... erst 500 Tage und etwas über Rechnen

Vor genau 500 Tagen erblickte der Finanzblog das Licht des Welt weiten Webs.

... heute wie meistens in Südfrankreich ein herrlich schöner Tag, damals der Öl-Preis auf 56 USD und heute auf USD 73.50 - über 30 Prozent höher.

Der Taschenrechner, auf dem ich das ausrechne dürfte etwas älter als 500 Tage sein. Der HP 12C gibt es nun schon seit 25 Jahren - und er ist immer noch erhältlich. Das ist eigentlich eine technische Sensation. Sein Vorgängermodel, der HP 38E, genannt der Schnittlauch (chive) hat jahrelang seinen Dienst versorgt. Ich denke, meine Frau hat den heute noch zuhause auf dem Pult stehen.

Dafür habe ich vermutlich den aller ersten HP 38 gehabt, der damals in die Schweiz eingeführt wurde. 1978, Los Angeles, Olympic Sales, 09.00 Uhr, irgendwo fast out of town, über 100 dreiteilig fischgratig gekleidete uniforme Tippen und Marti der Tramp stehen vor dem 300 m langen Schuppen Schlange. Schnittlauch sieht irgendwie ähnlich aus - nur grün und gebüschelt. Jeder hat ein Ziel! Den weltweit ersten programmierbaren Finanzrechner zu ergattern. Vor sechs Monaten angekündigt und am Tag zuvor das erste mal ausgeliefert. In ganz kleiner Anzahl nur erhältlich und eh je Käufer nur zwei Exemplare. Hätte ich doch zwei gekauft, dann hätte ich der HP (Schweiz) einen verkaufen können, denn die wurden erst einige Monate später beliefert. So ging das halt damals noch. Modern waren die Amerikaner damals - den 220-Volt Adapter haben sie mit dem Trottinett zuhinderst in der Halle im Sauseschritt geholt. Europäer waren eher selten.

Ob es heute einfacher ist, derweil die Welt sich ähnlich wie beim olympischen Ausverkauf sich als finanzmathematischer verschulter Mensch mit allen nur erdenklichen softwaremässigen Kurven-, Trend- und Analyseverfahren ausgestattet. Ich denke, in diesen 28 Jahren wurden viel zu viele in Finanzmathematik ausgebildet. Dank meines Rechners war ich der erste, der jemals die sechs von Prof. Maria Camenzind gestellten Finanzaufgaben berechnen konnte. Mit etwas Unlust habe ich sogar Lineare Programmierung bei ihr studiert. Aber vermutlich hatte sie Recht: "Sie müssen eigentlich nur wissen, was man berechnen kann und mit gutem Menschenverstand abschätzen können, wo andere auf die 5. Kommastelle genau falsch liegen." Fingerspitzengefühl ersetzt manchen Taschenrechner - es kommt eh darauf an, wer eintippt. Und blind tippen kann ich auf dem Rechner nicht - die Tasten waren schon damals zu klein, im Gegensatz zur alten Hermes Precisa oder der moderner 10er-Tastatur wo dies bestens funktioniert. Übrigens bei Rechenkasten finden sie noch manch Interessantes über Büromaschinen aus vergangenen Zeiten und beim Computerarchiv können sie weiter forschen, welche neueren Maschinen allenfalls fehlen.

Wem das alles zuviel ist, der kann sich ja meinen Abakus leihen, auf dem vor Jahren sogar multipliziert und dividiert wurde. Das Wurzelziehen von Hand müssen einige vielleicht eher dem Zahnarzt überlassen, weil man diese Kunst schlicht vergessen hat, da ja mein erster LED-Taschenrechner schon 1974 das wesentlich schneller für mich erledigen konnte. Es sei denn, man habe keinen Strom und das ist abends für zwei Stunden auch mal in Frankreich ganz schön. Da hat eben der Abakus seine Vorteile und es nimmt mich Wunder, ob man in Peking immer noch damit rechnet und was meine Tochter am 21. November 2007 zum 500. Tag schreiben wird.

Sonne und Ballon

... am Montag schreibe ich nichts - da sind eh alle Schweizer beim Überstunden kompensieren.

Viognier und liberalisieren

Was wäre einfacher als ein problematisches landwirtschaftliches Gut um auf die unterschiedliche Liberalisierung zwischen der Schweiz und Frankreich hin zu weisen.

