Convenience Food

Bei uns stehen so an die zwei Meter Kochbücher und gesammelte Rezepte herum. Alles Ausgaben zum 50 jährigen Jubiläum von Betty Bossi?

Astra Speisefett hat vor 50 Jahren «Betty Bossi» durch eine Werbeagentur erfinden lassen. Die in der Schweiz vermutlich bekannteste Kochtante, war nie geboren worden. Sie wird wohl eingetragenes Markenzeichen beim IGE sein - beim Institut für geistiges Eigentum. Der «arme» Albert Einstein hat ihre bekannten Rezepte leider nie geniessen können. Und er hätte sich vermutlich, als ehemaliger Angestellter des Patentamtes (heute IGE an der Einsteinstrasse 2 in Bern) nie vorstellen können, wie sich diese Rezepte mit annähernd Lichtgeschwindigkeit verbreiteten.

Heute gehört Betty Bossi zur Hälfte dem Medienkonzern Ringier und die andere Hälfte Coop. Die wohl längste Zeit war Frau Bossi für Unilever tätig. Betty Bossi wurde hier angeblich erst 1977 gegründet. Die Familiengeschichte interessiert ja eigentlich nicht so stark, eher der Trend (auch von Betty Bossi) zum Convenience Food, zum Bequemlichkeits-Nahrungsmittel. Damit lässt sich sehr viel Geld verdienen. Nicht bei allen Leuten, einigen sind solche Lebensmittel eher ein Dorn im Auge. Ich selbst kaufe lieber Convenience-Aktien, als deren Produkte.

Es gibt auch Nahrungsmitte, dieser Konzerne, die schon fast herkömmlich sind. Chirat zum Beispiel, obschon es auch in diesem Bereich Feineres gibt, ohne gleich Gurken in Shiraz (gleiche Aussprache wie Chirat) oder Syrah einzulegen. Um sich abzuheben, kann man auch eine Marsanne Noir trinken. Die Vielfalt der Namen spielt keine Rolle. Es ist immer das Gleiche in der Flasche - ein Naturprodukt, das vielleicht im Rebberg mehr oder weniger biologische Spuren hinterlässt.

Convenience Food ist in dieser Beziehung schon unbequemer. Ohne Zusatzstoffe geht hier eigentlich nichts mehr. Schade, aber das ist der Preis der Bequemlichkeit. Die «Tristesse in Schweizer Kochtöpfen» zieht bei uns heute nicht ein, aber die Bequemlichkeit ...

Lauch

... der letzte Lauch aus dem Garten - am Sonntag würde eine Marsanne blanc gut dazu passen. Übrigens, bei mir müssen sie keine Betty Bossi Kochbücher ausleihen - wir besitzen keines. Die Uni Kaiserslautern hilft mit Rezepten weiter.

Ich mache - statt ich sollte machen!

Dies ist der Schlussspruch am WEF - Klaus Schwab fordert zu konkreten Taten auf!

Die Gegenveranstaltung zum WEF, das 6. Weltsozialforum in Caracas (Venezuela) beschliesst auch Taten: weltweite Proteste! Irak, Uno und WTO sind die Themen.

Die Schweiz und Russland öffnen die Märkte teilweise, die Gespräche der Schweiz mit den USA sollen weitergehen und die Menschenrechte, so Angelina Jolie, sollen gestärkt werden. Wer die 30 Artikel der allgemeinen Erklärung zu den Menschenrechten noch nie gelesen hat, es steht nichts utopisches darin.

Alles in allem, sind eigentlich alle zufrieden - ob Veranstaltung oder Gegenveranstaltung. Zufrieden nicht mit allem auf der Welt, aber mit den durchgeführten Veranstaltungen und der erzielten Beachtung. Also, packen wir es an!

27. Januar - vom Leben und vom Tod

Heute haben anscheinend viele Leute Geburtstag - zumindest denen, die noch leben gratulieren wir ganz herzlich.

