Dow Jones auf Höchststand

Übertrifft der Dow Jones diese Woche seinen alten Höchststand von 11723 Punkten?

Obschon der Dow Jones immer noch der wichtigste Aktienindex ist, hat er von seiner Allmächtigkeit in den letzten Jahren stark verloren. Er ist nicht mehr das Mass aller Dinge. In den nächsten Tagen dürfte er aber wieder vermehrt Beachtung erhalten, denn er steigt langsam gegen seine alte Höchstmarke vom Januar 2000.

Die Welt: «Wall Street wagt neuen Anlauf auf Allzeithoch.
Der Alte will's endlich wissen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr nimmt der dienstälteste Aktienindex der Welt, der Dow Jones Industrial, Anlauf auf ein Allzeithoch ... weiter ...»

... oder korrigiert er wie dieses Jahr im Mai nach 11670 Punkten stark nach unten. Vielleicht helfen die diversen Betrachtungen von Charts. Die 10'000 Punkte nach unten wurden im April 05 auch nicht geknackt - nur 0,46 Punkte, nicht Prozent, haben damals gefehlt. Sell in May and go away galt nicht und dieses Jahr dürfte auch der September nicht als schlechtester Börsenmonat in die Geschichte eingehen.

Chart-Lehrgang (8) - ein kleiner Rückblick

Die Chart-Theorie ist keine exakte Wissenschaft, deshalb sollte man sich ab und zu erinnern was eigentlich hinter ihr steckt.

Wenn wir eine ganz einfache Unterstützungslinie einzeichnen, greifen wir eigentlich auf unvollstellbare Mengen an Einzeldaten zurück. Je nach Zeitperiode die wir betrachten, handelt es sich hier um Stunden, Tage, Wochen, Monate aber eher selten Jahre. Es können also hunderte von Tagen sein und jeder Tag wird im Normalfall mit einem Schlusskurs eingetragen. Und dies ist der zufällig letzte bezahlte Kurs. Nun gibt es Aktien, da findet kein täglicher Handel statt. Dies ist aber eher die Ausnahme - die Wirklichkeit sieht anders aus. Am eindrücklichsten sind bezahlte Kurse gegen das Börsenende an zu schauen. Da sind Millionengeschäfte aufgeführt aber auch einzelne Aktien die von zwei Parteien gehandelt werden.

Wie viele Menschen gehandelt haben bis ein Schlusskurs - den Punkt, auf den wir je Tag die grafische Betrachtung reduziert haben - zu stande kommt, beachten ein paar wenig Mitarbeiter der Börsen. Am ehesten die in der Buchhaltung, denn die verrechnen pro Handel die Gebühren, Spesen, Kommissionen ... Sie dürfen jetzt aber nicht einfach Anzahl bezahlte Kurse mal zwei rechnen um zu wissen, wie viele Menschen in unserem Beispiel Nestlé gehandelt haben. Vermutlich werden viele Teilaufträge dabei sein. Verschaffen sie sich Zugang zum Orderbuch und sie sehen alle Details. Aber das interessiert jetzt wirklich nur den kleinsten Teil der Börsianer. Schauen sie sich einmal ein Kursblatt an und entscheiden sie selber. Das ist etwas für (administrative) Spezialisten - wir beschränken uns auf einen einzigen Schlusskurs.

Mit Mathematik und all ihren aufbauenden Spezialgebieten versucht man bei der Chartanalyse nichts anderes, als die Psyche all dieser handelnden Menschen zu interpretieren und vor allem eine Prognose auf zu zeigen. Oder anders gesagt:

Bei der Chartanalyse hilft ihnen ein Studium der Massenpsychologie mehr als eines in Betriebswirtschaft.
oder ...
«Das Interpretieren von Charts (im Aktienmarkt) ist weder eine Kunst noch eine Wissenschaft, sondern vielmehr der Glaube an Regelmässigkeiten und Gewohnheiten des menschlichen Verhaltens im Allgemeinen und an die Übertragung dieses Glaubens in die grosse Masse des Börsenpublikums im Speziellen.»

