Wir liegen im Trend - wirklich?

Wenn sie Aktien kaufen und Geld verdienen wollen, müssen diese Aktien im Trend sein. Noch besser, sie kaufen solche Papiere, bevor sie im Trend sind ... auch wenn dieser jetzt vielleicht Chartmässig nach unten schaut.


Der Trend an der Börse zeigt nach unten. Die Frage ist nur, wie lange noch und das kann niemand beantworten. Das ist eigentlich ganz einfach zu begreifen, wenn man weiss, dass es zwei Arten von Trends gibt. Der mathematischen oder statisitschen Trend, der einfach weitergerechnet wird. 2, 4, 6, 8, 10, 12 und der nächste ist vierzehn. Dumm nur, wenn was "dazwischenkommt" und es dann wieder 2 ist. Wie bei der Uhr zum Beispiel. Oder nur eins, wenn auf die Winterzeit umgeschalten wird. Meistens wird aber ein mathematischer Trend durch die zweite Art von Trend durchbrochen.

Der Trend der Soziologie, der sehr schnell ändern kann. Es sei nur an die Börsensituation der letzten Monate oder Wochen gedacht. Jeder einzelne Mensch beeinflusst den Trend. Sie kaufen Biomilch, fahren mit dem ÖV zur Arbeit, unterstützen politische Linien ...

Genau genommen sind aber diese beiden Arten von Trends identisch. Das eine ist nur was der Mensch macht, denkt und das andere ist nichts anders, als statistisch diese Tätigkeit auf einen Zeitpunkt fest zu halten. Und dann kommt plötzlich ein aussenstehendes Ereignis, wie die Hypothekenkrise und alles ändert in Windes Eile. Die mathematischen Systeme versagen vollkommen und die soziologischen Trendbetrachtungen können schneller reagieren, weil man nicht wie in der Statistik Zeitreihen braucht.

Beiden ist gemeinsam, dass viele versagen, nicht brauchbar sind und oft nur für Schönwetterprognosen geeignet sind. Trendforscher und Chartisten haben eines gemeinsam. Sie halten an ihren Aussagen fest und sind davon überzeugt, dass sie eintreffen. Und noch eines ist ihnen gemeinsam. Meist arbeiten sie für einen an der Aussage interessierten Auftraggeber.

Es gibt genügend Beispiele, dass Prognosen oft falsch liegen. Versuchen sie etwas anderes als einen Trend zu prognostizieren. Versuchen sie die Zukunft so an zu schauen, wie sie sich ergeben könnte - in Bandbreiten und nicht genauen Aussagen. Sie liegen mit Garantie besser und wesentlich häufiger richtig. Ich habe keine Ahnung, ob man irgendwo Trendforschung studieren kann ... aber Zukunftsforschung. Nur ist man hier viel weniger populär und mediengeil, aber signifikant besser in den Aussagen und meist nie auf eine exakte Aussage fixiert.

«Jetzt beginnt das Zeitalter der Lebensqualität... In übersättigten Märkten werden Werte immer wertvoller!... Werte sind die Orientierungshilfen im Dschungel der Wahlmöglichkeiten... der Leitwert Lebensqualität wird das Wertschöpfungsprinzip der Zukunft sein!" ... lesen sie weiter bei trendbild.de ... »

Vergessen sie, was der Trendforscher sagt. Das trifft für eine kleine Gruppe von Individualisten zu und ich hoffe für sie, dass sie auch dazu gehören. Aber diese Gruppe wird klein beleiben, vielleicht etwas anwachsen, aber sicher nicht Trend bestimmend sein. Die Welt wird auch in Zukunft vom Geld regiert, man wird nur das Billigste kaufen oder nur wo der (Marken)-Namen bekannt ist. Die Qualität zu beurteilen oder auf das Preis-Leistungs-Verhältnis zu schauen, wird den allerwenigsten Menschen gelingen ...