"Liberalisieren: Kleine Schritte. Man muss den Verlierern von Reformen eine Perspektive geben." Dies sagt Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft im Cash Artikel über "10 grosse Ideen für die Schweiz". Er muss dies sagen, sonst wird sein eigener Job ja überflüssig. Die Landwirte geniessen fast als einzige in der Schweiz einen so intensiven Artenschutz. Für die Weber und die Spinner wurde nie etwas in grossem Umfang getan. Für die Finanzbranche denkt man sich sogar Schikanen für die Kleinen aus. Und wie in der Landwirtschaft sind die Kleinen meistens besser, feiner als die Grossen.

Frankreich hat eine etwas andere Mentalität. Wer hier keine vernünftige Leistung erzielen kann, wird zum Sozialfall. Und deren gibt es hier viele. Einige, die Minderheit, will aber mehr als nur zu leben haben und sind bereit sich dafür mit Arbeit ein zu setzen. In Frankreich irgend eine Arbeit zu machen ist extrem viel einfacher, als in der Schweiz. Der Steckdoseninstallateur schliesst in Frankreich auch gleich das Wasser an - ohne Berufslehre. In der Schweiz braucht es dafür deren zwei. Dafür sind dann meist die Installationen dauerhafter und vor allem teurer ausgeführt. Besser würde ich nicht sagen. In Frankreich habe ich überall eine FI-Anlage und die ist dort angebracht, wo der Strom ins Haus kommt - auf der Toilette. Da hätten die Schweizer schon "Vögel" bekommen, aber die Kontrolle unseres Hauses nach 18 Jahren brachte es an den Tag. Fehler bei Strom (FI) ist an der Tagesordnung - die Aussensteckdosen und der Drehstrom (380 V) sind nicht angeschlossen, trotz Versicherung des Installateurs und trotz Versicherung durch die Kontrolle bei der Bauabnahme.

Also, Frankreich ist weder schlechter noch besser - Frankreich ist anders. Auch in der Landwirtschaft. Der Weinbau steckt immer noch in einer grossen Krise. Man hat viel zu viele Reben und deshalb werden grosse Flächen staatlich subventioniert gerodet, weil die Branntweinproduktion aus dem Grundstoff Wein noch teurer wäre. Und es sind ja nicht die gut unterhaltenen Rebberge, die Spitzenqualität bringen, die jetzt ausgerissen werden.

Gerodet wird nicht überall, es wird auch aufgebaut. Jahr für Jahr sind im Gebiet der Ardèche, Sèze, vor allem im Departement Gard gegen die Rhône neue Weinberge zu finden. Wieso? Ganz einfach. Man verdient an einer an die Touristen verkaufte Flasche wesentlich mehr, als wenn die über den Grosshandel in den Umlauf kommt. Hier sieht man schon die grossen Unterschiede innerhalb von Fraqnkreich. Bordeaux ist nicht gerade die Touristengegend - im Gegensatz zum Languedoc-Roussillon.

Hier unterscheiden sich die Geister in der Schweiz von den französischen nicht gross. Wo direkt verkauft werden kann, wird dies auch versucht. Die Marge ist wesentlich grösser und vor allem, man kann das ausprobieren was man verkaufen will oder zu produzieren im Stand ist. In der Anpflanzung von anderen, neuen Weinsorten ist die Schweiz viel flexibler. In Frankreich führt der Weg meist über alte Sorten zum Ziel. Eine davon ist die Viognier. Laut der meisten Quellen überlebte die Vigonier nur in der Gegend rund um Condrieu - die Nachbarortschaft ist Ampuis wo ich mit meinem Kollegen im April für EUR 8 das Menu gegessen haben und für EUR 40 eine Flasche Wein getrunken haben. Essen kann man überall - aber wirklich gut trinken nicht. Übrigens, die Flasche kostet im Laden praktisch gleich viel. Zurück zum Viognier. Ich werde hier unten im Süden einmal der Geschichte nachgehen. Für mich stimmt hier etwas nicht. Wie kommt eine ganz arme Gegend zu Stecklingen einer Rebsorte die auf nur 14 ha auch bei Château Grillet angepflanzt werden - der kleinsten Appellation Frankreich und der teuersten. Sorry, hier ist garantiert irgendwo ein Filmriss, denn die Rebbauern, dort wo sich die Rhone grobgesagt nach Süden zuwendet, machen garantiert keine solchen Geschenke an die billige Konkurrenz im Süden. So liberal kann ich mir Frankreich gar nicht vorstellen und das im Hinblick, dass erst einige wenige Jahrzehnte seit der Wiederentdeckung vergangen sind und in Frankreich dauert es auf diesem Gebiet bei Änderungen noch länger als in der Schweiz. Vermutlich ist der Grund auch nicht darin zu suchen, dass auch weltbekannte Namen diese Rebsorte anpflanzen - Baron Philippe de Rothschild kostet rund 12 - 13 Franken (5 GBP)