Diese Weisheit stammt nicht von mir, vielleicht nicht einmal von Dominik L. Hänggi, in dessen unredigiertem Vorabdruck «Die technische Analyse von Aktiencharts» sie als Einleitung steht. Der Spruch ist immer noch gültig, nur habe ich mir erlaubt «im Aktienmarkt» in Klammern zu setzen, denn heute interpretieren wir bei weitem nicht nur mehr Aktien - aber diese doch einfacher als manches andere Anlageprodukt.

... und noch etwas. Die Chartanalyse sollte nicht das Alleinseeligmachende sein, sondern eine unterstützende Hilfe uns einen Trend auf zu zeichnen. Und ein Trend ist nicht immer eine gerade Linien.

Alles schaut nervös auf die Sterne der USA

«In entsprechenden Terminkontrakten ist jetzt eine Anhebung der Leitzinsen um 25 Punkte auf 5,25 Prozent durch die Notenbank Fed am 29. Juni komplett eingearbeitet. Investoren spekulieren sogar auf einen Anstieg der Zinsen auf 5,5 Prozent.»

Im Goldseiten-Forum habe ich obigen Lead bei Spica gefunden. Siehe Kommentar vom 20.6.06 09.26 (in der linken Spalte am Ende eines Beitrages ersichtlich). Lesen sie weiter ...

In den anschliessenden Kommentaren hat es interessante Meinungen über Israel, Palästina und den Irak. Falls es sie irritiert wenn sie etwas über Planeten oder die Sonnenkonstellation lesen, sollten sie nicht gleich verzweifeln. Hier wird im astrologischen Forum über Gold und all die Umstände, die den Goldpreis beeinflussen können, diskutiert.

Vielleicht verbannen sie Astrologie und Börse ins Reich der Märchen. Das ist ihr Recht. Wenn wirklich etwas daran ist, sollte im Juli oder August eine grosse Wende eingeleitet werden. Die Kommentare in diesem Forum fangen im Jahr 2004 an. Lesen sie nur mal auf der ersten Seite den Eintrag vom 11.4.04 18.14 von Bognair. Auf den folgenden 30 Seiten hat es manch Interessantes zu entdecken. Wie wäre es mit der 13. Seite. Bringt die Unglück. Hier ein Link aus dieser Seite, der in das Jahr 2001 zurück blendet - beachten sie die Voraussage der Rohstoffmärkte - 1. Chart beim Beitrag von www.ZealLLC.com. Sie lagen richtig.

Bitte auch nicht verzweifeln, falls heute der US-Zins doch angehoben werden sollte, denn die Börse hat schon Einiges vorweg genommen. Aber vielleicht kommt es anders. Warten wir was Ben Bernanke heute zu sagen hat. Er spricht meiner Meinung nach eine deutlichere Sprache als es Greenspan gewohnt war. Lassen wir uns überraschen.

Übrigens habe ich über mehrere Jahre einen astrologischen Börsenbrief lesen können - das Resultat erstaunt. In den Sternen scheint man wirklich lesen zu können.

USA Mond

... auf welche Seite nun? Foto bei Visipix gefunden.

Chart Lehrgang (7) - der Trendkanal

Wann ist ein Trend vorbei? Am einfachsten sieht man dies im nachhinein bei einem Trendkanal.

Im Nachhinein ist jeder klüger und alle können genau sehen, wann ein Trendkanal durchbrochen wurde. Wenn ein Kurs sich innerhalb von zwei parallelen Linien bewegt, spricht man vom einem Trendkanal. Meistens zeichnet man diese zwei Parallelen als Gerade. Die untere als Unterstützungslinie und die obere als Widerstandslinie. Ein Trend muss aber nicht gerade, kanalartig verlaufen und deshalb ist er meist weniger leicht zu erkennen. Am einfachsten geht dies von Auge. Oder man hilft sich mit einem logarithmischen Chart aus. Hier ein schönes Beispiel vom Nasdac (unterer Teil - Text dazu ist lesenswert).

