Listel: Wandplättli, Walfisch, Sand, Salz, CHF und der Vranken

Listel der Sandwein - vin des sables oder vin de sable - jeder Camargue-Tourist kennt ihn. Oder scheint ihn zu kennen. Unbekanntes aus Börse und Weinbau.


Einzahl oder Mehrzahl. Der Sand, die Sände? Sandwein gibt es nicht nur in Südfrankreich im Departement Gard (30). Es gibt diese Reblaus resistenten Pflanzen die nicht auf eine amerikanische «Grundrebe» veredelt werden müssen auch in Portugal, Österreich und Ungarn ...

Listel

... so wie man ihn kennt. «Listel» ist ist fast wie ein Oberbegriff für Sandwein gar Rosé geworden, so wie für Streuwürze «Maggi» und Mineralwasser in der Schweiz ein «Henniez» ist. Die Domaine de Jarras (Domaines Listel). Seine Geschichte fängt 1883 an und verbindet sich heute mit Champagne Pommery von Paul-François Vranken, einem der wohl erfolgreichsten «Winzer». Listel ist mit 1650 Hektaren Rebland die grösste Weindomäne Europas. Das entspricht mehr als 4 x 4 Kilometer Reben ...


Rebenmeer

... Rebenmeer auf Sand gebaut. Aus Sand gebaut sind auch die dünnen (ca. 2 cm breiten) Wandplättli, die meist als Trennlinie in Frankreich im Bad und Küche zur Anwendung kommen - Listel heissen diese Dinger - auch in Deutsch. Auf die andere Seite der Strasse gleich viele Reben und ...

Salz

... Schnee, nein Salz - einst Zahlungsmittel mit Gold aufgewogen, heute kostet ein Kilo in Frankreich ab CHF 0.30 ...

Saline du midi - baleine

... geschmacklich wesentlich feiner, als unser Steinsalz, aber diese Qualität geniesse ich als Badesalz. Wir wollen uns nicht über den Preis und den Geschmack streiten, da ist die Vielfalt zu gross und mitunter ein Unterschied zwischen Mittelmeer und Atlantik. In letzterem habe ich schon Walfische gesehen. Hier nehmen wir Vorlieb mit Baleine, dem Wal, früherer Besitzer von Listel - labaleine ...

Jungpflanzen

... Jungpflanzen, eben mit dem kleinen Unterschied, nicht aufgepfropft. Weinbau floriert in Touristen-Gegenden auch wenn ich heute als einziger gezählt werden könnte. Im Juli war ich noch nie in der Camargue. An den Parkplätzen zu urteilen, dürften dann einige tausend Besucher pro Tag mehr sein. Ich gehe dann in Gebiete, wo es wenige Touristen hat und weil diese bei der Masse keinen Namen haben, werden Reben der Überproduktion entgegenwirkend ausgerissen, obschon diese Weine nicht schlechter sein müssen. Wie beim Salz, die Weinpreise sind verschieden ...

100-jährige Reben

... knapp 2 Euro der Billigste, etwas teuerer solche mit einer «schönen» Etiketten und Médailles d'Or, d'Argent ou de Bronze de Pairs in Hülle und Fülle. Und hier ein Gratistipp, schauen sie lieber auf eine unbekanntere Auszeichnung aus der Gegend - zum Beispiel des Departement Gard. Hier werden schöne Weine nicht nur gegen Geld ausgezeichnet, es findet auch entsprechende Quervergleiche statt. Auf dem Bild sind rund 100-jährige Grenache-Reben zu sehen. Eine Traubensorte, die für mich die erfrischensten Rotweine überhaupt liefert, aber selten an zu treffen sind. Die meisten, wie diese hier auch, werden als Rosé ausgebaut. Nur dass so alte Reben den wesentlich besseren Wein liefern - EO Wine. Bitte vergleichen sie in Frankreich die Preise, börsenkotierte Unternehmen können problemlos 50% höhe Preise im «Fabrikverkauf» ansetzten. Na ja, irgendwie müssen Vranken ja auch zu Franken kommen ...

Pink flamingo

... ein Touristenandenken braucht es trotzdem - fast wie der French Rabbit. Andenken soll man in guter Erinnerung behalten, auch wenn sie wie die Flasche im Weinkeller mit den zwei Camargue-Pferden Staub angesetzt hat ...

Camarque Pferde

... wie andere Pferde in dieser Umgebung auch. Die Strassen sind noch schlimmer, der Wagen sieht fürchterlich aus - aber man hat Zugang im Winter zu Gebieten, die man im Sommer nur zu Fuss oder mit dem Camargue-Pferd besuchen kann. Vielleicht besucht man einmal zwei alte Bekannte - clever und löwenhaft. Beide haben mit Pferden zu tun. Bei diesen beiden hat es im Hintergrund Flamingos. Aber eine der besten Ecken um Flamingos auf zu nehmen liegt an der Hauptstrasse. Der bessere Rosé hier bei Listel heist auch «Pink Flamingo» ...

Flamingo und Kormorane

... im Hintergrund unter den fliegenden Flaminges das Wahrzeichen von Aigues-Mortes ...

fliegender Flamingo

... wie beim Wein, so bei Tieren und Aktien - man muss manchmal etwas näher ran, etwas genauer hinschauen und in der grossen Menge nicht nur die riesgige Masse suchen - Trouvaillen finden, herrliche dunkle rote Sandweine, sie schmecken leicht anders, vielleicht eben nach Sand, Salz oder Flamingo ...

CO1 - CO2 - CO3 - C2H6O und der Preis für Fachliteratur

Kohlenstoffverbindungen sind wohl eines der interessantesten Gebiete in der Chemie - einige sind gesund, einige giftig, andere schädlich und manchmal halt doch eine Sünde wert - besonders die frischen Hand gerollten Zigarren.

