Reben im Wandel - AOP Duché d’Uzès

Seit dem 29. Juni 2012 gibt es die offizielle AOP Duché d’Uzès .


Das ist wirklich ein Grund, wieder einmal etwas über Wein zu schreiben. Meine Kollegen haben mich schon lange dazu gebeten.

AOP Keller Duché d'Uzès

Mein Haus in Südfrankreich wurde auf dem Gelände eines ehemaligen Rebbergsgebaut. Die Rebbergmauer wurde nicht abgerissen, sie verläuft quer durch meinen Keller. Ein weltweites Unikum? Vermutlich nicht, obschon ich nichts Ähnliches kenne. Und seit drei Wochen ist mein Keller offizielles AOP Gebiet (Appéllation d'origine protegée - früher AOC). Das ist doch Grund genug, etwas über diese Appelation zu schreiben.

Fangen wir doch mit dem Clos la Roque von Saint Ambroix an. Bei ihm trifft sich Gott und die Welt im Cave du Temple. Dieses Gebäude ist für rund EUR 100'000 zu kaufen - Interessenten können sich an mich wenden. Ein äusserst aktraktiver Preis für eine alte Kirche, die in ein wunderschönes Wohngebäude umgewandelt werden kann. "Meinen Wein verkaufe ich weiterhin als Vin des Cevennes. Das gefällt mir besser." Er ist ein echter Rebell - verkauft ja auch seinen Cuvée Rebelle, seinen Clinton. Daneben hat er für einige Besucher des Fête du Vin in Anduze einen Chardonnay in der Kühlbox. Bei guten dreissig Grad am Schatten unter den herrlichen Bäumen schon leicht warm. Wie mein wirklich erster Schluck Wein von Simon vor 13 Jahren, ein herrlich schöner Wein. Ich hab ihm damals gesagt, der schmeckt besser alles mancher Chablis. Das hat er nie vergessen. Er schmeckt eher noch besser. Mein Kollege meint, den kannst du für mindestens EUR 40 in der Schweiz verkaufen. Er ist bei ihm wesentlich billiger zu haben.

Philippe Nusswitz und Yves Simon

Drei Rebbauern - Cave coopérative Massillargues-Atuech, Philiipe Nusswitz und Yves Simon. Wie in Frankreich so oft üblich, verstehen sie wesentlich mehr von Wein als dem Internet. Hier etwas zu finden, übersteigt eigentlich unsere Vorstellungen. Die Weine kauft man auf dem Rebgut. Einige von Nusswitz kann man in der Schweiz bei Divo , einem Unternehmen der Fenaco, beziehen. Den 7. und 11. Dezember müsst ihr euch merken, sagt der ehemalige Meister der Sommeliers.

Bei rund 60 Weinen kann ich lange nicht alle degustieren. Den billigsten und den teuersten habe ich (leider) nicht versucht - 3.20 resp.15 Euro (2007). Die Preisspanne sagt schon genug - und der Preis ist hier alles andere als ein Qualitätsmassstab. Zudem gibt es Weine, die nach alter Manier ausgebaut sind und solche, welche nach modernen Methoden eigentlich nur noch für die Nase sind. Kurzlebig und hoffentlich nur eine Zeiterscheinung. Darüber haben wesentlich bessere Weinkenner schon ihre Meinung abgegeben. Viele sehnen sich nach den alten Verfahren zurück. Man muss sie heute suchen. Man findet wesentlich mehr Weine, die von Givaudan stammen könnten. Schade. Einige Weine schmecken wirklich nur nach Eiche. Imperdinant. Sie liegen im Trend.

Der Vertreter der Domaine de Roux erschrickt. Seine Flasche Rosé ist fast leer und ich stelle fest, dass sie Zapfen hat. Es ist wie bei den Finanzprodukten. Die meisten haben keine eigene Meinung mehr und akzepieren, was ihnen angeboten wird. Der Weisse und der Rote riechen herrlich. Einen Besuch auf dem Schloss nehme ich mir vor. Zuvor aber ein Nachtessen bei der Domaine de Berguerolles. Da hat sich in den letzten Jahren einiges geändert. Positiv, wie die Degustation zeigte. In Australien abgeguckt. Traditionell und modern müssen sich nicht ausschliessen ... verkauft wird auch hier mit der IPG Cévennes.

Eine der schönsten und interessantesten Weindegustation, die ich je erlebt habe. Die Rebbauern diskutieren und fachsimpeln, vergleichen die Weine. Extrem lehr- und genussreich. Wenn es nicht einen verregneten Spätsommer gibt, dürften viele Trauben geerntet werden. Ich mag mich nicht besinnen, je einen Sommer in Südfrankreich gesehen zu haben, wo die Gegend so extrem grün war, wie heuer. Das Wachstum der Pflanzen ist hier zur Zeit erstaunlich. Bis vor einer Woche relativ feucht und nicht all zu warm. Ausschneiden ist angesagt. Nur der zu üppige Behang.

In der Systematik der Pflanzenwelt sind Reben und Rosen verwandt. Hier noch eine Anmerkung für zukünftige Hobbygärtner. Nicht nur in Südfrankreich sollte man Rosen erst im Frühjahr schneiden. Die verblühten Knöpfe abschneiden. Und schon gar nicht ellenlange Zweige. Das darf man bei Kletterrosen machen und den Ramblern. Da anfällige Rosesorten schneller auf Mehltau reagieren, werden sie als Warnsystem öfters vor Rebzeilen gepflanzt.

grüne Rebberge

Hochsommer 2012 in Südfrankreich - Rebberge bei Goudarques und Saint Gély (Cornillon). Diese liegen wesentlich näher bei Uzès als mancher andere der seine Weine nun unter der AOP Duché d'Uzès verkauft. Hier bleibt man vermutlich beim Côte du Rhône. Manche Weine wird man unter der neuen Appelation kennen lernen, die zusätzlich ans AOP Côteau de Languedoc oder AOP Costière de Nimes grenzen. Im Departement Gard dürfte es jetzt etwas übersichtlicher werden. Ein Gebiet, in dem es noch echte preisliche Trouvaillen gibt.

Dazwischen Diskussionen über die Politik. Man und frau ist unzufrieden. Über Hollande, den Euro und die Banken. Ich spreche vermutlich mit den "falschen" Leuten. Alle wollten sie das kleinere Übel, Sarkozi. Und das in einem Departement, das zuerst für Le Pen gewählt hat. Oder müsste es La Penne heissen?

Kellerrebe

Und hier noch eine echte Kellerrebe.



Aktuell bei libref. - liberal reformiert: "Der letzte Flug"

Aktuell beim befreundeten Personalblog: "In eigener Sache: Aufgabe der Geschäftstätigkeit"



Vor einem Jahr im Finanzblog:
"USD, EUR, CHF oder Credits - welche Währung hat Zukunft?"

Vor 2 Jahren erschienen:
Logistikwirtschaft gewinnt an Fahrt

Vor 3 Jahren erschienen:
Die notwendige schöpferische Pause

Vor 4 Jahren erschienen:
Die Kunst, wie man Änderungen feststellt

Vor 5 Jahren erschienen:
«Dr. Doom rät jetzt zum Ausstieg aus Aktien»

Vor 6 Jahren erschienen:
Innovationen gestern und vorgestern

Vor 7 Jahren erschienen:
Mystery Park(t) - «Die faszinierende Kapitalanlage»?



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Champagner, Lachs und Aspirin - ä gute Rutsch is 2010

Jedes neue Jahr bringt Änderungen ... an der Börse oder bei den Preisen. Champagner, Lachs und Aspirin werden garantiert demnächst dazu gehören.

Erstaunlich, dass wir Schweizer noch praktisch nichts vom Überangebot an Champagner bemerkt haben. Aber das ist an und für sich nichts Neues, denn der Handel schützt sich in der Schweiz ganz speziell gegen sinkende Preise. Und nicht zu vergessen, dass wir bei uns seit einigen Jahren Champagner zu einem tollen Preis-Leistungsverhältnis erhalten, die vielen Markennamen in nichts nachstehen. Zudem ist immer interessant, wenn man Zweitweine kennt. Das bekannteste Beispiel dürfte Mercier und Moët-et-Chandon sein. Welcher der feinere ist, habe ich vermutlich schon früher einmal beschrieben.

Der Champagner dürfte in der Schweiz demnächst preislich sinken, auch wenn die Franzosen versuchen, ihre Produktion stark ein zu schränken. Viele sind heute schon auf andere Schaumweine umgestiegen. Übrigens, es gibt auch Prosecco im Glas - der erst noch sehr gut schmeckt Und wenn sie es gerne etwas süss mögen, versuchen sie doch wieder einmal einen Asti spumante.