Üblicherweise werden Geburtstage gefeiert, wenn der Jubilar und sei er noch so jung, selbst anwesend ist. Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus ist vor 214 Jahren verstorben - am 5. Dezember. Sinnigerweise habe ich an diesem Datum über Holz geschrieben. Wenn ich dann, sagen wir einmal in etwa 48 Jahren (bin dann wirklich nicht ganz 100) das letzte Kleidungsstück aus diesem Material brauche, dann spielt Mozart - volle 10 Minuten: Fantasie in f-moll (KV 608 - Köchelverzeichnis). Am 3. Oktober 1790 hat Wolfgang Amadeus Mozart beschlossen, dieses Stück nicht für kleine Pfeifen bei mechanischen Orgelwerken zu schreiben. Der Auftraggeber erhielt für das Mausoleum von Feldmarschall Laudon ein Orgelwerk. Eines der eindrücklichsten - leise und leicht und dann hinunter zu den allertiefsten Tönen, dass Wände zittern und auch mal Gläser bersten. «Ein Orgelstück für eine Uhr» - so die offizielle Bezeichnung. Für neue Uhren und für mich bei abgelaufener Uhr. Ludwig van Beethoven, den ich üblicherweise vorziehe, hatte dieses Stück einmal für sich persönlich kopiert. Weil es ihm gefiel, hat er es von Hand abgeschrieben. Fotokopierer und Kopierschutz gab es damals noch nicht - heute leben ganze Branchen davon.

Der Tod ist ein heikles Thema. Viele Vermögensverwalter können nicht über dieses Thema sprechen, geschweige denn schreiben. Aber es ist ein sehr wichtiges Thema. Eigentlich müsste zumindest jeder, der Vermögen besitzt, einmal darüber diskutieren - nach besser selbst etwas dazu schreiben. Mozart brauchte dies nicht zu tun. Als er starb, war er aus Spielsucht stark überschuldet. Nicht nur die Sucht, Musik zu spielen - um Geld zu spielen. Heute hätte er vermutlich mehr Mühe soviel Geld aufzutreiben. Die 2500 Gulden Nettoschulden entsprachen damals rund einem 200-fachen Jahresgehalt einer Magd. Ähnliche Zahlenverhältnisse kennen wir in der heutigen Zeit auch.

Google hat gleich sein Signet Mozart angepasst, denn man schreibt nur Gutes, Schönes über Tote. Das hat dieser grossartige Künstler sicherlich verdient. Aber auch die Schattenseiten soll man anschauen, oftmals begreift man dann einige Sachen besser. Der schönste Artikel (meiner Ansicht nach) in dieser Hinsicht steht im Migros-Magazin - dem Chefredaktor Hans Schneeberger sei an dieser Stelle gedankt, dass er sein Team in dieser Art schreiben lässt. Übrigens, er war Hans der II bei Borsalino.

Von «Kaiser Wilhelm der II» sei nun die Rede. Auch er ist am 27. Januar geboren - 1859. An militärischen Auszeichnungen und Ehrungen (?) hat er es bis zum Oberster Kriegsherr des deutschen Heeres und Chef der Marine gebracht. Tod und Leben standen auch bei ihm nah beieinander. Und am 27. Januar 1945 wurde Auschwitz befreit - der Gedenktag zur Befreiung der Opfer des Nationalsozialismus - der Internationale Holocaust Gedenktag. Und der 27. Januar ist auch der Todestag von Altbundespräsident Johannes Rau - 2006 - heute.

Der 27. Januar bedeutet aber auch Leben, Geburtstag feiern. 1888 wurde die National Geografic Society gegründet und 1920 kam Helmut Zacharias - Geiger und vielen unbekannt, auch Komponist. Vielleicht wird er in 164 Jahren auch weltweit gerühmt. In der klassischen Musik dauert es meist länger, bis der Durchbruch geschafft ist, als bei moderner Musik. Nick Mason - geboren 1945 (der Tag ist wohl klar) in Birmingham - Schlagzeuger bei Pink Floyd.