Hier im Süden gibt es Viognier nicht gerade in Hülle und Fülle, aber es sind doch einige herrliche Weine zu finden. Die besten die ich kenne sind zum Glück nicht auf dieser Liste. Es ist ähnlich wie mit Aktien. Einige sind nicht auf dem grossen Parkett zu haben und im Gegensatz zur Börse ist Insiderwissen nicht verboten. Der Grund ist ganz einfach: eine Aktie ist ein Investitionsgut und eine Flasche Wein ein Konsumgut das man immer wieder kaufen will und daher froh ist wenn die Preise möglichst nicht ansteigen und der Geheimtipp nicht allen bekannt ist.

Beim Viognier gibt es nur etwas zu beachten: den Geschmack. Bei dieser Rebsorte streiten sich heute die Geister ähnlich wie beim beim Chardonney. Vom feinen fruchtigen Wein geht es bis zum mastigen, grässlichen Barriquewein dessen Reben auf einem total ungeeigneten Terroir angebaut sind. Da gilt es zu degustieren und das zu kaufen wonach der eigene Geschmack verlangt. Drei von vier Vigonier sind meiner Meinung nach nur "In-Weine" und solche gibt es von Spanien bis zur Camarque und anschliessend der ganzen Rhône entlang bis ins Wallis hinauf zu meiden - oder man hat eben den andern Geschmack.

Ein einziges Weingut kenne ich, bei dem sich alle Leute einig sind, dass dies ein Besuch wert ist - die Chartreuse de Valbonne. Das Kloster hat den grössten Kreuzgang von Europa und einige Weine sind meiner Ansicht nach noch besser gelungen als der Viognier. Die Geschmäcker sind verschieden und sie ändern auch bei einem Wechsel des Kellermeisters. Eine Flasche à 5 dl - beileibe keine Offenqualität - habe ich noch im Keller zuhause. Hoffentlich kommen ihnen "alte Rezepturen" wieder in den Sinn und vielleicht überlegen sich auch andere diese Worte - es scheint, dass ich nicht der Einzige mit einer zwei geteilten Meinung zum Viognier bin.

Chartreuse de Valbonne

... das Original - etwas grösser - ist bei Visipix zu finden ... und mit dem Besuch von Château Musar dürfte wohl nichts geworden sein ...

Innovationen gestern und vorgestern

Innovationen auch wenn sie längst keine mehr sind haben immer eines gemeinsam: sie haben eine Art Kult.

Frankreich ist zur Zeit nicht gerade das innovativste Land. Es gibt aber Ausnahmen - der göttliche Gleiter. Ja, Gott soll man sich bekanntlich nicht vorstellen und deshalb habe ich diesen Wagen noch nie auf der Strasse gesehen. Er ist auch nicht ganz billig - die Grundversion ist ziemlich genau 50 Prozent teuerer als der Jaguar X.

Nicht nur die Franzosen haben Autos die den Unternehmen wohl in den nächsten Jahren unter dem Strich nichts einbringen werden. Da haben sie nordöstlich ganz tolle Vorbilder mit Volkswagen und Merzedes und wer sonst noch alles nicht kostendeckende Statussymbole anbietet. Der Kaufpreis ist nicht das entscheidende - vom Smart bis zum Maybach gibt es Fahrzeuge, die bei einer Vollkostenrechnung keine Rendite abwerfen. Autos zu bauen und gewinnbringend an den Kunden zu verkaufen, ist nicht mehr ganz so einfach.

Am Anfang hatte Citroën auch nicht den grossen Deckungsbeitrag mit Autos machen können, die dann nach einigen Jahren zur Geldkuh wurden. Aber die Franzosen denken anders. Die Autos auf den Bildern, die aus Umweltschutzgründen bis Ende Jahr endgültig zu Grabe getragen werden, hatten bei ihrer Geburt einen modifizierten Motorblock der schon 50 Jahre Erfahrung hatte. Es wird hier nicht immer alles neu erfunden - bewärte Technik anders verpackt. Man sieht heute mehr DS als C6 und einige laufen immer noch, obschon sie mit dem ersten Motor weit mehr als eine halbe Million Kilometer hinter sich haben. Es dürften noch einige DS auf den C6 stossen - immer vorausgesetzt, man wird den C6 nicht nur rund um Paris oder den andern Grossstädten antreffen. Es ist vielleicht eine Frage der Zeit, bis sich die Menschen an das Skurrile vereint mit Fortschritt und viel Altbewährtem gewöhnen werden.

