Wetterlage

Schreibermeister Stephan ist vorerst nicht auf die Azoren geflogen. Ein Abstecher nach Südfrankreich hat andere Gründe, geht es doch darum, die etwas andere Pensionskasse (PK) in ihrer Funktion zu überprüfen. Es geht um eine Liegenschaft (die beim Liegen "schafft" und auf die Dauer mehr Wert bekommt oder teuerungsbereinigt, diesen mindestens halten kann), deren Zustand usw.

Auf dem Hinweg muss Stephan in jene Wetterfront geraten sein, die uns am vergangenen Montag den weitverbreiteten Regen brachte. Die ganze Alpennordseite wurde einmal mehr sauber gewaschen.

Die eher etwas atypische PK ist für Stephan typisch. Er tut das Gegenteil von dem, was die breiten Massen tun oder was die Politik empfiehlt oder was die Finanz-Gurus verkünden. Vielleicht hat er das sicherere Risikokapital....

Während er sich um Gaumenfreuden, Flaschen die 1,5 ccm zu klein sind, und leckere neue Tropfen sowie um Kontakte zu den Winzern kümmert, baut sich in Südosteuropa ein Hoch auf - nicht meteorologisch, sondern politisch.

Die EU hat nämlich zwei Armenhäuser "gekauft", obwohl die Kassen leer sind.

Die Rumänen und die Bulgaren können heute einen hinter die Binde giessen, denn per 01. 01. 07 gehören sie zum übergrossen "Kanton".

Die Schweizer Politiker und andere Kreise glauben, dass man auch eine finanzielle Leistung erbringen müsse. Die Osthilfe-Milliarde sei ein Pappenstiel und mit links zu erbringen. Man wolle damit Märkte sichern. Im Makrobereich ist es offenbar anders als im Mikrobereich. Oder hat schon jemand der Migros Geld geschickt, nur weil diese ihr Einkaufscenter ins persönliche Einzugsgebiet gestellt hat? Aldi und Lidl würden sich die Hände reiben, würde man ihnen vergleichbare Subventionen nachwerfen!

Warum überlässt man die Geschichte nicht einfach den Gesetzen des Marktes? Die Milliarde ist doch nicht viel anderes als eine Subvention, derweil man hier zu Lande intensiv von Subventionsabbau redet.

Man zweigt also vom Volksvermögen Geld ab, "investiert" in Länder mit dem Hintergedanken, man würde mit diesen deswegen mehr Geschäfte machen. Wäre schön zu wissen, wieviele Geschäfte nicht getätigt würden, ohne die eidgenössische Subvention! Das grenzt ja schon fast an Korruption, just das, was man als Missstand den zwei neuen Mitgliedern daurnd und mit Recht vorwirft. Ich sehe das ewas praktisch. Auch wenn man die Osthilfe-Milliarde ausgibt und auch noch vorgibt, dass es jeweils abgesprochene Projekte sind die finanziert würden und deren Effizienz man überprüfe, handelt es sich doch letztlich um ein Geschenk an das Kapital. Weil es ein Geschenk ist, gibt es keine Gegenleistung. Das Volk bekommt nichts dafür. Und weil es ein Geschenk ist, muss man es nicht den Gesetzen des Marktes unterwerfen, denn Geschenke sind keine Elemente des Marktes. Der Kohäsionsfond der EU kommt doch noch zum eidgenössischen Zustupf. Man sagt diesem einfach anders.

Sehen wir der Sache mit Zuversicht und Optimismus entgegen und hoffen wir, dass das Hoch nicht schon bald einem Tief, oder gar einem ausgesprochenen Zyklon (Tiefdruckwirbel) weichen muss. Den einfachen Menschen in diesen Ländern, die auch mit einem erlernten Beruf lediglich zwischen 250 und 300 Euro pro Monat verdienen, wäre etwas mehr zu gönnen.

Weil sich hier nun eine Bisenlage einstellt, wird das Rhonetal vom warmen Mistral beglückt (Föhn in umgekehrter Richtung). Die Reben im Rhonetal profitieren vom Mistral ähnlich wie die Reben in der Bündner Herrschaft vom Föhn. Stephan kann die kurzen Hosen und ein T-Shirt bereitlegen.
Herbie

Flaschenweine – Offenweine

Andere Länder, andere Sitten. Offenwein wird in der Schweiz in Flaschen verkauft und in Frankreich ist der 5-Liter-Plastikbehälter in fast jedem Haushalt an zu treffen.