Dannefrau

... die «Donna Frau» bei Dannemann und «mein persönliches Explar» ...

CO1 Kohlenstoffmonoxid ist hochgiftig und dies dürfte eigentlich der Grund sein, wieso Länder, Kantone, Bundesbahnen, Schiff-Fahrtsgesellschaften vor diesem Gas schützen wollen. Zulange eingeatmet wird es den Menschen «duselig», Blutarmut und dann kommt der grosse Hungerast. Jeder der raucht, macht dies auf seine Verantwortung und zumindest gestern haben in Zürich keine auf die andern Rücksicht genommen. Die Raucher. Cigarrenraucher auf dem Whisky-Schiff.CO2 Kohlenstoffdioxid wird heute von den 8 Schiffen nicht produziert, wenn man das für Rundfahrten nicht mitrechnet. Bei Villiger spricht Frau und Mann auch über die Gesundheit - nicht die üblichen Ansätze, im Grenzbereich der Wissenschaft. Wobei sich im Nachhinein oft herausstellt, dass der Grenzbereich, der Teil der Wissenschaft ist, den sich Wissenschaftlicher noch nicht vorstellen können. Chemisch gesehen, dürften wir hier in der Gegend von CO3 Kohlenstofftrioxid angelangt sein. Da kommt mir die Sonne in den Sinn, die man gestern vergeblich gesucht hat.

Auch von den 5 Minuten Lichterlöschen hat man nichts mitbekommen. Dafür kann man draussen im CO2-Bereich der Dampf- und Dieselschiffe heute Abend den frischen Wind geniessen. Aber einigen dürfte der Wind kälter vorkommen, als es tatsächlich ist. Man blickt auf den blauen Schriftzug der Neuen Zürcher Zeitung - der Tagesanzeiger zitiert die Sonntagszeitung - die Krisensitzung dürfte heute einige Leute mehr auf die Schiffe treiben, anschwemmen. Nicht mehr die Genussmenschen, denen die Boni davon segeln, sondern die, die jetzt einen hinter die Binde kippen müssen. Vermutlich nicht den 35-jährigen Bunnahabhain - die Flasche kostet nicht mal CHF 1000 - nur 999. Und das ist das tolle an dieser Degustation, statt einen Abend in einer Bar rum zu hängen kommen sie hier zum gleichen Preis von weltweiten Raritäten. Nicht nur Whiskey oder Whisky und schon gar nicht nur aus Scottland. Gar nicht so zackig, eher fein und fruchtig der Yamazaki aus Japan - gleich alt wie das Mindesalter für den Einlass. Nun wissen sie auch, wieso es doch einige ganz junge Japaner hier hat - drei Jahre früher genussreif.

C2H6O vom Feinsten was es zu finden gibt. Die meisten werden sich wohl mit dem billigeren (Fusel) bequemen. Das beste Preisleistungsverhältnis finde ich bei Quevarra-Cigars - Courcelles 30 jähriger Rhum aus Guadeluppe. Und da gibt es Leute die destillieren Zuckerrohr um damit herum zu fahren und rühmen sich, dass alles CO2 neutral sei. Eigentlich eine Schande. Wenn sie an der Bar zwei Doppelte nehmen, haben sie mehr getrunken - aber mit aller Sicherheit nicht so viel geniessen können. Falls die Rohstoffpreise weiter steigen, macht dies hier nicht viel aus - das ist dann fast Nebensache.

Wie die moderne Kommunikation auch. Hier kommt wieder zum Buch zurück, das Fachbuch. «Whisky - Marken aus der ganzen Welt» von Marc A. Hoffmann ist für CHF 20 auf dem Schiff zu haben (Porto eingespart) - ähnlich wie bei der Cigarre, persönlich für mich mit Widmung. Der Verlag macht genau drei Druckformate, es müssen exakt 320 Seiten sein und die Erstauflage beträgt 20 000 Stück. Dass das Buch in Malaysia gedruckt wird, sollte niemanden mehr verwundern. Im Kommunikationssektor dürften ähnliche grosse Änderungen auf uns zukommen wie mit dem CO2.

Schiffe

Adventskalender


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Der Adventskalender darf ins eigene Blog gestellt werden - hier das Word Dokument 09 (HTML)

Zusammenstellung, Fotos und Koordination: Stephan Marti - Finanzblog

Edelmetall für China-Wein, manipulierte Kultgetränke in Alu-Dose und Tetra-Pak?

«Das Reich der Mitte entdeckt den Wein» von Angela und der Rabbit dürften fast Erinnerungen an den Verbindungsball im Casino aufkommen lassen. Letzteres als Begriff ist keine Spielwiese für den Feldhasen, sondern eher für Aktionäre von Chillmi ...

... immer schön der Reihe nach wie Max Küng in der Kolumne zu schreiben pflegt. Wir fangen aber nicht mit dem Üblen an. Mit edelstem Essen, das uns serviert wurde. Hochstehend, gekonnt dargereicht und was die meisten nicht glauben mögen, es ist Convenience Food aus industrieller Küche. Besser als vieles andere, was zum Teil in Restaurants serviert wird - wobei der grösste Teil in der Schweiz auch nicht frisch auf den Teller kommt. Wenn wir schon beim Casino Bern sind, hier wird nicht gespielt. Allenfalls getanzt oder dann erhält einer sein Diplom - Mathe in der ganzen Region die einzige Note 6 und keinen Buchpreis. Zbinden, der spätere Rektor des KV meinte, das soll mir eine Lehre sein. Ich hab irgendwo 50 Rappen zu wenig aus der Aufgabe übertragen und dadurch auf den falschen 5er gerundet.