Vielleicht sind sie bei obigem Artikel der Bernerzeitung über den Einkaufspreis von Lachs gestolpert - CHF 7.50. Das ist kein Witz, das ist so. Der Handel dankt jedem, der Lachs isst und bereit ist, diese Margen (noch) zu bezahlen. Kein Wunder also, wenn der Preis seit einigen Jahren nichts mehr über die Qualität aussagt. "Was sie jetzt über Lachs wissen müssen." Guter, echter Wildlachs ist dunkelrot fast braun. Hier noch 26 Minuten Wissenswertes über Champagner - Ton im Hintergrund laufen lassen.

Einen guten Rutsch ins neue Jahr und trinken sie nicht so viel, dass sie Aspirin nehmen müssen. Aber seien sie unbesorgt, wenn ihnen dieses Medikament nicht bekommt, werden sie vermutlich keine Anklage gegen Bayer einreichen. Es hat ja immerhin 90 Jahre gedauert, bis die Öffentlichkeit informiert wird, dass nicht nur das Grippevirus 1918 für den Tod vieler Grippekranker verantwortlich war, sondern eben Aspirin. Seitüber 20 Jahren weiss ich, dass ich die Acetylsalicylsäure (ASS) selbst in kleinen Mengen nicht vertrage. In diesem Zusammenhang erstaunt es mich nicht, dass ich von Mitarbeitern eines Impfstoffherstellers gehört habe, dass sich vom Personal praktisch niemand gegen die Schweinegrippe schützen lässt.


Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Der Finanzblogger sagt "adieu" ...

Vor zwei Jahren erschienen:
Ausblick - beim Investieren zählt die Vergangenheit nicht!

Vor drei Jahren erschienen:
... und einen guten Rutsch ins 2007!

Vor vier Jahren erschienen:
Wir wünschen ein gutes 2006




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Weinpreissturz oder Kampfansage an Zwischen- und Detailhandel?

Welcher echte Weinkenner schaut schon den Aldi-Prospekt nach Wein durch. Vielleicht sollten sie dies in Zukunft des öftern machen, auch wenn sie die Weine nicht kennen. Oder wissen sie was Bierzo ist?

Bierzo(o) ist kein Tierpark für Bierflaschen, sondern wohl die unbekannteste wie beste Weinbauregion Spaniens. Es reicht wenn Insider die Region kennen, denn sie produziert zu wenig Wein für die grosse Masse. Dabei ist die Gegend seit Jahrhunderten bekannt. Es muss einer der landschaftlich schönsten Abschnitte des Jakobsweg sein.

Ganz speziell sollten wir Hape Kerkeling danken, dass er in seinem Buch über seine Pilgerei "Ich bin dann mal weg", das weit über eine Million mal verkauft wurde, den dortigen Weinbau eher nebenbei erwähnt: "Wir wissen einen edlen spanischen Tropfen durchaus zu schätzen." Vielleicht wusste er ja auch nicht, dass hier in den letzten Jahrzehnten eine Weinbausensation auferlebt. Die Gegend beschrieb er als atemberaubend und befindet sich zwischen der Stelle wo er den roten kleinen Hund Pepe befreit hat und sich dann auf der N6 (vermutlich eher der A6 - der Autovia del Noroeste) im dichten Verkehr weiter gegen Santiago de Compostela quälte.

Das Buch resp. die Hörkasette habe ich im Spitl drei mal geschenkt bekommen. Die FAZ schreibt, warum es gerade dieses Buch ist: "Das Glück, von der Sinnsuche eines Menschen zu lesen, der sich nicht in Sarkasmus flüchtet. Der weiss, dass Fragen ehrlicher sind, als Antworten es je sein können." Mit der Sinnsuche habe ich mich dieses Jahr zwangsläufig oft beschäftigt.

Das Leben geniessen, mit einer Flasche Paixar Bierzo DO 2005 zum Beispiel. Im Schweizer Weinfachhandel ist die Flasche des Vorjahres für CHF 117.10 zu haben. Wem dies zu wenig ist, es gibt noch teurere Flaschen im Bierzo. Aber es geht auch billiger. Aldi bietet die Flasche für CHF 29.90 an. Zu einem Viertel des Preises der ein ehemaliger Mister Schweiz verlangt. Die billigste Konkurrenzofferte ist EUR 45. Mehr als das Doppelte. Der Wein ist wirklich eine Wucht. Zumindest die zweite geöffnete Flasche. Die erste hat Korkengeschmack - gekitteter Korkzapfen, Originaleinbrand wohl gemerkt. Das Geld wird im Aldi anstandslos zurück erstattet. Ein Austausch ist nicht möglich. Die Aktion ist ausverkauft.

Ausverkauft! Das ist der Kriegsruf von Aldi Schweiz. Ob TouchScreenComputer, Winterschuhe oder Saxophon, die Masche ist immer die gleiche. Missmanagment! Einige behaupten Lockvogelpolitik. Ich denke nein, denn diese Dinger sind auf dem Weltmarkt eigentlich in unbegrenzter Stückzzahl zu haben. Ganz anders beim Paixar von dem es nur einige wenige Tausend Flaschen gibt. Im Saxophon-Forum ist über Aldi eine interessante Diskussion über weitere Gesichgtspunkte im Gang.

Auf alle Fälle ist das Verhalten der Discounter zur Zeit hoch interessant. Ob Gillette oder Spitzenwein, der Kampf auf viel zu hohe Margen beim Zwischenhändler und Detailisten ist angesagt. Die Zwischenhandel wird schrumpfen oder vermehrt als Tochtergesellschaften des Herstellers auftreten. Freuen werden sich langfristig auch die Konsumenten. Und freuen sie sich, einmal einen Paixar zu geniessen, der aus 100 Prozent Mencia hergestellt wird. Über die Lagerdauer dieser Weinsorte wird gestritten. Ernstopauli sagt "früh trinken", andere meinen 20 Jahre lagerbar. Mindestens zehn werden es meiner Meinung nach sicher sein. Nur, die Flaschen die meine Partnerin kaufen konnte, werden nie solange halten. Dafür werde ich sicher einmal einige Fotos aus Dragonte im Finanzblog erscheinen lassen.


Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Europäische Regulierungswut

Vor zwei Jahren erschienen:
CO1 - CO2 - CO3 - C2H6O und der Preis für Fachliteratur

Vor drei Jahren erschienen:
Adventskalender - 9. Tag - Iran

Vor vier Jahren erschienen:
9. Fenster - relatives Metall und relative Früchte




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Jetzt kommt der »Passivtrinkerschutz«

… diesmal nicht zulasten der Genußraucher sondern der Genußtrinker

ein Beitrag von Sackstark

Der Beitrag von Carolus Magnus schön formatiert und mit Bildern im PDF-File
(gleiches Fenster) - oder als Word-Dokument damit sich alle Links öffnen lassen.


Fallen wir wieder darauf herein?

Oder haben wir aus dem »Nichtraucherschutz«-Debakel gelernt?

Im Januar dieses Jahres erklärte die World Health Organisation (WHO) eine neue Initiative zur Bekämpfung der mit Alkoholkonsum verbundenen Gefahren. Geplant ist eine zweijährige globale Strategie [Framework on alcohol policy], die Sensibilisierungskampagnen in der Bevölkerung, Richtlinien und Empfehlungen für Nationen sowie die Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz beinhalten. Nur wenige Monate nach dieser Erklärung konnte man in London bereits ein Trinkverbot in öffentlichen Verkehrmitteln ausmachen, Berichte in Magdeburg über ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen lesen, Empfehlungen des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG) über ein Verkaufsverbot nach 21 Uhr (Verkauf über die Gasse) in der Tagesschau vernehmen und viele weitere kuriose Meldungen in dieser Richtung aus den instrumentalisierten Medien herauspicken.

Bei näherer Betrachtung der Medienberichte über diese WHO-Initiative fällt auf, daß das Hauptmerkmal dieser Kampagne sich auf alkoholbedingte Schäden und Gefahren von ausschließlich Drittpersonen konzentriert. Es sieht so aus als wolle die WHO versuchen, ein neues Konzept wie «Passivtrinken» auf die Beine stellen. Die ganze Geschichte ist dem Aufbau des Rauchverbotes zu ähnlich - und zu ernst um einfach ignoriert zu werden.
Die Medien selbst hüllen sich über die Details, Ziele oder Gründe dieser WHO-Initiative in lautes Schweigen. Will einer mehr über herausfinden, so muß er sich auf der WHO Webseite umsehen. Das Hauptdokument, welches es zu finden gilt, dasjenige mit der treibenden Kraft hinter dieser Initiative ist der »WHO Expert Committee on Problems Related to Alcohol Consumption – Second Report«, welcher im Oktober 2006 erstmals präsentiert wurde. Aufmerksamen Lesern dieses Reportes verrät er vieles über die dahinterstehende Gesinnung und bereitet uns vor, was wir in den nächsten Monaten und Jahren zu erwarten haben.