... und aus diesem Grunde kaufe ich oft Aktien von solchen Unternehmen, wo ich die Produkte nicht regelmässig kaufen würde. Ausprobieren schon, falls es nicht Investitionsgüter sind (einmalige Käufe). Das Kaufen überlassen wir der Masse, die gibt gerne Geld aus, wo das Unternehmen gut verdient. Und wir verdienen dann an den Aktien. Es wird sich auch in Zukunft nicht viel daran ändern auch wenn das heute nicht im Trend liegt.



Ein Beitrag über «Geld und Finanzen - leicht erklärt» - einer Idee von Tari Eledhwen aus Solothurn. Er wird auch im Personalblog aufgeschaltet.



Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
China, Indien und die Bananrepublik USA

Vor zwei Jahren erschienen:
Ökologische Berichterstattung

Vor drei Jahren erschienen:
Börsengang - «leicht uneinheitlich»




Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER - unabhängig, langfristig, gewinnorientiert

Börsenastrologie und Astrozyt

Genau so wenig wie ich Trader bin, schaue ich mir das tägliche Horoskop an. Das Kurzfristige ist nicht meine Welt, aber langfristig darf man(n) und frau ruhig einmal ein Horoskop zur Hand nehmen.

Anfangs Januar durfte ich im Finanzblog die Goldpreisprognose von Iris Treppner veröffentlichen. Herzliche Gratulation. Die letzten 8 Zeilen von Seite 3 und der Chart in US$ auf 1 Jahr belegen die sehr erfolgreiche Prognose.

Horoskope mögen nicht für alle sein. Sie sind ja manchmal auch nicht ganz einfach zu lesen, zu interpretieren und vermutlich ist es wie der Fundamentalanalyse - es kommt drauf an, wer diese gemacht hat. So gesehen ergänzen sich die beiden Analysearten.

Anfangs Jahr hat mich noch mancher belächelt oder gar ausgelacht, dass ich mir Börsenhoroskope anschaue und diese so alle Quartale mal wieder durchblättere. Vermutlich werden diese es jetzt mit "reiner Zufall" abtun. "Spass" macht auch die Analyse des SMI. Zwei Zeilen aus der Zusammenfassung die sie im Link nicht haben:

"... aufgrund der Indizien würde ich darauf tippen, dass die schwierigste Zeit sich im Herbst/Winter einstell ...

... kann man dann von einer Weltwirtschafts-Krise ausgehen ..."


von Iris Treppner - geschrieben vor neuen Monaten

Es scheint zwischen der Erde und dem Himmel einige Verbindungen zu geben, die wir höchstens vermuten können oder dann liegt es vielleicht doch an den Personen, die mit solchen Instrumenten um zu gehen wissen. Vielleicht würde heute der Jounalist FAZ Iris anders interviewen. Die Kunst überdurchschnittle Performance zu erreichen, kann man an keiner Universität studieren. Da stecken meist Quer- und Andersdenker dahinter.

Berner würden jetzt vielleicht sagen, es ist halt "Astrozyt". Gemeint ist aber nicht die Zeit (Zyt) sondern die Astrozyten, ein Subtyp der Glia, früher als Nervenkitt im Gehirn abgetan. Und einige Stücke eines Berners werden jetzt untersucht. Von Albert Einstein, der vor knapp drei Jahren Gast im Finanzblog war. Ein Kleber mit Köpfchen schildert Bild der Wissenschaft ihren Artikel - schön für die, welche viel Kleber haben oder zumindest auch andere Meinungen anschauen.



Vor einem Jahr im Finanzblog erschienen:
Das Blog - ein Verkaufs-Tool mit Kundennutzen?

Vor zwei Jahren erschienen:
Drachenbörsen und Frau Mahlzahn

Vor drei Jahren erschienen:
Prisencolinensinainciusol ol rait - liberaler Wind in Sicht


Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER - unabhängig, langfristig, gewinnorientiert

«Kaffeesatz lesen» und der Fahrstil von James Bond

Die Charttechnik dürfte langsam wieder aus der Schublade genommen werden - aber bitte: immer noch aufpassen. Und nie alleine auf die Charttechnik verlassen.