Haben sie sich schon einmal überlegt, weshalb in der Schweiz, Deutschland und weiten Teilen von Österreich der Wein nur in Flaschen verkauft wird. In Frankreich sind die Plastikcontainer bis hinauf in die best bepunkteten Restaurants zu finden. Nicht dass hier dieses Transportgebinde auf den Tisch kommt, aber im Hintergrund wird eifrig in Karaffen abgefüllt. Und nicht etwa nur Billigwein oder einfache Qualitäten. 46 cl Côtes-du-Rhône blanc. Wer das kleine «Entrée des Artistes » in Avignon nicht kennt, hat noch einen kleinen Anhaltspunkt, was ihn in Sachen Finesse erwarten könnte. « Cairanne » lässt ahnen … 46 cl und nicht einfach 5 dl weil es eine Künstlerflasche ist – sieht nach mehr als einem halben Liter Inhalt aus, aber die letzten geschätzten 1 ½ Deziliter sind optische Täuschung – ein riesenhoher Glasboden. Die Weinverzeichnisse in Frankreich sind eigentlich nie vollständig - einige haben es nicht mehr nötig, die verlangten recht hohen Beiträge zu bezahlen - die besten Flaschenweine finden sie nicht in diesem Link.

Frankreich ist anders, hier gilt es darauf zu achten, wo der Franzose ist und trinkt. Ausnahmen gibt es immer, aber in Avignon kann es sich lohnen hinter die Kulisse des Papstpalastes vor zu dringen. Etwas weniger Schickimicki, aber dafür Qualität zu angenehmen Preisen. Das ist mit dem Wein genau gleich. Auf die Etikette und die Flasche kann man nicht zählen, das ist ein Werbemittel. Marketing funktioniert in dieser Weise bestens. «Der Mensch isst und trinkt mit den Augen» stimmt nur halbwegs – er schaut sich die Werbung und Verpackung an. Wie gestern beim Einkaufen. Rundherum Einkaufswagen mit Markenartikeln, 0-%, bioaktiv, aktimel, craquantes, découverte, istante, gourmands, sans sucre ... und dann Fleisch in den traurigsten, billigsten, schwarzrotesten und fettigsten Qualitäten. Die Werbung trichtert uns halt nicht ein, wie Fleisch sein muss. Einige Ausnahmen gibt es – die bleistiftdünne Salami zum Beispiel. Das würde ich nicht einmal Nachbars Hund antun.

Beim Wein ist es ähnlich – je grell desto groll. Die Ausnahmen gilt es zu finden. Heute ist die Glasflaschen nicht nur Transport- und Lagerbehälter. Sie kann verkaufsfördernd sein. Da gibt es ganze Völker, die meist nur nach Etiketten einkaufen – je schöner desto schnell. Und diejenigen, die genug Geld haben, kaufen dann die halben Ernten der bekannten Häuser ein. Wenn man den Wein nicht kennt, gilt eigentlich immer, dass Flaschenwein besser als Offenwein ist. In Frankreich kommen sie zum Beispiel ab und zu an topp Qualitäten, die sie en vrac, offen, einkaufen können. Manchmal muss man mit den Weinbauern etwas diskutieren, bis man Erfolg hat. Wer zu Hause nicht sauber und schnell selbst Flaschen verzäpfen kann, der sollte offene qualitativ hochstehende Weine tunlichst meiden - das wäre dann schade um das eingesparte Geld.

Manchmal gibt es auch offene Weine zu kaufen, die dürften gar nicht in der Art verkauft werden. Bei mir finden sie selbst abgefüllter Barbaresco und Barolo in etikettenlosen Flaschen. Schlechter Wein! Beileibe nicht, der eine ist gar Nachbar von Gaja und hatte für uns eine 100-Litter-Lagerflasche auf die Seite gestellt. Konserviert nach alter Methode – mit zwei Deziliter Olivenöl. Transportiert mit drei Cubitainern und tags darauf abgefüllt unter anderem in eine Jeroboam ...

Avignon vins des PapesVins des Papes

... dieser Wein dürfte speziellen Personen reserviert sein ...

Papes

... ja gestern war zum grössten Teil ein Ferientag und ich danke Herbie und gratuliere ihm, wie er ins Bloggertum eingestiegen ist ... Merci und viel Spass und falls du es nicht gewusst hast, Gaja heidst auf Sanskrit Elefant und heute Nachmittag sollte es unter libref noch einen Beitrag erscheinen, der uns dem Anscheinen nach in ferne Länder führt und den Gaja-Link kannst du selbst suchen - ich gebe mich geschlagen ...