Another Brick In The Wall - Part 1 - Part 3. Spielt es nach der Fantasie und ich hoffe, nicht nur einen Backstein zu hinterlassen. Auch einige Beiträge im Blog, die manchmal etwas nachdenklich stimmen, manchmal Freude bereiten. Eben so - wie das Leben so ist. Und es gibt immer wieder neue Backsteine, neue Bricks - nur eins von dreien will ich heute erwähnen, das von 1985. Heute Abend an einer Monsterparty in Genf - vielleicht legen sie dir ein Brick auf - oder «Outside the Wall» - oder als Motivation für alle Money von "Dark side of the moon". Und wenn ihr wirklich dorthin gehen wollt, hilft euch sicher James Cromwell mit Star Treck. Regi, dir und all den andern einen guten Flug ins neue Lebensjahr und sorry, dass der Beitrag heute erst spät kommt. Da gab es anderes zu tun - sonst muss halt Mother einmal schreiben. Nimms gelassen, Wolfi ist nur ein Dienstagskind - du bist ein Sonntagskind - und damals rund 20 Grad kälter als heute.

WEF - Open Forum - Public Eye

WEF das World Economic Forum legt mehr Wert auf ökonomische Entwicklung und das Public Eye on Davos eher auf soziale Entwicklung. Rudimentär betrachtet liegt das Open Forum dazwischen.

Die Tagesthemen des WEF sind vor allem dem aufstrebenden China sowie Indien gewidmet - volkswirtschaftliche, finanzielle Themen. In diesen Berichten ist für manchen Anleger mehr brauchbares Material zu finden, als in manch umfassender Länderstudie. Es wird nicht zwischen Chancen und Risiken abgewogen - es wird berichtet, was Sache ist. Zu finden ist auch Nachdenkliches, Humorvolles. Am WEF ist man wirtschaftlich orientiert - so dem Trend nach an einer Davos-Chemie (keine Börsenkotierung gefunden).

Am Publik Eye on Davos wurden aus rund 20 Nominationen die schlimmsten Firmen der Welt gewählt. Hier die Preisträger - Chevron - (bei uns ist eher die ehemalige Texaco bekannt) - die Walt Disney Group (ab heute mit Pixar und Nemo) und die Citigroup, welche vor einem Monat als beste Bank Asiens gewählt wurde. Die Meinungen gehen stark auseinander, aber wichtig scheint mir, dass durch die EvB Erklärung von Bern in Davos am Public Eye auf Missstände aufmerksam gemacht wird. Wo nichts angeprangert wird, gibt es auch keine Besserung. Mehr über diese Firmen und den Positive Award. Bei der EvB gibt es auch einen kleinen «Missstand» - die sind in Zürich an der Quellenstrasse und nicht in Bern an der Quelle.

Spass beiseite, die Nestlé war auch schon Preisträger. Zum grössten Teil ist sie für mich ein gutes Unternehmen, aber auch hier schadet es nicht, wenn Missstände behoben werden, weil sie öffentlich kundgetan werden. Das hämische Lachen von Peter Brabeck auf SF1 ist seine Art, stört aber vermutlich extrem viele Leute. Wer aufgepasst hat, Herr Brabeck hat gestern etwas extrem Wichtiges gesagt. Etwa in diesem Sinn: «Wir subventionieren unsere Güter viel zu stark, liefern diese dann in Entwicklungsländer und benachteiligen damit das örtliche Gewerbe.»

Wer versucht, das Geschehen um Davos etwas neutral und vorurteilsfrei zu betrachten, kann von allen Veranstaltern etwas lernen. Jeder hat Gutes zu bieten. Und wer nicht mit den extremen Meinungen leben kann, der wählt in etwa die Mitte - das Open Forum. Die Mitte kann aber auch Nachteile haben - es ist für einige weder Fisch noch Vogel - eben ein Forum, etwas zwischen einer Umplankung (eingehagt) und einem Internet-Forum. Aber auch in der Mitte ist man sich vielfach nicht einig. In Davos wird man im Unklaren gelassen, wo die Kirche steht! Ich sag es gerne noch einmal viel deutlicher:« Wer ist eigentlich die Kirche?» Viele von meinen Lesern sind ein Teil der Kirche. Ich auch - mehrfach sogar: Kirchenmitglied, Kirchgemeinde-Ratspräsident, Vorstandsmitglied der Liberalen ... Im Grunde genommen gehen die Meinungen innerhalb der Kirche (egal was jeder darunter versteht) vielfach weiter auseinander als zwischen dem WEF und dem Public Eye.