Bier oder Wein nur noch auf Rezept? Ethanol = Methadon?

Es ist von vitaler Wichtigkeit zu erkennen, daß der gesamte Report sich nicht über den Alkoholmißbrauch äußert, sondern einzig über den Alkoholkonsum! Nirgends im Report werden irgendwelche Empfehlungen oder Angaben über das Maß gemacht, wo denn nun die Grenze zwischen Alkoholmißbrauch und gewöhnlichem Alkoholkonsum zu ziehen ist. Analog ging man auch beim Rauchverbot vor: »Es gibt kein sicheres Maß bei Passivrauch« - so hieß der Slogan um das Rauchverbot gegen den gesunden Menschenverstand durchzuzwängen. Es sieht also so aus, daß dieselbe erfolgreiche Strategie auch beim Alkohol angewandt werden soll.


Die WHO-Definition der Schädlichkeit

Laut diesem Report wird Alkohol für mehr als 60 Krankheiten verantwortlich gemacht und Schätzungen gehen davon aus, daß diese für 3.8 Prozent oder einer Viertel Milliarde aller Toten dieser Welt verantwortlich sind.

Vergleich: Fünf bis zehn Prozent aller Neupatienten in Krankenhäusern werden wegen unerwünschter Wirkungen von Medikamenten eingeliefert. “Das ist die größte Krankheit, die wir haben.” Dieser Einschätzung von Professor Ludwig vermochte in dieser Runde niemand zu widersprechen.

24 Prozent der Gesamtausgaben für Medikamente gehen ins Marketing, nur 13 Prozent in die Forschung und Entwicklung eines Medikamentes. Es wird also mehr Geld dafür ausgegeben, ein Medikament an den Mann zu bringen, als es zu verbessern. “Wir bekommen so viel inhaltslosen Müll zugeschickt ohne jegliche Information, das müssen wir alles über die Medikamente bezahlen”, ärgerte sich Ludwig über angebliche Produktinformationen, mit denen Ärzte eingedeckt würden.

Quelle

Der Report enthält keine abschließende Liste aller von Alkohol induzierten Krankheiten an Drittpersonen mit ein, sondern operiert nur mit den Reißerischsten, Schrecklichsten und den am meisten Angst machenden wie etwa embryonale Schäden, Schäden der Gehirnentwicklung bei Kinder und Jugendlichen, Hepatitis – und natürlich wieder mal Krebs. Noch ein Wort zu Herzkrankheiten. Die WHO hat eine lange Geschichte hinter sich, indem sie sich aus Prinzip stur gegen die möglichen positiven Auswirkungen von Alkohol auf das Herz stellen. Der Report erklärt, daß dieser Sachverhalt kontrovers und der Schaden größer als der mögliche Nutzen sei.
Auch enthält diese Krankheitsliste keine Schätzungen, inwiefern und in welchem Maß Alkohol daran beteiligt sein könnte. Es stehen nur wieder so dehnbare böse Sachen wie »wiederholter« oder »chronischer« Alkoholgebrauch »könne zu … führen« oder »kann die Leber zu … exponieren« - Kann-Formeln also, die jeder Jurist oder seriöse Wissenschaftler sofort in der Luft zerreisen würde. Es sind darin auch keine Schätzungen enthalten, wie schlimm diese bösen Sachen denn tatsächlich sind, wie oft diese vorkommen oder welche Altersgruppe davon am meisten betroffen ist. Sicherlich sind aber solche tendenziöse »Studien« bereits in Vorbereitung.
Alkoholkonsum löst, gemäß diesem Report, nicht etwa nur Krankheiten aus, sondern führt auch zu sozialen Schäden. Autounfälle, Gewalt und Kriminalität sind die Offensichtlichsten, aber es sind noch mehr aufgeführt: Obdachlosigkeit, soziale Ausgrenzung, Familienprobleme und sogar »minderwertige Arbeitsleistung«! Es ist allgemein bekannt, daß die WHO extra breite »Definitionen« der Gesundheit gezielt nebulös zu setzen weiß, doch hier zeigt sich das tatsächliche Ausmaß dieser Breite: Sogar »Faulheit am Arbeitsplatz« ist zu einer Krankheit geworden.

Nun denn, man kann es auch positiv sehen, denn wenn Arbeit unter die Kategorie Krankheit eingegliedert wird, kann ein jeder sich jederzeit vom Arzt eine Beförderung verschreiben lassen.
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Der Konsum von Absinth, eine alkoholische Substanz, von frankophonen Schweizern im Jura erfunden und seit 1905 verboten, wurde im Juni 2005 vom Parlament ohne Auflagen wieder zum freien Verkauf freigegeben! Klicken Sie auf das Bild, sollten Sie den Wunsch haben, mehr darüber zu erfahren oder ihn mal zu versuchen. Ich kann ihn nur empfehlen und man sollte alles im Leben mal versucht haben… Man sagt ihm nach, er hätte eine Wirkung ähnlich dem des Cannabis.
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Verkennen von Ursache und Wirkung

Es macht den Anschein, daß fast alle sozialen Erkrankungen auf das Trinken zurückzuführen sind: Familie und andere zwischenmenschliche Beziehungsprobleme, Arbeitsprobleme, Gewalt und andere Kriminalität sowie soziale Ausgrenzung.

Minderwertige Arbeitsleistung kann die Produktivität eines Werkplatzes beeinträchtigen.
Lärmende Gruppen von betrunkenen Jugendlichen können eine Stadt in eine »Geh-Nicht-Hin Gegend« für ältere Leute an einem nächtlichen Wochenende machen.

Soziale und religiöse Rituale, die die Einheimischen zusammenschweißen, könnten durch wiederholte Trunkenheit zerrissen und zerstört werden.

Es gibt zunehmende Hinweise, daß Alkohol bei der Kriminalität eine Rolle spielt; speziell in verschiedenen Formen von Gewalt, auch wenn diese stark von Kultur und Land variieren. Es gibt eine allgemeingültige Beziehung zwischen mehr Alkoholgebrauch und krimineller, häuslicher Gewalt sowie Kinderschändung.

Es gibt auch eine Verbindung zu öffentlicher Unordnung, wobei auch hier die Stärke der Beziehung wiederum von den Kulturen abhängt.

Die Hauptfrage lautet: Sind diese Probleme tatsächlich medizinische Angelegenheiten. Sollten Aussagen über soziale Ausgrenzungen, Kriminalität und öffentliche Unordnung von Ärzten höheres Gewicht beigemessen werden als jedem gewöhnlichen Bürger. Ausgelassene und von der Norm abweichende Menschen als körperlich krank zu betrachten und diese deshalb zur »Behandlung« zum Arzt zu schicken, ist die bevorzugte Praxis vieler undemokratischer Staaten und wie wir es aus dem Dritten Reich oder der früheren Sowjetunion kennen.



Die Verfasser dieses Reportes lassen aber auch gar nichts anbrennen, wenn es um soziale Angelegenheiten geht. In den meisten Fällen ist die Logik derart verquer, daß man sich fragen muß, ob das Wort »Experte« nicht eher als Schimpfwort, denn als intellektuelle Auszeichnung für ein Spezialgebiet betrachtet werden sollte.

Unter Auslassung der Spezialfälle von Osteuropa und Zentralasien kann man allgemein wahrheitsgetreu sagen, daß die Anzahl der Gefahren mit jedem konsumierten Liter Alkohol in armen Ländern höher ist, als in reichen.

In vielen Gesellschaften gibt es einerseits eine starke Relation zwischen Abstinenz und Armut, während andererseits unter den Trinkern eine generelle Tendenz zum gefährlichen Trinken unter den Armen um einiges stärker dominiert als bei reichen Trinkern.

Für einen Niveautrinker oder einem mit bestimmtem Muster ist die Gefahr in ärmeren Gesellschaften höher als in wohlhabenden Ländern.

Ein niedriger sozialökonomischer Status kann ebenfalls zu einem besser sichtbaren Muster führen und in der Folge Trinker zu mehr Stigmatisierung und Ausgrenzung führen.

Arme Leute haben oft weniger Möglichkeiten um feindliche soziale Konsequenzen ihres Trinkens zu verhindern, wobei der Bessergestellte sich für sein Verhalten soziale oder räumliche Pufferzonen kaufen kann.

Man kann diese Aussagen mit andren Schlußfolgerungen des Reportes kombinieren:
Studien aus diversen Ländern zeigen, daß Alkoholkonsum ungleich über die trinkende Bevölkerung verteilt ist. Der meiste Alkohol in einem Land wird von einer relativ kleinen Minderheit von Trinkern konsumiert. Ein typisches Merkmal dieser Studien ist, daß die Hälfte des Alkohols von 10 Prozent der Bevölkerung getrunken wird.