Die Chartisten sind ein Volk für sich. Mit einigen kann man ganz normal reden, für die anderen gibt es nur die Charts. Dass dem in der Praxis garantiert nicht so ist beweisen die vielen Schliessungen von Chartabteilungen in den letzten Monaten - Krisensituationen sind mit Charts nie zu lösen.

Es tönt vielleicht verrückt, aber die astrologischen Einschätzungen die mir vorliegen, haben die Wirklichkeit in den letzten Monaten besser wiedergegeben. Übrigens, Iris Treppner hält auf der Astro-Börse einige Prognosen gratis zur Verfügung. Eine Bemerkung nur für Iris: Dein Spezialhoroskop trifft erstaunlicherweise (ja ich bin immer noch etwas skeptisch zu eurer Zunft) recht gut zu. Aber ich hoffe mal, dass der Getriebeschaden nächstes Jahr ausbleibt. Muss den Un-Tipp mal meinen indischen Kollegen stecken. Mit Ausfällen ist zu rechnen.

Rechnen tun auch die Computer für die dort erwähnten Probleme. Jaguar scheint zumal das Problem erkannt zu haben. Die Stabilitätskontrolle versagt ihren Dienst, wenn der Radumfang nicht an allen Rädern gleich ist. Die beiden vorderen wurden gewechselt, weil ich bei einem Felssturz in den Bergen ausgewichen bin (gottlob) und dann noch so einen 20 cm grossen in einer 45-prozentigen Schräglage getroffen habe. James Bond lässt grüssen - aber nicht die, welche bei Como geübt haben. Die Differenz beim Radumfang dürfte klein sein und der Schlupf der in Kurven entstehen kann, müsste softwaremässig abgefangen werden. Solche Probleme dürften einfacher zu programmieren sein, als Programme für die Charttechnik.

Mit den drei Wassernüssen, war Mitsubishi gemeint. Wie Chartisten wollen auch die alles beweisen. Dass auf der Simulationsfahrt mit permanent angetriebenen vier Rädern, die Kurven spürbar leichter bewältigt werden und erst noch eine kürzere Rundenzeit herausgefahren werden können. Das Phänomen kenne ich seit rund acht Jahren aus eigener Erfahrung. Nur Mitsubishi fährt auf der Vergleichsfahrt mit 4-Rad langsamer in die Kurven und beschleunigt auf den geraden Stücken mehr. Ganz alle lassen sich mit so plumpen Werbetricks nicht überzeugen.

Ja, wo Zahlen eine Grundlage spielen, da muss man etwas vorsichtig sein:

«Kaffeesatz lesen

von Jens Korte

Stellen Sie sich vor, Sie verlaufen sich im Dschungel und stoßen auf ein Eingeborenendorf. Um zu überleben, müssen Sie die Regeln der Dorfbewohner annehmen, auch wenn es nicht Ihren Gewohnheiten entspricht, es Ihnen sogar deutlich gegen den Strich geht ... weiter bei FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND ... »



Vor einem Jahr erschienen: «Dreckiges Geschäft - moralisch umstrittene Aktien» - 1. Teil

Vor zwei Jahren erschienen: Richtung der Wall Street

Vor drei Jahren erschienen: Lotus - der Natur abgeschaut - ein Nano-Effekt


Vermögensverwaltung von MARTI+PARTNER - eigenständig, unabhängig, langfristig

Astrologische Gold-Preis-Prognosen

Wenn es den Leuten schlecht geht, schauen sie ihr Horoskop an. Machen sie es doch einmal umgekehrt - schauen sie das Horoskop für den Gold-Preis an. Gold ist auf einem Allzeithoch ...