Wer sich über die Aussage von Peter Brabeck vertiefen will, soll einmal Annex No. 47/2005 lesen. Ein Magazin der Reformierten Presse. Aus Copy-Right Gründen kann ich jetzt nicht einfach einen Scan machen und diesen veröffentlichen - und einen entsprechenden Link habe ich bisher nicht gefunden. Diese 24 Seiten sind etwas vom Feinsten, was ich bisher über die Globalisierung und die «Re-De-Regulierung» gelesen habe.

Wer das gelesen - und vor allem begriffen - hat, der wird vermutlich in Zukunft besser mit allen Seiten diskutieren können, oder zumindest verstehen, dass jeder auf seine Art eigentlich Gutes tun will. Das Verständnis für volkswirtschaftliche Zusammenhänge ist heute zwischen WEF und Public Eye on Davos viel mehr gegeben, als bei Teilen des Open Forums.

Wer meine Zeilen jetzt daneben findet, der soll sich mal «Re- vom De-Regulieren» bei der reformierten Presse besorgen. Eigentlich ein Muss für alle Pfarrerinnen und Pfarrer und Menschen, die in irgend einer Art Entwicklungshilfe leisten - hoffentlich alle!

Kreativer Imperativ, Entlassungsproduktivität und Heuschrecken

Das WEF-Thema, das Unwort des Jahres und das Unwort der Börse

Das Unwort des Jahres ist «Entlassungsproduktivität». Zumindest kennt man dieses Wort an der GV der Feintool in Lyss nicht. Es wird von Kantonsseite sogar zur Anzahl Lehrlinge gedankt und toll wären 10% mehr! Das ist Marketing. Die Entlassungsproduktivität kannte ich bis gestern nicht. Zumindest das Wort, die Tatsache leider schon und die meisten vergessen, dass damit extrem viel Know How verloren geht.

Egal ob man abbaut oder eine extreme Fluktuation hat. Je "kopflastiger" ein Unternehmen, desto gefährlicher. Eine Fluktuation von 10% bedeutet, dass die Mitarbeiter im Schnitt 10 Jahre bleiben - eine Fluktuation von 100% dem entsprechend, dass man durchschnittlich ein Jahr in der gleichen Firma bleibt. Unmöglich? Doch. Ich habe das selbst erlebt, in einem Betrieb, der nun zur Feintool-Gruppe gehört. Das gehört längst der Vergangenheit an. Das war zu Zeiten, wo man sich seinen Job noch aussuchen konnte. Ein sicherer Arbeitsplatz hält heute die Fluktuation niedrig.

Diese Zahlen hören sie aber nie an der Generalversammlung oder einem Analystenmeeting. Genau so wenig wie die Kostensätze der Mitarbeiter oder die Maschinenstundensätze. Das betriebliche resp. interne Rechnungswesen ist im Aussagegehalt viel interessanter, als das finanzielle resp. externe Rechnungswesen. Aber auch viel komplexer und meist wird es nur mit einem gewissen Widerwillen studiert. Für mich war es zumindest gut, dass ich in einem industriellen Unternehmen das betriebliche und finanzielle Rechnungswesen (und was so noch alles dazu gehört) IT-mässig aufbauen musste.

Einige Zahlen im Geschäftsbericht aus dem betrieblichen Rechnungswesen zu zeigen, das wäre Kreativer Imperativ - hier etwas versteckter, aber auf etwas anderem Niveau. Freiwillig geht auf der Welt fast nichts, dies scheint man mit dem Kongressthema am WEF auch anzudeuten. Der Imperativ
hiess zu meiner Schulzeit noch die Befehlsform. Ein Beispiel gefällig? Auf Berndeutsch: «Hopp!». Auf Kreativ: «Sofort, die Entlassungsproduktivität tangiert dich dann weniger!» Das Börsen-Unwort des Jahres 2005 «die Heuschrecken», vom damaligen SPD-Chef Franz Müntefering gewählte Bezeichnung für Finanzinvestoren, dürfen sich dies vermutlich weniger erlauben, als mancher Chef einer Behörde. Aber das hat dann eben nur mit Produktivität zu tun.

Grille

... bei solchen Unwörtern kommt manchem Hirn eher Fridolin, unsere Garten-Grille in den Sinn!