Somit wird ziemlich klar, daß Leute, die nicht sozial ausgegrenzt oder nicht sehr arm sind, kaum je unter den Krankheiten von Alkoholkonsum leiden. Wohlstandsmenschen werden kaum je obdachlos oder verlieren ihre Stelle aufgrund ihres Trinkens. Man könnte also schlußfolgern, daß es eine weitaus effektivere Strategie wäre, die Armut zu bekämpfen, statt erwachsenen Menschen den Alkohol zu verbieten und sie zu bevormunden.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen des WHO-Komitees sind also kaum überraschend und nach dem Nichtraucherschutz auch nicht mehr originell.

Sicherlich wird niemand überrascht sein, daß das Ganze als direkte Einladung zur Alkoholsteuererhöhung für Finanzpolitiker gedacht ist.

Wer die Werbe-Strategien für die Idee des »Passivtabakraucherschutzes« in den vergangenen Jahren verfolgt hat, den wird es kaum vom Hocker reißen zu hören, daß das Komitee die Einbindung der Massenmedien als überaus wichtig erachtet.

Aus dieser Sicht ist es eine Notwendigkeit für die öffentlichen Gesundheitsinteressen zu erkennen, daß die Bedeutung der Massenmedien in der politischen Debatte auf nationaler und lokaler Ebene von größter Wichtigkeit ist. Die Berichterstattung über spezifische Kernfragen in den Massenmedien hat eine installierbare Terminplaner-Funktion, das heißt, sie beeinflußt Politiker und Gesetzgeber, das Problem überhaupt auszumachen und wahrzunehmen und wie wichtig diese das Thema betrachten. Medien-Fürsprache kann ebenfalls dazu benutzt werden, um eine Verschiebung in der öffentlichen Wahrnehmung zu politischen Veränderungen herbeizuführen.

Die übrigen Maßnahmen werden in Skandinavien seit geraumer Zeit bereits angewandt und werden heute nicht nur als effektiv, sondern auch als zweckmäßig für den Rest von uns angesehen. Die wichtigste vorgeschlagene Maßnahme liegt in der Verkaufsrestriktion wie die Reduktion der Anzahl Verkaufstellen, die noch Alkohol verkaufen dürfen oder zeitliche Restriktionen, wann Alkohol noch verkauft werden darf oder die Limitierung sowohl der Leute, die überhaupt noch Alkohol verkaufen dürfen, als auch jener, die ihn noch kaufen dürfen. Dies beschränkt sich nicht nur auf Minderjährige, sondern auch auf solche die erkennbar betrunken sind. Der Vorschlag ist, daß der Barman oder Wirt jeden erwachsenen Gast nach Hause schicken muß, anstatt ihn weiter zu bedienen wenn er meint, einer hätte zuviel getrunken. Dies wirft einige Fragen auf:

• Wer schädigt denn schon gerne per Gesetz seine eigene Einkommensquelle?
• Mutiert der Wirt zum Kindermädchen und Tugend-Terrorist Erwachsener?
• Wird Denunziation und Blockwartdenken wieder hoffähig?
• Wird mit Verboten von Genußmitteln absichtlich eine gesellschaftliche Segregation gewünscht und herbeigeführt?


Kommen da Erinnerungen wach?

Es sollte spätestens jetzt jedem klar sein, daß genau dieselben Mechanismen wie im Falle von Tabak angewendet werden. Die einzelnen Schritte sind dieselben: Erst bringt man eine Substanz mit gefährlichen, angstauslösenden Krankheiten in Verbindung. Dann negiert man den Grundsatz der Toxikologie, daß »nur die Dosis das Gift bestimmt« und weist ihn kategorisch zurück, um anschließend durch die Massenmedien und Werbe-Kampagnen die Bevölkerung zu erschrecken und zu spalten.

Sollte die Angst- und Schreckensverbreitung nicht genügen, kommt Plan B wie gehabt zur Anwendung: Überzeuge die Menschen, daß die Substanz nicht nur für den Konsumenten schädlich ist, sondern auch für alle andren mit dem Ziel, die Substanzkonsumierenden auszugrenzen und zu stigmatisieren.

Im Falle von Tabak hat dies ausgezeichnet funktioniert. Der Alkohol hingegen ist in der europäischen Kultur, Tradition und Sozialgewohnheiten viel stärker verankert als Tabak. Die Europäer hören seit Jahrhunderten die Predigten von Priestern, Philanthropen und moralinsauren Ärzten – ohne großen Erfolg. Laßt uns hoffen, daß es dem WHO Expertenkomitee nicht gelingt, uns selbst zu entmündigen und zu überzeugen, wir seien nicht fähig mit einer Substanz umzugehen, welche jahrhundertelang unser tägliches Leben bestimmt.

Nach der Lektüre des WHO Reports wird jeder ein glasklares Bild in sich tragen, was auf uns zukommt: Wir werden systematisch dahingehend gehirngewaschen, daß wir letztendlich zu wissen meinen, ein paar Gläser Bier würden uns nicht nur einen »langsamen und schmerzhaften Tod« bereiten, sondern daß auch jeder Alkoholkonsument seinen Job verliert, er zum Kindesschänder mutiert und ein gewalttätiger Krimineller wird. Das Gastronomiepersonal, so es denn noch existiert, wird die schwierige Bürde aber nicht sonderlich noble Aufgabe tragen, uns vor uns selbst zu beschützen und der Staat wird neue Ausreden finden für Steuererhöhungen, Umerziehung Erwachsener, weiteres Eindringen in die persönliche Privatsphäre und die Verweigerung von sozialen Leistungen an Menschen, die dafür als unwürdig betrachtet werden. Früher oder später resultiert daraus eine soziale Rassenhygiene. Kommt dann noch die Verweigerung ärztlicher Leistungen hinzu, darf man offen von passiv-aggressiver Euthanasie reden.

Was also nach dem »Nichtraucherschutz« kommt wissen wir nun; doch was kommt nach dem »Passivtrinkerschutz«? Ich wette, es wird der »Schutz vor Passivessen« sein!
Und irgendwann kommt dann wieder dieselbe Schlagzeile wie 1933:


Bereits am 18. Juni 2008 hat der Schweizer Bundesrat gut geheißen:
Nationales Programm Alkohol (NPA) 2008-2012


Das Spiel wurde angepfiffen! Seid also wachsam, Leute.

»Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!«
(Kurt Tucholsky, 1890-1935)

In Deutschland setzt man weiterhin hilflos und kontraproduktiv auf Ekelbilder - neu nun auch auf Bierdeckeln, später auf Flaschen-Etiketten. Die meisten Jugendlichen werden solche Bilder eher animieren als abschrecken.

Jugendliche trinken zukünftig im Versteckten
Heißersehnte Gesundheitspornos endlich freigegeben
Polizei warnt mit Ekel-Fotos vor dem Komatrinken
Polizei warnt mit Videos vor dem Komasaufen
(von eingebetteten Schreibern des Pharmablättchens FOCUS)

Carolus Magnus

Anmerkung vom Finanzblog: Absinth ist ein allwärtiges Getränk beim Bourbaki-Panorama - vgl. Adventskalender vom 1. Dezember. Die Zuhörer kamen dort in einen spontanen Beitrag über dieses Getränk, das 1905 in Frankreich und 1908 in der Schweiz verboten wurde. Da ich für die Präsentation der Jahresrechnung von libref. den versprochenen Beamer nicht vorfand, habe ich die schnell auf Folie hingekritzelten Zahlen durch einen Vortrag über Absinth ergänzt. Dieses Getränk hatten wir vor dem Mittagessen degustiert. Das bisher einzige mal, dass ich bei der Präsentation eines Jahresabschlusses einen so ausgiebigen Applaus erhielt. Ein Zeichen, dass Zahlen eigentlich eine langweilige Materie darstellen. Der Absinth so als Erinnerung an meine Branchenkunde bei der Lehrabschlussprüfung. Zudem hatte ich schon als Lehrling das Glück eine Finanzbuchhaltung zu übernehmen und dann vier Jahre zu führen. Nicht irgend eine, sondern neben der PTT und der SBB die einzige in der Bundesverwaltung, die selbständig geführt wurde ... die der Eidg. Alkoholverwaltung. Danke Carolus, es hat Spass gemacht, deinen Beitrag zu lesen.




Weiter zum Adventskalender

Liebe Leser, wenn sie etwas zu sagen helfen, so können sie ihren eigenen Blogbeitrag im Adventskalender gleichzeitig auf mehreren Blogs erscheinen lassen. Zur aktuellen Liste und bisher erschienene Beiträge.