Anscheinend nach mit etwas gröberen Rechnungsfehlern rechnet man bei Kultgetränk Chillmi (nicht kill me). Eine Beurteilung der Sachlage überlasse ich andern - bin zufälliger weise mal nicht darin investiert. Spass beiseite, wer spielen will muss 500 Meter weiter (Tram oder zu Fuss). In obigem Casino Bern gibt es einen Zigarettenautomaten und die ein- und allenfalls wie anderswo auch zweiarmigen Banditen müsste man eher im Grand Casion Bern. Der Chef dort wird mir meinen Spruch nicht übel nehmen - der könnte auch in unserer Verbindung sein.

Der Ball rollt wieder, alle Beiträge von Angela Kreis-Muzzulinidarf ich ins Finanzblog nehmen. Ihr Hobby ist nicht der Wein - das ist ihr Beruf. Merci und vielleicht klappt mal eine öffentliche Einladung - herzlich willkommen in Langenthal zum Austesten des Clef du Vin - war halt schon am Dienstag im Club de la Barrique.

«Das Reich der Mitte entdeckt den Wein»

von Angela Kreis-Muzzulini

Lesen sie selbst, wie viele Barriques aus chinesischer Eiche produziert werden, was der ehemalige Geschäftsführer Gernot Langes-Swarovski und grösster Alleinteilhaber von Swarovski (am zweiten Beitrag dürften Aficionados Spass haben) in China macht und dass nur Spanien, Frankreich, Italien, die USA und Argentinien mehr Wein produzieren als China. Hätten sie es gewusst?

Im Gegensatz zur Schweizer Bevölkerung, die im Durchschnitt pro Kopf und Jahr etwa 36 Liter Wein konsumiert, bringen es die 1,3 Milliarden Bier und Reiswein liebenden Chinesen zurzeit auf rund einen Viertelliter ...

Reiswein habe ich selbst in China getrunken und chinesischen Wein erst einmal in London. Eines ist ihnen gemeinsam - die Etikette. Glitzer, Glanz, Metalldruck aus Gold und Silber. Über Schönheit kann man sich streiten. Manchmal auch über den Inhalt oder gar über das Verpackungsmaterial. Die Aluminium-Dose, da kann man echt fast sagen, kill me. Hier gibt es galvanische Ströme und Giftigkeit. Ich als Allergiker behaupte, dass in 20 Jahren Aluminium in der Lebensmittel-Industrie verboten ist. Mein Urteil über den Prosecco von Paris Hilton ist ein Hinweis darauf. Aber über Schönheit lässt sich auch hier streiten. Hoffen wir mal, dass beide etwas autochtone Sorten belieben. Tolle Degustation die wieder einmal bewiesen hat, dass jeder seinen eigenen Geschmack hat.

Auch beim French Rabbit dürfte schon die fast chinesische Glitzerpackung von Tetra Pak. Der Merlot aus dem Pays d'Oc schmeckt fein und die Säure vom vermutlich etwas zu jungen Wein macht sich erst gegen den Schluss bemerkbar. Es macht Spass so etwas aus zu probieren. Ich habe besseren Merlot aus der Gegend im Keller, aber mit einer total langweiligen Etikette - den können die nicht mal richtig in Frankreich verkaufen, obschon sie auf mein Anraten vor rund sieben Jahren, eine Goldmedaille in Paris geholt haben. Der Rabbit wird als Weihnachtsgeschenk verteilt und wird garantiert Aufmerksamkeit erregen. Wie der Kunde, der beim (Schweizer ?) Lieferanten am Montag in den Laden wollte. Geschlossen. Aber der Weinhändler diskutiert mit mir und öffnet den Laden. Kein Bargeld. Er keine Karte. CHF 19.50 - er bezahlt 20. «Für den Service gebe ich gerne ein Trinkgeld.» Die Flasche wurde gekonnt als Geschenk verpackt und der Kunde an die Türe begleitet. Ein Kunde mehr. Vielleicht zwei, denn der Beschenkte erhält nicht einen von ihm geliebten einfachen deutschen Wein, sondern etwas ganz Tolles. Vielleicht hat Patrick Vuithier von Finewine schon einen Lehrgang bei Davidoff gemacht.

French Rabbit

... die Traubenlese begann am 11.11. um 11.11. - Lesung mit Musik müsste das heissen. Und ich hoffe, dass auch etwas Musik in die Flaschen kommt. Der weisse Chasselat hat 90 Oechsle und der Rote Chasselat knapp 80. Für das Nebelloch Langenthal eigentlich ganz beachtlich. Der rote Gutedel, wie diese Sorte auch heisst, ist keine autochtone Sorte aber extrem selten zu finden.

Lieber Bundesrat (Sch)-Merz - statt Wein, Raps und Schnaps

... ein Beitrag zum Wein-en. Herr Merz Entschuldigen sie, ich musste ihr Parteicouleur nachschlagen. FDP - wir Liberalen. Bitte, bitte, bitte kommen sie nicht auch noch auf die Idee den wunderbaren Wallisser Rotwein Cornalin in Treibstoff umzuwandeln ...

... sonst haben sie vermutlich mit anderen FDP-Mitgliedern ein Problem, vielleicht sogar mit einem, dessen Heimatort in der Nähe von Fully ist. Mit Pascal Couchepin habe ich noch nie über Wein diskutiert, «nur» über die Kirche und und mit Fulvio Pelli (vor 2 Jahren der erste Beitrag) knappe 10 Minuten anlässlich «100 Jahre FDP Langenthal». Für mich ein gutes Gespräch, die langfristige Richtung ist erkannt, man spricht tatsächlich über «Gott und die Welt». Damals war ich noch Kirchgemeinderats-Präsident. Und das was uns Hans-Rudolf Merz einbrockt - ja einbrockt - ist auch eine Glaubensfrage.