Bravo, WEF - die gleichen Gäste

Bravo Bravo - ganze 50 Jahre alt ist das Kult-Journal für Jugendliche, das die Stars durchleuchtet, welche dieses Jahr das WEF beleuchtet.

The Show must go on. Hand auf Herz, welche der über 2000 Gäste, die ab Morgen am WEF - World Economic Forum an zu treffen sind, kommen ihnen in den Sinn? Vermutlich die Dame, über die am meisten geschrieben wird - die Schauspielerin Angelina Jolie. Das sind Persönlichkeiten, die unsere Welt anhimmelt. Ob Brad Pitt auch nach Davos kommt, wissen andere vermutlich besser als ich, aber dass Angelina Jolie auch für das UNO-Flüchtlingswerk arbeitet, wird wohl eher vergessen. Das sind aber die wichtigen Dinge, die in Davos vernetzt werden. Nicht die Schlagzeilen «Jolie erleidet Schwächeanfall» wird das Bündnerland bewegen. Nur die meisten Nicht-Finanzmedien, die eine Schwäche für Nebensächlichkeiten haben.

In Davos ist anderes gefragt - Globalisierung, Verbindung, Zusammenarbeit. Das WEF ist die eine Seite, die Globalisierungs-Gegner die andere Seite.

Und dazwischen irgendwo liegt theoretisch das «Public Eye on Davos», das eine Globalisierung nicht verhindern kann - und viele auch nicht verhindern wollen. Sie legen «... den Finger auf die wunden Punkte des Alltagsverhaltens der Konzerne. Damit Unternehmensverantwortung kein leeres Schlagwort bleibt.»

Wer jetzt wo ein zu ordnen ist, scheint keine einfache Aufgabe zu sein. Es gibt überall Extremisten und die sind eindeutig fehl am Platz.

Eine extreme Position hat auch Bravo vor 50 Jahren schon eingenommen - hat Trends aufgezeigt und damit verstärkt. Es täte vielleicht so manchem Analysten gut, einmal ein Bravo durch zu blättern und zu sehen, was heute Mode, angesagt ist. Trends zu erkennen ist an der Börse auch nicht verboten. Die Probleme der Jungend und von Davos, welche vermutlich in Jahrzehnten die Probleme der heutigen Jugend sein werden, kann «Dr. Sommer» nicht lösen. Nicht weil es entgegen seinem Namen unpässlich kalt werden soll. Die Probleme, die in Davos 35 Jahre nach der Gründung des WEF immer noch anstehen, können nicht ganz so einfach gelöst werden - Diskussionen, Konfrontationen und Netzwerke sind wichtig. Auf allen Seiten - ausgenommen auf der Randaliererseite. Die schaden der Schweiz im Ruf und der Welt in einer sinnvollen und hilfsreichen Globalisierung, die nicht aufzuhalten ist. Diverse Punkte sollen aber durchaus kritisch hinterfragt werden. Mithelfen, eine bessere Welt zu gestalten.

... 6000 Paar Schuhe - vor drei Jahren eine publikumsträchtige Information während des WEF. Wir waren und sind keine WEF-Gegner, wie in einem einzigen Historischen Jahrbuch fälschlicherweise geschrieben wurde. Derjenige hätte lieber Dr. Sommer und sein Netzwerk gefragt. Die Globalisierung können wir nicht aufhalten - aber gut und fair mitgestalten.

100 Paar Schuhe

Idee, Realisierung, Finanzierung: Kolumbien aktuell - Bethlehem-Mission - meine eigene Wenigkeit (dank eines Legates einer meiner Kunden) - und andere Mithelfer

Neuauftritt der Credit Suisse

Die Credit Suisse, vor knapp 150 Jahren als Schweizerische Kreditanstalt gegründet, ändert ihr Erscheinungsbild.

Im Sommer, wenn die Credit Suisse ihr 150-jähriges Jubiläum feiert, werden wir unser 10-jähriges Jubiläum haben. 10 Jahre Marti + Partner. Aber es sind dann auch 10 Jahre her, dass ich das Credit Suisse Private Banking verlassen habe. Diese Bezeichnung war damals für eine Tätigkeit reserviert - seit 140 Jahren hiess das Unternehmen immer Schweizerische Kreditanstalt.