Zusammenstellung und Koordination: Stephan Marti - Finanzblog

Alternativanlagen für den kleinen Mann

Alternativanlagen - was man(n) auch immer damit anbietet - brauchen wesentlich mehr Fachwissen, als Aktien oder gängige Wertpapiere. Das will aber nicht heissen, dass es unter dem "kleinen" Mann keine Branchenkenner gibt.

Hörbie sei Dank, er hat das Finanzblog während meiner Abwesenheit "gehütet" und Beiträge geschrieben. Über Kondratieff und seine Zyklen: das heisst für mich, antizyklisch einkaufen, weil dann die Preise kontratief sind. Kondratjew wie er heute geschrieben wird, fasziniert, begeistert viele und manche glauben nicht so recht an seine Theorie. Einige tun es ab als Magie, andere mit statistischem Aufwand nachgeholfener Zufall. Fragen über Fragen und was war vor dem 1. Kondratjew-Zyklus?

Alternative Anlagen kann man kaufen, wenn diese tief sind. Nur eben, es braucht relativ viel Wissen um zu sagen, ob etwas "tief" ist und ob es ein guter Kauf ist. In vier Tagen Post finde ich rund 10 Angebote über alternative Anlagen. Angefangen mit der Briefmarke, die Aktie des kleinen Mannes! Ich erhalte 25 Prozent VIP-Rabatt - wirklich nur CHF 8675, da müssen sie sofort anrufen, damit sie wirklich auch der stolze Besitzer sind. Zwingen tun sie mich nicht, obschon durch diesen Ort einen Fluss hat, der kurz danach in den Rhein mündet - des Müllers Lust lässt grüssen. Mit diesen Stichworten sollte auch für "Branchenfremde" schnell auf den Anbieter zurück gegriffen werden können, der im gleichen Schreiben Silber- und Goldmünzen empfiehlt - auf sichere Werte setzen.

Alternative Anlagen ja, aber Sachwissen ist gefragt ... und die meisten Leser haben ja einmal Briefmarken gesammelt und diese dann weiter gegeben. Oder Wein getrunken. Das soll auch eine Kapitalanlage sein. Vorgeschlagen von einem Händler der mit Weinen gross geworden ist, der 90 Rappen DAF der Liter gekostet hat. Das war eine Kapitalanlage. Übrigens, Giordano, war es nicht. Den möchte ich aber einmal ansehen. Gross und klein fasziniert. Das Industriegebäude beim Autobahnzubringer in die Alba-Gegend konnte ich nicht fotografieren, mein 16mm-Fisheye hätte nur einen Ausschnitt erfasst!

Die meisten Weinbauern und Weinhändler sind nicht kotiert, verkaufen nur Wein und keine eigenen Aktien. Sie kaufen oft auch keine andern Aktien, sondern ihr Erspartes wird in Land, Reben und Kellertechnik angelegt. Der "kleine Mann" oder die "grosse Frau" können aber oft bei solchen Häusern auf eine gute Rendite kommen. Über die Qualität lässt sich ja bekanntlich streiten und meistens, speziell in Italien, steigen gut bepunktete Weine extrem progressiv (überproportional) an. Es gibt immer noch Weine, die nicht billig, aber doch preiswert sind - und sehr gut. Erstaunlicherweise meist zu Preisen wie vor Jahren, gar Jahrzehnten. Es sei denn, man schaue sich die Preise in der Schweiz an oder es stehe allenfalls Barolo auf dem Etikett. Und hier muss ich schnell Hörbie zitieren: "Stephan gurgelt in Oberitalien neuartigen Frostschutz, der jedoch in etikettierten und mit Jahrgang versehenen Flaschen abgefüllt ist, derweil ich sein Blog hüte... prost! Ich hoffe gerne, dass es kein Frostschutz ist, sondern nur edle Tropfen." Einen habe ich gekauft - ohne Etikette, Barolo 2004, der 5 minuti. Brandneu abgefüllt und verkostet. Und was wäre eine gute Anlage ohne Fotos.

Barolo cinque minuti

... Barolo cinque minuti 2004 - für "Normalsterbliche" nicht käuflich ...

Barolo Presskuchen

... übrigens, es gibt in dieser Gegend bessere Süssigkeiten zu essen, als ein Barolo-Kuchen (Presskuchen) und was aus dem Kuchen getropft ist, wird erst in vier Jahren abgefüllt ...

Francesco Borgogno beim Prosten

... zu grossen Weinen darf auch Süsses gegessen werden und bei solchen wird dreimal (links - rechts - links) angestossen. Für moderne Weinfreude mag dies ein Gräuel sein. Aber es gibt sie noch, diese traditionellen Weinbauern, bei denen der "kleine Mann" herzlich, nach alter italienischer Manier willkommen ist. Francesco Borgogno hat auch mit dem österreichischen Premierminister, mit Helmuth Kohl, einem Nachfolger von Rommel schon angestossen ...

Francesco

... Francesco - ein Bild sagt mehr als 1000 Worte ...

Weinzubereitung

.... eine Schaufel voll Wein ...

Fässer bei Borgogno

... bei Borgogno und ...

Fässer bei Burlotto

... einem anderen Familienbetrieb bei Andrea Burlotto von Massara - einige Weine von ihm dürften sie in der Schweiz vergeblich zu kaufen suchen. Genau das macht es aus, dass der "kleine Mann" noch alternative Anlagen findet, die eine Rendite bringen und vor allem Freude bereiten ...

Fiat Topolino

... vielleicht findet der eine oder andere noch einen Oldtimer zwischen den Stahlfässern und der Abfüllanlage. Auch ein Fiat Topolino kann eine alternative Anlage sein, die unter Umständen die bessere Rendite erzielt, als dies mancher Finanzprospekt in den letzten Tagen auf zu zeigen versucht ...

Trüffelhund

... oder setzen sie auf einen Trüffelhund ...

Weisser Trüffel

... und lassen sie ihn einige Knollen weisser Trüffel finden. Das glatte Stück ist keine 10 cm lang und kostet ziemlich genau 600 Euro. Falls der Hund fündig wird, gibt es vermutlich eine neue Hütte ...

Gaja

... und hier kostet manchmal eine Flasche so viel. Bei Gaja gibt es die neue Linie. Umstritten aber sogar im 1. Klass-Restaurant (wenn erhältlich) zum Preis, wo in der Schweiz meistens nur offener Wein erhältlich ist. Ein Weisswein, absolut eine Wucht. Passt bestens zu einem Rindsfilet nach Piemonteser Art. Es scheint, dass die hochpreisigen Weine langsam das Zeitliche segnen werden. Wie auf den Finanzmärkten wurde auch hier extrem übertrieben. Es ist ein Umdenken angesagt ... vielleicht hat Kondratjew doch recht ... und die Etikette ist nicht immer das Wichtigste.



Ein Beitrag über «Geld und Finanzen - leicht erklärt» - einer Idee von Tari Eledhwen aus Solothurn. Er wird auch im Personalblog aufgeschaltet.



Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Lieber Bundesrat (Sch)-Merz - statt Wein, Raps und Schnaps

Vor zwei Jahren erschienen:
Prosecco in der Dose ... einfach irre!

Vor drei Jahren erschienen:
Gen-Tech-Moratorium - so verschieden kann Ökologie sein




Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER - unabhängig, langfristig, gewinnorientiert

Das Albedonische Wertpapier XI.08 - 43 Prozent

11.11.11.11. Fasnachtsbeginn ... nein die Weine von Reichenbach (Vorort von Bern) werden erst am Abend beim Künstler Mercurius Weisenstein vorgestellt ...


... und die Dividende des Albedonischen Wertpapiers gibt es in echt flüssiger Form - weiss oder rot ...

albedonisches Wertpapier

... oder gar mit regelmässig wiederkehrenden 43 Prozent ...

43 Prozent

... gibt bei einigen vielleicht einen etwas undurchsichtigen Blick. Beim Bild des Künstlers hilft aber, wenn man dieses aus einigen Meter Entfernung ansieht - plötzlich werden die Gesichter deutlich ...

Menschen

... und andere etwas nachdenklicher ....

Mercurius Weisenstein

... ob Mercurius Weisenstein über weitere Möglichkeiten des Albedonischen Wertpapiers ...

albedonisches Wertpapier

... übrigens, der Wein ist ausgezeichnet - und eine totale Rarität.


Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
«Dubai-City» will hoch hinauf - Babylon lässt grüssen

Vor zwei Jahren erschienen:
Energie-, Finanz- oder Technik-Krise?

Vor drei Jahren erschienen:
USD und Bretton Woods - frostige Aussichten?




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Kreuzzüge, Ritter, Könige und Präsidenten

Ein Kreuzzug ist keine Eisenbahn und hat auch nichts mit der gegenwärtigen Börsensituation zu tun ...