Nicht dass die Finanzen das Problem sind, da haben sie ja keine Chance, wie einst einer ihrer Vorgänger zusammen mit (wenn ich mich nicht täusche) dem damaligen Premierminster von China Li Peng durch den Economist für die schlechteste Finanzführung ausgezeichnet zu werden (holziger Kochlöffel). Aber das mit dem Raps - das ist eine Schnapsidee. Als ich noch auf diesem Gebiet tätig war, unterstanden wir ihrem Finanzdepartement.

Raps als Treibstoff zu fördern und diesen noch von der Steuer zu befreien finde ich eine der grössten Schnapsideen, die jemals ein Bundesrat unterstützt hat - und dann noch einer der FDP.

Die Schweiz sollte weltweit mit einem guten Vorbild voran gehen.


Wenn Mist gemacht wird und was man nur aus Mist machen sollte, das wissen schon 17-jährige besser - gestern im Finanzblog.

Echt zufällig gestern, auch mein Schlusskommentar. Am dem Wort Sch ... (für Mist) muss man sich dort nicht aufregen, aber hier, an dem was Budesrat Merz will. Und was meint die Presse dazu:

- «Dreckigen Raps-Diesel fördern»

- «Raps-Republik» - kurz - absolut lesenswert

- «Bauernlobby stärker als Gesetz»

Auf dem Netz ist noch nicht viel zu finden - die Meldung ist zu neu und zu schockierend.

Aber seien sie unbesorgt, der Finanzblog sorgt schon dafür, dass sie immer eine Spur voraus sind:

- Attisholz ist oben schon verlinkt, aber noch nicht gesagt, dass der Bund hier mitverdient

- Salatölralley - Planzenöl als Treibstoff ist unethisch

- Bioenergie und nachwachsende Rohstoffe - die Kokosnuss ist ein echter Energieträger

- Wer hat die Kokosnuss, wer hat ...

Morgen nehme ich dann noch einen Anlauf, zu zeigen in welcher Form man Wein verpacken kann, damit ihn vielleicht Bundesräte nicht entlarven können und gleich Treibstoff daraus machen und dann darf ich ihnen einen schönen Beitrag über ein Weinland einspielen, das garantiert nie auf solche Ideen kommt. Die brauchen ihr landwirtschaftliches Land um benötigte Nahrungsmittel - und auch Wein - zu erzeugen. Wenn ihnen alles etwas Chinesisch vorkommt, dann liegen sie zumindest für den morgigen Beitrag richtig.

Clef du Vin - Clef du Cigars

Heute schauen wir einmal, was uns die Römern vor 2000 Jahren gelernt haben und freuen uns über ein neues Wiki, das wir nicht dank der Wikinger, sondern anderer Seefahrer und vielleicht auch dank ihres Logbuch geniessen können. Zwei «high tech» Sachen mit Jahrhunderte langem Wissen die ihnen den Genuss von Wein und Zigarren noch schöner machen.

Mit meinem Martischen 6-Eck finde ich bei jedem Kunden heraus, ob er Wein geniesst, Cigarren-Liebhaber ist oder Zigaretten raucht. Das mittlere ist fast ausschliesslich Genuss. Ersteres kann Sucht sein und letzter ist es eigentlich immer. Die Abgrenzung ist nicht einfach und für aussen Stehende manchmal nicht zu erkennen. Ein hochaktuelles Beispiel schlägt Wellen und keiner kann es beurteilen. Nur vermuten. Man wird des Drogenkonsums bezichtigt und weint vor der Fernsehkamera. Da ich eher für das Gute im Menschen bin, selbst Genussmensch, denke ich, die Handlung ist echt. Wenn sie lügt, dann knallhart, unverzeihlich. Ich möchte zur Zeit nicht in der Haut von Martina Hingis stecken. Am besten gefällt mir der Kommentar der Welt - Seite 28 und sonst gar nichts über das Tenniswunder, das abstürzte - Hingis.

Higgins hat es einfacher. Er raucht Pfeife, wie ich zur Zeit (Sonntagabend). Ich habe Respekt, wenn jemand nicht raucht und/oder keinen Alkohol trinkt. Mindestens 2/3 meiner Kunden sind Nichtraucher, aber jeder akzeptiert meine Leidenschaft. Zur Zeit eine steinalte Meerschaumpfeife aus Magnesiumslikat. Richtig eingesetzte Chemie hilft den Genuss verstärken, der Clef du Vin ist das Paradebeispiel. Higgins, der Sprachwissenschaftler lässt Doolittle the rain in Sapin singen. Auf Deutsch: «Es grünt so grün», dass Spaniens Blüten blühen. Vielleicht Nachschattengewächse, die sie aus der Karibik nach Hause gebracht haben, zumindest für heute - der Tabak. Und was haben die Seefahrer von damals geführt ...

Logbuch Blog

... das Logbuch, der Vorgänger des Internet-Logbuch, des Weblog oder kurz das Blog. Und ein Blogger, der sich mit diesen Nachschattengewächsen gut auskennt, wurde zu nächtlicher Stunde entlarvt. Sein Pseudonym «Aficionado» ist in der Welt am Sonntag entgültig gelüftet worden ...

... und vor allem, das Cigar-Wiki ist offiziell bekannt gegeben worden. Hans, herzliche Gratulation. Wer die Blogroll (die vielen Links rechts neben dem Blog) des Finanzblogs regelmässig verfolgt, hat vielleicht bemerkt, dass dieser Link klammheimlich vor einigen Wochen aufgeschaltet wurde und vor kurzem gab es einen Kommentar mit diesem Link. Manuel von Primium Cigars lassen wir berichten, den er ist sein Nachfolger im Cigar Blog. Vermutlich ist es mehr als nur Rauchzeichen, das Cigar Wiki, eher ein Clef du Cigar, dass er seinem Namen getreu, Fröhlich beschreibt. Zusammen mit dem «Mitarbeiter» Ricci wurde er schon mal abgelichtet. Der Kioskiero hat - viele andere natürlich auch - seine grösste Freude, halleluja, dass aus dem Blogger Fischer ein Wikinger wurde ... Jahrhunderte alter Genuss nun auf neuestem Web 2.0 Level ...