... vermutlich wird der C6 nie auf einem Friedhof landen, sondern muss durch heutige Umweltschutz-Gesetze korrekt entsorgt werden ... auch wenn die DS-Fan das fast nicht begreifen können ...

Citroen

... Autos, ganz speziell Citoëns sind halt relativ ...

Innovation: Start-ups fördern

Als erster von zehn Punkten wird in Cash die Innovation von Start-ups in der Schweiz gefordert.

Im Vergleich zu Frankreich fällt sicher als grösster Unterschied die Zentralisierung auf. Nicht das jetzt alle Start-ups nur in Paris oder Zentren wie Toulouse, Lyon oder Nîmes und anderen zu finden wären. In Frankreich entstehen wie im Silicon Valley Ansammlungen meist auf der grünen Wiese. Land ist in Hülle und Fülle vorhanden. Den Anstoss gibt meist eine Universität, die auf sich aufmerksam machen will.

Das vermutlich ähnlichste Beispiel ist der Business-Park Sophia Antipolis. Start-ups sind hier meistens Firmen, die aus universitären Projekten entstehen oder aus internationalen Unternehmungen abgespalten werden. Es erstaunt daher auch nicht, dass sowohl in den USA wie auch der Provence zum Teil die gleichen Firmen zu finden sind: Hewlett-Packard (Drucker und Rechner sind auch in meinem Büro in Frankreich zu finden), Philips (den Namen habe ich hier auch schon gelesen) und zum Beispiel noch SAP ohne deren Systeme, Anwendungen und Produkte vermutlich auch einiges im Internet nicht laufen würde. Hier noch ein Überblick über die IT in Frankreich.

Beide Länder brauchen dringend mehr gute Start-ups. Und ich behaupte dass es nicht einmal am Geldmangel liegt, dass viele nicht zu Stande kommen. Ich habe zig Start-ups angeschaut, aber bei vielleicht einem guten Dutzend ist man hängen geblieben. Die Ideen sind meist zu schwach, denn die Welt kommt manchmal auch ohne diese aus. Gestern sah ich beim Fernsehen eine Reklame über ein Gerät, das im Business-Angel-Club vor rund vier Jahren vorgestellt wurde. Anscheinend haben sie nun doch Geld gefunden. Aber den Mut möchte ich haben, so ein Gerät auf den Markt zu bringen.

Ja man kann sich täuschen und das ist vielleicht auch die Triebfeder in diesem Segment von Firmengründungen. Die meisten überleben nicht. Die Ausfallquote ist sehr hoch - und die Gewinnchancen auch. Aber diejenigen, die einmal angefangen haben, stehen immer wieder auf. Es gibt wenige, die dann in einen total langweiligen Bürojob zurück gehen und in der Schweiz rund 40 und in Frankreich eher 30 Stunden absitzen. Bei diesen Leuten fliesst das Blut schneller und 30 Stunden arbeiten diese auch - aber meist in 2 bis max. drei Tagen.

Die Franzosen haben mit diesen Ballungen wie bei Sophia Antipolis oder dem Silicon-Sentier vermutlich die besseren Netzwerke zur Verfügung, als wir in der Schweiz. Im Gegensatz dazu haben die Franzosen einen Mangel an guten, praxisnahen Berufsleuten. Diese werden oft in den eigenen Reihen aus- und weitergebildet. Es ist in Frankreich manchmal fast eine Kunst, gute ausgebildete Handwerker zu finden. Aber an Ideen und Basteleien fehlt es nicht ... morgen dann ein Bilderbeitrag, was aus einer echten französischen Innovation übrig geblieben ist.

Grenoble

... Grenoble ist durch eine Massierung in der Kernforschung zu einem riesigen Startup Gebiet geworden

Schreib mobil

Schreiben ist nicht jedermann/fraus Sache - wäre nicht mal was in den Ferien angebracht?

