Impulse gegeben, um seine Arbeit in dem genannten Sinne, im Blick auf eine Ergänzung der geltenden Bundesverfassung um einen Religionsartikel, der die Religionsfreiheit anerkennt und gleichzeitig aber den Religionen Angebote und Auflagen macht für die Durchführung und Wahrnehmung einer "vernünftigen Selbstreflexion". Darum wird sie mit dem ersten prix libref. ausgezeichnet."

Reiner Anselm


Reiner Anselm

Prof. Dr. Reiner Anselm ...

Reiner Anselm und Gret Haller

... die Preisträgerin Dr. Dr. h.c. Gret Haller ...

Susanne Leuzinger-Naef

... Dr. Susanne Leuzinger-Naef (Vizepräsidentin des Bundesgerichts) hielt die Würdigung von Gret Haller ...

Stephan Marti und Gret Haller


... Bahn frei zum Rednerpult, denn der administrative oder finanzielle Akt gingen eben über die Bühne ...

Vor einem Jahr bei libref.erschienen:
Bruno's letzte Reise - Glaube, Hoffnung, Liebe

Vor zwei Jahren bei libref. erschienen:
Höchstgeschwindigkeit

Vor drei Jahren bei libref. erschienen:
Bravo, WEF - die gleichen Gäste

Zusammenstellung und Fotos (bis auf die letzte, die stammt von Jean-Claude Cantieni): Stephan Marti - Finanzblog




Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Milliardenbetrug - wie ist so etwas möglich? - der erste Beitrag der Reihe "Geld und Finanzen - leicht erklärt"

Vor zwei Jahren erschienen:
Blitzlehrgang für Finanz-Zeitungslese

Vor drei Jahren erschienen:
vom Leben und vom Tod ... meine Wünsche



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