Der Trend verhält sich aber meistens nicht kanalartig zwischen zwei Linien, sondern jede Chartformation versucht einen Zeitpunkt zu erkennen, wann ein Trend durchbrechen könnte oder beim Trendkanal, wann er durchgebrochen war. Das heisst, bei einem Trendkanal ist es nicht möglich voraus zu sagen, wann dieser vorbei ist. Hier hat es die Mode einfacher. Da können sie davon ausgehen, die die neue Frühjahrskollektion nächstes Jahr nicht mehr im Trend liegen wird.

Ein Trend führt auch nicht immer zum Erfolg, denn es gibt den Trendkanal gegen unten und hier versucht man am liebsten heraus zu finden, wann man einsteigen sollte. Beim Trendkanal nach oben versucht man auf dem Höchst aus zu steigen und der Seitwärtstrend zeigt am Schluss in welche Richtung die Fahrt weiter geht. Der Trend funktioniert nur solange, wie die Masse mitmacht. Wann keiner mehr Fussball T-Shirts tragen will, wird vermutlich das Ende der WM zeigen.

Chart Lehrgang (6) - der Trend

Ob Mode oder Börse, wenn ein Trend bemerkt wird, rennen alle hinterher.

Der Trend, wer kennt ihn nicht von Kindheit an. Was die Andern haben, wollen unsere Kinder auch. Der Modetrend ist wie der Börsentrend ganz praktisch. Man ist dabei und profitiert.

Profitieren werde ich heute auch, denn über den Trend wurde schon so viel geschrieben, dass ich mich am Tag der Arbeit mit dem Link von Wikipedia begnüge. Vom Trend werde ich noch einige Male berichten, denn es kann teuer kommen, den nicht zu beachten. Auf der andern Seite ist ein Trend meist erst im Nachhinein genau ersichtlich.

Üben sie einmal mit einigen älteren Charts von Bullchart und suchen sie sich dann einen aktuellen Chart. Die Erkenntnisse können gross und vor allem überraschend sein.

Der Trend ist das wichtigste Element zum üben. Es sollte eigentlich keinen Chart in einer Zeitung oder Zeitschrift geben, den sie nicht zum üben brauchen. Nur anschauen reicht meistens nicht aus. Es sollten Striche eingezeichnet werden. Von Hand, mit Lineal, allenfalls mit dem Daumennagel wenn nichts anderes vorhanden ist. Am Bildschirm ist eine Postkarte ganz nützlich, sie ist stabiler als ein Blatt Papier und so sind Trends relativ schnell zu finden. Wasserfeste Filzstifte empfehlen sich am Bildschirm weniger, da ist zum Beispiel Bigchart (allenfalls Java-Applets laden) praktischer. Aber hier braucht es noch fast mehr Übung bis ein Trendkanal sauber eingesetzt werden kann als auf dem Papier. Versuchen sie es einmal bei Nitromed - hier ist der Trend von Auge leichter zu erkennen denn exakt zu zeichnen.

Trading Methoden

Traden mit System macht reich - sagen einige.

Bei GodmodeTrader habe ich einen neuen Betrag gefunden, der vom möglichen Reichtum beim Traden schreibt.

«Dies ist die faszinierende Geschichte eines Mannes, der die „Börsenformel“ entdeckte.» ... lesen sie selbst ...

Es gibt einige Anhänger der Delta Methode, aber ob alle reich geworden sind? Wenn die technische Analyse, wie sie im Link beschrieben wird, das Ein und Alle wäre, müsste sie sich einmal mit den eigenen Waffen geschlagen geben, denn ein System, das jedermann zugänglich ist, funktioniert auf die Länge nicht. Jeder möchte gleichzeitig kaufen und jeder möchte gleichzeitig verkaufen - die Börse bricht zusammen, weil niemand einen Partner zum Handeln findet.