Seither hat es einige Namenswechsel, einige Umstrukturierungen, mehrere Firmenübernahmen und einige verschiedene Signete gegeben. Die Banken-Szene ist in den vergangenen Jahren sehr schnelllebig geworden. Es gibt immer Kunden, denen ich Anfangs Jahr erklären muss, dass «ihre» Bank nicht mehr am gleichen Ort ist, den gleichen Namen oder das gleiche Erscheinungsbild hat oder nicht durch ein grösseres Institut geschluckt wurde.

Geburtstag hat die Credit Suisse am 5. Juli, an einem Mittwoch, wie mein alinghi Kalender der UBS verrät. Und bis dahin werden auch die letzten wissen, dass beide Schweizer Grossbanken auf ihre Art, den «Wind in den Segeln» haben.

Die Frage ist höchstens, welche Segel länger am Wind bleiben, diejenigen des Sponsors des Alinghi-Teams oder das neue Erscheinungsbild der Credit Suisse mit den Segeln, die von der First Boston stammen. So werden auch in Zukunft die Zeiten ändern und schon heute wissen viel mehr Leute, dass Ska nicht einfach Musik in den Ohren ist - Ska ist eine Lebensphilosophie.

Saxophon und SKA

Eins für mich der besten Werbeplakate der SKA (Abkürzung und Signet für die Schweizerische Kreditanstalt) hängt noch heute in meinem Büro: «Der Mensch lebt nicht vom Geld allein.» Das ist die Lebensphilosophie, die zu oft vernachlässigt wird.

Chirac - Vasella - Marti - Neue Wege. Jetzt!?

Will Chirac den Atom-Waffen Einsatz, Vasella am meisten Lohn und Marti in den Grossen Rat?

Chirac, so meinen (wie)-viele, hätte schon lange zurücktreten sollen und dann hätte er nämlich gar keine Atom-Drohung äussern können (NZZ auf deutsch). Eine solche Warnung ist nicht neu, diese hat er schon vor einigen Jahren gemacht. Vermutlich denkt er nicht im Traum daran, eine solche Warnung in die Tat um zu setzen. Drohen nützt sehr oft. Aber gleich auf diese Art. Das ist mehr als nur übertrieben. Die Geschichte hat leider schon oft bewiesen, dass es Führer mit Grössenwahn gab.

Es ist wie in einer Familie. Der Vater warnt, die Kinder nerven weiter - hoffen wir, dass Frankreich siegt. Aber nur durch Worte.

Bei Vasella sieht es etwas anders aus. Hier werden sich viele Familien (und andere) einig sein. Mit seinem Gehalt von 21,3 Mio. CHF könnten ganz gut mal 400 Familien leben. Das entspricht einem Monatslohn von CHF 4100. Ob diese auch eine Lohnerhöhung von 2,4% erhalten? Anhand der Anzahl der Optionen, die Vasella noch erhält, kann man davon ausgehen, dass mit allen Mitteln versucht wird, den Kurs der Novartis Aktie zu steigern - damit der Verdienst noch höher ausfällt.

«Neue Wege. Jetzt!» geht die FDP. Die Schweiz, der Kanton Bern und andere haben es nötig. Nicht gleich alles auf den Kopf stellen, aber an einigen Festungen müsste schon gerüttelt werden. Die Wirtschafts-, Bildungs- und Finanzpolitik muss so gestaltet werden, dass wir wieder zu einem attraktiven Kanton aufsteigen und eine zukunftsgerichtete Wirtschaft ermöglich. Mehr zu meiner Kandidatur als Grossrat ...

otcday in Bern

Nachfolgeregelung und going public - vielleicht ist das für manches Familienunternehmen «die» Lösung.

«Going public», an die Öffentlichkeit gehen, hat an Veranstaltungen wie dem zweiten otcday in Bern zwei verschiedene Bedeutungen. Publikumsfähige Unternehmungen, so der Ausdruck in meinen Lehrbüchern und zweitens so nebenbei auch «sehen und gesehen» werden.