... und trotzdem könnte man stundenlange Vergleiche anstellen. Von meinen Kreuzzügen in Südfrankreich nur einige kleine Ausschnitte. Schön ist hier, dass nicht gleich alles mit endlos vielen Punkten bewertet sein muss und riesigen täglichen Schwankungen unterliegt. Die jährlichen halten sich auch in Grenzen. Es wird wohl niemanden echt erstaunen, dass zwei von den drei ersten Weinen (weltweit) hier in walkind distance liegen. Nur marschiert heute keiner mehr. Mal abgesehen von den modernen Pilgern auf den Jakobswegen zeugen nur noch die alten Platanen-Alleen hin, dass Frankreich einmal ein Fussgängerland war. Das war aber noch zu Napoleons Zeiten und die Bäume lies er pflanzen, damit im Schatten in die Kriege gezogen werden konnte. Und neben den Strassen unendliche Felder mit Reben. Vernachlässigte und Top-Lagen vielfach in nächster Umgebung ...

LKW und Herbstnebel

... heute nehmen die Ritter der Strasse die Reben im Rhône-Unterlauf kaum noch wahr ... der Wine Spectator schon ... ja, welches Gebiet auf der Welt hat wohl am meisten Podestplätze ...

Wein-Vollernter

... aber es brauchen nicht immer die teuersten zu sein, die herrlich sind. Auch solche, die nicht von Hand gelesen wurden, können herrlich schmecken. Nur, so zwei drei kleine Einzelheiten sollte man schon wissen. Die meisten "Maschinenweine" sind eher von kleiner (und meist unreiner) Qualität, aber gerade im Bereich der professionellen Biobauern werden heute Maschinen eingesetzt. Bedingung ist aber, dass das zu lesende Gut vor der mechanischen Ernte von Hand verlesen wird. Die schlechten schneidet man raus, die guten bleiben hängen - okologisch absolut in Ordnung, ökonomisch ein extremer Kostenvorteil. Umdenken ...

Reben im Herbst

... und die Kostenstrukturen beobachten und vor allem die Reben. Wie sie gepflegt sind und welches Alter sie haben. Je älter desto besser, grob gesagt. Nächste Woche kaufe ich einige Flaschen Tempranillo von jungen Reben. In Frankreich angebaut, dreissig Minuten Fussmarsch durch die Garigue und einige Flaschen Clinton soll es auch noch am Lager haben ...

Pic Saint Loup

... ja Präsidenten wechseln (oder werden es nicht) wie Könige und Ritter in alten Zeiten. Wenn alte Weinstöcke sprechen könnten, würden die verbotenen Sorten zumindest auch nicht ausplaudern, wo sie wachsen. Sicherlich nicht hier oben auf dem Pic Saint-Loup. Dafür sieht man Burgen, Schlösser und Domänen. Auf der anderen Seite hat man eine herrliche Aussicht auf den Hortus, der nicht weiter entfernt zu sein scheint, als der bodenlose Abgrund, der einem hier oben zu Füssen liegt. Wer nicht schwindelfrei ist, soll unten bleiben ... und einige dürften in diesen Top-Lagen einen Kater bekommen, der sich aus der Wanderbeschreibung von Werner Eckhard erahnen lässt. Übrigens, eine Seite, die man sich merken muss, toll gemacht und exakt ...

Weinfassroboter

... und einen anderen, eher noch unangenehmeren Kater kriegen jene, die der Gegend hier zu viel huldigen. Dieser Weinfass-Roboter scheint einen eigenen Barrique-Geschmack zu haben ...

Haribo

... der eher dem von Hans Riegel aus Bonn bekannt als Haribo zuzuschreiben ist. Aus Kostengründen hat man hier die Degustationsmöglichkeiten stark reduziert, was aber vor allem Frau nicht abhält, Kistenweise zu kaufen, derweil es mir ganz andere Sachen in diesem Industriekomplex angetan haben ...

Haribo Kältetechnik

... aber dazu mehr, wenn ich einige Sachen nicht mehr nur meinen Kunden vorbehalte ...

Sabines Montpéllier

... oder Lakritze süchtigen Begleiterin, nach der in Montpéllier sogar eine Station benannt wurde. An der Messe dann eine Weindegustation, der billigste war bei ca. 40 Euro - die Flasche, nicht der Karton. Da hätte jemand geschwelgt ... Santenay, Morey Saint Denis, Echezau ... aber das holen wir nach ... und am Sylfester gibt es dann vermutlich Champagner - Compte Audin de Dampierre, Cuvées des Ambassadeurs - Pinot Noir und Chardonnay ... und der wurde an die französichen Könige und heute noch an den Präsidenten geliefert ... dafür bringe ich heute noch meine Vermicelles-Presse mit. Etwas, das man in Frankreich nicht kennt. Und essen werden wir Chataignes und falls wir Glück haben und etwas grössere finden, nennt man diese Marron, welche eher den weiter gezüchteten Marronis im Italienisch sprachigen Raum entsprechen. Mehr dazu vielleicht mal von Mr. Marroni persönlich, der sich sinnigerweise bei anderen Präsidenten im Kommentar verlinkt hat, aber dann wieder direkt aus der Schweiz ...

Hospitaliers

... aber zuerst noch so ein Geheimtipp. Gefunden am Fête des Chataignes in Courry - Les Hospitaliers der Domaine Les Peyrières in Saint Maurice de Cazevielle. Über diese Ortschaft gäbe es noch einiges zu schreiben, mehr als in Wikipedia steht, so zum Beispiel, wie dieses Dorf mit einer Wallisser Gemeinde zusammenhängt und was es mit Rittern auf sich hat ...



Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Auf den Boom der letzten Jahre folgt der Rückgang

Vor zwei Jahren erschienen:
... einige Bilder

Vor drei Jahren erschienen:
«Abzocker wollen sein wie Gott»




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«Bier. Aber auch Wein.»

Angela Kreis-Muzzolin schreibt über Bier und Wein aus Holland. Zufälle gibt es nicht. Ich habe auf den Tag genau vor zwei Jahren über «Bier oder Wein in Deutschland» geschrieben.


«HUP HOLLAND

Bier. Aber auch Wein.


Dass die Niederländer gut Fussball spielen und mindestens ebenso gut Bier trinken können, hat man in den letzten Wochen in Bern gemerkt. Aber sie können noch mehr. Zum Beispiel Wein produzieren. Überraschend guten Wein.

Weinbau in Holland? Dort, wo sich Regen, Sonnenschein, Wind und Wetter stündlich ablösen und Deutschland zu den wichtigsten Weinimportländern gehört? Die Antwort ist einfach: Wo der Arm der lebensfreudigen Römer hinreichte, lebt die Weinkultur weiter. So auch im Süden Hollands. In den Provinzen Limburg, mit der Hauptstadt Maastricht, und Gelderland bewirtschaften die gut 40 Weinproduzenten knapp 300 Hektaren, was knapp zwei Prozent der Schweizer Rebfläche entspricht. Frisch-fruchtig mit leichtem Salzgeschmack und angenehm stützender Säure präsentieren sich die vornehmlich weissen Gewächse als ausgezeichnete Sommerweine. Sand-, Fluss- und Meerlehmgrund, aber auch Löss und Mergel sowie mineralreiche Feuersteinböden bieten ideale Wachstumsvoraussetzungen.

Rotwein als Spezialität

Einer, der sich trotz Warnung aus dem Freundeskreis mit Haut und Haar der Rotweinproduktion verschrieben hat, ist Stan Beurskens. Der 31-jährige Präsident des Holländischen Weininstituts führt die Tradition seines Vaters weiter. 1988 begann dieser als holländischer Rotweinpionier mit dem Weinbau, um allen Zweiflern zu beweisen, dass Rotweintrauben auch in Holland gut gedeihen können. Als er 1995 ernsthaft erkrankte, übernahm sein achtzehnjähriger Sohn das eine Hektare grosse Gut. Längst hatte das «Weinvirus» seine Neugierde geweckt. So liess er sich in den besten Ausbildungsstätten Europas und an der Universität von Stellenbosch in Südafrika zum Önologen und Berater ausbilden. Allen Unkenrufen zum Trotz bewirtschaftet er heute auf zwei Gütern mit gesamthaft fünf Hektaren erfolgreich 95 Prozent seiner Fläche mit roten Reben. St.Martinus Wijngaard ist der einzige Weinbaubetrieb Hollands geblieben, der ausschliess-lich rote Traubensorten produziert. Daneben führt Beurskens seit 2003 eine eigene Beratungsfirma, die ihn auch immer wieder ins Ausland führt.