Es liegt vielleicht weniger an der Methode, wie man handelt, sondern eher an der Systematik - und wenn sie Tag und Nacht System abhängig sind, dann wünsche ich viel Spass - die Lebensqualität wird darunter leiden. Übrigens, kennen sie viele Personen, die mit traden reich geworden sind?

Chart Lehrgang (5) - warum funktionieren Charts?

Warum funktionieren Charts eigentlich? Ganz einfach, weil das Verhaltensmuster der Menschen immer gleich ist und in der Masse meist aus Fehlern nichts gelernt hat.

Das Allerwichtigste immer vorab: Charts funktionieren nicht immer und im Normalfall sind Charts nur eine Ergänzung zur herkömmlichen Analyse. Wer sich ganz auf Charts verlassen will, muss eine Menge wissen und sollte etliche Jahre Erfahrung haben und sich lieber mit einem kurzfristigen als langfristigen Anlagehorizont beschäftigen. Ein mittelfristiger Chart lässt eine kurz- allenfalls mittelfristige Prognose zu, aber ein kurzfristiger Chart nie eine mittel- oder langfristige.

«Ich bin Anhänger der Charttechnik. Bei jedem Anlagehorizont haben mir Charts bereits geholfen. Limits lege ich meist nach Analyse des Intraday-Charts fest. Bei volatilen Werten rechnet sich das sehr häufig. Warum Charts Prognosen ermöglichen, habe ich mich schon desöfteren gefragt. Dennoch habe ich mich auch schon häufig durch Charttechnik überzeugen lassen. It works but i dunno why :).» Das war die Frage von Nico Popp. In seinem Aktien-Blog schreibt er auch, dass er an der Invest in Stuttgart (ab Freitag) einige Vorträge besuchen will. Die charttechnischen besucht er sowieso und empfehlen würde ich ihm den ehemaligen Pfarrer Uwe Lang. Für Deutsche müsste auch die Fussball-WM noch etwas Platz haben.

Hier die Antwort auf Nicos Frage: Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: «Weil Menschen sich immer wieder gleich oder ähnlich verhalten. Und der Chart ist nur ein Abbild wie sich der Mensch (bei einem gewissen Titel ...) verhalten hat.»

Der Ausdruck «technische Chart-Analyse» ist vielleicht verwirrend - treffender müsste es etwa heissen: psychologisch-grafische Chart-Analyse.

In den Lehrgängen die ich kenne, wird dem Punkt und dem Strich vielfach keine oder eine zu kleine Beachtung geschenkt. Der Mensch, die Masse beeinflusst die Börse, einen Aktientitel und pro Tag ergibt dies einen einfachen Schlusspunkt (Schlusskurs). Wenn wir dann in Charts herumkritzeln, technische Schlüsse ziehen, denken wir meist an Technik und überlegen nicht, wieso bei einem Kurswechsel zum Beispiel, die Menschen anders reagiert haben.

Es gibt auch Chartisten, die ganz spezielle, untippische Ereignisse an der Gesamtbörse oder beim Einzeltitel herausfiltern um das «normale Grundverhalten» besser feststellen zu können. Hier liegt vermutlich die Zukunft in der Prognosetechnik. Aber ohne umfangreiche intelligente Software und den Zugang zu allen verfügbaren Daten werden solche Tools noch lange auf sich warten müssen - erst recht für den Privatgebrauch.

Einige sagen, dass sich die Börse nach den Chartmustern bewegen, weil viele nach ihnen leben und Charttechnik anwenden. Das Glaube ich aber nicht, denn ich vermute, dass zumindest in der Schweiz nur einige wenige Prozent der Anleger nach Chart-Überlegungen kaufen und noch weniger verkaufen.

Wer in Sachen Chart etwas üben will, soll dies einmal anhand der US-Zinse machen. Viel Spass und im Auge behalten.

Chart Lehrgang (4) - die Gerade und ihre Skalen

Mathematik ist nicht notwendig, um Börsencharts zu interpretieren - aber ein mathematisches Gefühl ist sehr hilfreich.

