Biotreibstoffe sind in aller Munde. Einen davon kann man in den Mund nehmen - Salatöl. Mehr über diese ökologisch und ethisch blödsinnige Methode morgen. Heute geht es um Alkohol, einem weitaus vernünftigeren Energieträger - eine echte Möglichkeit für die Zukunft.


Beim Biotreibstoff ist die Grundsatzfrage: «Wo fallen biologische Stoffe an oder können angebaut werden, welche die Lebensmittelkette nicht (stark) beeinträchtigen? Zudem müssen diese mit anderen Produktionsketten im Einklang stehen!»

Zum ersten Teil dieser Grundsatzfrage. Wenn sie die gesamte Bundesrepublik Deutschland ausschliesslich während fünf Jahren mit Rapsöl bepflanzen, kann jeder ein Jahr mit dem Fahrzeug fahren und vier Jahre bleibt der Wagen in der Garage. Es würde kein Spargel oder Getreide angepflanzt und Gras für Kühe gäbe es auch nicht. Und alle, die mit Benzin fahren, bleiben von Anfang an stehen - weder mit Pflanzenöl noch mit Biodiesel läuft etwas.

Zum zweiten Teil der Grundsatzfrage. Seit langem wissen wir, dass Holz zum Beispiel als Bauholz genutzt, als Brennholz gebraucht, für die Papierherstellung verwendt oder als Treibstoff vergast werden kann. Treibstoffvergasser gab es während des zweiten Weltkrieges.

Als Resultat obiger Überlegung ist Biotreibstoff eigentlich nur sinnvoll, wenn die Ausgangsstoffe irgendwo als Abfall anfallen oder irgendwo nicht oder schlecht genützte Ländereien «besser» bepflanzt werden können.

Was ist Bioethanol? Nichts anderes als Ethanol, in der Umgangssprache als Alkohol, Schnaps, Weingeist bezeichnet - C2H6O ... Über den chemischen Teil Alkohole (etwas nach unten scrollen) möchte ich mich nicht auslassen - das ist ein hochspezielles Gebiet. Aber eine ketzerische Bemerkung zu «Bio» möchte ich anbringen. Bioethanol ist in etwa so biologisch wie Erdbeeren, Salat - egal von wem und wann sie die kaufen oder wo sie produziert wurden. Oder anders gesagt: «Alles was einmal angepflanzt wurde, ist biologisch.» So gesehen, dürfen sie auch Erdöl als «Bio» bezeichnen.

Deshalb heisst der in der Schweiz hergestellte und verkaufte Treibstoff auch etha+ (r) und nicht bioetha+. Mehr dazu am Freitag.

Borregaard 1

Borregaard 2

... so schön kann Industrie sein - Borregaard in Riedholz - oben, nördlich der Aare, die ehemalige Zelulosefabrik Attisholz und unten südlich der Aare die Holzannahme und Hefefabrik in Luterbach