Kind als Cigarren-Raucher

... aber bitte nie übertreiben, sonst stehen sie wirklich etwas schräg in Landschaft.

Jahrtausende alt hingegen ist die Erkenntnis des Clef du Vin (pdf-Datei - gleiches Fenster) und trotzdem eine echte Revolution im Weingenuss. Ob beim Degustieren oder beim Geniessen - pro Sekunde wird der Wein um ein Jahr gealtert. Es funktioniert. Bei Säure reichen Weinen besser, als bei andern. Genau gleich wie wenn die Flasche im Keller liegt, wird es wohl nicht sein - aber die Tendenz ist perfekt ersichtlich. In hochstehenden französichen Restaurants gehört dieses kleine Ding zum Begleiter von Sommeliers und bei uns kennt es praktisch keiner. Ich habe vorallem mit der Taschenausgabe des Clef du Vin zig Leute überrascht. Weinbanausen, Weinkenner, Weinverkäufer und Weinproduzenten. Einige Franzosen erreichen den gelcihen Effekt mit einer Kupfermünze die sie in den Wein tauchen. So wie es die alten Römer gemacht haben. Nur gingen die zu weit und haben den Wein im Fass mit Kupfermünzen behandelt. Das nimmt wohl die Säure, aber zerstört eigentlich durch chemisch-elektrische Vorgänge längerfristig den Wein. Das bedeutet, dass man diese Technik nur bei Wein anwenden darf, den man eben trinkt.

Sie können auf der einen Seite feststellen, ob der Wein zum Lagern Potenzial hat oder mit den grösseren Clef du Vin können sie ein Glas oder eine Flasche jüngeren Wein um einige Jahre ältern lassen. Er wird bekömmlicher. Sie können auch eine Kupfermünze oder wie mir ein Deutscher Weinbauer sagte, auch einen abisolierten Kupferdraht nehmen. Nur und das weiss man natürlich auch bei Rebschneckle ist Kupfer Gesundheit gefährdend. Deshalb lieber etwas Geld ausgeben und das moderne Produkt kaufen, das mit einer Kupferlegierung (vermutlich) nicht oder weniger schadet. Le Creuset, bekannt von Screwpull, ist leider nicht börsenkotiert, aber sie können einmal davon ausgehen, dass in vielleicht zehn Jahren ein Plagiat auf den Markt kommt. Warten zahlt sich aber nicht aus. Sie können selbst ausrechnen, wie oft sie einen jüngeren Wein «behandeln» müssen um mit der Differenz zum älteren, den Clef du Vin zu amortisieren ...

Clef du Vin und Reisehumidor

... das Reisegepäck dürfte um einige Gramm grösser werden ... wer es nicht im Laden erhält, dem kann ich die Adresse der Marketing-Agentur zustellen. Verdienen werde ich nichts daran, aber vielleicht kann man jemanden etwas Freude bereiten ...

Das etwas andere Beaujolais

So alle zwei Jahre einmal fahre ich durch das Beaujolais - auch der Landschaft, nicht nur der Weine wegen ...

... zumindest nicht aller Weine. Eins sei vorweg genommen. Das Beaujolais hat sich weinbaumässig in den letzten 20 Jahren stark verändert - aber bei einem Teil der Winzer ist das Qualitätsverständnis leider noch nach alter Väter Sitte ...

Massenweine

... an Tanklastwagen hat man sich längst gewöhnt, aber zum Teil wird wirklich alles, was gelesen wurde abgepresst und aus der Lagengemeinde zum Grossproduzenten verfrachtet. Masse statt Klasse, der Preis ist, was zählt ...

Ertragsbegrenzung

... aber man kennt ja die Ertragsbegrenzung. Um Qualität zu erhalten muss man nicht bei der Lese herausschneiden, sondern wesentlich früher, damit die Trauben, die hängen bleiben alle Kraft der Rebe erhalten ...

Trauben

... solche Trauben finden sie tonnenweise weggeschnitten. Zum brennen darf man sie auch nicht brauchen, denn diese Menge zählt zum Ertrag ...

Übermenge

... und die maximal mögliche Menge lässt sich einfach errechnen: Quadratmeter mal erlaubte Menge gibt Gesamtgewicht. Das Übergewicht wird an Ort und Stelle weggeworfen. Man nimmt sich nicht einmal die Mühe, diese Trauben zu den Reben zu werfen, obschon sie dort als Dünger nützen könnten. Das hier sind ganz normale Trauben die weggeworfen werden. Diejenigen, die zu Wein verarbeitet werden, sind gleich gut - oder gleich schlecht. Solche Bilder sehen sie nicht in allen Weinbauregionen. Es braucht gesetzliche oder freiwillige Mengenbeschränkungen und die Missachtung der grundlegensten Qualitätskriterien. Von Wein, der hier produziert wird, sollten sie besser nichts kaufen. Es ist nicht die Regel, aber eine doch häufig gesehene Erscheinung, die man leider teilweise auch am Bielersee antrifft. Schade, dass viele gute Winzer darunter leiden müssen, wenn andere immer noch schlechte Qualitäten produzieren. Manchmal sind es fast Zustände, wie in der Fianzbranche ...


Je länger, je mehr sieht man Kirchen, die zweckentfremdet wurden. Hoffen wir, dass dies nicht zur Gewohnheit wird.