Mit allen erdenklichen mathematischen Systemen wird versucht, die Börse voraus zu sagen. Bisher ohne Erfolg oder anders gesagt, mir hat noch nie jemand das Gegenteil beweisen können. Ich behaupte sogar, dass wir mit Finanzmathematik nie in der Lage sein werden, so eine Aufgabe zu lösen. Es geht hier nicht um finanztechnische Regeln, sondern um das Interpretieren des psychologischen Verhaltens vieler Menschen, einer Masse. Mit Kenntnissen der Psyche der Massen sind sie treffsicherer. Das Verhalten von Massen, egal welcher Art, kann heute am besten mit Software aus dem Bereich der Physik angegangen werden. Es dürften aber noch etliche Jahre vergehen, bis Physiker die bessere Trefferquote, als mancher Finänzler liefern dürfte.

Das Grundverhalten eines Charts ist immer der Mensch - und zwar, der Mensch in Massen betrachtet. Wenn sie für CHF 10'000 Néstle-Aktien kaufen, beeinflussen sie in einem ganz kleinen Rahmen auch den Néstle-Kurs, den SMI, andere Indexe, jede Menge an Fonds und und und ... und von allen zusammen die gehandelt haben ergibt sich ein Schlusskurs. Ein Punkt. Und aus vielen oder verbundenen und trendmässig interpretierten Punkten ergibt sich eine Gerade.

Eine Gerade ist eine mathematische Funktion, die grafisch zwischen Ordinate und Abszisse ersichtlich ist. Die Abszisse, die Horizontale, die Waagrechte, die X-Achse oder wie die untere Skala sonst noch benannt wird, stellt bei Charts meistens die Zeit dar. Kurzfristig bis langfristig und praktisch immer in regelmässigen Abständen, linearen Skalen. Jede Zeiteinheit ist gleich lang - und so muss es auch sein. Spezialitäten lassen wir einmal ausser Acht.

Die Ordinate bereitet da schon mehr Schwierigkeiten. Die allermeisten Charts gehen auch hier von linearen Reihen aus. Logaritmische Charts sind eher für den Profi gedacht, werden aber auch in Verkaufsprospekten verwendet, um Entwicklungen in ein richtiges, sprich gewünschtes, Licht zu stellen. Mit einer entsprechenden Skale wird kann eine Gerade zu einer Kurve gestaltet werden. Wenn man einigen Quellen glauben darf, so sind einige mathematische Regeln seit Adam und Eva bekannt.

Über die dort beschriebene Division durch Null lässt sich auch streiten. Ist sie jetzt verboten oder ergibt das Resultat unendlich. Auf einer alten mechanischen Rechenmaschine mit Volltastatur, zum Beispiel einer Madas, lässt sich demonstrieren, dass «unendlich» richtig ist. Die stellt nicht mehr ab. Netzstecker ziehen und wieder einstecken bringt nichts, die dreht weiter - stundenlang, tagelang. Bis einer kommt, der weiss, wo im Innenleben der Maschine der Hebel ist, den man betätigen muss.

Genau gleich beim Chart, üben sie zuerst an einfachen Beispielen und wenn sie einen kurzfristigen Chart betrachten, vergleichen sie vielleicht noch schnell mal mit dem längerfristigen. Der zeigt vielleicht etwas ganz anderes. Und wenn sie mehrere Charts mit einander vergleichen, dann besonders auf die Skalen achten und schauen, wie das Verhältnis zwischen den Achsen ist. Indexierte Kurven oder prozentmässige Darstellungen sind für Vergleiche meist einfacher, denn ein Kursunterschied von CHF 10 ist bei einer Aktie ein grosser, bei einer andern ein kleiner Unterschied - je nachdem, wie teuer die Aktie ist.

Chart Lehrgang (3) - die nicht existierende Gerade

Die Gerade oder ein Strich ist nichts anderes als ein grafisches Hilfsmittel, um Punkte miteinander zu verbinden.