Hasta luego schreibt Afficionado als Letztes und verschwindet im Rauch oder irgendwo in den Wellen. Dort hat er Pech - er kann nicht mehr schreiben. Auf der einen Seite macht man es im Wasser selten und zweitens könnte ihm die Cigarre ausgehen und dann nur noch traurig für das Moblogging schiessen und senden. Auf einer Luftmatratze ginge es vielleicht, aber da sind wir wieder bei den Finanzen, der Börse und eben die wollte man ja in den Ferien vergessen. Aber die Börse verfolgt einem überall. Ach die armen Badegäste am Strand, die nur einfache Kleidung zu kaufen vermögen - keine mit schönen Aufschriften wie Adidas oder Adidies, Lacoste und wie sie alle heissen mögen. Das Gedicht von Leporello soll etwas holpern, aber das tun auch die Kleider hier - ungebügelt und vom Flussbad bis zur Disco einsetzbar.

Schreiben tun sie aber vielleicht nur eine Ansichtskarte, aber man darf ja, Frau/Mann ist angeschrieben und gehört zur UpperClass und falls die eine oder andere Queen nicht angeschrieben ist, so schreibt man halt gleich ein Buch oder Artikel über ihr Outfit. Hier ist jetzt Moblogging angesagt - fast höfliche Paparazzi gleich kann man in sekundenschnelle Bilder ins Netz stellen. Hüte sind heute eh angebracht und zu Hause würde man von den Heimreisenden über englisches Polo und Argentinier mehr erfahren können.

Wem das noch zu viel ist, der lässt Schreiben. Keinen Ghostwritter, selbst ist die Frau - zumindest wenn dies Malve Spass bereitet. Die kommt direkt aus Mainhatten und spricht akzentfreier Deutsch denn ich. Aber ob sie weiss dass die wilde Malve, sie ist gar nicht so, im grossen Kanton genau genommen Grosse Käsepappel heisst werde ich beim Frühstück feststellen. Wer diese Pflanze nicht kennt, bei uns heisst sie Chäslichrut. Diese börsenkotierte Salbe hilft vielleicht sogar Polydor . Leica ist vielleicht noch zu jung um zu schreiben, aber Leicas Blog ist eh schon belegt und da kommt mir beim Anblick dieses Zopfes in den Sinn, dass die früh aufstehen wollten. Um 08.00 frühstücken und auf den Markt gehen und zuvor schon Metall zuschneiden. Laibstatt und Deepartement sind vermutlich noch im Tiefschlaf.

Aber der Markt und die Musik rufen und vielleicht findet einer sogar das Schreibmobil, das Monoblog (erst in Ferienvorbereitung) oder das Stereoblog und damit wären wir wieder bei buenos vacaciones.

Und wer das Schreiben oder Arbeiten nicht lassen kann, es wird in China geschrieben, wo man für CHF 18 ein neues Velo kaufen kann. Ist für manche in den Ferien ganz praktisch und vergessen sie die Klimaanlage
Schreibmobil

... für die zu Hause gebliebenen - und die andern haben gestern Wanzen angeschaut - sie einmal
di wa an wi di wa ta kann ...

Hochpreisinsel: Weg damit!

(no title)
Simonetta Sommaruga stellt vier Forderungen, damit die Schweiz von der Hochpreisinsel wegkommt.

Im Vergleich der Schweiz mit Frankreich ist unser westlicher Nachbar meist billiger- mal abgesehen von einigen Ausnahmen. Erwähnenswert ist zum Beispiel der Preis für 95iger Benzin von CHF 2.36. Aber mit Suchen findet man hier Preise von ca. 2.20. Anderes ist meist billiger - und oft recht deutlich.

Simonetta Sommaruga verlangt:

  • Parallelimporte für patentierte Güter möglich machen

  • Gegen Absprachen zwischen Hersteller und Händler vorgehen

  • Unnötige technische Handelshemmnisse sollten verschwinden

  • nicht noch einmal alles prüfen und die Kontroll- und Zulassungsbehörden der EU für voll nehmen

Diesen Forderungen gibt es nicht mehr viel an zu fügen. Dagegen sind diejenigen, die dank diesen vier ungelösten Punkten viel Geld verdienen. Es sind wenige, aber meist mächtige Personen und Unternehmen. Und wenn in Frankreich auf diese Weise Geld verdient wird, sind es prozentual noch weniger dafür um so mächtiger.