Weinkeller scheinen nicht nur eine magische Anziehungskraft auf mich zu haben, denn die Vieille Eglise in Juliens (Baujolais - Frankreich) ist die zweite, die ich gesehen habe. Dort wird der Wein selbst ausgebaut, in Saint Ambroix im Cave du Temple wird ein Teil des Weines «nur» zum Direktverkauf zwischengelagert.

Kirche als Weinkeller

... Kirchen faszinieren und wenn ein Traktor davor steht, muss man ja anhalten ...

Beaujolais

... Beaujolais (très) nouveaux ...

vieux eglise julienas

... im Vordergrund ist noch der Altar ersichtlich ... vor der Freske von Bacchus resp. Dionysos - der Gott des Weines und der Vegetation ... das Bild (mit Zusatzbeleuchtung) wäre eine theologische Betrachtung wert ... übrigens, die Kirche wird als solche seit 1868 nicht mehr benutzt ...

nouveau eglise julienas

... heute der Cellier de la Vieille Eglise und am 10./11. November findet das Treffen der Weinbruderschaft, der Confrérie St Juliénas des Prés, in Julienas statt ...

... eingeladen werde ich vermutlich nicht, denn ganz jeden Beaujolais darf man nicht rühmen - morgen lesen sie im Finanzblog, weshalb ...

neue Kirche Julienas

... übrigens, den Schlüssel zur Besichtigung der neuen Kirche erhalten sie im Degustationslokal - der 2004er schmeckt nicht nur nach Vanille (der im Fass ausgebaute) sondern auch herrlich nach frischer Minze, empfehlens- und seinen Preis wert ...

Fotos und Text: Stephan Marti-Landolt - Finanzblog

«Besuchen Sie ein Restaurant mit unzähligen Sternen.»

Leider bin ich vor zwei Monaten mit swiss geflogen - aber jetzt ist alles anders. Jetzt würde ich mich, gemäss Werbung, wie zu Hause fühlen. Also freuen sie sich auf ihren Ferienflug ...

... ich schildere nur, wie ich kulinarisch verwöhnt wurde. Sie werden kein bisschen Mitleid mit mir haben, sie gönnen mir meinen (kulinarischen) Höhenflug. Fangen wir doch mal mit den Spezialitäten aus verschiedenen Regionen der Schweiz an ...

Laugensandwich

... erstaunlich, was in Basel so alles wächst und gedeiht. Ich hab es überlebt, obwohl ich Allergiker bin. Fliegen - ja da isst auch der Teufel in der Not. Wenn sie mindestens zwei Semester Chemie hinter sich haben, können sie das auch selber backen. Und dann gab es noch den Schweizer Schoggi, «der mir den Abschied versüsst». Süss und gut sind zweierlei. Die swiss.com, nicht die Swisscom, gehört ja bekanntlich der Lufthansa und in Deutschland gibt es auch die bessere Schockolade. Ich denke nicht an eine Milchschnitte, sondern an Edelschockolade (2. Bild). Übrigens die Reklame mit dem Schweizer Restaurant mit den unzähligen Sternen habe ich im Cigar Clan 5/07 gefunden. Aber wer jetzt fliegt, dem servieren sie gute Schweizer Schockolade - die gibt es. Die allerbeste wird im Wallis gemacht und vielleicht kredenzen sie ihnen auch einen Walliser-Wein. Da gibt es viele schöne Rebensäfte. In der Zwischenzeit wurden sogar in Zürich Weine prämiert (Ürsu, hier findest du alle gesuchten Ausstellungsdaten) ...

Australischer Wein

... wir hatten noch Wein aus Australien. Neuseeland wäre noch einige 1000 km weiter weg. Die liegen ziemlich genau auf der andern Seite der Weltkugel. Abgefüllt wurde er in Basel. Und wenn ich an die Degustationen mit dem früheren Kellermeister von Coop zurück denke, haben die auch heute noch etwelche Tropfen, die wesentlich besser schmecken. Aber wie gesagt, das ist ja Geschichte. Auch der Bordeaux der Air France wurde vor Jahren getrunken - die Swiss gibt wenigstens Gläser aus echtem Glas. So hat halt jede Fluggesellschaft seine eigene Kultur. Und vielleicht gibt es morgen an der Tischmesse auch Wein aus Plastikgläsern - aber zuerst muss ich schauen, dass ich heute die neueste Weinkreation aus dem Bordeaux kaufen kann. Nur so als Gag ...

Restaurant

... ohne Anspruch auf irgendwelche Sterne, das überlassen wir der Swiss, die noch einige Änderungen plant und mehr als eine Milliarde investieren will.

Aber beim Fliegen wird alles besser. 50 000 Bäume werden gespart, weil in Zukunft die Papiertickets elektronisch erstellt werden. Ob dann jeder zuhause sein Ticket auch noch mal ausdruckt? Vielleicht bräuchte es in diesem Fall sogar mehr Bäume, das wäre echt keine Sternstunde. Aber geniessen sie jetzt die Sterne beim Flug - gemäss Werbung müsste das auch in der Economy-Class der Fall sein. Guten Flug.

Und sollten sie zu Hause bleiben, können sie sich überlegen, welche Aktien steigen werden, weil sie trotz Mehrkosten mit zusätzlichen Fluggästen rechnen.

«Gewinne machen mit Edeltropfen»

Mit Wein kann man es sich bequem machen und mit dem Schreiben über den selbigen auch ...

«Das Geschäft mit edlen Tropfen floriert. Anleger können direkt auf Luxusweine setzen – oder Aktien von Edelwinzern kaufen.

Von FOCUS-MONEY-Autor Florian Junker

Auch Japaner und Chinesen sind auf den Geschmack gekommen – sie erwärmen sich zunehmend für den vergorenen Rebensaft und gleichen das abflauende Interesse von Franzosen und Italienern aus. Der Weinabsatz, der laut Organisation Internationale de la Vigne et du Vin im vergangenen Jahr bei rund 16,85 Milliarden Flaschen lag, dürfte deutlich steigen ... weiterlesen bei Focus.de ...»