... aber das ist nur die halbe Wahrheit. Mit einer stabilen Währung, wie zum Beispiel dem Schweizer Franken muss er noch um rund 30 Prozent zulegen. Das historische Hoch ist zumindest vom US-Dollar aus gesehen überschritten. Diese Weisheit habe ich am Donnerstag am Telefon einem 18-jährigen Anleger erzählt, mit dem Hinweis, dass es vermutlich weiter nach oben geht. Aber dies stellt kein Anlagetipp dar, denn jeder muss selbst entscheiden, wann und ob er etwas kaufen will - Risiken gibt es immer. Und falls sie sich von der Astrologie nicht überzeugen lassen, dann haben sie hier ein ganz schönes Beispiel wie man auf diese Weise analysieren kann. Jeder soll wählen was er will. Manchmal schadet es nicht etwas über den Gartenhag zu schauen und sich mit einer Meinung auseinander zu setzten, die vielleicht anders ist oder zumindest auf eine andere Art zustande kam.

Viel Spass mit der Analyse von Iris Treppner von der Astro-Börse.com.

Astrologische Gold-Preis-Prognosen

von Iris Treppner

Nach vielem Hin und Her und Recherche bei "Wikipedia" und "The London Bullion market Asscociation", habe ich jetzt das passende historische Datum für den Goldpreis ermittelt, um endlich ein Horoskop zu entwerfen ... weiter im pdf-File ...» das mir von Iris Treppner freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Vielen Dank.

Goldpreis Astroprognose Treppner

Ob die Sterne recht behalten werden, ob sie auch für anderes um Rat angefragen werden sollten - auf alle Fälle, Astrologie ist absolut im Trend - und die Treffsicherheit schlägt manchen Anlageberater. Deshalb suchen auch wir immer wieder nach Zweitmeinungen. Fragen kostet nichts.

Frühere Beiträge:

Steigt die Börse - fällt die Börse?

Alles schaut nervös auf die Sterne der USA!

Rohstoffe auf den Punkt gebracht

Obwohl das Punkt Magazin von Bankinstituten unterstützt wird - sonst wäre es nicht finanzierbar - ist absolut lesenswert. Die unterstützenden Firmen müssen Werbung betreiben und wollen nicht die Presse kaufen ...

... sondern interessierte Leser informieren und zwar bei der letzten Ausgabe über Rohstoffe. «Ohne Rohstoffe geht nichts - auch in der Vermögensverwaltung lebenswichtig»! Das war nicht immer so. Vor etwas über zehn Jahren gab es ab und zu ein Telefon von der kontrollierenden Bankinstanz und die wollten wissen, was wir für dubiose Geschäfte im Rohstoffsektor machen. Wir hatten damals extrem viele Freiheiten und konnten Kunden mit ihren Wünschen bedienen, wie dies heute eigentlich nur noch selbständige Vermögensverwalter machen. Denken sie daran, wenn sie Anlagen in den Rohstoffsektor tätigen. Rohstoffhandel ist das älteste Handelsgebiet aber das jüngste für die allermeisten heutigen Banker. Das Gefahrenpotential beurteile ich heute grösser, als damals. Heute ist jeder ein Fachmann für Rohstoffe - ich bin es nicht. Aber ich habe bisher viel Geld mit Rohstoffen verdient.

Mit Gold vermutlich am meisten. Aber ich habe Gold gekauft, als mich alle ausgelacht haben. Ich kann warten und dies zahlt sich meistens besser aus, als wenn man immer neue Anlagen tätigen muss. Gerade bei landwirtschaftlichen Rohstoffen muss dies beachtet werden - der Rollover. «Rohstoffprodukte und ihre Tücken» (Seite 20). Seien sie vorsichtig, sonst steht plötzlich ein Tanklastwagen mit Orangensaft vor dem Haus. Aus diesem Grunde habe ich vor rund 15 Jahren dazu mal einem Kunden abgeraten. Es braucht dann auch einiges Wissen über Rohstoffe und das ist gegenüber Aktien etwas zu beachten. Es gibt wohl immer einen Käufer und einen Verkäufer, aber die Anzahl Aktien bleibt (im Normalfall) gleich. Rohstoffe sind wie Kartoffeln. Die sind oft im Boden nicht so leicht zu finden und ab und zu sogar witterungsabhängig und deshalb stark schwankend und den Jahreszeiten unterworfen. Wenn sie dies nicht beachten, nützt ihnen auch nichts, wenn sie wissen, was Contango oder Backwardation ist. Und nicht ganz jeder Rohstoff wird an uns zugänglichen Börsen oder via zugänglichen Anlagemöglichkeiten gehandelt. Wer sich mit Metall auseinander setzen will, dem empfehle ich den U.S. Geological Survey und etwa eine Woche Ferien mit einplanen.