Die nicht tagesorientierte Presse ist mitorganisierend und deshalb heute morgen im Internet noch nicht vertreten (obiger Link bringt vermutlich in den nächsten Tagen etwas). Einerseits das Swiss Equity magazin, zu finden auch unter www.se-magazine.ch - per se früher als Nebenwerte-Journal, so wie es heute nach der Aufspaltung noch in Deutschland heisst und ganz früher hiess es meiner Erinnerung nach schlicht Nebenwertjournal. Und andererseits die Finanz und Wirtschaft mit einem Titel, der Sache ist - und das seit 78 Jahren. Hoffentlich sucht man zumindest nicht im Namen nach einer Nachfolgelösung.

Swiss Equity, tönt gut, hat aber eigentlich den falschen Titel. Es gibt rund 175 000 verschiedene Aktiengesellschaften, aber von den betroffenen ausserbörslichen Nebenwerten sind heute rund 450 verschiedene Titel über mehrere Banken verteilt handelbar. An Unternehmen dürften es wesentlich weniger sein, denn hier trifft man noch zu Hauff Namen-, Inhaber-, Stamm-, Prioritäts-, Stimmrechts-, Vorzugs-Aktien und wie sie sonst noch heissen mögen und selbstverständlich sind noch Partizipationsscheine vorhanden und welcher «Genuss-, auch diese -Scheine gibt es noch. Da ist die Schweizer Börse swx, zumindest im Bereich der Schweizer Aktien (rund 280) wesentlich übersichtlicher. Wie viele einzelne «Produkte» gehandelt werden, weiss ich nicht auswendig - es ändert eh täglich. An der Berne eXchange sind noch rund 20 zusätzliche Titel auf dem Haupttableau.

Nebenwerte sind nicht jedermanns Sache. Die finanziellen Informationen sind manchmal etwas dürftig, oder gar sehr dürftig. Dafür sind oft die Produkt- und Marketing-Informationen umfassender, als bei börsenkotierten Titel. Dementsprechend diskutiert man bei einem Kauf eines Nebenwertes öfters mit Bekannten, dem Bankangestellten oder einem Vermögensverwalter. Die Risiken und Chancen sind hier entsprechend grösser.

Viele Firmen lassen sich oft erst over the counter handeln, nachdem eine Nachfolgeregelung gefunden wurde. Verfolgen sie die Pressemeldungen in den nächsten Tagen, denn vielleicht findet sich das Referat von Nationalrat Otto Ineichen, dem Gründer von Otto's oder dass die Bieler Espace Real Estate AG gestern den otc transparency award 2006 gewonnen hat (die Meldungen des Bieler Tagblattes werden sehr schnell gelöscht). Wer lieber etwas über seine eigene Nachfolgeregelung diskutiert, kann dies mit mir machen. Je nach Grössenordnung ziehen wir den Spezialisten zu - zum Beispiel den Referenten Dr. Leonhard Fopp mit eigenem Buch über die «Herausforderung Unternehmer-Nachfolge».

Auch mit andern ehemaligen Dozenten kam ich ins Gespräch. Aber über den Entscheid von Prof. Maria Camenzind ob der vermutlich aller erste programmiere Finanzrechner 1978 für Proben und Prüfungen an der HWV Bern zugelassen wurde, ein anderes mal.

Forschung in der Schweiz

«In der Schweiz arbeiten rund 52'000 Personen in der Forschung und Entwicklung. Das entspricht etwa 1.2% der Erwerbstätigen.

Nach über 10 Jahren wirtschaftlicher Stagnation in der Schweiz und einem Aufschwung, der derzeit so schwach ist, dass die Arbeitslosenquote kaum sinkt, soll die Forschung für mehr Wachstum sorgen. Technologischer Fortschritt ist der wichtigste Faktor für langfristiges Wachstum und steigende Löhne. Auch ermöglicht erst die Entdeckung neuer Verfahren und Technologien mehr Umweltschutz. Der Text beschreibt, wie viel in der Schweiz im Vergleich zum Ausland geforscht wird und wo die aktuellen Probleme liegen.

Gefunden im Newsletter von Vernunft Schweiz ... weiter ...
Eine gute Möglichkeit, Anlagemöglichkeiten zu finden, die relativ unbekannt und der Unternehmen teilweise aufgrund eigener Forschung Produkte anbieten sind ist der Over the Counter Markt (OTC). Heute findet im Kursaal Bern der zweite otcday statt.

Kursaal
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