Hier der Chart von Constellation Brands (Seite 6 im Bericht) und der Link für die Internationale Organisation für Rebe und Wein (Organisation Internationale de la Vigne et du Vin) - vermutlich brauchen sie das ganze Wochenende, um alles an zu schauen. Für viele manchmal vermutlich zu wissenschaftlich aber interessant, zum Beispiel die Weinsorten der Welt (über 500 Seiten, wer über ein langsames Modem verfügt, braucht einige Minuten zum Heraufladen), ab Seite 45 sind die Rebsorten alfabetisch aufgelistet - von Agizjum bis zu Zierfandler auf Seite 52 - Zinfandel und etwelche andere fehlen.

Wer Rebsorten auswendig lernen will, versucht sich die 6504 Sorten von A la Reine bis Zweigelt zu merken. Erstere können sie auch als Virginatabak rauchen, wobei es sich nicht um die genau gleiche Gattung von Pflanzen handeln dürfte. Anscheinend gibt es Leute, die auch Weinblätter rauchen - ich esse die lieber. Solche Diskussionen kann man allenfalls am Samstag an der Suisse Tabac in Basel führen oder vielleicht gibt es nächste Woche sogar einen privaten Drehworkshop mit pep. Frische Chasselat und Pinot Noir Blätter kann ich zur Verfügung stellen, verdorrte hat es am Boden. Ich halte mich dann eher an einen Zweigelt.

Gefunden habe ich den zitierten Artikel von Focus.de im «the drink tank» von Mario Scheuermann dessen Planet Bordeaux in meiner Blogroll zu finden ist.

Weinkeller

... in diesem Weinkeller dürften auch jetzt noch einige Flaschen Zweigelt zu finden sein ...

Luxus - Teil 1 - Zeit und Leben

Luxus - was ist das eigentlich. Auf den übliche Begriff komme ich einmal während der Woche zurück. Luxus kann auch etwas anderes sein. Am Sonntag habe wir bei 34 Grad einige Weine degustiert ...


... nur biologische Weine. Aber was ist «Bio» eigentlich. Bio heisst «Leben» und entspricht eher einer Grundeinstellung, denn einer Produktionsart. Beim Wein gibt es zwei wichtige Teile, während der Produktion. Im Rebberg läuft der wichtigste Teil der biologischen Produktion ab - die Trauben wachsen, bis sie gelesen werden. Nur hier, wo die Reben wachsen, sieht man, ob biologisch gearbeitet wird oder nicht. Beim zweiten Teil der Produktion, der Weinbereitung, ist nicht einmal sicher, ob sie mit einem Gaschromatografen feststellen können, ob ein Wein biologisch ausgebaut wurde oder nicht. Nicht biologischer Wein ist weder ungesünder noch ist biologischer Wein besser - gute Weinbereitung vorausgesetzt. Die Nachwelt und die Landschaft hat aber dem biologischen Weinbau zu danken.

Biorebbau bedeutet zumindest in den ersten Jahren Mehrarbeit, die sich aber im Laufe der Zeit durch Minderaufwendungen an Spritzmitteln etc. mehr als nur wettmachen. Immer vorausgesetzt, man vergleicht zumindest ähnliche Rebbaugebiete. Im Keller ist die biologische oder nichbiologische Weinbereitung vom Zeitaufwand in etwa gleich. Auch hier: Gleiches mit Ähnlichem verglichen. Aber worin besteht der Luxus von «bio». Aus Zeit und Besinnung. Bioweinbauern scheinen einen andern Taktgeber zu haben. Trauben brauchen Zeit und der biologische Rebbau ist eher Philosophie, denn eine Geldgier um auf einen aktuellen Trend auf zu springen und Geld zu verdienen. Echter Luxus so zu sagen.

In Barjac findet alle Jahre ein Biomarkt statt. Keine Angst, sie sind nicht ein Jahr zurück versetzt - im Biobereicht hat man eben Zeit. Der Anlass ist in der Agenda zu finden, aber man «schlachtet» die Veranstaltungen noch nicht zum Voraus aus. Das wird sich vermutlich in den nächsten Jahren ändern. Der Biomarkt hier dürfte zu einem Weinmarkt werden - jedes Jahr in etwa eine Verdoppelung der Aussteller. Und zu meiner Freude, ist auch ein «alt-bekannter» Anbieter dabei. Saint Gély - Côtes-du-Rhône. Kein Kleiner und nun auch im Bio-Sektor vertreten. Man hofft diesen zumindest ausbauen zu können - hoffen wir aber, dass die Weine im Preis nicht gross ansteigen - noch zählen sie in dieser Beziehung nicht zum Luxus. Ein anderer recht grosser ist auch dort - eher unsympathisch, rein abschlussorientiert, keine Zeit für Diskussionen. Der Sohn schon, er scheint tatsächlich aus einer anderen Generation zu stammen. Der Wein kommt aus der Gegend des andern Saint Gély- aus dem Pic Saint Loup, so zumindest seine Erörterung. Seine Weine schmecken nach Masse, flach. Sein Ort ist nicht im obigen Rayon verzeichnet und von der Flasche mit dem Pic Saint Loup auf der Etikette, hat er nur noch eine einzige 2001 Flasche - zum Vorzeigen. Die Etikette hat geänder, der Name auch. Ob er es mit dem Bio auch so genau nimmt, wie mit der Appelation?