Viele Auszeichnungen

«Wir produzieren fünf verschiedene Rotweine, zwei fruchtige, leichte und drei Cuvées, welche im Holzfass und im Barrique ausgebaut werden», gibt der junge Önologe zu Protokoll. Beurskens ist stolz darauf, mit seinen Weinen schon über zehn internationale Silbermedaillen, drei davon vom OIV, der Organisation Internationale de la Vigne et du Vin, gewonnen zu haben. Seine Vorliebe gilt denn auch komplexen körperreichen Weinen, wenngleich er dem Konsumentenbedürfnis entsprechend auch leichte Weine keltert. «Meine liebsten Weine sind diejenigen, von denen der Weinliebhaber sagt, sie könnten unmöglich aus Holland stammen, Weine eben, die unauslöschlich in Erinnerung bleiben.»

Biologischer Anbau

«Holland nimmt im Bereich der umweltgerechten und biologischen Landwirtschaft weltweit eine führende Stellung ein.» Beurskens lebt die Philosophie des umweltschonenden Anbaus selbst. Auf diese Weise erstklassige, körperreiche und geschmacksintensive Rotweine herzustellen, stellt eine echte Herausforderung für ihn dar. Das eher feuchte, moderate Klima und die vom Staat beschränkte Zulassung von höchstens vier Spritzmitteln hat die holländischen Winzer zu Spezialisten der interspezifischen Sorten heranwachsen lassen. 75 Prozent der Rebfläche sind damit angepflanzt. Die pilz- und frostresistenten Kreuzungen (Piwi-Sorten) zwischen europäischen und ursprünglich amerikanischen Reben reifen zumeist früh und eignen sich deshalb besonders für das raue Klima.

Schon mit über 89 Sorten experimentierte Stan Beurskens auf seinen Betrieben Wijngaard't Rodt, Wijngaard Villare und Wijndomein St.Martinus. Dazu gehören auch die Neuzüchtungen Cabertin und Pinotin des Schweizer Privatzüchters Valentin Blattner. Der Jurassier hat damit in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts Reben gezüchtet, welche dunkle, tanninreiche und ausgewogene Weine bringen und dem holländischen Klima sehr entgegenkommen. «Mit Pinotin machen wir sehr gute Erfahrungen. Die auf Basis der Pinot-noir-Traube gezüchtete Spezialität bringt viel versprechende Resultate hervor», kommentiert Beurskens seine Versuche. Auch zahlreiche Neuzüchtungen des deutschen staatlichen Weinbauinstituts Freiburg wie die Cabernet Cortis und Monarch (siehe Kasten) eignen sich bestens für die nördlichen Anbaugebiete.

Weinaktien sind Trumpf

Wie bringen die Holländer ihre raren Tropfen auf den Markt? Stan Beurskens Freundin Dunja Meis arbeitet als Marketingspezialistin auf St.Martinus Wijngaard mit, um die jährlich rund 15000 Flaschen erfolgreich zu vertreiben. Gute Erfahrungen macht sie hier mit den Weinaktien, die den Inhaber während fünf Jahren zum Bezug von sechs Weinen nach Wahl berechtigen. «So haben wir die Gewissheit, dass der Wein zu den echten Geniessern kommt.» Auch Mutter Beurskens setzt sich für den Verkauf der Produkte ein. Gute Restaurants aus der Gegend gehören ebenso wie private Weinliebhaber zum Kundenkreis.

Bier bleibt Nationalgetränk

Bern hat bewiesen, dass die Holländer trinkfest, freundlich und zuvorkommend sind. Sie trinken durchschnittlich 77 Liter Bier pro Kopf und Jahr. So dürfte das Nationalgetränk der Holländer stets der Gerstensaft bleiben. Doch der Weinbau im Süden der einstigen Seefahrer- und Handelsnation Holland legt kontinuierlich zu. Zahlreiche Betriebe sind in den letzten Jahren entstanden. So staunen selbst die Holländer Weinfreunde, welch köstliche Weine in ihrem Land hergestellt werden. Wo würde der weltgereiste Beurskens am liebsten Wein produzieren, wenn er die Wahl hätte? «Ich arbeitete auf Weinbetrieben in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien, aber auch in Neuseeland und Südafrika. Für mich liegt die Herausforderung als Weinbauer aber in Holland: Es ist toll, etwas Neues machen zu können.» Doch das Wichtigste für einen Weinbauer, sagt Stan Beurskens, sei es, den eigenen Stil zu finden.

Die Freundschaft zwischen Holland und dem Berner Publikum scheint besiegelt. Für die Bernerinnen und Berner bedeutet dies, demnächst auch Holland zu entdecken. Nebst den unendlichen Flächen, den Windmühlen, malerischen Stadtbildern und kulturellen Schätzen gibt es hier auch viel Neues zu entdecken. Nicht zuletzt auch die Weinproduktion.

Angela Kreis-Muzzulini

Danke Angela für deinen Artikel. Merci auch den Freunden, die am Tag, wo dieser Blogbeitrag gespeichert wurde, in meinem neuen alten Weinkeller helfen. Als Begleiter zum Essen wird es Ochoa geben - zum Sieg der Spanier. Zuvor einen Bio Muskateller-Sekt aus dem Kaiserstuhl - so als Trostpflaster für Deutsche. Und wenn wir noch mögen einen Château Bouscassé. Es ist wie beim Sandwich. Etwas eingeklemmt, aber das Beste ist in der Mitte. Zusätzlich hilfreich beim lernen von Fremdsprachen. Chateau heisst Katzenwasser. Dank Zirkumflex richtig betont «Schloss», wobei diese Bezeichnung in Frankreich vom Palast in Versailles bis zum grösseren renovationsbedürftigen Wohnhaus reicht. So gesehen ist heute Schlosskeller-Arbeit angesagt.


Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Exotenbörsen machen das Rennen

Vor zwei Jahren erschienen:
30. Juni 2006
Blick Richtung Süd-Ost


Vor drei Jahren erschienen:
Warum Unternehmer ohne Bankkredit ruhiger schlafen


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Der Franken - tendenziel schwächer und geteilter Meinung

Der Franken - vielfältiger könnte dieser Link nicht sein. Meine beliebtesten Franken tendieren beide schwächer.


Der Spiegel und der Schweizer Franken. Ja, wir stossen bei der ersten Meldung auf die EM2008. Die haben wir auch in Franken erlebt. Bezahlt wurde aber nur in EURO und in der Gaststube sass kein Mensch. Alle dreissig waren im Raucherzimmer. Mehr als die Hälfte hat geraucht. Genuss findet auf verwirten politischen Pfaden statt, unterschiedlich je Land. Die Region Franken ist mental zweigeteilt. Nicht nur rauchend. Da gibt es die Deutschen, die im Spiel dann auch gewonnen haben. Hier genau genommen die aus Baden-Würtemberg. Und dann gibt es noch die Bayern, die auch einen Teil von Franken besitzen, aber keine Deutsche sind. Sie sind aus dem Freistaat Bayern. Erstaunlich, wie wenig sich in der Mentalität ändert. Meine deutsche Begleiterin klärt mich auf. Nicht Geschichte, immer noch aktuell.

Mainschleife bei Volkach

Stark geändert hat aber die Weinzubereitung. Die wird modern, dem heutigen Geschmack angepasst. Die Säure ist weg. Spurlos verpufft. Geschmackliche Erholung könnte heute in der Mitte Frankreichs oder Tschechien gesucht werden. In Franken wird wieder auf Massengeschmack gearbeitet. Das Volk ach will Convenient Wein. Aus einer ungenannten Ortschaft, der viel gereiste Leser wird diese erkannt haben, eine kleine Geschichte. «Die Trauben werden ge-müllert und dann im Fass ausgebaut. Das Beste, was ich je getrunken habe.» Das die Meinung des Junior aus Haus «Nummer 1» vor Ort. Ja, süss ist der Wein im Bocksbeutel nicht mehr, aber auch nicht trocken. Eben mundgerecht für den heutigen Geschmack. Den hab ich nicht, den mag ich nicht und wenn man das mit Aktien vergleicht, dann gilt auch hier: «Sie müssen eine eigene Meinung haben.»

Mit 25 Prozent Blutanteil aus Bayern (mütterlicherseits) geniesse ich lieber Baden-Würtemberg. Da bin ich echt ganz heger, der Wein aus dem andern Ende des Bundeslandes schmeckt. Von Jahr zu Jahr auch etwas weniger nach Säure. Die Klimaerwärmung ist nicht alleine schuld, dass viel Zucker und weniger Säure im Traubengut ist. Der Wein wird dem Massengeschmack angepasst. Masse, das sind diejenigen, die Geld zum Wein kaufen, aber nicht durchs Band auch eine eigene Meinung haben.

hopfenkommission

Weite Teile von Franken sind ja eh für Bier geeignet. Die Hopfenkommission in Spalt wäre ein Beitrag für sich. Hier gibt es zwei katholische Kirchen neben einander. Die eine vom Bischof und die andere wurde gespendet. Das gespaltene Spalt hat nichts mit der Spalttablette zu tun, denn diese, aus dem Hause Whithall-Much, kommt aus dem erhabenen Münster . Obschon einige nach zu vielem Genuss von Bier und Wein auf dessen Inhaltsstoff, die Acetylsalicylsäure, angewiesen sind. Schauen wir uns doch lieber normale Häuser an.

