Über Auffahrt wird in vielen Ländern 60 Jahre Frieden gefeiert. Nicht alle können mitfeiern. An über 100 Plätzen auf der Welt herrscht Krieg und 13'000 Menschen werden alleine bei IBM entlassen.


Genau genommen hat heute Morgen vor 60 Jahren der Friede nach dem zweiten Weltkrieg begonnen - um 00.00 Uhr. Und die Geschichte hat es bewiesen, es gab immer wieder Krieg. Vermutlich wird es solange Kriege geben, bis es keine Menschen mehr gibt.

Wenn wir in den Geschichtsbüchern lesen, ist meist von Krieg und Toten die Rede. Auch heute gibt es je nach Einstufung zwischen 100 und 200 Kriegskonflikten auf der Welt. Aber es gibt mehr Gebiete, wo Friede herrscht und daran sollen wir uns freuen.

«Friede sei ihr erst Geläute.»

Dieser Satz ist nicht von einem Lebenden - vor genau 200 Jahren starb Friedrich von Schiller.
Im Grunde genommen finde ich es das Letzte, dass der letzte Tag, der Todestag gefeiert wird. Ein Kapitel wurde abgeschlossen und jetzt kann man es zur Kenntnis nehmen. Die Geburt, das Leben, den Frieden sollten wir feiern - aber dies ist eine Einstellungssache. Der obige Spruch «Friede sei ihr erst Geläute» ist auch der letzte Satz aus Schillers «Das Lied von der Glocke».

Was geschah mit all den Leuten, die diese Glocke gegossen hatten. Wurden sie wie bei IBM entlassen. Darüber können wir nur spekulieren. Vielleicht haben sie anschliessend eine Kanone gegossen! Wenn Mitarbeiter entlassen werden ist immer die Frage, wer und unter welchen Bedingungen werden sie entlassen.

IBM stellt CHF 100' - 200'000 Abgangsentschädigung zur Verfügung. Diese Zahl sagt nicht viel aus, denn es ist eine rechnerische Durchschnittszahl. Wird die Beschäftigungsdauer berücksichtigt? Wird die Eingliederungsmöglichkeit des Einzelnen berücksichtigt? Fragen über Fragen.

Wie viele werden selbst im IT-Sektor eine Firma gründen und eigenes Risiko übernehmen? Hätte IBM nicht selbst die Möglichkeit, in ihren Think Tanks (Seite 11 - sehr langsamer PDF-Aufbau) Ideen mit diesen Mitarbeitern umzusetzen?

Geht es IBM wirklich so schlecht, dass sie betriebswirtschaftlich notwenige Entlassungen vornehmen muss, um den andern eine Existenz zu sichern? Wohl kaum. Es ist die heutige Zeit! Diejenigen die bleiben können, haben Angst auf die nächste Entlassungswelle und mucken deshalb nicht auf - aber sie sind auch nicht innovativ. Und oft gehen die «guten Mitarbeiter» von selbst und die andern bleiben.

Kurzfristig steigen die Aktienkurse meist nach grossen Entlassungswellen, aber längerfristig sieht dies sehr oft anders aus. Vielleicht stimmt der alte Spruch: «Ich Bin Müde - IBM».