Kontrolle gibt es eh keine. Bio ist das kleinste Problem, das man hier hat. Am Wein haben sich schon einige die Zähne ausgebissen - sogar Screwpull am einem Hortus. Le Creuset's Clef du Vin, das noch nicht ganz jeder kennt, liefert weitere Diskussione über Wein ... und einige Adressen, die man einmal aufsuchen müsste ... Domaine BeauThorey der auch Romane und Weinbücher schreibt und seinen Nachbarn. Besuchen wollte ich den schon, aber da kam ein anderes Weinbaugebiet aus Portugal dazwischen - Wein aus den Azoren. Der Pic Saint Loup sollte auch etwas einfacher zu besteigen sein, als der Pico. Und das ist Luxus - sich Zeit zu nehmen. Etwas zu erleben, weg vom Stress. Für Viele ist Zeit echt Luxus. Aber gestern war es zu heiss, um auf einen Berg zu steigen. Schon fast zu heiss, um einen Abstecher zur Domaine Les Peyrières, zu Beaufort nach Dion oder zu den Vignerons de Tornac zu machen.

Zeit und Besinnung, das ist Luxus. Und wenn wir bei Tornac sind, wären wir schon fast in der Gallerie bei Florac, bei der Dame mit den Menschenrechten angelangt, die wir letzte Woche im Temple beim mythischen Wein in Saint Ambroix getroffen haben und und am Ende den Cuvée Saint Ambroise aus der Monastère de Solan, ein herrlicher Tropfen, jetzt noch eher rot denn Bernstein (ambre). Echter Luxus und etwas Zeit zum Geniessen haben. Oder zum Lesen, auf den Punkt gebracht über Luxus - das nächste mal aber, wieso der erwähnte Satz «Vielleicht verstärkt Luxus die Transformation von Konsum zu einer Ersatzreligion» etwas genauer angeschaut werden müsste. Nicht alles, was mit Bio angeschrieben wird, ist auch lebenswert, Luxus und genau gleich ist es mit der Religion. Und dass man sich auch zuweilen mit Wein die Finger verbrennen könnte, wird morgen ein Thema sein - eigentlich eine Fortsetzung.

Barjac foire au bio

Monastaire de Solan

Weinfonds oder eigener Weinkeller - mit Art e-schocken

Um bei Wein Geld zu verdienen, gib es nebst der Produktion und dem Weinhandel, noch zwei andere Möglichkeiten ...

«Starkes Interesse an Weinfonds

Januar nächsten Jahres ist es so weit: Dann beginnt Weinhändler Jan-Eric Paulson den Ausverkauf seines "Rare-Wine-Pools", eines Weinfonds mit erlesenen Tropfen, die über fünf Jahre lang in seinem Depot schlummerten ... lesen sie weiter bei Financial Times Deutschland ...

Die zweite Möglichkeit ist zumindest mir sympathischer. Nicht dass ich darüber streiten will, welche mehr Rendite bringt. Falls überhaupt. Und dies gleich als Warnung, wer kein Risiko eingehen will, kann oder darf, soll solche Fonds meiden und wer zusätzlich nichts von Wein versteht oder zumindest nicht bereit ist, vorhandene Literatur zu studieren, dem hilft auch der eigene Weinkeller nichts.

Ein Weinkeller ist besser als jeder Fonds. Wenn sie einen schlechten Wein in einem Fonds haben, tragen alle das Risiko und den Verlust und daher ist zu hoffen, dass ihr Weinkeller - den sie schon haben oder noch anzulegen gedenken - nicht nur Nieten enthält. Die Kosten tragen sie alleine, können aber auch entsprechend sparen - bei ihnen ist es Freizeit, das Fondsmanagement will verdienen. Wenn ein ungeeigneter Wein doch noch trinkbar ist, können sie ja einen eigenen Weinfonds machen - diesen hier mit Artischocken.

Es gibt auch eine andere Zubereitungsart, eine Art ohne zu schocken. Artischocken brauchen eigentlich nie gerüstet zu werden - höchstens bei ganz jungen die total spitzigen Stacheln abschneiden - aber diese besten aller Artischocken finden sie praktisch nur in Ober-Italien (und auch dort nur ganz selten und an wenigen Marktständen). Eine wirklich frische und junge Blume, eine Distel, bei der bis mit dem Stängel alles essbar und ein Genuss ist. Bei den überlicherweise erhältlichen, entfernen sie die Häärchen - aber erst beim Essen. Falls der Stängel nicht schmeckt, dann haben sie einfach zu alte Artischocken erhalten. Aber trösten sie sich, wie beim Wein muss man suchen, bis man die guten Stücke kaufen kann.

Der eigene Weinkeller hat einen weiteren Vorteil. Man muss nicht alles auf die Seite legen um später einmal mit Gewinn verkaufen zu können. Wein kann man auch trinken. Falls er zu jung ist, kann man dem mit einem physikalisch-chemischen Trick abhelfen. In der Schweiz noch ganz verpönt, in Frankreich bei Kennern bekannt und verwendet und bei manchen Weinbauern in der «Billigvariante» seit Jahrtausenden praktiziert. Ein Geheimnis? Nein, aber den «Schlüssel zum Wein» stellen wir ein anderes mal vor ...

Artischocke

... so sehen Artischocken aus. Es gibt schönere - aber suchen sie mal welche nördlich der Alpen. Heute Abend werden unsere eigenen Artischocken geernet. Einen teuren Wein dazu zu nehmen wäre schade, auch diese Schweizer Artischocken werden einen starken Eigengeschmack haben, wie Cynar - der Artischockenlikör - aus dem Hause Campary. Was gesund, was gut ist, können sie selbst entscheiden.

Hier noch ein Link auf den Wein-Index Liv-ex und die 100 zu Grunde liegenden Weine. Gefunden beim Blog Planet Bordeaux. Wer den Index nachbilden will - bitteschön, wenn sie ganze Flaschen kaufen wollen, müssen es zumindest 5000 Flaschen oder ein Mehrfaches davon sein.
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