... der Stahl in Frankreich kommt einem gar nicht so teuer vor, trotz der Rohstoffknappheit - schuld sind nicht nur die Tagespreise sondern auch die Preisstruktur ... das Bier und die Glace ist auch billiger. Zur Zeit sind hier aber einige Läden ausverkauft ...

Jedem seine Kunst

Je nachdem wie sie mit Geld umgehen können, kann die Anlage in Kunst ein Erfolg oder Misserfolg werden.

«Märkte und Meinungen Kunstvolles Anlegen

Auktionshäuser wie Sotheby's und Christie's melden Rekordumsätze, Kunstmessen wie die Art Basel werden von Besuchern überrannt, neue Käufer aus Ländern wie Mexiko, Brasilien, Russland und Südkorea beleben die Ausstellungsräume der Galerien, kurz: Der Kunstmarkt boomt.

... weiter bei NZZ Online ...»

Für jeden ist die Kunstanlage etwas anderes. Der eine versucht einen Anlagegewinn zu erzielen. Erstaunlich dabei ist, dass die meisten Gewinne bei teueren Kunstwerken erzielt werden können. Oder sie suchen sich Künstler aus, die es erst zu entdecken gilt. Für den andern ist die Kunstanlage eher eine Skulptur in einem Garten (eine Anlage) und der Dritte hat schon Freude wenn in der Anlage eine Kunstkarte beiliegt. Das Anlegen in Kunst ist noch viel individueller als das investieren in Aktien.

Es gibt auch keine Grenzen wo Kunst anfängt oder wo sie aufhört. Jeder muss Kunst für seine Person selbst empfinden können. Kunstvolles braucht nicht Millionen zu kosten. Bei Kunsthandwerk sind sie mit einem kleinen Einsatz dabei. Aber ich stelle jetzt mal die Behauptung in den Raum, dass 99 Prozent aller Menschen keine Ahnung haben was Kunst ist - resp, die anderen 99 Prozent nicht gleicher Meinung sind. Je teuerer das Kunstwerk, desto eher stimmt dann diese Aussage nicht mehr. Aber das ist wie Stockpicking - unter tausenden von Künstlern wird nur einer grossen Erfolg haben. Die meisten leben meist mit einem kleinen Einkommen, aber in einer Qualität, wo sich mancher Finanzblogleser vielleicht so seine persönlichen Gedanken machen müsste. Die Künstler die ich kenne sind wirklich überzeugt, nur einmal zu leben.

Potterie Huhn

.. wären sie bereit für so ein 2-Kilo-Tonhuhn Geld aus zu geben? Kunst, angewandte Kunst oder Kitsch? Jeder muss selbst entscheiden. Im Hintergrund das Balkongeländer des Künstlers, der das 24. Adventskalender-Bild unterschrieben hat. Wer Kunst oder Künstliches einkauft, soll sich immer überlegen, ob er Freude daran hat.

Auf alle Fälle liessen sich solche Hühner in der Schweiz zu anderen Preisen verkaufen. Übrigens, keine Geflügelpest, wie mir die Künstlerin versicherte. Was soll es? Heute hab ich eh bis 8.30 Uhr gepennt - Tavegyl verursacht Schläfrigkeit, hilft aber einem Allergiker gegen 7 Wespenstiche und auch einmal gegen einen Hornissenstich (halbseitig gelähmt). Glück gehabt. Sollte man doch lieber Novartis statt Kunst kaufen? Bei ihren eigenen Anlageideen oder fragen beraten wir sie gerne.

Arbeitsmarkt: Noch flexibler

Der Unterschied zwischen den Arbeitsmärkten Schweiz, Frankreich und Deutschland ist eigentlich gering - im Gegensatz zu China.

Im Cash wurden die Zehn grossen Ideen für eine bessere Schweiz aufgegriffen. Der Arbeitsmarkt kann flexibler gestaltet werden, wenn ein Arbeitnehmerschutz vorhanden ist. Aber nicht ein so rigoros wie in Frankreich. Hier sind sie als Arbeitnehmer auf der unteren Stufe noch heute fast ein Leben lang bei der gleichen Firma angestellt - diese wird sie auch nicht so einfach los. Da sind heute in diesen Ländern der grosse Teil der Beamten flexibler geworden, oder geworden worden.