Die Gerade ist die kürzeste Strecke zwischen zwei Punkten. Aber nicht immer die Einfachste. Zürich Unique - Sydney fliegen sie im Bogen. Die kürzeste Strecke zu fliegen ist nicht möglich - das ginge durch die Erde. Aber von einem Satelliten aus betrachtet, kann die Flugbahn gerade aussehen.

Das ist keine optische Täuschung, sondern schlicht der Standpunkt, den man einnimmt. Die Gerade in der 3-dimensionalen Geometrie kann auf einen Punkt begrenzt werden. Ein Bleistift von oben betrachtet, sieht wie ein Punkt aus. Von einem Punkt, ein Tagesschlusskurs zum Beispiel, wissen wir, dass dies ein eher zufälliger Punkt ist. Er entspricht in den meisten Fällen keinem Tagesdurchschnitt. Vermutlich wären rein mathematische Computer-Programme im Börsensektor besser, wenn der tatsächliche Durchschnitt, der gewichtete, berechnet würde. 1000 Aktien à 0.8 CHF und 10 Aktien à 1.0 CHF ergeben ungewichtet 0.9 CHF, gewichtet 0.802 CHF und als Schlusskurs 1.0 CHF).

An der Börse existiert keine exakte Gerade. Die Gerade ist hier immer ein Hilfsmittel, um extrem viele Einzelpunkte, die praktisch immer irgendwie schwanken, auf eine einfache Aussage zu bringen.
Eine Gerade an der Börse kann:

- steigen (maximal bis zur Senkrechten)
- gleich bleiben
- fallen (auch hier maximal bis zu Senkrechten)
Eine Gerade oder Linien kann man manipulieren, grafisch so darstellen, dass sie etwas anderes aussagen, als man (im 1. Augenblick) meint zu sehen. Darüber in einigen Tagen.

Der Punkt und die Gerade helfen uns eine Aussage stark zu vereinfachen. Nehmen sie irgend einen Börsenkurs und zeichnen einmal eine möglichst sinnvolle Gerade ein. Überlegen sie sich nun, was so alles über, unter oder neben der Geraden abgelaufen ist.

Chart Lehrgang (2) - mehrere Punkte, die Masse

Mich würde ihre Einschätzung zum Goldpreis sehr interessieren! So der Kommentar zum Blogbeitrag über die SNB und EZB. Der Goldpreis wird von der Masse tendiert - und die Masse sind einzelne Geschäfte, je eines Käufers und eines Verkäufers.

PLEASE DO YOUR OWN DUE DILIGENCE BEFORE INVESTING IN ANY PROFILED COMPANY! So steht es in unserem Haftungsausschluss. Dies gilt auch beim Gold. Bringen wir es auf den Schlusspunkt, den Schlusskurs aus dem 1. Teil über die Charts. Der Schlusskurs ist der letzte an der Börse gehandelte Kurs. Ein einziger bezahlter Kurs macht den Schlusspunkt - egal, ob ein kleines oder grosses Volumen, ob ein limitierter Kurs oder eine «Abstauberlimite» (hoffen auf einen unlimitierten Verkaufskurs und keinen höheren Kaufskurs - oder das Ausnutzen von grossen Schwankungen) gesetzt wurde. Der letzte Kurs ist also manchmal ein Zufallskurs, vor allem, wenn in einem Titel wenig gehandelt wird. Titel mit grossem Volumen und vielen Abschlüssen entsprechen der Marktsituation des vergangenen Tages.

Aber was ist jetzt die Marktsituation, wie kommt diese zustande. Himmelhochjauchzend zu Tode betrübt kann ein Börsentag beim Gold sein. Wer ist schuld daran? Der einzelne, der mit Gold handelt. Und wenn man alle Einzelnen zusammenzählt, dann erhält man die «Masse». Der Cartoon hier ist im Gegensatz zu andern ethisch genug, diese anzugreifen, die keine eigene Meinung haben und immer nach den andern Ausschau halten, was die machen - die Nachahmer. Diese beeinflussen den Schlusskurs, sie beeinflussen den Trend (nach oben, unten oder seitwärts).