Vermutlich können sie bei Punkt unheimlich viel lernen. Mir ergeht es nicht anders, zum Teil ist es eher ein Auffrischen und deshalb schreibe ich ja auch das Blog. Mehr wissen, Zusammenhänge besser kennen und sich nicht täuschen lassen. Es auf den Punkt bringen. Oder anders gesagt, auch nicht ganz alles glauben was in Punkt steht. Kupfer ist beileibe nicht das am meisten verwendete Metall. Das ist und wird immer Eisen bleiben. Kupfer macht vielleicht 1,5 - 2 Prozent des jährlich geförderten Eisens aus. Und hier könnte man noch lange Latein spinnen, zum Beispiel über die Herstellung von Austenitstahl. Rund 70 Prozent des Nickels sollen zu dessen Produktion verwendet werden. An diesem aus Eisen hergestellten Stahl haften Magnete nicht. Vermutlich ist dies nur ein Zwischenprodukt in der Schmelze - müsste mal Dänu fragen.

Das Blog ist halt eben praktisch, wenn man etwas nicht weiss - ich suche dann, wenn ich Dänu wieder einmal sehe, einfach mit seinem Namen. Der weiss es dann schon, ohne jetzt gross selbst im Internet Recherchen zu betreiben. Und der zweite gefundene Dänu ist nicht zu verwechseln. Das war der mit dem Wertkarton im Adventskalender. Und schon bald ist wieder Advent und einen Kalender wird es geben, bei mir oder zusammen mit ...

... das wäre dann die Überraschung und wenn sie zuvor schon etwas, vielleicht sogar mit Rohstoffen, gewinnen wollen, dann stellen sie doch fest, wann der erste Tag des Goldhandels war und erwähnen dies im Blog von Astro-Börse von Iris Treppner. Ich erzähle dann einmal, wer wirklich die ersten waren, die Rohstoff-Futures kreierten. Es waren nicht wie erwähnt die im 10. Jahrhundert handelnden Kaufleute aus Venedig, sondern Olivenhändler.

Chart Lehrgang (11) - der Linienchart

Linien, Bar, Candle, Mountain ... welche Form des Charts ist am Aussage kräftigsten, welche soll man wählen?

Jede Chartform hat auf seine Art eine Daseinsberechtigung. Je kurzfristiger ein Chart ist, desto wichtiger ist die Form, die man betrachtet. Die einfachste Form ist der Linienchart und dieser eignet sich im Normalfall für länger- und langfristige Betrachtungen. Die (meist) Schlusskurse, jeder einzelne Punkt, werden mit einer Linie verbunden. Genau genommen die zwei Punkte, die in einer Zeitreihe neben einander aufgeführt sind. Eigentlich ist dies klar - es sei denn, man mache mit Unterstützungslinien Punkt genaue Interpretationen.

Kurzfristig ist bei den anderen Chartformen nicht nur ein einzelner Punkt massgebend. Sondern nebst dem Schlusskurs auch Hoch und Tief sowie vielleicht der Eröffnungskurs. Dass man diese Höchst- und Tiefstkurse aber absichtlich vernachlässigt, hat manchmal auch seine Vorteile - man kann den Verlauf glätten und extreme Tagesschwankungen korrigieren. Ein schönes Beispiel zum Anschauen ist Oracle. Nehmen sie die normale Aktie in Frankfurt und jetzt schauen sie verschiedene Perioden an und wechseln den Chart-Typ (rechts oben beim Chart) von Bar auf Linie. Am besten sieht man es, wenn man mit einem Jahr beginnt, nachher drei Monate, dann einen Monat und am eindrücklichsten ist die Woche.