Serge Gaillard, hier zu einem europäischen Thema, stellt fest, dass ein geringer Schutz der Arbeitnehmer die Arbeitgeber zwar flexibel macht, aber nicht mehr zu einer Vollbeschäftigung führt. Zudem führt ein guter Arbeitnehmerschutz dazu, dass die Angestellten vermehrt ihre Stelle wechseln oder Weiterbildung betreiben. Das letzte ist in Frankreich tatsächlich ein Fremdwort. Dafür werden hier viele - viel zu viele - an Universitäten ausgebildet. Ich mag das denen ja gönnen, aber vermutlich hätten viele besser ein Handwerk erlernt und würden heute mehr verdienen. Versuchen sie in Südfrankreich einmal in Einkaufszentren mit jungen Kassiererinnen Englisch zu sprechen. Etwelche von ihnen haben einen Uni-Abschluss. Das kann doch wohl volkswirtschaftlich nicht die Lösung sein.

Da ist die Schweiz etwas anders gelagert. Es gibt auch hier Leute die praktisch ihr Leben bei einer Firma verbringen - aber die sind eher die Ausnahme. Bei der AFAG die heute zur Feintool gehört, ist einer 38 Jahre dabei. Als ich dort mehrere Jahre kaufmännischer Leiter war (CFO sagt man heute) hätten wir von einer Fluktuationsrate von nur 10 Prozent geträumt - die war viel höher. Die Firma ist nicht zu Grunde gegangen - sie wurde 50 Jahre alt. Angefangen hatte es mit zwei Pionieren dem Erfinder Horak und dem Unternehmer Viktor Kleinert. Von Anfang an im High Tech bereich tätig - mit französischer Technik von Jacquard.

Gaillard hat an Frankreich vermutlich heute keine Freude. An Deutschland mit Münteferings Kombilohn vermutlich schon eher? Das Problem liegt nicht im Detail. Ein Franzose oder Deutscher arbeitet vielleicht 35 Jahre während 44 Wochen 30 Stunden - ergibt 45' - 50'000 Stunden. Der Chinese 50 Jahren à 49 Wochen zu 60 Stunden? Sie können die Zahlen drehen und wenden wie sie wollen, die Chinesen arbeiten zwei bis drei mal mehr in ihrem Leben.

Sie arbeiten anders, weniger produktiv. Die Menge an Menschen macht es aus. Heute arbeiten die Chinesen wie Ameisen - ungeordnet und fast ziellos. Vermutlich verdienen noch heute rund 90 Prozent der Chinesen pro Monat gleich viel, wie der Mindestlohn bei uns pro Tag beträgt. Das Problem wird erst eins, wenn der Chinese im Grossen produktiv arbeitet. Heute ist dies noch nicht schlimm - es dürfte noch anders kommen. Und bis dahin sollten die Arbeitnehmer (AN) eingesehen haben, dass sie arbeiten und mitdenken müssen und die Arbeitgeber(AG) sollten merken, dass die eigene Volkswirtschaft nur rund läuft, wenn hier mit den Leuten vor Ort Geld verdient wird. Es sei denn, sie sind langfristig auch gewillt, selbst nach China aus zu wandern.

Es wäre dringend nötig, wenn in Europa AG und AN begreifen würden, dass sie voneinander profitieren könnten. «Ruhig Blut!» Wir schaffen das schon - immer vorausgesetzt im Nahen Osten verstehen sie den Spruch nicht falsch herum.

News from China

Laut Erblehre müssten hier einige Gene zumindest sehr ähnlich sein ...

... AIESEC, die grosse weite Welt und nun aus China mit eigenem Blog... http://regi.nomadlife.org/

Regi, herzlich willkommen in der Blogger-Szene.

Dank Vitamin-B wird dieser Link rechts unter die «Blogcommunity - 1. Wahl» aufgeschaltet. Kritisch bleiben und nicht etwa «schlitzäugig» werden.

Wer mehr über das Nomadenleben lesen will oder ganz sicher wissen möchte wer Regi ist, kann hier weiterlesen ...

... und der dort erwähnte «Vogel» hat nach 150 Jahren als erster Europäer wieder einmal die Sahara durchquert und wird ab Frühjahr 2007 darüber berichten.

Wer immer noch zu wenig über Nomadenleben gelesen hat, kann dies bei www.nomadlife.org nachholen.

Neue Trends

Rosé, blaues Glas, grelle Etiketten oder neue Flaschenformen. Wird der Weingenuss damit wirklich schöner?