Noch einmal zurück zur Haftungsfrage. Sie können ganz einfach zu den Gewinnern gehören - sie müssen nur das Richtige tun. Weit über 50 Prozent aller gehandelter Volumen sind im Trend, gehören zu den Gewinnern. Wenn einer kauft bevor der Kurs steigt, gehört er zu den Gewinnern. Wenn einer verkauft, bevor der Kurs sinkt, gehört er auch zu den Gewinnern. Und all die welche handeln und dann bleibt der Kurs auf dem gleichen Niveau stehen, haben ja eigentlich auch das Richtige getan. Zumindest kurzfristig betrachtet. Jeder einzelne Handel braucht zwei Kunden. Einen Verkäufer und einen Käufer. Mindestens einer liegt kurzfriTtig richtig - höchstens einer falsch.

Jeder, der nie einen Handelstag an einer Börse erlebt hat, sollte dies einmal nachholen. Je grösser die Börse, desto eindrücklicher, wie viele Abschlüsse getätigt werden, je kleiner die Börse, desto überblick- und nachvollziehbar. Die Berner Börse und die in New York funktionieren im Prinzip gleich - aber meist nicht gleich hektisch.

Egal wie hoch das Handelsvolumen und die Anzahl der Abschlüsse ist, es gibt pro Tag nur einen Schlusskurs. Jeder einzelne, der gehandelt hat, kann Ende Tag nur sehen, ob er zu einem andern Kurs gehandelt hat und ob die Differenz positiv oder negativ ist.

Hunderte, Tausende von Geschäften werden im Schlusskurs nicht berücksichtigt - nur der allerletzte Handel zählt.

Wenn die Börsenkurse charttechnisch, langfristig mit täglichen Durchschnittskursen statt Schlusskursen betrachtet werden könnten, wäre die Börse viel ausgewogener und Trends besser prognostizierbar.

Ich kenne kein System, das mit Durchschnittskursen rechnet. Solche müssten aber heute mit leistungsfähigen IT-Anlagen lieferbar sein. Bei einer Demonstration sehen wir auch nur Extreme - was die ganz grosse Masse ausserhalb der sichtbaren Menge macht, wissen wir nicht.

Genau gleich ist es mit dem Gold. Irgend jemand schreit an der Börse und alle rennen hinter her. Jeden Tag wieder einen Schlusskurs hinterlassend. Der Tendenz nach vermutlich weiterhin nach oben. Hier ein Beitrag, der die Situation vor einem Monat meiner Ansicht nach recht spitz und treffend schildert. Wie lange der Goldhip noch anhält, kann ich nicht sagen. Bis zu den Höchstständen, die ich erlebt habe, fehlen noch 40 Prozent. Im 4.-Klass-Rechnungsbuch waren es noch CHF 5000 - 8 mal weniger. Wenn sie damals gekauft hätten, entspräche dies einer jährlichen Rendite von 4 Prozent. Meine langjährigen Kunden haben seit einigen Jahren Goldminen-Aktien im Depot. Diese haben wir gekauft, als die Nationalbanken Gold verkauften. Massenpsychologie müsste man studiert haben und abschätzen können, wie lange Inder und Chinesen noch Schmuck aus Gold kaufen und als neue Abnehmer dieses beschränkt vorhandene Edelmetall hochtreiben, oder ein Trend zu Modeschmuck aus andern Metallen oder Stoffen kommt.

ll and Buy

So oft wie dieser Cartonn kopiert wurde, so oft hat der Tag aufgehört, wie er angefangen hat: «I've got a stock here» - or an idea. Und dazwischen lagen unzählige einzelne Kaufs- und Verkaufs-Entscheidungen die aber nicht berücksichtigt werden - nur der: Schlusskurs - Schluss Punkt.
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