Oracle habe ich absichtlich genommen, weil ich dies im November als schlechtes Beispiel erwähnt habe, um Umkehrpunkte auf zu zeigen. Die Prognose war 17 EUR bis im April - nur dass er in der Zwischenzeit auch ohne Chinacrash deutlich billiger zu haben war. Man kann alles mit der Charttechnik begründen, aber ob es Sinn macht, ist eine andere Frage. Oracle halte ich auch im Allgemeinen nicht als gutes Chartbeispiel, schon gar nicht für Anfänger, denn es gab zu viele Firmenaufkäufe, die in letzter Zeit diesen Titel tangierten. Und solche ausserordentlichen Ereignisse haben bei einem Chart keinen Platz. Beachten sie vielleicht auch nur die Anzahl der Meldungen - mit so vielen ist eine Analyse fast unmöglich. Dieser Titel muss zwingend fundamental (betriebswirtschaftlich) betrachtet werden. Und wenn schon einen Chart, dann sollte auch der USD-Chart berücksichtigt werden. Kursgewinne oder Verluste in der Währungsumrechnung haben schon manchen Chart unbrauchbar gemacht.

Der Linienchart hat einen weiteren Vorteil. Mit ihm kann man am einfachsten üben, üben, üben ...

Chart Lehrgang (10) - die Umkehrpunkte

Der Umkehrpunkt wird eigentlich nie gross behandelt und dabei ist er etwas vom Wichtigsten. Wir wollen ja nur wissen, ob die Richtung der Börse, Aktien, Devisen bleibt oder ändert.

Ganz so einfach ist es nicht, den tiefsten oder höchsten Punkt der Börse zu erkennen. Fast unmöglich im Voraus, einfacher aber im Nachhinein. Aber es ist gar nicht so wichtig, ob wir langfristig gesehen einige Prozent zu früh oder zu spät handeln. Viel wichtiger ist, dass man überhaupt erkennt, dass es in eine andere Richtung geht. Der Trader versucht in einem Trendkanal mit relativ kleinen Ausschlägen zu verdienen und der langfristig orientierte Anleger will herausfinden, wann ein Trendkanal durchbrochen wird.

Hier sind die Umkehrpunkte wichtig. Es gibt drei Möglichkeiten, wie die Umkehrpunkte liegen können. Beim Aufwärtstrend steigen sie immer und lassen sich mit einer (steigenden) Geraden verbinden. Beim Abwärtstrend sind es entsprechend die unteren Umkehrpunkte. Bei einem Seitwärtstrend sind in den meisten Fällen nur die unteren Umkehrpunkte von Interesse.

Bei einem 3%igen Durchbruch dieser Linien spricht man von einem Trendwechsel. Aber Achtung, dies liegt heute innerhalb von Tagesschwankungen. Das heisst, der Sicherheit lieber einen Tag zuwarten. Und noch etwas ist wichtig. Die Trendlinie sollte meines Erachtens in der Vergangenheit drei, lieber viermal mit einem Umkehrpunkt touchiert worden sein. Die meisten Chart, die man im Internet findet, beruhen eher auf einer Zufallsanalyse, als auf Charttechnik. Beispiel Gefällig? In den Finanznachrichten wird Oracle vor einer Woche ein Trendwchsel vorausgesagt. Ein 5-Jahres-Chart, wie hier gezeigt, verwirrt mehr, als dass eine Aussage dieser Art angebracht ist. Schauen sie, wo heute Oracle ist (z.B. Frankfurt - EUR). Betrachten sie einmal den 5-Jahres-Chart und wechseln dann auf den 3-Monats-Chart. Diesen Chart dürfen sie jetzt eine Zeitlang im Auge behalten - vielleicht durchbricht er tatsächlich gegen oben. Chart mässig gesehen, dürften wir in rund zwei Monaten etwas dazu gelernt haben.