«Das Auge isst mit!» - ein altes Sprichwort, dass vielleicht einmal seine Bedeutung ganz verlieren wird. Auf der einen Seite die Werbung, die uns vorgaukelt in drei Minuten mit Wasser und Hitze ein Festmenu hin zu zaubern und auf der andern Seite der Konstruktions-Koch der mit seinen baulichen Kreationen eher eine Designstudie hervor beschwört, als dass der Rest wirklich genossen werden kann. Dann Experimente mit Farben, Gewürzen und auch mal Lamm an einer Tabaksauce. Das meiste ist fehl am Platz, aber es gibt auch wirklich tolle Ausnahmen. Das sind dann eben die hochstehenden Kochkünstler.

Beim Wein wird es langsam genau gleich. Das Auge muss immer besser aufpassen, was ihm vorgegossen wird. Degustationen dürften um eine Spur anspruchsvoller werden. Vielleicht wäre es langsam an der Zeit, echte Blinddegustationen durch zu führen - im Dunkeln, ohne die Weinfarbe zu sehen. Die Farbe ist bei Weinen aus der neuen Welt schon lange kein Massstab mehr. Kalifornien ist vermutlich die einzige Ausnahme bei der nicht alle High-Tech Produktionsverfahren erlaubt sind.

Rosé-Weine sind ein herrliches Beispiel. Woher stammt das Wort rosé eigentlich? Von Rose - hier eher ein rosarot, denn ein Rosé. Manche mögen diesen Farbton bei Wein. Meistens steckt aber nicht viel dahinter. Aber aufgepasst, es gibt Ausnahmen. Die Domaine Ott kommt hell daher und erst noch in einer schrecklichen Flaschenform. Nur eben, diese Flaschenform existiert hier seit Jahrzehnten - ein Pionier. Hier die Erklärung des Rosé von einem Wortpionier im Internet.

Der hier erwähnte Weissherbst ist vielfach der tippische Rosé schlechthin: leicht süss, süffig und gefährlicherweise hat er die Eigenschaften eines Durstlöschers. Einen guten Rosé können sie von einem einfachen gan leicht unterscheiden. Trinken sie zu Degustationszwecken den Rosé ungekühlt. Machen sie sich nichts daraus, wenn die Leute sie schräg anschauen. Für die Analyse jeglicher Art braucht es andere, intensivere Ideen als der Durchschnitt gewohnt ist. Nicht nur beim Wein, auch in der Finanzanalyse (deshalb vielleicht meine andern Weinanalysen) und vor allem in der Kriminalistik. Am meisten Erfolg haben Monk und Colombo, so nach so nach der Art wie die «Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanningers».

Da sind mir die neuen Rosé von Südfranreich lieber. Einige haben mehr Kraft als in andern Gegenden der Rotwein. Unter den Weinsorten Syrah und Grenache sind einige herrliche Tropfen zu finden. Schade nur, dass diese Weine - weil sie echt günstig sind - Palettweise nach Deutschland hochgekarrt werden und dort als süffiger Wein angepriesen werden. Aber so ist leider Werbung. Man bietet das an, was andere suchen. Vermutlich würde ich mich mit diesem Weinhändler sogar gut verstehen. Er hat ja auch eine Seite ins Deutsche übersetzt und bietet Weine der Colline de Bourdic an, die ich auch schon in Restaurants der oberen Klasse vorgefunden habe.

Wenn sie einen solchen Wein - moderne Etikette und schrecklicher Plastikpfropfen - in einem Laden sehen, dann lieber Finger weg falls keine Degustation möglich ist. Es ist fast wie im Fondsgeschäft. Es gibt viel zu viele Anbieter und viel zu wenig gute Sachen. Maixmal jeder 10. eher jeder 20. Rosé ist wirklich ein Genuss und lassen sie sich nicht von grossen Namen wie Tavel verleiten. Hier gibt es auch verschiedene Weine und in der Nähe gibt es einige, die schmecken eben so gut - haben aber nicht das gleiche Preisniveau. Es ist wie an der Börse - man muss Stockpicking betreiben.

Lassen sie sich nicht zu sehr von der Gestaltung verleiten. Wein in blauen oder roten Flaschen schmeckt nicht besser - wenn überhaupt. Kaufen sie solchen nur wenn sie die Flasche als Vase brauchen können. Aber versuchen sie wieder einmal einen Rosé - einige schmecken besser, als man denkt.

Wein kann abwechslungsreicher sein, als sie denken ...

Blaue Flaschen

... übrigens, vier waren mit Mineralwasser gefüllt ... zu teuer, wenn man nur den Inhalt brauchen kann ...

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