Rieghaus

Über Rieghäuser demnächst mehr. Und so was von schräg müssen wirklich nicht alle sein.

Spargel

Es gibt nicht nur Reben und Hofen in Franken, auch Spargel. Über Politisches und Grammatikalisches haben wir uns schon geäussert und auch über die Anlagemöglichkeiten in börsenkotierte Spargel-Anbieter. Aber diese Tipps mit Namen nur für Kunden und solche, die es werden möchten.

Vestas

Wenn ich wieder einmal in Baden-Würtemberg unterwegs bin, dann will ich doch nicht alles geheim halten. Mit solchen Aktien habe ich schon einigen Wind veranstaltet. Aufgenommen von meiner Mitfahrerin



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Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Seminarstimmung ...

Vor zwei Jahren erschienen:
Fussball regiert - Fussball regiert?

Vor drei Jahren erschienen:
Sonnenstrom - Weiterbildung an der Intersolar


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«Wie der Vater, so der Sohn»

Séguret ein kleines Dorf auf der linken oder östlichen Seite der Côtes du Rhône im Département du Vaucluse ...

... lassen wir doch wieder einmal Angela Kreis-Muzzulini über Wein berichten. Danke, dass ich deine Artikel wiedergeben darf. Und das Schöne für mich, diesen Weinbaubetrieb habe ich noch nicht gekannt.

Mitten in der malerischen Provence haben sich die Berner Alfred und Nicolas Haeni einen Traum verwirklicht. Vater und Sohn führen in Séguret mit grossem Erfolg ein Weingut.

Wer ihn einmal eingeatmet hat, vergisst den würzig-herben Duft der Provence so schnell nicht wieder. Auch Séguret, das 20 Kilometer nordöstlich von Orange gelegene 900-Seelen-Dorf auf 250 Meter über Meer, ist vom unwiderstehlichen Duft durchdrungen. Das milde Klima mit viel Sonne und Wind und die abgewetterten Kalk- und Tonböden bieten ideale Anbaubedingungen für heimische Gewächse Grenache Noir, Syrah und Mourvèdre. Die roten Traubensorten ergeben tiefdunkle, würzige und überaus gehaltvolle Weine mit starkem Charakter.

Vom Labor in den Rebberg

In Séguret, dieser südfranzösischen Landgemeinde im Departement Vaucluse, packte Alfred Haeni mit seiner Familie im Jahr 1990 die Chance. Die Domaine de Cabasse mit ihrem Hotel- und Restaurantbetrieb und den dazu gehörigen Rebbergen stand zum Verkauf. Hier bot sich die Gelegenheit für den ETH-Agronomen, von der Forschung in der Schweiz wieder zurück in die Praxis zu wechseln. Seinem Sohn Nicolas fiel der Umzug vom zürcherischen Urdorf in das kleine Dorf in Frankreich am Anfangs nicht ganz leicht. Sich mit 16 Jahren einen neuen Freundeskreis in einer fremden Sprachregion aufzubauen, erforderte grosses Anpassungsvermögen. Doch seine Abenteuerlust und die vom Vater auf den Sohn übertragene Leidenschaft für Reben und Wein halfen dem Junior, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

In den folgenden Jahren investierte Alfred Haeni in Haus und Reben. Zudem startete er als einer der ersten in der Gegend erfolgreiche Begrünungsversuche nach den Kriterien der Integrierten Produktion (IP) zur umweltschonenden Weinerzeugung. Nach und nach vergrösserte er das Gut mit Zukäufen weiterer Weinberge, alle in Gebieten mit kontrollierter Ursprungsbezeichnung (AOC).

Sohn Nicolas liess sich derweil zum Winzer und Önologen ausbilden, holte sich wertvolle Erfahrungen in Argentinien und Australien und knüpfte weltweite Beziehungen, um den Verkauf der Weine voranzutreiben.

20 Hektaren Weinland

Heute bewirtschaften Haenis mit drei Vollzeitangestellten insgesamt 20 Hektaren Rebland: 17 Hektaren fallen dabei auf die Weindomänen Séguret und Sablet mit der Ursprungsbezeichnung «Appellation Côtes du Rhône Villages contrôlée», drei Hektaren auf Gigondas AOC, der bereits 1971 zur Cru-Lage erklärten Gemeinde-Appellation Gigondas fallen. Hinzu kommen gut drei Hektaren des 2006 neu bestockten Rebbergs «Malmont» in Séguret.

Hing dem früher in rauen Mengen produzierten «Côtes du Rhône» der Ruf des «Châteauneuf-du-Pape der armen Leute» nach, erfreuen sich Haenis Weine heute bester Reputation. Erstes Gebot in der Domaine de Cabasse ist die kontinuierliche Qualitätssteigerung der Weine. Zum guten Resultat tragen bei: Die «Palissage» der Grenache-Reben, eine bis zu zwei Meter hohe Erziehungsform zur Erreichung einer optimalen Blattfläche sowie strikte Mengenbegrenzung und Kulturführung mit einem Durchschnittsertrag von nur gerade 450 Gramm pro Stock. Eine Selbstverständlichkeit ist auch die aufwändige Ernte von Hand und eine sorgfältige Kelterung der Trauben. Sich voll auf die Gegebenheiten eines Jahrgangs einzulassen und das Beste daraus zu machen, gehört für Jungwinzer Haeni zu einer der grössten Herausforderungen.

Nicolas Haeni, der die Leitung des Gutes 2004 übernommen hat, empfindet das Projekt «Life Priorat Project», welches am neuen Rebberg «Malmont» umgesetzt wird, als besonders spannend. Das Terrassierungssystem, das von der Familie Perez im spanischen Weingebiet Priorat entwickelt wurde, weist genau drei Grad seitliche Neigung auf und ermöglicht dadurch die in der europäischen Landschaftskonvention geforderte schonungsvolle Bewirtschaftung des Agrarlandes zur Eindämmung der Erosionsrisiken. Gleichzeitig soll der Humus, die fruchtbare Erde an der Oberfläche, erhalten bleiben. Ausserdem schafft diese Terrassierungsmethode die Voraussetzung für eine optimale Pflanzungsdichte im Weinberg, was zu höchstmöglicher Traubenqualität führt. Das Resultat des Weins, weiss Nicolas Haeni aus Erfahrung, hängt vor allem von der Qualität des Traubenguts ab.

Taufschein vom Ur-Opa

Die Identifikation von Haenis mit ihren bisher sechs verschiedenen Weinerzeugnissen ist hoch. Unter Beizug von zwei Önologen wird die Traubenproduktion, die Arbeit im Keller und das Abfüllen bis zur Etikettengestaltung auf dem Gut selber gemacht. Dass sich Haenis immer wieder auf ihre Wurzeln besinnen, beweisen die im Jugendstil gestalteten Weinetiketten, welche dem Weinfreund vor dem Verkaufsregal sofort ins Auge springen. Was steckt hinter dieser nostalgischen Gestaltung? Die im Stil des «Art déco floral» gestaltete, mit Blumenkranz und tanzenden Putten verzierte Etikette des Cuvée Garnacho (siehe Bild links) basiert auf dem Taufschein von Urgrossvater Haeni aus dem Jahre 1864. Taufscheine von der Familie und von Freunden aus der Schweiz bilden denn auch die Grundlage für weitere Etiketten.

Auf die Frage, ob eine Rückkehr in die Schweiz für Nicolas und seine Frau Barbara ein Thema sei, kommt die Antwort vom Gutsverwalter ohne Zögern: «Ah non! Ich liebe es, meine Freunde und die Familie in der Schweiz zu besuchen, aber mein Herz gehört der Provence oder besser: meiner Frau Barbara und der Provence, naturellement!»

Angela Kreis-Muzzulini - Schweizer Winzer im Ausland: Dieser Artikel ist Teil einer Serie, die in loser Folge Schweizer Winzer vorstellt, die im Ausland erfolgreich sind. Bereits erschienen: Ingrid und Luca Bein, Südafrika (7.März).

In dieser Gegend hat es ein kleines Weindorf - Cairanne - das noch nicht alle entdeckt haben und dann gäbe es da noch ... die etwas anderen Côtes du Rhône.

Vor einem Jahr erschienen: «Das Geld liegt buchstäblich auf der Strasse»

Vor zwei Jahren erschienen: Chart Lehrgang (6) - der Trend

Vor drei Jahren erschienen: Oh Mann - Lady in Black
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