Mit Chart ist es eh wichtig, dass man immer übt und das Internet ist dazu gerade paradiesisch, Internetforen liefern Chartbeispiele zu Hauff. Und Charts sind nicht das Einzige, worauf man schauen soll. Aber es kann auch sein, dass man sich nur auf die Umkehrpunkte konzentrieren will und zwar immer nur auf einzelne, nicht auf einen Durchbruch eines Trends. Den Wendepunkt heraus zu finden macht Spass - versuchen sie es einmal mit der stochastischen Analyse. Aber bitte, für Stochastics sind Mathematikkenntnisse angesagt. Und noch etwas, es funktioniert auch lange nicht immer, üben, üben, üben ... und etwas Glück.

Und noch etwas, rein statistisch gesehen, haben wir bei Aktienanlagen wesentlich die grösseren Chancen reich zu werden, als mit den Euromillionen - aber es werden es noch viel mehr versuchen.

Chart Lehrgang (9) - der Anlegerzyklus

Gibt es in der Charttheorie einen Anlegerzyklus, den man «ableiten» kann oder gibt es nur einzelne Formationen, die zu Hilfe gezogen werden können?

Die Antwort gleich vorweg. Es mag Anlegerzyklen geben, aber wir sind nicht in der Lage, diese vorausschauend zu erahnen - und werden es auch in Zukunft nicht können. In die gleiche Richtung verweist auch die kurze Zusammenfassung von Prof. Heri (siehe Zitat - Kasten).

Einzelne Bewegungen am Markt kann man aber wohl charttechnisch anschauen. Die verschiedenen Formationen (z.B. Keil, Dreieck, Lücke ...) folgen in separaten Beiträge. Noch etwas aber zum Anlegerzyklus. Wir denken, der Mensch müsste doch immer die gleichen oder ähnliche Verhaltensweisen an den Tag legen. Das tut er vermutlich auch, aber mit so viel verschiedenen Varianten, dass diese nicht zu deuten sind.

Der Herdentrieb war zum Beispiel vom Monat Oktober überrascht worden. Der unten abgebildete Chart handelt auch vom Herdentrieb. In meiner Sammlung ist er ohne Quellangabe, aber im Internet findet man fast alles. Hier ist als Quelle das Handelsblatt und Dr. Hans-Dieter Schulz genannt. Den Anlegerzyklus habe ich schon in anderen Wirtschaftsblättern gesehen. Ob er von H.D. Schulz ist entzieht sich meiner Kenntnis, aber auf seiner Seite mal hinein sehen sollten sie schon. Vergleichen sie mal seine Prognosen Anfangs Oktober.

Und wenn dann alle von diesen Prognosen überzeugt sind, haben wir dann den Herdentrieb und daraus entsteht dann vielleicht doch ein Anlegerzyklus.

Anlegerzyklus

Quelle - siehe Text

Dow Jones auf Höchststand

Übertrifft der Dow Jones diese Woche seinen alten Höchststand von 11723 Punkten?

Obschon der Dow Jones immer noch der wichtigste Aktienindex ist, hat er von seiner Allmächtigkeit in den letzten Jahren stark verloren. Er ist nicht mehr das Mass aller Dinge. In den nächsten Tagen dürfte er aber wieder vermehrt Beachtung erhalten, denn er steigt langsam gegen seine alte Höchstmarke vom Januar 2000.

Die Welt: «Wall Street wagt neuen Anlauf auf Allzeithoch.
Der Alte will's endlich wissen. Zum zweiten Mal in diesem Jahr nimmt der dienstälteste Aktienindex der Welt, der Dow Jones Industrial, Anlauf auf ein Allzeithoch ... weiter ...»

... oder korrigiert er wie dieses Jahr im Mai nach 11670 Punkten stark nach unten. Vielleicht helfen die diversen Betrachtungen von Charts. Die 10'000 Punkte nach unten wurden im April 05 auch nicht geknackt - nur 0,46 Punkte, nicht Prozent, haben damals gefehlt. Sell in May and go away galt nicht und dieses Jahr dürfte auch der September nicht als schlechtester Börsenmonat in die Geschichte eingehen.

Chart-Lehrgang (8) - ein kleiner Rückblick

Die Chart-Theorie ist keine exakte Wissenschaft, deshalb sollte man sich ab und zu erinnern was eigentlich hinter ihr steckt.

Wenn wir eine ganz einfache Unterstützungslinie einzeichnen, greifen wir eigentlich auf unvollstellbare Mengen an Einzeldaten zurück. Je nach Zeitperiode die wir betrachten, handelt es sich hier um Stunden, Tage, Wochen, Monate aber eher selten Jahre. Es können also hunderte von Tagen sein und jeder Tag wird im Normalfall mit einem Schlusskurs eingetragen. Und dies ist der zufällig letzte bezahlte Kurs. Nun gibt es Aktien, da findet kein täglicher Handel statt. Dies ist aber eher die Ausnahme - die Wirklichkeit sieht anders aus. Am eindrücklichsten sind bezahlte Kurse gegen das Börsenende an zu schauen. Da sind Millionengeschäfte aufgeführt aber auch einzelne Aktien die von zwei Parteien gehandelt werden.

Wie viele Menschen gehandelt haben bis ein Schlusskurs - den Punkt, auf den wir je Tag die grafische Betrachtung reduziert haben - zu stande kommt, beachten ein paar wenig Mitarbeiter der Börsen. Am ehesten die in der Buchhaltung, denn die verrechnen pro Handel die Gebühren, Spesen, Kommissionen ... Sie dürfen jetzt aber nicht einfach Anzahl bezahlte Kurse mal zwei rechnen um zu wissen, wie viele Menschen in unserem Beispiel Nestlé gehandelt haben. Vermutlich werden viele Teilaufträge dabei sein. Verschaffen sie sich Zugang zum Orderbuch und sie sehen alle Details. Aber das interessiert jetzt wirklich nur den kleinsten Teil der Börsianer. Schauen sie sich einmal ein Kursblatt an und entscheiden sie selber. Das ist etwas für (administrative) Spezialisten - wir beschränken uns auf einen einzigen Schlusskurs.

Mit Mathematik und all ihren aufbauenden Spezialgebieten versucht man bei der Chartanalyse nichts anderes, als die Psyche all dieser handelnden Menschen zu interpretieren und vor allem eine Prognose auf zu zeigen. Oder anders gesagt:

Bei der Chartanalyse hilft ihnen ein Studium der Massenpsychologie mehr als eines in Betriebswirtschaft.
oder ...
«Das Interpretieren von Charts (im Aktienmarkt) ist weder eine Kunst noch eine Wissenschaft, sondern vielmehr der Glaube an Regelmässigkeiten und Gewohnheiten des menschlichen Verhaltens im Allgemeinen und an die Übertragung dieses Glaubens in die grosse Masse des Börsenpublikums im Speziellen.»

Diese Weisheit stammt nicht von mir, vielleicht nicht einmal von Dominik L. Hänggi, in dessen unredigiertem Vorabdruck «Die technische Analyse von Aktiencharts» sie als Einleitung steht. Der Spruch ist immer noch gültig, nur habe ich mir erlaubt «im Aktienmarkt» in Klammern zu setzen, denn heute interpretieren wir bei weitem nicht nur mehr Aktien - aber diese doch einfacher als manches andere Anlageprodukt.

... und noch etwas. Die Chartanalyse sollte nicht das Alleinseeligmachende sein, sondern eine unterstützende Hilfe uns einen Trend auf zu zeichnen. Und ein Trend ist nicht immer eine gerade Linien.
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